„my approach is pretty whimsical“

noch eine weile weiter musik gehört und gesucht, um zu verstehen, was diese passagen so faszinierend macht für mein gehör. zuerst nach einem dokumentarfilm gesucht, der über julian lage gedreht wurde, als er acht jahre alt war, nur 3 minuten von den 24 online gefunden, schließlich auf der seite des regisseurs mark becker einen weg zum ganzen film gefunden, dann überlegt, wie der arme mann für 12$ die dvd einpacken und damit zur post laufen muss und bei der hunderunde versucht, ihm die notwendigkeit zu erklären.

nach dem kauf eine aufgenommene lehrstunde gefunden, in denen lage ein paar seiner zugänge zur improvisation erklärt, zb werden normale übungsläufe auf allen möglichen bünden gespielt, so erfährt der spieler, was alles möglich ist und lernt noch innerhalb der comfortzone ganz neue melodische zusammenhänge kennen. schön dabei sein satz, er habe es aufgegeben, die melodien vorher zu imaginieren, er spielt also, was das instrument ihm gibt. die kreative begabung liegt darin, aus diesen vielen möglichkeiten, die sich durch das setting ergeben, das wirklich einzigartige zu finden.

der unterschied zu geschriebenen musik ist vielleicht die gleichberechtigung zwischen allen alternativen, das aus dem vollen schöpfen, die wege dahin sind nur bis zu einer grenze erprobt und nachvollziehbar, ab dann beginnt die magie. wobei man ja auch bei bach mit aller analyse immer nur bis kurz vor die schönheit kommt.

lage versucht das nicht mal, er macht den weg frei, so gut es geht. es ist alles ganz einfach, sagt er in der stunde, übt das jeden tag 10 minuten, das wird zu einem zugang zu dem, was ihr nicht erwartet zu hören. er nennt es: kinesthetic curiosity, und wirklich wirkt er beim spielen so, als sei das instrument teil seines körpers. er beschreibt eine reihe von sprüngen vom hohen auf das tiefe e und beschreibt sie als spiralförmig, es sieht mehr nach einem symbol für unendlichkeit aus, oder einem möbiusband. ob das teil des kindlichen, spielerischen herangehens ist? finds erfreulich, weil man von der praxis zum ton kommt, nicht von der theorie, das ist viel machbarer und niedrigschwelliger. also nicht für mich, kann ich aber meinen jungs mal weitergeben, die fangen ja auch grad an zu improvisieren auf git und p.

 

 

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