steinchen

life is merely

to ovum and sperm

and where those two meet

and how often and how well

and what dies there.

(Renee Nicole Good, aus: „On Learning to Dissect Fetal Pigs„)

was für eine zeit. der erwartete schneesturm ist vollkommen ausgeblieben, es gab nur ein bisschen wind, aber gut, dass wir drüber gesprochen haben.

in den usa ist in meiner wahrnehmung mit der ermordung von renee good (video: nyt) der nächste schritt passiert, der mord wurde mit offensichtlichen lügen gerechtfertigt, die täter haben immunität bekommen. es gibt immerhin demos und mutige politikerinnen und politiker, die dagegen öffentlich vorgehen, in minnesota haben demonstranten mit lärm den schlaf der ice-agenten gestört, die polizei ist dazu gekommen, hat aber dabei die sirenen angelassen (insta, hoffentlich echt). diese art protest hat eine gewisse eleganz, ist kleinteilig und vielseitig, ich hoffe so sehr, dass es nicht zu spät dafür ist. das sind kleine geschichten gegen das doomscrolling, in dem es ja immer mehr um das große ganze geht, sie halten es auf, trotzdem erhebliche fassungslosigkeit, auch, weil so wenig darüber gesprochen/geschrieben wird. andrerseits gibt es wenig, was wir tun können, und ich bin mir nicht mehr sicher, dass es hier nicht genauso möglich wäre. im fall der fälle ein steinchen im getriebe sein, mehr geht wohl nicht.

die sammlung für goods ehefrau und kinder ist hier zu finden. sie ist erfolgreich.

netflix gekündigt. noch ein paar tage ist es verfügbar, gegen fomo nochmal reingeschaut, platz eins in d hat eine mir unbekannte neue serie, „his & hers“, reingeschaut, beginnt mit langsamer kamerafahrt auf etwas, nach paar sekunden kann ich eine auf dem rücken liegende, verletzte, blutende frau erkennen. ausgestellt. es dauert minuten, das bild wieder zu verdrängen, dann erleichterung: mir entgeht absolut nichts ohne diesen gewaltverherrlichenden mistikack. als trekkie hab ich die dvds, falls mal wieder bedarf bestehen sollte, da bin ich alte schule.

sogar die selbst erlebte gewalt wird relativiert durch die kilotonnen brutaler szenen, die das streaming mir ins haus oder sogar ins bett bringt, die normalisierung von waffen, drohungen, angst, ohne warnung, ab 16 jahren. das kann nicht gesund sein. so froh, dass meine kinder außer den 30min kika vorm abendessen nichts gesehen haben, anders als die kids jetzt, die dauernd irgendwas spielen oder gucken.

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