titel

wollte nur schnell die schriftart wechseln, dann ging alles so einfach… und jetzt ist es immer noch eine immerhin keine serifenschrift! ab jetzt täglich neue designs. dieses style.css ist ein furchtbar unübersichtlicher trumm, es ist mir nicht gelungen, die titel der postings etwas eleganter und diskreter zu gestalten. falls mir da jemand helfen könnte, es wär mir eine freude.

 

einen durchziehen

erleichterung, wenn das kind noch in slapstick – filme geht mit seinen freunden, frisch geduscht, mit üppig aftershave. dann läßt er sein handy auf meinem schreibtisch liegen, eine nachricht ploppt auf: „wollen wir nachher noch einen durchziehen? ich hab ein viertel gramm!“ gna, denke ich, filmszene. erzähle ihm, was ich gelesen habe, und frage ihn. „einmal“, sagt er, der freund auch „höchstens dreimal“. ich verstehe, dass er wohl nicht der käufer, sondern der mitraucher war, erzähle ein bisschen über meine eigenen spärlichen drogenerfahrungen (ein, zweimal im monat, zwischen 16 und 18) und sage ihm, dass er mit vierzehn zu jung ist dafür. dann sage ich ihm, dass der freund seinen eltern bescheid sagen soll, sonst werde ich das nämlich tun. „nein, mama!“ sagt er und stöhnt, ich denke noch mal drüber nach, ob das nicht doch petzen ist? aber das kind kann ärger mit polizei und schule bekommen, wenn er selber kauft. ich würde das wissen wollen und denke nicht, dass ich für andere eltern miteintscheiden darf. klare grenze. vielleicht gehören sie ja auch zu den ganz entspannten eltern und stören sich gar nicht daran, die mehrheit der juvenilen kiffer kommt ja auch völlig unbeschädigt aus der erfahrung wieder raus, solange sie nicht täglich kiffen, das tut dem hirn nicht gut in so jungen jahren. wird der zwilling nicht tun, denke ich, aber wissen tu ich es nicht, ich kann zwar eine meinung dazu haben und dem kind mitteilen und sie erklären, verhindern kann ich es nur schwer. wir haben einen bekannten, der sich seinen verstand, seine persönlichkeit und seine empathie weggekifft hat, der funktionioniert als mahnendes beispiel ganz gut, wobei der natürlich auch ohne joints zum arschloch hätte mutieren können, das kann man nie wissen.

das kind kommt ein paar minuten danach zu mir, „ich will mit dir darüber reden“, sagt er und spricht darüber, wie es sich angefühlt hat („leicht im kopf“), über den peerdruck, vor allem will er natürlich nicht, dass ich die anderen eltern anrufe.

ich erinnere mich an eine andere situation vor ein paar jahren, als die lehrerin des großen die klasse darüber hat abstimmen lassen, ob die eltern über ein paar gerauchte joints informiert werden sollten oder nicht. die mehrheit um die raucher (klassencoolste) herum war dagegen, die anderen schüler sollten sich fügen und mussten mit dem konflikt leben, ihren eltern nichts darüber erzählen zu können. die schule untergräbt damit das vertrauensverhältnis zwischen eltern und kindern, grad im teeniealter ein sehr kostbares gut, sehr unüberlegte reaktion von lehrerseite, oder einfach ein deutliches zeichen für dafür, dass die schule kein konzept hat für den umgang mit drogen.

ich gebe ihm tips zum neinsagen, er muss ja kein grundsatzgespräch anfangen, kann einfach einen schnupfen oder kopfweh vorschieben, und rede dann schon ein bisschen zuviel weiter, finde das peerdruck-argument auch einen tick zu schlüssig, ein einfacher weg aus der verantwortung, vor allem, weil die jungs das alle sofort bringen, auch bei alkohol oder zigaretten, es hat etwas kokettes, ich habe nicht den eindruck, dass ein neinsagen überhaupt zur debatte stand. es sind doch alles neugiernasen in dem alter, sie wollten es probieren. er sitzt eher belämmert vor mir und hört zu, versichert, er würde nur ganz selten, und so weiter. ich höre zu, erst hat er „nur einmal“ gesagt, später „ganz selten“, und sage ihm eine zahl, die ich zurücknehme, sobald ich die albernheit bemerke. plus der hinweis auf gesetzeslage und schulordnung, erst da verdreht das kind, und zu recht, die augen.

vielleicht realistischer, ihm zu raten, sich nicht erwischen zu lassen? nein. ich bin die mutter, nicht der kumpel.

das ist eins dieser standardgespräche, denke ich, es hat immerhin stattgefunden und war relativ entspannt, dass die auch immer so unerwartet kommen! wir haben ja ein paar abhängige in der familie, ich weiss nicht, ob die kinder meine immunität geerbt haben oder nicht, und bis sich das herausgestellt hat, ist das thema nicht nur mit lässigem vertrauen zu beantworten, auch wenn das viel eleganter wäre. beim großen habe ich das, die kleinen sind zu jung dafür.

 

brooks ade.

hat mir doch neulich einer von meinem alten fahrrad den alten brooks-sattel geklaut. wollte ich einen nachkaufen, aber die dinger kosten unglaubliche 140€ inzwischen. damals* waren es glaube ich 40dm. die verletzung bei diebstählen, schlimmste verwünschungen, gleich das bild vom stumpfsinn solcher diebe im kopf, und wie überhaupt nicht sie erreichbar sind für unsere gefühle. der mann vom radladen meinte, auf dem flohmarkt am mauerpark gäbe es immer sehr viele alte ledersättel. jetzt einen billigsattel unterm hintern, sehr entthront gefühlt. mein altes rad ist mir nämlich ziemlich heilig.

oh! sehe grade: bei meinem radladen kosten sie 140€, sonst um die 90.

q&a&q

großer spass:

1. Käme heute Nacht eine Fee zu Ihnen ans Bett, welchen erfüllten Wunsch gäben Sie zurück?

ein paar große wünsche hab ich mir erfüllt und kann keinen zurückgeben (einer ist fast volljährig und die anderen beiden behalte ich auch lieber), ich würde lieber die unerfüllten zurückgeben wollen.

2. Welches Buch liegt auf Ihrem Nachtschrank?

das oberste ist von katja kettu, wildauge. hat mir der grosse zu weihnachten geschenkt, ich will es mögen.

3. Welcher Geruch lässt sie schaudern?

vergorene milch, aber es gibt wenig intensive gerüche in meinem leben, selbst die milch ist immer alle, bevor sie schlecht werden kann. ich kann mir einen üblen geruch auch so schnell wegdenken, dass es bis zum schaudern selten reicht. am liebsten rieche ich muskatnuss und pfeffer.

4. Was haben Sie zuletzt verloren?

meinen lieblingsring, den ich vor jahren schon mal verloren hatte, dann wiedergefunden und sofort danach wieder verloren. auf der suche nach ihm habe ich wohnung und leben umgepflügt, erfolglos. großes rätsel.

5. Sind Sie glücklich?

nein. ertappe mich trotzdem dabei, weil ich im schönen nicht kartographierten manchmal-land alles um den moment herum vergessen kann und dann restlos aufgehoben bin. habe eine recht solide begabung zum glück, ich funktioniere tagelang mit einem lächeln oder einem satz.

6. Zöge Alice sie mit ins Kaninchenloch, in welcher Welt wachten Sie gerne auf?

in einer, wo alles noch möglich ist.

7. Lesen Sie Gedichte? Wenn ja welche, wenn nein, warum nicht?

ich liebe lyrik. da leider wenig neue autoren, also ja, montale immer noch, platz eins, thomas sowieso, grad wieder sehr über die wunderbaren zeilen unter gagas füßen gefreut. mein textgedächnis ist so miserabel, dass ich mich immer wieder wie neu freuen kann. online lese ich zb dale und freue mich, wenn ich irgendwo lyrik entdecke, wie häufig bei frau wildgans.

ich hab nur ca. 2m lyrik und gehe manchmal ans regal und lese dann etwas neu, männer wie frauen. ernst herbeck, weil die zeiten so verrückt sind. rene chars texte aus dem widerstand, aber im winter auch mal gern die mit dem fokus auf sich selber, meckel, auch bachmann immer mal wieder. mascha kaleko, so schön klar, oder ausländer, zuerst noch in mailand mit michael endes unendlicher geschichte gelesen, aus zufall, seitdem verbinde ich sie immer mit der kindlichen kaiserin.

songtexte sehe ich auch als eine art funktionale lyrik, höre sie aber anders,  da will ich immer gemeint sein, als ob gedichte sich eher an die allgemeinheit richten und songs an den, der sie hört oder spielt, auch weil da über die musik noch ein direkter zugang ins limbische system dabei ist, mit projektionsfläche für all das, was beim hören außerdem noch passiert, oder nicht passiert, mit gleicher macht. es ist ein dialogisches medium, anders als bei gelesenen zeilen, die eher in sich geschlossen sind und vielleicht einen werkbezug haben oder einen historischen, als kontext oder als lebensphase des lesenden. ich mag die kleine form sehr gern, sie entspricht auch meiner art, glück zu erleben, das gedicht/der song als kleines funktionierendes universum, das man dabeihaben kann, wie die katze ihres in mib, etwas intimes, ein sicherer hafen für mich. ich mag die klaren, linear und narrativ aufgebauten, bei den exaltierten und prätentiösen werde ich sofort von der intention des autors abgelenkt und muss lachen.

8. Sie stehen ohne Kompass, Stadtplan und Smartphone im Wald. Wie kommen Sie zurück in die Stadt?

mit gesundem menschenverstand. vielleicht atme ich aber auch tief aus, bleibe da, baue mir eine hütte, und lebe mein ganzes verbleibendes leben in ein paar wochen zuende.

9. Worüber haben Sie zuletzt gelacht?

mit einer freundin heute vormittag, über uns. im netz gestern zb hierüber und allgemein gern über albernen kram.

10. Welche drei Dinge, die sie nicht haben hätten Sie gern?

ein neues rad, ein neues handy, mehr ram für den ollen imac.

11. Wofür haben Sie sich zuletzt ausgiebig Zeit genommen?

dummerweise für netflix, wenn ich ehrlich bin. untergang des abendlandes. bin aber auch sehr in winterstimmung abgetaucht, heute werde ich deswegen lyrik lesen, irgendwas klassisches, oder shakespeare? bei mir hat das lesen in letzter zeit etwas inszeniertes bekommen, ist folge eines vorhabens, nicht mehr der selbstverständliche griff ins buch. ich mag aber diese zweihandbewegung, eine hand greift um den buchrücken, die andere sucht nach der stelle. ich glaube, ich nehme die mir nahen bücher in die linke hand dafür, die anderen, noch unerschlossenen, in die rechte.

ich habe all diese fragen freundlicherweise von marie_sophie gestellt bekommen, und gebe weiter an frau montez und frau gaga, die herren goncourt und kid antworten normalerweise nicht  auf sowas, oder? und too1? frau wieseltier würd ich auch gern lesen, und herrn dieseldunst!

meine fragen wären: 1. mit wem sprechen sie täglich als erstes? 2. wann waren sie zuletzt verliebt? 3. welches buch begleitet sie schon länger als 10 jahre? 4. haben sie ein geheimes projekt? (ja/nein reicht) 5. lesen sie gedichte? wenn ja welche, wenn nein, warum nicht? 6. worüber haben sie zuletzt gelacht? 7. wofür haben Sie sich zuletzt ausgiebig zeit genommen? 8. haben sie sich schonmal grundlegend geändert? 9. sind sie glücklich?

5 x tgl., open end

abbott libre* schickt mir eine bestellaufforderung, anruf bei der krankenkasse bestätigt: wird nicht übernommen, der mitarbeiter erklärt mir noch den gerichtsbeschluss, nachdem der libre gar kein messgerät sei, weil die werte im unterhautfettgewebe gemessen werden und nicht im blut. die lobby mag die dinger nicht, heißt das, der patient ist irrelevant, es geht um einen ordentlich großen und vor allem sicheren markt. als ob kontaklinsen keine sehhilfe wären, weil man sie anders einsetzt, aber der vorteil für den patienten ist hier sehr viel deutlicher: kein stechen mehr, alle 5 minuten automatisches messen, lückenlose blutzuckerprofile, durch nacht und wind sozusagen, mit deutlich besserer grundeinstellung.

das system kostet eigentlich nicht die welt, 60€ alle zwei wochen, das lesegerät noch mal 60€. habs für einen monat bestellt, jetzt mischung aus vorfreude und bauchschmerzen. warum? weil ich im schnitt 5x täglich steche, seitdem es blutzuckermessgeräte gibt, seit mitte der siebziger also, und mir eine pause davon kaum vorstellen kann. weil meine einstellung grade unsteuerbar herumwackelt schwierig ist (nein, ist nicht meine schuld, trotzdem ist es unangenehm, darüber zu reden),  mir eine kontinuierliche aufzeichnung sehr viel weiterhelfen wird, schon ein paar wochen sind da ein großer schritt nach vorn. bauchschmerzen, weil ich nix über habe für solche annehmlichkeiten, einmal schon, vielleicht entdecke ich ja ein paar unsichtbare baustellen dabei, da kann ich mich mit der verantwortung ggü mir selber rausreden, aber für immer reicht es einfach nicht. hoffe sehr darauf, dass die kassen irgendwann ein einsehen haben.

*neuartiges blutzuckermesssystem, bei dem man einen kleinen sensor auf den oberarm klebt, der für 14 tage alle 5 minuten den blutzucker misst und die werte speichert. danach wird er mit einem neuen ersetzt. mit einem lesegerät lassen sich die werte über bluetooth auslesen, wann immer man sie wissen möchte. ein recht hoher prozentsatz der typ 1 – diabetiker möchte eins, womit die firma aus unklaren gründen nicht gerechnet hat. ich hatte meines im juni 2015 bestellt.

unhappy victories

in der nyt einen sehr gut geschriebenen langen artikel über eine klage gegen die firma dupont gelesen, die den stoff pfoa (eine art schmiermittel, ua für die herstellung von teflon-beschichtungen verwendet, ähnlich wie bpa, soweit ich das verstanden habe) ungefiltert in die umwelt entsorgt hat, obwohl der konzern genau über seine hohe giftigkeit bescheid wusste, und zwar aus eigenen studien. liest sich wie ein roman, und die sache ist nur aufgrund eines aus einer mischung aus überheblichkeit und mangelndem durchblick verursachten fehlers des unternehmens zur klage gekommen. unglaubliche und sehr, sehr finstere folgen der gier.

(habe eine teflonpfanne mal im ofen vergessen, als der an war, den gestank haben wir tagelang nicht wegbekommen, seitdem nur noch unbeschichtete pfannen, zum leidwesen der spiegeleifans im haus. man entkommt diesem zeug aber nichtmal als vollöko auf dem land.)

 

dhl

einer trägt den neuen geschirrspüler die beiden stockwerke hoch, der andere trägt den alten wieder runter, jeweils allein auf dem rücken, mit zwei händen an den oberen ecken gehalten. sie sind in den dreissigern, einer hat schon bier getrunken um 8 uhr früh, ihre bewegungen sind sparsam und genau choreographiert. dann sind sie wieder weg und fahren bis mittags weiter schwere sachen aus, ich hol mir einen zweiten kaffee und setz mich an den schreibtisch. konnte ihnen nix geben, weil die kinder heut früh geld brauchten. das geld zeigt respekt auf die einzig mögliche weise, oder die einzig sinnvolle.

neujahr

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diesen januar 12 jahre alleinerziehend. phantasiere manchmal darüber, auch vierstellige leserzahlen zu haben, wenn ich nur mehr über die schwierigen teile meines lebens schreiben würde, allein mit drei kindern und hund, den diabetes, den mangel überall, aber ich hab das blog ja grad als alternative zum alltag, als spielwiese. ob ich meine ganze grause lage mit anderen texten vielleicht ändern könnte? das glaube ich nicht. es wären dann auch andere leser wahrscheinlich, ich mag ja meine sehr.

bisschen neues design wäre ja mal ein anfang, not? mal schaun.

letzte woche mit frau ziebarth den kudamm entlanggefahren, um ihr die wunderschöne weihnachtsbeleuchtung zu zeigen, in jedem baum lauter kleine weiße lichtbälle, die ganze allee entlang. danach wollt sie noch in eins ihrer geschäfte mit kunsthandwerk aus asien, sie hat sich etwas gekauft für ihre sammlung, ich aus solidarietät einen ring aus silberbronze, nepalesisch. habe dann die nägel hellblau lackiert und den ring spazierengetragen.

 

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in der 9. sinfonie gewesen mit den kindern, ich hab sie überhaupt zum ersten mal live erlebt. herr herbst war auch dort, hab ich grad gesehen, und hat viel mehr gehört als ich. wir sassen über dem chor im zweiten rang, am besten konnte man den schlagzeuger sehen von dort, der immer wieder mit den händen die paukenfelle leicht angeschlagen hat, mit dem ohr fast auf dem fell, um ihre unversehrtheit zu überprüfen, glaube ich. die zwillis haben im dritten satz kurz geschwächelt, der große fand ihn am schönsten, ihre wahrnehmung geht schon auseinander, mit den beiden jahren abstand. wie das thema im vierten satz auf den basslinien zuerst auftaucht, ganz leicht und unpathetisch. fast befreiend, den berühmten chorsatz mal da zu hören, wo er hingehört, ich schließe sonst immer meine ohren und mag mich dem pathos nicht ergeben, hab dann beim konzert die mögliche hingabe mitgenommen.

 

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sylvesterparty mit alten freunden in der kollwitzstrasse, wunderbar, mit feinem essen und vielen gesprächen, in einer sehr großzügigen dachetage. meinem kind nicht gleich gratulieren können, er ist am 1.1. siebzehn geworden und war auf einer anderen party, wie seine brüder auch, jeder woanders, und wir sind noch bei O2, da kann man erst am ersten morgens wieder telefonieren. in der letzten nacht des jahres doch noch angeflirtet worden, zum ersten mal in diesem dummen jahr, wie sich dann alles nervenschnell verändert, das lachen größer wird, die selbstdistanz verschwindet, man wieder schlagfertig und schnell wird, ganz selbstvergessen.

es gibt da einen auf okc, bisschen hippie, dem hab ich in so einer auchegal-haltung schon in der zweiten nachricht von meinen kindern erzählt, und wie jung sie noch sind, und er hat geantwortet, weil er ein hippie ist, denke ich, lang und dünn ist er, nicht so beweglich mit der sprache. die eigene unvermittelbarkeit ignorieren. das nächste mal antwortet er nicht.

im berliner ensemble mit dem großen sohn faust eins und zwei geguckt, von bob wilson bebildert, wieder mit frau ziebarth, die ich wunderbar häufig sehe gerade. frau ziebarth geht nach dem stück immer noch in die kantine und setzt sich an ihren tisch, der mit dem „technik“- schild drauf. sie ißt ein mett- oder schmalzbrötchen und trinkt eine apfelschorle, wir reden über das stück, der große konnte bei faust 2 nicht folgen, weil er das noch nicht gelesen hat. macht, geld, sex versteht man in den szenen aber auch ohne textkenntnis. wir sind alle begeistert, am ende des abends kommt der große, großartige christopher nell sogar noch herunter in die kantine, gekleidet wie ein gentleman, mit kamelmantel und hut, umarmt und begrüßt frau ziebarth und schüttelt sehr freundlich auch dem jungen und mir die hände. aww! er ist ein phantastischer mephistopheles, es ist sein stück. und er kann jodeln. unbedingt den hamlet mit ihm sehen, aber er ist grad in wien für den handke, sagt er, nur für den faust kurz in berlin. im märz wieder, gehen sie hin.

wahnsinnig müd für einen jahresanfang. wenig hoffnung, dass sich da was ändert. kopf nicht klar genug für mehr zeilen über den mephisto oder den janowski, das finde ich nicht so gut.