Der hohe Straßenrand, auf dem wir lagen,
War weiß von Staub. Wir sahen in der Enge
Unzählig: Menschenströme und Gedränge,
Und sahn die Weltstadt fern im Abend ragen.
(heym, berlin 1)
der ewige januar, ein monat mit 14 wochen, wie neulich jemand schrieb, in dem mir jede bewegung unangenehm ist, wo der alltag viel mehr kraft kostet, ein kurzer, kalter, dunkler tag nach dem anderen, die energiereserven nicht mehr auffindbar, jeder kilometer auf dem fahrrad wie eine weltreise, und kaum habe ich mich dann über die ersten paar stunden ins wachsein gekämpft, da wird es schon wieder dunkel. im januar läuft sogar die sehnsucht unter ferner liefen, der hunger reicht nicht für den hohen energieaufwand, und nur kakao bringt zuwenig proteine. ich bin pro winterschlaf.
auto abholen, das der übergenaue tüv-mann hat durchfallen lassen, zum ersten mal in meinem leben und in des autos existenz, wegen pipifax wie einem fehlenden stück plastik in der stoßstange und anderen kleinigkeiten, die bei keinem tüv davor irgendwen gestört haben. ein planungsfehler, ich sollte im januar absolut nichts zu erledigen haben, durchkommen ist schon genug aufwand, und 200 euro für die katz. ärgerlich. es mit fahrrad im kofferraum hingebracht, wie so eine studentin. ich hoffe, es hält noch eine weile, will es volltanken und reisefertig halten wg weltlage.
komme also da an, sagt der mitarbeiter, das auto sei gar nicht fertig, der chef habe für einen notfall wegfliegen müssen und vergessen, ihm den auftrag zu geben – und das falsche material sei geliefert worden, „wir sind ja alle nur menschen“. ich also den prenzlauer berg wieder raufgeradelt und an einer der zahllosen ewigen baustellen berlins durch den ultradoofen winkel des radweges von strasse auf bürgersteig mich noch mal hingelegt (5cm rand und kopfsteinpflaster). jetzt wieder bremse verbogen, knie und rippe und knöchel tun weh. sofort waren nette menschen zur stelle, haben mich wieder hingestellt und nach mir gesehen, das tat gut. ich bin nach ein paar vorsichtigen schritten dann weiter heimgeradelt, weil was sonst, aber meine laune ist jetzt eher unterirdisch, wir sind ja alle nur menschen. lektion erweitern: im januar einfach generell freistellen lassen und drinbleiben.
dann weiter grummelig, weil die zur ablenkung gesuchten katastrophenfilme jetzt alle extra kosten, statt wie früher inclusive zu sein, oder dauernd von werbung unterbrochen werden. (ich bin ja nur noch aus mir selber unangenehmer bequemlichkeit bei amazon, mir ist schon aufgefallen, dass dinge dort oft genau den postgebühr-betrag mehr kosten als anderswo, aber das streaming fand ich nett. jetzt wird alles aktuelle in kostenpflichtige zusatzkanäle ausgelagert, die klassiker kosten auch extra – die brauchen mich nicht mehr als kundin.) alles kündigen, ibus, nur noch lesen, zwar aus geiz und nicht aus guten absichten, aber es ist ja egal, warum, hauptsache, dass. argumente sind im rückblick nicht wichtig, nur fakten zählen, bleiben, schreiben geschichte, das ist ja leider überall so zur zeit. später klingelt spontan ein alter freund, aber ich mache nicht auf wg alter schule, die in schwachen momenten zwar alles dem internet anvertrauen kann, sich helfen lassen aber nicht vorsieht, ich dumme nuss. und montag kann ich bestimmt wieder laufen und zur arbeit.
aufgefallen, wie ultradreckig die bürgersteige im wedding sind, überall liegt etwas herum, ab mitte oder prenzlauer berg ist es wieder sauber, bestimmt touriprogramm.
meh-wochenende bis jetzt.
Boah, scheiße.
Jetzt ist aber ein sensationelles Restwochenende fällig!
sowas von. danke!