die iden des mimi

ich möchte ein bisschen rumjammern, aus völlig banalen stressgründen (selber krank, krankes kind, noch 2 kinder, hund u haushalt, und arbeit), aber dann fällt mir immer als erstes der letzte liebeskummer ein, der übers blog nur gesagt hat „selbstmitleid“ (der ist vorher selber jahrelang zum jammern zu mir gekommen, daher wahrscheinlich), dann fällt mir jorge ein (hugs an jorge!), an die schlimmst kranken will ich jetzt gar nicht denken, weil ich ja eigentlich nur ein bisschen jammern will, weil das alleinerziehen bei krankheit am meisten nervt, und ich hab ja schon die chronische grunderkrankung, die überhaupt kein zuckerschlecken ist, nee im ernst, ein bisschen jammern vom hohen podest der lebenden aus, (wie h. h. jahnn schrieb: der toten sind viele) mit noch gesunden kindern, einer wohnung und einem fröhlichen kleinen hund. verd., es war schon mal leichter, ein bisschen wehleidig zu sein, das ganze entnervende relativierungsgewese klebt am leiden wie ein rudel luftballons, ich komme nicht auf grund, nee.

2. versuch: ich hab fieber; ein kind muss kotzen, die anderen streiten, sollen aber a) lernen oder b) rausgehen, ich hab einen hund, ich muss essen machen, ich muss betten beziehen, streit schlichten, bezugsperson bleiben, geld verdienen, aber ich bin echt platt grade. nicht mal komplexe rezepte sind möglich, ich werde die hühnerbeine mit gewürzen bepasten und in den ofen schieben, mehr nicht, von komplexen sätzen ist ja schon lang nichts mehr zu sehen.

wobei, was ich alles nicht muss: müll runterbringen, trockner leeren, hund rausbringen, fällt mir da ein, gell, zu irgendwas waren die letzten 9 jahre allein mit drei kindern ja doch gut, sie machen all das nach nur 4 bis 5 aufforderungen, was ich für einen guten schnitt halte, da hab ich doch was geschafft, oder? ich würde mich jetzt gern 9 jahre ausruhen, bitte danke.

(in zukunft schreibe ich immer nur noch: 9jahre!, dann ist allen klar, was ich sagen will, oder?)

 

14 Gedanken zu „die iden des mimi“

  1. Immer wenn ich mich schäme, dass ich es nicht schaffe, neben dem bisschen strukturierten Beruf und dem bisschen unstrukturiertem Kranksein Haushalt und Schreiben etc., denke ich an dich. Und dann schäme ich mich noch ein wenig mehr. Danke, dass du die neun Jahre so laut rausstöhnst.

    #9jahre #mindestens

  2. 90 Jahre. Mindestens.
    Gute Besserung!

    Und was Du hier schreibst, hat mit Jammern überhaupt nichts zu tun. Ganz im Gegenteil.

  3. Ich finde Jammern absolut okay. Man muss mal jammern. Und alle müssen einen bedauern. Und dann macht man weiter. Betrinken müssen wir uns übrigens auch.

  4. Nach dem Lesen Ihres Eintrages fühle ich mich gleich viel weniger krank und äußerst beschämt. Wenn Sie nicht jammern dürfen, wer dann? Wünsche Ihnen alle Kraft und Ruhe der Welt, von denen Sie einen Zipfel ergattern können. (Und Betrinken erst nach der hoffentlich baldigen Genesung…)

  5. was soll ich sagen? ich bin nicht krank, habe nur schmerzen. aber das ist normal, darin wohne ich. ich bin allein, habe nicht einmal mehr eine katze. (und die kacken ja selbständig.) bald bin ich 3x so alt, wie ich jemals dachte daß ich werden könnte. wer hätte das gedacht.

    ich bin gut, ich bin stark. ich sollte anfangen, das herzuleihen. solange ich noch kann.

    thx.

  6. feels good. danke. ihr habt recht.

    (bez. kranke mütter, gestern der große: mama, ich liebe dich. ich: oh, schön, ich dich… er: … damit du das weisst, falls du heut nacht stirbst.)

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