blog hop!

isa hat mir ein autorenstöckchen geschickt, was mich sehr freut, weil ich schon so einen uralten, wenig differenzierten, dünngeträumten buchwunsch herumtrage, wie bestimmt viele blogger. wenn ich genauer in den spiegel schaue, hätte ich am liebsten schon eines fertig, in der schublade oder auf einer alten festplatte auf dem dachboden oder notfalls irgendwo im herzen vergraben, eines, das dann aus dem off kurz eingeblendet wird wie bei den royal tenenbaums.

„das hätte ich ja auch gekonnt“ sagt der zuschauer, „aber ich habs gemacht“, sagt der künstler.

bloggen ist leicht, das geht so aus dem handgelenk heraus, aber ein konzept entwerfen, womöglich sogar einen menschen, das traue ich mir nicht zu, dieses durchhaltevermögen, ist das teil der autorenpersona,  kann man das auch irgendwie durch magie erhalten? nee, nur durch fleiss. ich mach das vielleicht, wenn ich 60 bin, es keine verlage mehr gibt und man alles kaufen kann. ich kann dinge beschreiben, die mir passieren, ich würde mir gern ein abenteuer leihen in einer art plot-hypnosedienst, dann müsste ich es nur noch aufschreiben.

woher kam die idee für das buch?

ich hätte gern eins geschrieben, das wäre eine herausforderung, daraus ein buch zu machen, vielleicht: buch über jemanden, der unbedingt ein normales leben führen will, wo alle anderen immer ein besonderes leben haben wollen? buch über die liebe in zwischenräumen, buch über jemanden, der das lager des naturkundemuseums nicht verlassen will, buch über eine 47jährige alleinerziehende diabetikerin, mit 3 kindern und einem hund, die einen mann findet, buch über einen gingko, den ich mal gesehen habe, buch über eine barbour-kinderjacke, die eine reise antritt, buch über eine katastrophe, die keiner bemerkt, oder über einen hund, den keiner bemerkt, buch über das betrachten von steinen –

es ist unter umständen nicht so leicht, eine idee zu haben.

in welches genre fällt das buch?

etwas zwischen loseblattsammlung und stream, nee, das war ja das bloggen. auf jeden fall: etwas brüchiges.

wie lautet die einsatzzusammenfassung ihres buches?

etwas fängt an, etwas anderes geht zuende, dazwischen ist landschaft.

welche schauspieler sollten ihre charaktere in einer filmumsetzung spielen?

laura linney finde ich toll, bill nighy mag ich auch sehr, meine lieblingsschauspielerin aber ist frances mcdormand. mit ihr zusammenzuarbeiten wäre den aufwand „buchschreiben“ durchaus wert, vor allem weil dann eventuell ein essen mit ihr und ihrem mann und dessen bruder rauspringen könnte, hach.

werden sie ihr buch selbst verlegen oder wird es vertreten durch einen agenten?

wenn ich denn etwas fertiges vorzuweisen hätte, dann würde ich es glaube ich erst einem agenten schicken, nach der ablehnung noch zu 5 oder 10 verlagen und es danach, wo schon mal geschrieben ist, als ebook oder so veröffentlichen.

wie lange haben Sie gebraucht, um den ersten entwurf Ihres manuskripts zu schreiben?

also es kam erst eine krankheitsphase dazwischen, die kinder haben fast alle asthma! dann hab ich einen job bekommen überraschend, dann kam meine mutter ins krankenhaus, dann musste ich in italien babysitten, danach hatte ich eine geheimnisvolle allergie, die zum glück gerade wieder verschwindet, aber ich schaffe es mit großer sicherheit bis zu dem notfalltermin, den sie eingang erwähnten, ich kann ihnen gerne ein attest besorgen, wenn ihnen das irgendwie weiterhilft?

welche anderen bücher würden Sie mit Ihrem genre vergleichen?

immerhin wird es weder dem telefonbuch noch einem thriller ähneln. vielleicht ein reisebericht?

was sonst über ihr buch könnte das interesse des lesers wecken?

ich hoffe, es wird sex drin vorkommen. und ein lesebändchen auch.

möchten Sie andere autoren für das interview nominieren?

klar, es gibt drei, von denen ich gar nicht weiss, woran und ob überhaupt sie arbeiten. bov (wegen blogmich 13 gibts jetzt auch stöcke) natürlich, goncourt – und: praschl, noch immer.

 

6 Gedanken zu „blog hop!“

  1. Bill Nighty klingt süß, er heißt jedoch mit Nachnamen Nighy. Und ich sehe ihn auch sehr gern. Kennen Sie das Original von State of Play? War eine BBC-Miniserie mit Bill Nighy als Chefredakteur und James McAvoy als freischaffender Reporter, der ebenfalls in dem Fall recherchiert (und der Sohn des Chefredakteurs ist, wie sich später herausstellt).

    1. oh danke, ich rede seit jahren immer von b. nigh-t-y! wie spricht man denn den namen aus? danke für den tip, das original kenne ich nicht, nichtmal die abkömmlinge vom original leider. vielleicht finde ich die auf dem bbc-player, der überhaupt eine schatztruhe ist.

  2. ˈnaɪ. Der gute Mann ist aber Kummer gewohnt, wenn es um die Aussprache und Schreibweise seines Nachnamens geht.

    Die Miniserie gibt es auf DVD, ich habe sie seinerzeit auf Tauschticket ertauscht. Der Hollywoodfilm ist mit Russel Crowe, der zu seinem Verdruss für die Recherchen eine junge Bloggerin (Rachel McAdams) zur Seite gestellt bekommt. Diese Figur gibt es im britischen Original nicht, dafür fiel im Remake die Figur weg, die James McAvoy in der Miniserie spielt. Das Remake hat auch seine Stärken – aber halt keinen Bill Nighy und James McAvoy. 🙂

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