rites du passage

es war ein gewusel. alle, alle sind gekommen, sogar aus rom und münchen und amsterdam, aus dem wendland und aus münster, alle frauen der familie und ein paar der wenigen männer, und ein großer haufen kinder. ich war bissken nervös vorher, mein letztes großes fest mit familie war immerhin meine hochzeit, aber es wurde mit meiner familie alles wunderbar unkompliziert, nee: mit beiden familien, die vom ex war auch dabei. die ersten gäste schon am freitag, auf dem tisch eine riesige pasta aus dem 20l-topf wie anno d, mit wein, bier und whisky … ich hab also am sonntag verschlafen und musste viel kaffee trinken, um die küche aufs gleis zu bringen und dem einen zwilling, der sein hemd nicht anziehn wollte, eins von meinen anzudrehen („merkt keiner“). ab 11 kamen die gäste, beim brunchen war sogar der allerletzte teller aus der kammerecke mit dem zeug aus WG-zeiten im einsatz, und dann begann die zeit auf diese magische weise zu vergehen, wenn alles ineinander verfliesst, die geschichten, der tag und die menschen, immer mehr geschichten, neue und alte neu erzählt, umarmungen, gelächter, die vielen kinder nach ein paar stunden unzertrennbar in 3 sprachen, der gottesdienst war schön und angemessen, mit vielen liedern, mit einem trompetensolo, damit auch die letzte tante noch nasse augen bekommt (mütter können das auch so), die gethsemanekiche voll bis zur letzten bank, die jungs alle so groß in ihren anzügen und die mädchen mit den ersten higheels an den füssen, so viel schönheit. die bilder vom tag sind alle hell und fröhlich, der große war glücklich, weil er so gefeiert wurde, es ging bis in den frühen morgen. auf dem nachhauseweg vom restaurant sind die 12-16jährigen zusammen vorgelaufen und wurden gleich von einem polizeiwagen angehalten, wie alt sie denn seien („so. hmmm. und was macht ihr dann mitten in der nacht allein auf der strasse?“ „wir sind nicht allein! es ist die ganze familie dabei, die kommen da hinten“ – die ganze familie fand die fürsorglichkeit der beamten vorbildlich) das einzige, wirklich das einzige dumme war das geschenk für den großen, das nicht so lief, wie es sollte, ein windows-rechner, es scheint klar, das niemand sowas freiwillig kauft, andrerseits stellt so ein ding wirklich eine gute aufgabe fürs erwachsenwerden dar. die letzten gäste sind erst gestern wieder gefahren, es war ein ordentlicher 5-tage-klopper, und wie durch ein wunder ist noch ein drittel nutella im glas und eine ganz schale selbstgemachtes erdbeereis im tiefkühler.

4 Gedanken zu „rites du passage“

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