Zwischendrin der Stress mit der Alleinerziehen-Logistik.

Der Hockeyverein vom Davidzwilling hat zwei wöchentliche Trainingstermine, beide ein paar S-Bahn-Stationen weiter weg, beide gehen bis 19:30 abends. Der Heimweg dauert 30 Minuten, dann ist es 20:00 und ich habe noch nicht mal gekocht – also vorkochen zwischen dem Hinbringen, da bin ich um kurz nach 18 Uhr wieder da, und ihn abholen, da müßte ich um 19 Uhr los – doch, das geht schon, aber die anderen beiden sind dann sich selbst überlassen.

(Das zwickt noch manchmal: Es gibt fast nur Väter bei der Abholung. Mütter bringen, Väter holen, Mütter arbeiten weniger, Väter länger, Mütter kochen und packen die Beutel, Väter fachsimpeln mit den Trainern. Ich dagegen, muss kochen UND abholen. UND ich arbeite weniger. Die Summe an unds ist mein Leben. Nenn mich Undine. Und nicht mal flirten kann man mit den Abhol-Vätern, die sind alle vergeben.)

Und es ist nur Logistikscheisse, kein entspannter Alltag mehr, Gregor hat auch zweimal bis 19 Uhr Turnen, fährt aber schon allein bzw mit anderen Eltern mit, was beim Hockey nicht klappt – die darüber schwebende Frage ist die nach dem Anspruch an mich selber und an die Kinder. Ich möchte ihnen das klassische Mindestangebot bieten, Instrument und Sport, bei drei Kindern mit verschiedenen Gemütern und Vorlieben bedeutet das schon einen Aufwand. Die Tage sind zerstückelt, jeder Tag ist anders, wegen den Außenterminen wird der häusliche Alltag vernachlässigt, also die Hausaufgabenbetreuung läuft manchmal nur über Handy, kaum Zeit für spielen und rumblödeln und Eisessen, die Übezeiten für die Instrumente und Vokabeln werden vergessen oder gekürzt, noch kurz vorm -oder nach dem Abendessen, die gemeinsamen Zeiten sind oft mit Blick auf die Uhr und ein bisschen hektisch.

Aber die Jungs machen Sport, können Noten, kennen Musik und sind körperlich ausgelastet und und … die Vorteile sind auch nicht zu verachten. Ist der entspannte innerfamiliäre Nachmittag wichtiger als die Erlebnisse beim Sporteln und die Erfahrungen beim Klavierunterricht? Es tut den Kindern sicher gut, wenn das nur-Mutter-Programm (auch mal gestresste, genervte und natürlich un-ge-rechte Mutter) durchmischt wird mit anderen erwachsenen Trainern.

Beim durchlesen: zumindest das Kochen kann gelegentlich wegfallen. Man könnte auch mal aufs klassische deutsche Abendbrot mit Stullen und Gürkchen ausweichen! Oder auf den Falafel-Imbiss gegenüber, auf Tiefkühlpizzen oder die Bioburger an der Ecke – kostet jeweils zwischen 12 und 20 Euro und wäre so grade noch drin 2mal die Woche.

Hmm.

6 Gedanken zu „“

  1. Nach meiner Trennung sagte der Kinderarzt zu mir: „Es ist fast egal, WIE Sie es machen. Hauptsache, Sie haben kein schlechtes Gewissen dabei.“
    Natürlich weiß er auch, wem er sagen kann, es sei „egal“, was die alleinerziehende und arbeitende Mutter im Detail anstellt mit dem Tagesablauf, aber ich nehme an, Ihnen würde er das genauso sagen.
    Und gegen Brot am Abend ist sowieso überhaupt nichts einzuwenden.

  2. REPLY:
    da hat ihr kinderarzt ein weises wort gesprochen. verumtlich fördert man seine kinder am besten, wenn man ihnen eine fröhliche und glückliche kindheit ermöglicht, was wiederum am leichtesten geht, wenn man selber so lebt – in alltag übersetzt hieße das wohl, die balance zu halten, klappt häufig immerhin. ich finde mein leben ziemlich schön, freue mich jeden tag auf die jungs, einen faden schlechtes gewissen hat man aber wohl häufig dabei, weil die to-do-listen nicht kürzer werden. aber das meinte dein arzt nicht 🙂
    kid, sie sind ein unerschöpflicher quell. habe den satz vorgetragen, und auf die frage „warum?“ geantwortet: „das sagt der kid, das stimmt.“ „der kid?“ „der kid.“

  3. REPLY:
    wie sich durch einen freundlichen anruf des trainers herausstellte, ist alles halbsowild, der dem einen kind gestrichene sport findet in der nähe und nicht weit weg statt, das andere fährt neuerdings allein mit dem rad, der große will plötzlich eigendynamisch klavier lernen – die kugel rollt wieder flüssig, und ich erinnere mich an die vorzüglichen dinge, die man mit broten machen kann.

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