oktoberdruck

der 40. geburtstag von helden, eine party voll mit gesprächen und geschichten, leute, die ich und die sich seit jahren nicht gesehen haben, dazwischen stories von druckmaschinen („die 2-farben miller, die hatte oben noch so schrauben für die farbdichte, weisste noch?“ „ich kam nur wegen der gto“). ich hatte dort jobs und liebesgeschichten und ich kann vor einer frau dort immer noch auf die knie fallen, so toll finde ich sie, aber sie will sowas nicht, inzwischen ist sie dort vorständin und ihre tochter ist patin vom gregorzwilling. lsd war da und hat gelesen, eine band hat gespielt, das essen war erstklassig, die maschinen waren aus und dunkel in der nacht, wir haben drumrumgetanzt.

ich weiss noch wie der mann meines lebens damals, der dort drucker war, die blätter zum prüfen aus der riesigen druckmaschine rausgeholt hat, im overall, und mit einer eleganten drehung auf einen tisch geworfen hat, die blätter flogen in seine hände, das war ein richtig guter drucker, hat jemand auf der party über ihn gesagt, fand ich auch. auf seiner guzzi durfte ich auf einem toskanaurlaub mal fahren, weiß ich noch, und er hat mir gezeigt, wie man gaszüge wechselt. der war leider nicht da, hätte ihn nach all den jahren gern mal wieder gesehen, einen der schönsten und aufregendsten männer meines lebens.

40 jahre selbstverwaltete druckerei in berlin, mit phantasie, ideen, kämpfen und krediten und verhandlungen, mit grossen und kleinen kunden, und mit öko-audit. ich erinnere mich an den geruch der maschinen und wie man die hände mit kaffeesatz sauberbekam, nicaraguakaffee von der taz wurde da getrunken, es gab eine kantine und eine zeitlang jeden tag mittag für alle, auch die vegetarier, und seit 40 jahren gibt es gleichen lohn für alle. kann man nicht mehr nachmachen. glückwunsch und ein langes, langes leben wünsche ich, und ein paar richtig fette kunden.

 

3 Gedanken zu „oktoberdruck“

  1. das war er, und ist es vermutlich immernoch. schweissen konnte er auch! ich verdanke ihm viel, unter anderem das joggen und meine motorradjahre. mit ihm war ich in der nacht des mauerfalls in neukölln, morgends um halb zwei – lauter schöne erinnerungen. die tränen und den rest längst vergessen.

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