traurig, glücklich, betrunken. freunde gesehen, und wiedergesehen, umarmt worden, selber umarmt, geweint und gelacht. auch deswegen hingeflogen, weil ich am sonntag hier vorm blog sass und mir kommentare gewünscht hatte, irgendwelche, darum geht es bei trauer, dazu sind beerdigungen da: gemeinsam verabschieden, „commiato“, und trauern, mit freunden, die ihre geschichten mit g. erzählen, gemeinsam essen und trinken, all that stuff. und es war falsch, den kram ins netz zu stellen, das netz sind die paar hundert leser seit vorgestern, die nichts sagen und nur als zahl existieren, aus gründen, die mich nichtmal was angehen. gemerkt, dass sich grad was verändert in meinem umgang mit dem netz.

17 Gedanken zu „“

  1. … die Gedanken ins Netz zu stellen. Schon allein das Schreiben über die Gefühle, das Mitteilen der Trauer ist gut für die Seele, auch wenn man nur erahnen kann, daß es Menschen gibt, die es lesen.
    Derartige Beiträge zu kommentieren erfordert Mut – zumindest bei mir – um nur ja nichts falsch zu machen, um nicht oberflächlich oder (noch schlimmer) zu tiefgründig zu wirken, sind es doch Menschen, die mir unbekannt sind, ihr Schicksal mich aber berührt.

    Sie schreiben wunderbar, ich habe viele Beiträge gelesen.

  2. Ich habe die letzten Beiträge erst jetzt gelesen und wäre wohl auch weitergezogen, ohne ein Wort zu „sagen“. Es liegt an der Sprachlosigkeit, es liegt daran, dass ich mit meinen eigenen Ängsten in Kontakt komme, an die eigene Vergänglichkeit erinnert werde und an Verluste und Lücken; es ist, weil an all dem weggesteckten Schmerz und an meiner Hilflosigkeit gerührt wird. Was ich damit sagen möchte: ich fühle mich betroffen, ziehe nicht unberührt weiter. Mittraurige Grüße von Shaima

  3. Falsch, wenn man das überhaupt so nennen möchte, ist eine solche Geschichte hier aufzuschreiben und dann Kommentare vorauszusetzen und sie nun hier einzufordern. So funktioniert Kommunikation doch nie. Alles kann, nichts muss. Für beide Seiten.

    Überdies: Trauern ist unglaublich intim. Ich sage das als jemand, die vor wenigen Wochen einen Freund an Leukämie verloren hat und in einem Massen-Mail-Verteiler erst über seinen Zustand aktuell informiert wurde, als er selbst diesen von ihm einst geschaffenen Verteiler nicht mehr bedienen konnte, und nun noch immer die Trauermails teils mir Fremder erhalte. Für mich wäre das nichts, aber ich muss ja auch nicht (s.o).

    Das Netz ist nicht intim. Und Austausch am Liebsten nie mit Zwang oder Druck verbunden. Kein Kommentar bedeutet ja nicht keine Anteilnahme. Sondern eher Scham oder auch Respekt vor der Privatsphäre. Dass Sie für sich entschieden haben, die hier in dieser Situation nicht in Anspruch nehmen zu wollen, bedeutet nicht, dass sie für andere nicht vorhanden wäre.

    Dennoch: mein Beileid. Entsetzlich, sowas.

  4. Man will nicht unqualifiziert seinen Senf dazugeben oder noch schlimmer: Dinge schreiben/sagen, die als Betroffenheitsfloskel aufgefasst werden könnten.
    Insofern: Schweigen = Respekt + Höflichkeit

    [Cave: Manchmal ist ‚das Netz‘ die letzte Linie der Kommunikation, wenn alle anderen Linien gerissen sind. Dann mag ein Schweigen auch andere Farben haben …]

  5. Liebe Frau Mama, ich sehe es genau wie meine Vorschreiber – es ist Respekt und Höflichkeit. Dennoch verstehe ich Ihre Reaktion, tut doch ein liebes Wort immer gut. Danke fürs Aufrütteln, hier schreibt eine Person ehrlich über ihre Gefühle und Gedanken. Deswegen auch von mir mein herzliches Beileid. Sie sind nicht alleine (:

  6. REPLY:
    die eigenen ängste, das stimmt, das geht mir auch so. Das ist ja das gute an den ritualen beim tod, die beerdigung, die beileidsbekundungen für die familie, das hilft glaube ich allen, nahen und fernen trauernden.

  7. REPLY:
    kann ich verstehen, es bleibt ja auch im netz stehen.

    obwohl ich der floskel etwas zugute halten möchte, sie respektiert gleichzeitig die privatsphähre beider parteien und zeigt doch höflichkeit und anteilnahme. wie die geburtstagsglückwünsche bei facebook.

  8. REPLY:
    das stimmt immer, alles kann, nichts muss. ich war mit den sphären durcheinander gekommen, der privaten im freundeskreis und der netz-. passiert mir sonst nicht. das hier war wirklich zu privat, weil mir sonst fehlende comments gar nicht aufgefallen wären. bei freunden darf man irgend eine reaktion erwarten, im netz natürlich nicht.

    (ist aber schon ein sehr reserviertes land, wo man aus respekt vor der privatsphäre nichtmal kondolieren darf, oder nicht? ich sollte nach italien auswandern.)

    es tut mir leid um deinen freund, mein beileid.

    ich habe auch keine kommentare gefordert, da hast du mich missverstanden. wie geschrieben, es ist wirklich privatsache eines jeden, ob er mag oder nicht. ich habe einfach gemerkt, dass ich allein war mit der trauer und bin deswegen zur beerdigung, und es war gut, dass ich da war. von daher –

    dank.

  9. Jeder hat doch seine eigene Art mit Trauer umzugehen! Ich z.B. kann in so einer Phase nicht allein sein und mir tut jeder Zuspruch gut! Kann dich echt gut verstehen! Nur manche Menschen können halt nicht mit trauernden Menschen umgehen, sie meinen es aber nicht böse! Ich wünsche dir ganz viel Kraft! Mein herzlichstes Beileid!

  10. »Nach all den Jahren im Netz weiß ich immer noch nicht, ob die, denen man anliest, dass es nicht gut geht, spüren, dass man an sie denkt, auch ohne Worte.«

    Hatte ich geschrieben, nachdem ich dich gelesen hatte, weil ich ja immer alles aufschreiben muss, aber anderswo hin, und gehofft, du siehst es dort. Weil man ja manchmal, im Netz jedenfalls, auch nicht alles und jeden Satz, jedes Gefühl, zerschreddern will mit Kommentaren.

    Ich war so müde an dem Tag, um diese Tage, und einfach zu feige, dich anzurufen. Ich hatte keine Worte für dich. Gar keine.

    Aber ich weiß selber ja auch: Natürlich erwartet man etwas, irgendetwas, auch und immer und besonders vom Netz. Das ist ja ein Geben und Nehmen hier, immer.

    Als sie in meinem Leben starben, habe ich alle verflucht, die nichts zu sagen hatten, ihre augenscheinliche Unbequemlichkeit, ihre nachlassenden Besuche.

    Als ich krank wurde, habe ich nicht verstanden, dass nach all den Jahren niemand außer dreien sich bei meldete. Eine davon warst du.

    Ich verstehe es jetzt manchmal besser.

    Das Schweigen.

    Und deshalb schreibe ich es hierhin, wo es vielleicht von Anfang an hingehört hätte.

  11. REPLY:
    ich habe es gelesen und verstanden, und natürlich ist bei dir alles alles überhaupt in ordnung. es ist halt schöner, einen kommentar zu bekommen, selbst nur als geste, und die ichrücknahme in der floskel transportiert eine allgemeingültigkeit, die ich als hilfreich empfinde, auch als höflich.

    geben und nehmen, das ist der richtige satz. und erwartung, kein fordern.

    (in den letzten drei tagen bei jedem antwortversuch unterbrochen worden, von türklingeln und telefon, der alltag hat mich wieder.)

  12. Es ist schwer, im Netz zu kommentieren, wenn man in Fleisch und Blut umarmen und drücken und eine Tasse Tee kochen würde. Ich hoffe, es geht wieder besser.

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