sonntag abends zu einem kleinen konzert in die winzige kirche im dorf gegangen, sie ist aus dem 12. jh, die kirche voll bis auf den letzten platz, hinter der letzten bank stehen noch 3 reihen, ein quintett mit bach und vivaldi, sehr erfrischende musik. danach gibt es aperitiv im garten hinter der kirche, einen prosecco und pizza. ein mann erzählt mir, wie er als kind hier durch eine klappe die gebeine sehen konnte, es sei nämlich ein friedhof drunter. ich sehe keine klappe, aber wer weiß, wer weiß.
um 4 uhr früh hatte sich der dunst der letzten tage verzogen, den sternenhimmel bewundert, heute standen 5 planeten in einer linie am himmel, ein seltenes vergnügen. eine sternschnuppe gesehen, das falsche gewünscht, auf die nächste warten wollen, in diesen augustnächten sind die meisten überhaupt zu sehen, dann lieber versucht, eine zu fotografieren, überlegt, das handy einfach über einen zeitraum von vielleicht 20 minuten kontinuierlich fotos machen zu lassen, dabei eingenickt, durch frösteln wachgeworden, sehr angenehm.
mein lieblingsbuchladen hier ist seit februar zu, die fenster sind leer. im netz schreibt die buchhändlerin, sie sei wegen der desertificazione gegangen, der ökonomischen verödung der innenstadt, weniger kleine läden, weniger passanten, die hitze erledigt im hochsommer den rest.
mittwoch am spätnachmittag auf einen kleinen berg am see mitgenommen worden, den cuvignone, dort gepicknickt, einem paraglider beim starten zugesehen („könnt ihr einen meter zurück, und vielleicht das segel halten?“), dann gebannt die ersten 5 minuten sofi verfolgt, bis die wolke vor die sonne gezogen ist. wir haben weiter gegessen und geplaudert, uns danach alle ca 20 leute nebeneinander auf decken gelegt und den sternschnuppen zugesehen, bis jeder eine hatte. oben waren es angenehme 25° grad, die paar meter machen einen unterschied.
am nächsten morgen eine unangenehme erfahrung mit einem katheder gemacht, er war umgeknickt und ich habe über nacht kein insulin bekommen, den blutzucker den tag über nicht mehr runtergekriegt, am spätnachmittag ins krankenhaus gefahren, statt zu packen, dort bis 2 uhr morgens herumgesessen, lunge geröntgt bekomen, blut untersucht, dann über vene eine riesendosis antibiotika bekommen, weil die erste ärztin meinte, ich hätte eventell eine infektion, die zweite, um 2 uhr morgens meinte dann aber, nein, das sei quatsch, und der wert sei ja wieder unten. naja, okay. mit den leuten im postbehandlungs-wartesaal geplaudert, ein sehr elegant gekleideter sehr alter herr mit schlohweissem haar sass wie ausgeknipst herum, sommerhemd ganz aufgeknöpft, ich sehe, er bekommt auch antibiotika. als seine frau mich fragte, wo ich denn herkäme, seufzte er laut „oh brandenburg!“, mehr sagt er aber nicht.
halb drei zuhause, nicht gepackt, darum noch einen tag erholt und erst samstag gefahren, und zwar bis weißenburg, das ist eine stadt, die chatgpt mir als genau in der mitte herausgefunden hat, die müncher tante ist an diesem wochenende beschäftigt. dort ein hotelchen, dann noch 2 stunden durch die stadt spaziert, alles sehr idyllisch, super renoviert, auf dem rückweg ins hotel spricht mich ein mann an, er sei der besitzer des hotels und habe mich einchecken sehen, und ich würde ja viel fotografieren, aber ich soll mal sein hotel fotografieren, das sei nämlich von 14soundso, er habe es von seinen eltern übernommen und nach ihm würde es sein sohn machen, und dann erzählt er länger vom schwemmboden im speisesaal, da hätten die amis 500 pro quadratmeter geboten, aber sei ja alles denkmalschutz, er hätte es jetzt platten drauf verlegt, damit sich der boden nicht abnutzt, und er würde unten den aufgang auch noch renovieren, der geht ja gar nicht, das sei zwar alles sauber, aber nicht zeitgemäss. ich mochte die holztür mit der aufschrift „zu den fremdenzimmern“ eigentlich, die schmale treppe dahinter unter teppich, überall mit kram dekoriert, mein zimmer winzig, aber alles drin. abends und heute am morgen macht seine frau alles, er sitzt in einer ecke und behält den überblick. laufe später noch aus neugier rüber zur kirchweih, die ist berühmt, da kommen sogar die amis, sagt der wirt, und dann ist es eben ein lauter, bunter jahrmarkt mit riesiger trinkhalle und sehr vielen menschen. ich bin mutig und fahre riesenrad, sitze allein in so einem kreisel, der sich dreht, sehe, wie die streben am rad mit dicken nägeln eher improvisiert verankert sind und finde nur schwer ins sich fügen, weil aussteigen geht ja oben nicht mehr. nach vier runden endlich vorbei. sehr, sehr viele leute da tragen dirndl oder lederhosen, selbst die ganz kleinen.
heut zurück nach berlin, endlich kühler, muss leider morgen gleich wieder arbeiten. poste erst jetzt, weil ich die letzten tage am see kein netz hatte.