weit, weit weg mit dem flieger. all die leute, die nie über geld reden oder nur jammern und dann viermal im jahr mit kindern verreisen. sardininen, griechenland, süditalien: das erlebnisbad und die indoor-spielplätze locken die jungs nicht mehr, ich muss mir was einfallen lassen, der große ist dieses jahr zum ersten mal neidisch, er zählt die reiseziele seiner klassenkameraden auf wie einen vorwurf. ich bleibe entspannt und erkläre, aber das kind will richtige ferien, ich gerate ein bisschen in eine schräge rolle dabei, mein stolz über die irgendwie- lebensmeisterung wird gekontert mit dem „aber die anderen verreisen alle„. ich denke pffff.

9 Gedanken zu „“

  1. ich weiß nicht, warum mir dazu einfällt: es gibt kein richtiges leben im falschen.
    irgendwann bestimmt die peer-group die werte und nicht mehr die eltern. nur ist die peer-group vorher von den werten ihrer eltern geprägt.
    ist dieses wohlhabende, pseudomodern-spießige umfeld auf die dauer überhaupt gut für ihre jungs?

  2. REPLY:
    Wir waren auch nie wohlhabend, und trotzdem sind wir in den Osterferien runter nach Spanien gefahren, 2 Tage Fahrt zu viert im VW Käfer. Andere Länder sehen zu wollen ist erstmal nicht spießig, im Gegenteil.

    Es muß allerdings weder Flug noch Pauschalurlaub noch Außereuropa sein.

  3. REPLY:
    es sind gute leute alles, berufstätige, freunde von mir, die arbeiten ganz normal für ihr geld. weder pseudomodern noch spießig – nicht alle prenzlberger sind so 🙂 – aber sie haben halt mehr mittel als ich, das fällt mir jetzt erst so richtig auf, weil die peergroup plötzlich wahrgenommen wird, genau wie sie sagen. bis jetzt hat das keine rolle gespielt, keins der kinder oder eltern ist markenfetischist oder hat exklusive hobbies oder so.

    wie soll das richtige umfeld denn aussehen?

    slowtiger, wir auch! hellblauer käfer, bild such ich noch. zu ostern werde ich das auch machen, schließlich sind wir ja auch zu viert.

  4. REPLY:
    Sollich dir packen helfen? Wir hatten immer die Rückbank runtergeklappt und mit Koffern und Taschen so ausgefüllt, daß hinten eine große Liegefläche war. Auf dem Dachgepäckträger dann das Boot, und vorn am Griff über dem Handschuhfach hing das Blaupunkt-Kofferradio. Ich hab immer noch den Geruch der schwarzen Drehknöpfe in der Nase, und das Geräusch von hartgekochten Eiern an der Seitenscheibe im Ohr.

  5. REPLY:
    da bin ich meinen vorurteilen aufgesessen. ich bitte um entschuldigung.
    vielleicht ist das auch der lauf der dinge. kinder wollen etwas anderes, als die eltern ihnen bieten/vorleben.
    die feststellung „nie konnten wir wegfahren“ könnte später auch eine triebkraft fürs eigene leben werden. auch wenn es jetzt grade alles hart klingt und vor allem den nötigen respekt vor den leistungen der mutter vermissen läßt.

  6. REPLY:
    ich weiß ja, wovon sie reden und wettere selber oft genug über die anderen, die aus der provinz in die großstadt ziehen und dann hier ihre provinz sofort nachbauen. in den ersten jahren seit 1999 war es cool, im prenzlberg zu wohnen, jetzt ist das gekippt.

    aber bin ich froh, dass ich jetzt nicht in neukölln anfangen muss mit den ganzen 20jährigen und szenekneipen…

    es fühlt sich wie so eine ankunft in der realität an hier, das wird auch so weiter gehen, denke ich, mit sprachreisen, auslandsjahren und studienplätzen. ich hoffe, das wird eine triebkraft. im hotel mama ist es schon wieder vergessen, wir spielen maumau und gehen ins museum und backen zucchinibrot :), ich bin da auch bisschen sensibel grad bei dem thema.

  7. REPLY:
    blaupunkt, genau! beiuns füllte sich der raum hinter den sitzen immer mitirgendwas, was da nicht reingehörte. harte eier und käsewürfelchen, die gleich rausflogen, konnte man die nicht aufklappen, die seitenscheiben?

  8. REPLY:
    Wir sind zwar immer zu fünft im R4 in den Urlaub gefahren, aber soweit ich mich erinnere, ließen sich beim Käfer auf jeden Fall vorne die dreieckigen Seitenscheiben aufklappen.

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