ich habe bilder von angelina jolie immer gern angesehen, diese art von schönheit, die auch im dunkeln erkennbar ist, weil alles im gesicht so groß und ausdrucksstark ist. eine schöne frau, halbwegs engagiert, irgendwie in ordnung. grade über irgendeine doofe facebook-werbung ein interview gelesen, indem sie eine massive esstörung beschreibt („obsessed with weight loss“), ohne dass sie oder sonst jemand das so benennt, endend in werbung für eine von ihr vertriebene diätpille of all things, die den stoffwechsel in ketose versetzen soll, einen zustand, der in notlagen wie hunger und krankheit auftritt, und bei diabetikern zur ketoazidose führen kann, einer ernsthaften und lebensbedrohlichen stoffwechselentgleisung. sie verdient damit geld. unfassbar, ein paralleluniversum. bin doch ein bisschen enttäuscht, ich hielt sie für halbwegs intelligent, also nur soweit ich sie überhaupt für etwas gehalten habe. da hat ihr marketingexperte nicht aufgepasst. hoffentlich enthalten die pillen nur placebos und keine pharmakologisch wirksamen bestandteile, die wären unter umständen ordentlich gesundheitsschädlich. schon verschiebt sich die wahrnehmung von ’schön‘ zu ‚ausgemergelt‘, von außergewöhnlich zu einer von vielen, die von ihrem aussehen leben. vielleicht ist das für sie ja auch ganz erleichternd, endlich sein zu können, wer sie ist. schaudernd ab

2 Gedanken zu „“

  1. Wer es in Hollywood so weit nach oben schafft, hat immer einen sehr starken Fokus auf die Spitzenposition, und nicht nur da. Die Willensstärke ist ihr ins Gesicht geschrieben, dazu gehört auch, sich als Schönheitsikone zu erhalten oder sogar noch zu optimieren. Hast du wirklich gedacht, sie ist halt so ein Typ, der vom lieben Gott so filigran gedacht ist? So dünne Ärmchen und Beinchen sind nicht naturgegeben, außer man ist sehr krank. Hast du den Film „By the Sea“ gesehen, wo sie mit Brad ein Ehepaar in der Krise an der südfranzösischen Küste in Nouvelle Vague-Ästhetik spielt? Bilder wie eine Parfum-Reklame. Es gibt eine Duschszene, in der sie nackt (angeblich ohne Double) zu sehen ist, das Wasser läuft über den operativ optimal wiederhergestellten Oberkörper. Kann man auch als therapeutische Maßnahme sehen, und sogar für andere Frauen, die diese OP hatten. „Seht her, ich bin in meiner fraulichen Schönheit nicht beeinträchtigt, alles vorzeigbar..“ Wie (mutmaßlich beschissen schmerzhaft) sich das tatsächlich vom Körperempfinden anfühlt, wird auch von ihr unter den Teppich gekehrt. Da ist sie nix Besonderes.

    1. nein, ihre magerkeit ist mir schon aufgefallen, aber die ehrlichkeit und selbstverständlichkeit, die hungerei als obsession zu bezeichnen, als sei es das normalste der welt, das klingt so krank und hohl, das hat mich erschreckt. ein finsteres geschäftsmodell. nacktszenen hab ich noch keine gesehen, hätte aber eine oben-ohne-sezene auch als nicht nur eitel, sondern auch als therapeutische maßnahme gesehen. hatte halt die kleine idealisierende hoffnung, dass der äußerlichen eine innerliche schönheit entspricht, oder zumindest eine ebenfalls schöne intelligenz, aber bei ihr ist es nicht so, ich seh sie jetzt eher also so ein ins körperlose (körper als fleisch und materie) abstrahierte modell.

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