KW 8

müde wie am ersten tag. februar, zeit für lyrik, christoph meckel ist mein dichter für den winter:

Nachtzüge schwarz und verschlossen,
die Vorhänge dicht.
Liebende auf den Strecken, der Nachtschaffner kennt sie
in die Gänge tretend am Morgen, Gesichter
den Tag verneinend, Wind, Küste, Gebirge und Flußland
sprachlos in ihrer Geschichte,
die Erde meidend als sei sie
ein verrufener Park am Eingang des Paradieses.

aus souterrain, s. 109.
gelegentlich dieses kindliche beleidigtsein darüber, dass die welt nichts zu verschenken hat.

8 Gedanken zu „KW 8“

  1. Sehr schön. Und auch zu meiner Stimmung passend. Wobei, schöner noch als das Gedicht ist Ihr Satz: gelegentlich dieses kindliche beleidigtsein darüber, dass die welt nichts zu verschenken hat. Bei mir noch: Warum immer nur die anderen alles kriegen. Bäh.

  2. Ja, das ist eine alte Frage, warum die Welt ihre Pforten so oft knarrend und laut zuschlagen lässt und selbst die bemoosten Stauen die Lippen spöttisch verziehen, über unser Mühen, vielleicht helfen da doch nur die Dichter, aber bestimmt dieses schöne Gedicht.

  3. ach ja: ja, die Welt hat nichts zu verschenken bzw. man zahlt oft den höchsten Preis für etwas, das aussah, wie ein Geschenk.
    Eine der schmerzlichsten Lehren auf dem Weg zum Erwachsensein.
    Aber: manchmal muss man(n)/frau sich eben selbst beschenken, etwas nehmen, denke ich.
    You are not alone

    1. in den letzten jahren immer zuviel gezahlt, für ein paar nächte oder worte oder was immer es grade gab. jetzt will ich das nicht mehr und versuche mich an kontrolle und pragmatismus, befürchte aber, das ergebnis wird nicht anders sein. („licht“ kenn ich noch nicht und freu‘ mich drauf.)

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