letzte woche mal wieder grand budapest hotel geschaut, es ist so sehr graphic novel, es beruhigt, weil jedes detail stimmt, alles wiedererkennbar ist, und die fülle an details keinen freiraum lässt, es ist alles ausbuchstabiert. vielleicht mag ich die filme auch deswegen so, weil es so wenig raum für interpretation gibt, alles folgt der form, ohne sie in frage zu stellen, und zeigt dabei immer etwas besonderes, so ein hyperrealismus, den es nur in der fiktion geben kann. zero über gustave: „To be frank, I think his world had vanished long before he ever entered it.“
in meiner wohnung ist mir die vielfalt an dingen grade mal wieder zuviel, hätte gern einen leeren raum, den ich ansehen kann.
neulich auf einer party ein lied gehört, von ein paar gästen mehrstimmig gesungen, thoinot arbeau hat es geschrieben oder aufgelesen und als teil seiner Orchesographie veröffentlicht, mit einer reihe von tänzen und liedern der renaissance, es ist seit 1588 nicht verloren gegangen, nur die apple software findet es nicht, wenn ich es in einer playlist deponiere. come on. heut beim scrollen ein mehrstimmig gesungenes lied gefunden, keltischer folksong ins portugiesische übersetzt, versuche, die unterschiedlichen stimmen mitzusummen, vielleicht doch mal wieder zeit fürs chorsingen finden? mag an diesen alten sätzen, dass es nicht stimme und begleitung ist, sondern alles gleichberechtigt nebeneinander hörbar ist
star trek ist 60 geworden, das ist verwunderlich, fühle mich deutlich älter, vielleicht weil so viel passiert ist in den letzten jahrzehnten, und die trekkie-utopie immer noch so weit entfernt scheint. weiß nicht, warum ich das immer noch mag, das militär ist mir ein graus*, ich bin ja selber eher mit klaren machtverhältnissen großgezogen worden, sagen wirs mal so, kann das nicht wegdenken aus meiner person, beim franchise wird ein verantwortungsvoller umgang mit diesen strukturen gezeigt, die suspension of disbelief fällt mir leichter, weil ich das system erkenne? so ist das leben, so war es, es gab nichts anderes. vielleicht ein weg, damit frieden zu schliessen. mag aber auch forschung, neugier, weltall und die schnieken raumschiffe. der gedanke, dass meiner vorliebe für star trek irgendeine offene stelle zugrundeliegt, die nicht offen sein sollte.
* bin letzte woche im bundeswehrkrankenhaus gelandet nach einem sturz, eindruck professionell und sehr schnell, mitarbeitende freundlich, verbindlich und zugewandt, alle in weißen sanitätsuniformen. es gibt wohl auch genug personal. das militär in dieser repräsentationsform ist für mich vertrauenserweckend, weil es da um mich geht? weil es ums heilen geht. das haus muss nicht gewinnorientiert arbeiten wie all die anderen städtischen krankenhäuser, ist vom bund finanziert, der unterschied ist erstaunlich gr0ß. hab mir was kleines gebrochen, es wird dauern, bin wieder zuhause und habe jetzt sehr viel zeit.
ups, jetzt ist schon kw 40 durch, sry.