KW 10

in der einen hand bananenschalen, eine leere wasabidose, klopapierrollen und drei eishölzchen, in der anderen zwei gläser und zwei einzelne socken und ein maßband, so steht man vorm fernseher, aufgehalten vom kind, dass einem die tolle stelle im soundtrack in den letzten minuten des abspanns vom grand hotel budapest noch vorspielen will und dabei eifrig whatsappt.

die optikerin, bei der ich die im internet intensiv beworbene gleitsichtbrille erstehen möchte, als ich beim unterschreiben des auftrags den kopf zurückschiebe, um unter der brille durchzugucken: das müssen sie dann bald nicht mehr machen. wir haben uns kurz alle wesentlichen lebensdaten mitgeteilt, als rauskam, dass ich grade eine hundeausbildung mache (wo arbeiten sie? ich: vorm computer und im feld) und sie schon eine hinter sich hat, trainerschein rallye obbedience, kommt raus, ruft sie in den hinterraum, und ihre beiden angeleinten hunde laufen in den laden. skonto bekommen. dann beim gatten bezahlt, der vom skonto nix wissen wollte.

wenn ich nach solchen situationen aufwache, ist immer der notarzt da. die scham kenne ich auch, sie entsteht nicht nur wegen möglichen fehlern, sondern stammt aus einer sehr tiefliegenden bewusstseinsschicht, du hast mich total hilflos gesehen, der allgemeine wahn der selbständigkeit in allem machts nicht einfacher.

7:31, die haustür fällt ins schloss, letztes kind raus. draussen ist es sehr hell, blauer himmel mit wolken, auf denen schon die sonne leuchtet, lesen ohne lampe. first time this year: winter überstanden, nur noch die trockenheit und kälte müssen besser werden.

 

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