28. oktober 2026

endlich zeit zum lesen, in wachem zustand, ich kann mich einlesen, was anderes machen, zurückkommen. grade viel carson, dann über insta eine autorin, die von carson geschätzt wird, mit kurzgeschichten, sehr toll: mavis gallant, von der ich auch nie was gehört hatte, das geht euch bestimmt anders. großes vergnügen.

außerdem möchte ich einen ziegelstein von früher neu versuchen, bei der suche erst den falschen namen erinnert und gegoogelt, erfahren, dass meines ein häufiges missverständnis sei. das falsche gefundene werk kenne ich aber auch nicht, beim richtigen gleich wieder keine lust gehabt: „Huge, difficult, bad-tempered, confusing. […]“ – das erinnere ich noch dunkel, aber immerhin habe ich aus gründen, die ich nicht mehr erinnere, eine signierte erstausgabe von the tunnel im regal stehen, will es zumindest bis s. 200 oder so versuchen. es gab mal den versuch eines buchladens, der ausschließlich die lieblingsbücher der jeweiligen verleger in den regalen hatte, leider längst wieder geschlossen, da stand das glaube ich drin, in deutscher übersetzung beim rowohlt verlag erschienen. neugierig macht vor allem der gegensatz zwischen meisterwerk und total unbekannt.

erste sätze: „It was my intention, as I began, to write an introduction to my work on the germans. Though its thick folders lie beside me now, I know I cannot. Endings, instead, possess me … all ways out.“ das ist ein anfang, nachdem ich weiterlesen möchte. beim rausholen aus dem regal ist ein kleines, wertvolles büchlein runtergefallen, weil der gass so eine art wappen aus rotem lack auf dem umschlag hat, an dem andere bücher hängenbleiben. geärgert und gleich wieder negativ voreingenommen. das kleine buch muss jetzt zu der netten dame in schöneberg, die bücher repariert, falls ich sie noch wiederfinde.

gemerkt, dass ich inzwischen bücher immer erst digital suche, und dann je nach preis doch auf ebay kaufe, wo es oft alles für ein paar euro gibt.

zur vorbereitung auf einen weiteren eventuell eiskalten winter schaue ich ice road rescue, beim streamen bin ich da mal hängengeblieben, und freue mich über die eine truckerin, die alles richtig macht, auf jedes rad eine schneekette aufzieht, und nur liegenbleibt, wenn eine kette abfällt.

merke in woche 5 so eine leichte regression, bedürfnisse fallen ab, ich brauche weniger welt und menschen und habe doch genug, dank wunderbarer freunde, die kommen, mich bekochen, besuchen, mir gesellschaft leisten. und wenn die eigenen vier wände dann mal zu eng werden, hat gregorzwilling mir hier einen blick ins gesamte universum geschickt, da kann ich auf großem fusse verloren gehen. er hat mir einen auftrag mitgegeben, andromeda finden, hat noch nicht geklappt, aber bis jetzt finde ich dauernd was anderes, und es glitzert.

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kw 43 2026

es gibt ab 26.10.26. wieder einen square print sale, bis zum 1.11., falls noch geschenke gesucht werden. ich hab ja inzwischen keinen platz mehr und bin entschuldigt.

schöne intensive gespräche mit besuch, als ob es weniger abstand zu überwinden gibt und man schneller in die nähe kommt. es gilt auch ein anderes zeitkontingent als sonst bei den treffen in cafes oder für spaziergänge. bekomme buchtips, werde bekocht, sehe fotos von enkeln und ausflügen, ein bisschen wie beim mutternbesuch. reden übers altern und wie wir es uns vorstellen, das prekäre daran. fragil bleiben. vorgenommen, ab november wieder mehr zu besuchen.

fasziniert durch die andere zeitwahrnehmung, die ohne die aufteilung in stunden oder arbeitstage, tag und nacht auskommt und viel mehr im jetzt bleibt, wobei sich das jetzt durchaus bis etwa 14 uhr wie 10 uhr anfühlt, ab dann wie 17 uhr (hungergefühle), von 20 bis 24 uhr ist es ca 21 uhr. viel mehr brauche ich nicht.

bologna hat in einem notariell beglaubigten akt das offizielle rezept für die brühe deponiert, die „Dotta Confraternita del Tortellino“ (gelehrte bruderschaft des tortellinos) hat 50 jahre lang dazu geforscht, es ist eine geschälte tomate dabei, die zu einwänden und diskussionen geführt hat. man benötigt einen halben kapaun, rindfleisch, sellerie, möhren, zwiebeln, und rinde vom parmesan. daraus wird eine klassische 5h- brühe gekocht oder geköchelt, am ende durch ein handtuch gegossen, und dann werden darin die tortellini erwärmt. vorgenommen, mal hinzufahren.

außerdem hunger auf borschtscht, werde freunde einladen sobald gesund und einen großen eimer davon kochen. wenn ihr rezepte habt, gerne rüberschieben.

im herzen noch spätsommer.

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woche 3

morgends der thermobecher milchkaffee im bett, den ich in einer handtasche aus der küche hergetragen habe. er steht auf einem holztablett, dass mir der große mal zu weihnachten geschenkt hat, nachdem ein freund von ihm eine werkstatt zur verfügung hatte. es hat einen rand, damit nichts runterrutscht, und entwickelt sich zu einer art schreibtisch, mit süßkram, medis, büchern, dem rechner, wenn er nicht läuft. merke schon den kreislauf, oft schwindel, auch wenn ich wieder aufstehen und herumlaufen kann mit meinem gehbock, mache übungen aus dem netz, sollte vielleicht mehr davon machen. froh über die tapete in meinem schlafzimmer, weil ich so gern draufgucke.

übe schach mit duolingo, genau wie die kids an der schule, abwechselnd erfreut und bisschen empört darüber, wie ultrakurz die app meine merkfähigkeit einschätzt. habe auch mit mathe angefangen, aber noch nicht verstanden, was ich da eigentlich lernen soll, bisher ist es eher langweilig. und alte buchstapel endlich weglesen, das vergnügen, die bücher zu wechseln, sie so querbeet zu nutzen als reise, lehrstoff, ablenkung.

die wanderung von steffen und seinen hunden togo und bay quer durch kanada heute gleich zweimal hintereinander gelesen, traurig geworden, weil steffen sein abenteuer tragischerweise nicht überlebt hat. ich möchte jetzt auch einen malamute für meine wanderungen durch prenzlauer berg. lest das lieber auf großem bildschirm, es gibt fotos und videos.

nähere mich wieder meinem eigentlichen schlaf-wach-rhythmus, ab 10 bis ca 23 uhr denkfähig, wach ab 7:30. sehr angenehm. bis jetzt noch keine sekunde gelangweilt, die zeit wie ein fluß, der so nebenher mitläuft, mein tinnitus klingt hell und leise.

mehr respekt vor alten leuten, die ihr leben aus gründen mit körperlichen einschränkungen bewerkstelligen müssen. ich kann nicht putzen oder räumen, nicht einkaufen, komme allein nicht sicher in die dusche, bin langsam wie jemand, der die ganze zeit einen tisch vor sich herträgt. hab mir zuletzt vor 25 jahren was gebrochen, das kahnbein bei einem mopedunfall, das hat sogar 3 monate gedauert, erinnere es aber eher lustig als behindernd. die vielzahl der kleinen dinge, die tagsüber so nebenbei erledigt werden, das stapelt sich bis abends zu beträchtlicher höhe. hatte grade in den tagen vor dem unfall damit angefangen, dinge zu entsorgen (aus der sorge nehmen), den moment erreicht, wenn es aus dem plan ins agieren kippt, hoffe, dass ich damit schnell weiterkomme, wenn ich das bein wieder belasten darf.

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kw 38 + 39 2026

letzte woche mal wieder grand budapest hotel geschaut, es ist so sehr graphic novel, es beruhigt, weil jedes detail stimmt, alles wiedererkennbar ist, und die fülle an details keinen freiraum lässt, es ist alles ausbuchstabiert. vielleicht mag ich die filme auch deswegen so, weil es so wenig raum für interpretation gibt, alles folgt der form, ohne sie in frage zu stellen, und zeigt dabei immer etwas besonderes, so ein hyperrealismus, den es nur in der fiktion geben kann. zero über gustave: „To be frank, I think his world had vanished long before he ever entered it.“

in meiner wohnung ist mir die vielfalt an dingen grade mal wieder zuviel, hätte gern einen leeren raum, den ich ansehen kann.

neulich auf einer party ein lied gehört, von ein paar gästen mehrstimmig gesungen, thoinot arbeau hat es geschrieben oder aufgelesen und als teil seiner Orchesographie veröffentlicht, mit einer reihe von tänzen und liedern der renaissance, es ist seit 1588 nicht verloren gegangen, nur die apple software findet es nicht, wenn ich es in einer playlist deponiere. come on. heut beim scrollen ein mehrstimmig gesungenes lied gefunden, keltischer folksong ins portugiesische übersetzt, versuche, die unterschiedlichen stimmen mitzusummen, vielleicht doch mal wieder zeit fürs chorsingen finden? mag an diesen alten sätzen, dass es nicht stimme und begleitung ist, sondern alles gleichberechtigt nebeneinander hörbar ist

star trek ist 60 geworden, das ist verwunderlich, fühle mich deutlich älter, vielleicht weil so viel passiert ist in den letzten jahrzehnten, und die trekkie-utopie immer noch so weit entfernt scheint. weiß nicht, warum ich das immer noch mag, das militär ist mir ein graus*, ich bin ja selber eher mit klaren machtverhältnissen großgezogen worden, sagen wirs mal so, kann das nicht wegdenken aus meiner person, beim franchise wird ein verantwortungsvoller umgang mit diesen strukturen gezeigt, die suspension of disbelief fällt mir leichter, weil ich das system erkenne? so ist das leben, so war es, es gab nichts anderes. vielleicht ein weg, damit frieden zu schliessen. mag aber auch forschung, neugier, weltall und die schnieken raumschiffe. der gedanke, dass meiner vorliebe für star trek irgendeine offene stelle zugrundeliegt, die nicht offen sein sollte.

* bin letzte woche im bundeswehrkrankenhaus gelandet nach einem sturz, eindruck professionell und sehr schnell, mitarbeitende freundlich, verbindlich und zugewandt, alle in weißen sanitätsuniformen. es gibt wohl auch genug personal. das militär in dieser repräsentationsform ist für mich vertrauenserweckend, weil es da um mich geht? weil es ums heilen geht. das haus muss nicht gewinnorientiert arbeiten wie all die anderen städtischen krankenhäuser, ist vom bund finanziert, der unterschied ist erstaunlich gr0ß. hab mir was kleines gebrochen, es wird dauern, bin wieder zuhause und habe jetzt sehr viel zeit.

ups, jetzt ist schon kw 40 durch, sry.

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weg und ziel

ich hab ja angesichts der zeiten immer einen gepackten koffer mit notfallsachen herumstehen, im geiste. hauptsächlich diabeteskram, ohne den es ja gar nicht geht, aber auch unterlagen, die lieblingsdinge zumindest auf einer liste. festplatten mit fotos und so kram, die ich im herbst immer mal wieder gern ansehe. jetzt über mastodon ein spannendes projekt gefunden, da hat sich jemand hingesetzt und eine offline-version des internets zusammengestellt, auf einen server ladbar, den man dann mitnehmen und zuhause betreiben kann. also sozusagen fixiert wie ausgedruckt, aber noch digital. für umsonst, und es läuft notfalls auch auf einem ausgemusterten alten rechner, der muss nur linux-tauglich sein, mac geht nicht. enthält das komplette wikipedia, das sind nur 115gb oder so, landkarten*, bildungs- und medizinisches wissen und alles, was man sonst noch so dabei haben möchte. dann kann man das zuhause oder in einer comunity für freunde und familie einsetzen. bisschen paranoia für nerds.

haha, wordpress fragt mich, ob ich mit der ki meinen schreibstil verbessern will.

*ich habe ja bei aller freude über den navi auch eine gewisse nostalgie ggü den auf dem nebensitz liegenden stadtplänen und landkarten, oder dem beifahrer mit karte vorm gesicht, „die nächste ausfahrt, nein, die übernächste, oh, wir sind zu weit …“. ich werde meinen stapel an karten wohl nicht mehr brauchen, habe sie früher gelegentlich ausgebreitet und wege erinnert oder geträumt, jetzt brauche ich praktisch einen navi, um zu meiner mutter zu finden. da ist das mangelnde training auf mangelnde begabung gestossen.

gestern freitag einer vier-tage-woche, arbeitstage waren gut gefüllt und produktiv, trotzdem k.o., weder denken noch planen möglich, bringe dinge durcheinander, funktionieren geht noch einigermassen. sollte einen weg finden, wie ich abends und weekends und im restleben mehr kraft oder einfach mehr von meiner person übrig habe. wie machen das alle anderen? die frage ist ernstgemeint.

falls sich irgendeiner fragt, wann diese zeit im jahr ist, wo alles leuchtet: jetzt, und das grün kippt schon wieder ins gedecktere. an den abenden zum aperitiv ins cafè, irgendwer wird schon dazu kommen, fast wie in italien, ründchen plaudern, leute gucken, zurück nach hause.

mein leatherman ist gekommen, und es ist ein ziemlich überflüssiger gegenstand. das hätte ich vorher wissen können. aber hübsch. ich habe einen hang zu designten messern, habe vor jahrzehnten schon eins von einem lieblingsschauspieler gekauft, als taschenmesser habe ich es bei ausflügen dabei, inzwischen verkauft er schmuck auf etsy.

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linienführung

wie es dann plötzlich keine grenze zwischen warm und kalt, innen und aussen mehr gibt, das minifrösteln, mit dem ausatmen die wärme bis ganz nah an die haut lassen. überlegen, ob ich den ventilator aufbauen soll, nur zur sicherheit.

im alltag bleiben die grenzen, gehen nicht weg, in guten momenten werden sie durchlässig und ich vergesse sie einfach, auch mit freunden bleibt alles ein spiel, gespräche, ideen, frei improvisierte tanzschritte, in anderen umfeldern bin ich immer ganz im spiel, immer ganz in frage gestellt. geht das jedem so? wüsste ich gerne.

bei den schönen temperaturen mal wieder ans thema dating gedacht, gemerkt, wieviele selbstverständliche singlefrauen in meinem umfeld und bekanntenkreis unterwegs sind, männer muss es dann ja logischerweise auch geben. gehe mit freundinnen aus, im freundesumfeld habe ich alleinstehende männer, bei denen ich mich nie melde, was ich ändern könnte, es dann aber selten mache. sind die beziehungen auch unterschiedlich? bei freundinnen gibt es mehr flow, es ist mehr wie tanzen gehen, es gibt was gemeinsames in der mitte, oder kommt es mir nur so vor? männer stellen weniger fragen und reden mehr selber, wollen gehört werden, und die kommunikation mit frauen ist mehr gespräch und weniger vortrag. kann aber auch sein, dass das quatsch ist.

ach, daten ist arbeit mit einem hohen einsatz, ich bin jetzt eh im unsichtbaren alter, andrerseits sind die ersten dates immer nett, neugier, fragen, lebensgeschichten, wenn es gut geht – das mag ich. mehr erwarte ich ja nicht. vielleicht lieber eine wg gründen mit gleichaltrigen und gleichnetten menschen, da habe ich all das positive einer partnerschaft und erspare mir all die gefühle, die ich mir eh gar nicht mehr vorstellen kann.

ich sollte endlich mal terry pratchett lesen, bin da nie über ein paar seiten gekommen, mich hat zb setting und stil von „the long earth“ von 2012 so sehr an den anfang von tad williams‘ „otherland“ von 1996 erinnert, als hätte ich es schon mal gelesen. also aufgestanden, otherland aus dem regal geholt, das gelesen. trotzdem nach dem artikel im atlantic mal wieder nach meinem eigentlich schon toten steckenpferd gesucht, und ja, es gibt signierte erstausgaben des buches, für um die 90€ aus england, aber ich traue dem spass nicht mehr. die buchhandlung ist spezialisiert auf signierte bücher, und nein, statt mich in misstrauen zu vertiefen glaube ich lieber an neugierde, sammelleidenschaft, optimale netzwerke der buchhändler, aber der markt ist größer als das angebot, wobei ich immer noch das bild von karl ove knausgård vor augen habe, der in der freien volksbühne nach der lesung stundenlang am fliessband bücher signiert hat.

Erste Seite im Roman "Träumen" von Knåusgard, der Autor hat eine unleserliche Signatur hineingeschrieben und und oben rechts noch ein Datum, "Berlin 2/10-18"

ich habe vor 2 jahren zuletzt so einem kaufimpuls nachgegeben, bei cixin liu, aus england, und bin mir da bis heut nicht sicher, ob es echt oder nicht echt ist. mit diesem zweifel lässt sich der lustgewinn nicht halten, er löst sich auf und wird zur rein ökonomischen entscheidung, lohnt es sich, werde ich es im notfall/bei rente dem markt zurückgeben können? das gegnügt nicht mehr für den netzkauf, nur wenn ich bei der lesung und beim signieren dabei bin, dann gerne, aber das sind natürlich alles bücher, die ich dann viel lieber behalten möchte. weiß noch, bei einer signaturrunde mit alec soth, da wollte ich aus diesen doofen wirtschaftsgründen nicht, dass er eine widmung reinschreibt, und er so: „ah, those germans“ (o.ä.)

zum thema mit einigem vergnügen diesem herrn zugesehen, der bücher zeigt, die der autor 10 jahre nach seinem tod hätte signieren müssen, weil es den verlag vorher noch gar nicht gab. das wär auch ein job, der mir spass machen würde.

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pfingstsonntag 2026

good omens hat die serie zu ende geführt mit einer letzten folge, mochte sie, wenn auch ein paar linien ein bisschen ins leeren liefen, aber das passt zur rahmenhandlung, dem ganz großen ganzen. meine abscheu vorm autor gaiman wurde vollkommen überdeckt von den beiden großartigen herren, die aziraphale (martin sheen) und crowley (david tennant) spielen, das paar hat eine wirklich göttliche chemie.

die zahllosen letzten folgen von colberts show gesehen, inzwischen hat ihn jeder prominente gewürdigt der nicht bei drei auf dem baum war, inclusive paul mccartney und robert de niro, tig notaro und ryan gosling im publikum, ich kam dann doch ins fremdeln, andere leute werden ohne das ganze federlesen gefeuert, er wird es überstehen – dann hab ich nachgedacht und gemerkt, dass es natürlich um viel mehr geht, es war ja auch eine politische show, die vom herrscher nicht geduldet wurde, es ist damit ein weiterer verlust der meinungsfreiheit verbunden, mit der die usa sich immer gebrüstet haben, zumindest seit mccarthy. und colbert tut was er kann, er geht nicht gentle in that good night, es ist ein akt des widerstands, wenn da soviele promis wie möglich präsenz zeigen, jeder nur ein paar minuten. in ihrem beruf, sozusagen, die show ist ja meistens teil der pr für die filme, bücher und musik der künstler. sie geben etwas zurück. und die band hat als abschluss ein mit striktem copyright belegtes stück musik gespielt, das thema von den peanuts, und sie laden zur klage ein. well played.

edit: colbert zeigt eine „worst of“- sammlung mit zb reaktionen zur wahl von 2016, die ziemlich lustig sind.

wollte gestern mit gregors hilfe endlich die taubenpaletten vom hinteren balkon entsorgen und da einen ernsthaften balkonstuhl hinstellen, wie aus einem vorstadthaus, den meine mutter nicht mehr nutzen mag, aber es fand sich ein kleines nest mit drei hellgelb beflaumten zarten küken unter der palette. mist. sie brauchen wohl noch so 3-4 wochen, aber dann.

paar mal gesehene sommermode von jungen frauen: weite stoffhosen, oben kurzes tank top, gleich mal im schrank suchen gegangen.

heute endlich mal einen leatherman bestellt. ich mag diesen kram und benutze gern diese mehrfachdinge, hält die hände frei und genügt für die normalen ansprüche, hatte ein sehr schniekes und oft benutztes multitool fürs rad, das irgendwie verschwunden ist. den jungs habe ich vor jahren auch je einen geschenkt, mitte der pubertät, meine ich zu erinnern, oder nur dem großen? mal nachfragen. man kann sie personalisieren lassen, das finde ich so albern wie großartig, dieser wird hoffentlich schwerer verschwinden, wenn „hotelmama“ draufsteht.

gestern war der erste sommertag, in der wohnung bleibt es angenehm kühl, war beim rausgehen ernsthaft erschrocken, hatte es komplett vergessen, was warm bedeutet.

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kw 19 2026

beim nachdenken über alternative lebensformen schaue ich immer mal wieder nach den sog. minijobs, die nach feierabend oder am wochenende zu machen sind, so nebenher, und es gibt unfassbar viele, schönes design, homeoffice, am rechner entspannt irgendeinen kram machen, nur schnell anmelden und ein programm laden – beim leicht misstrauischen hinterhergooglen die neue betrugsform des job-scams entdeckt, da werden nur daten gezogen und programme sind zu bezahlen, unfassbar, wie interessant die zeiten geworden sind.

julian lage im huxleys gesehen, diesmal in gesellschaft, das ist wirklich angenehmer als allein, danke fürs mitkommen! das huxleys nicht voll, man konnte herumspazieren und sich den besten platz aussuchen. ich war wieder an bord bei omission, mochte das verspielte und bluesige sehr, bin aber nicht mehr so magisch ergriffen wie bei den ersten konzerten. er hat stücke aus speak to me und vom neuen album gespielt, scenes from above. diesmal waren „keys“ dabei, john medeski an einer gott-bewahre-hammond-orgel, die ich überhaupt nicht mag, sie klingt schrill und flach, auch wenn medeski sicherlich ein top-spieler ist, es ist nicht meins. beim konzert hat mein kreislauf mich kurz verlassen und ich musste mich hinsetzen, das war beim letzten mal auch schon so, nach einem arbeitstag halte ich so ein konzert nicht gut durch. habe ich mich verändert oder die musik? vermisse das gefühl, etwas sensationell schönes zu hören. auf zu neuen ufern.

jedenfalls am samstag danach joggingschuhe gekauft, das kann so nicht weitergehen. werd ich an den freien tagen einweihen, habe eh leichtsinnigerweise und unprovoziert einigen menschen versprochen, im nächsten jahr bei einem spendenlauf mitzumachen, das muss doch irgendwie hinzukriegen sein? silly me. heute ist aber erstmal mutterbesuch mit blumen angesagt, trotz gewisser unlust. netterweise war der gregorzwilling schon zum mittagessen bei ihr, ein ereignis, weil sie mit allen anderen im saal gegessen hat, vom zimmerdienst wieder runter möchte, 2 jahre nach dem unfall damals. in ihrem zimmer scheinen sich fotos im silberrahmen, schalen, vasen und allerlei stehrumchens vermehrt zu haben, aber das kann eigentlich nicht sein. prinzip horror vacui, schau, da ist noch platz, stell das doch da hin! sie erzählt lang von einer kleinen bank, die beim umzug verloren gegangen ist, und bis heute weiß sie nicht, wo die hingekommen ist. ich weiß es auch nicht.

damit war muttern heut gut abgedeckt.

gestern schöne hunderunde mit freunden gemacht, neue parks und grünflächen kennengelernt, ganz nah an die 10k schritte gekommen, abschluss in einer sehr netten cafe-kneipe, die chinotto und foccaccia anbietet, unter den grünen bäumen, schönste jahreszeit in berlin. auf dem galerienrundgang neulich habe ich eine frau gesehen, die foccaccia mit messer und gabel ass, in etwa so, wie eine schrippe mit besteck zu essen. vorgenomen, da öfters hinzugehen und jedesmal nach chinotto zero zu fragen. nachher einigermassen erledigt.

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kino kann

gestern mit freundin the astronaut angeschaut, im odeon, einem kino im fernen schöneberg, perfekt ausgestattet und nicht riesig, mit wunderbaren liegesitzen, flaschenhaltern und sehr gutem sound. wir haben uns echt was gegönnt, mit popcorn, getränken und gemüsechips. und dann dieser film, von dem ich nichts wusste vorher, die freundin hat ihn wegen sandra hüller vorgeschlagen, die ich auch sehr mag. der film war bewegend, spannend, lustig*, der plot blieb überraschend. ryan gosling trägt die hauptfigur, „verkörpert“ erscheint zu einseitig, weil er in seiner darstellung den rest der person mit ins bild bringt, die vorgeschichte, die selbstwahrnehmung als loser mit all dem vorsichtigen spott, der noch auf mildernde umstände hofft. ich bin kein astronaut, sagt er ein paarmal, und stolpert dann durch sein raumschiff. dabei habe ich ihm gern einfach zugesehen, ein schöner mann, der als unfreiwilliger held in eine ausweglose situation gebracht wird, aber dann … geschieht so einiges, unter anderem gibt es einen sehr charmanten außerirdischen, der aussieht wie eine kombi aus einer riesenspinne und einem felsblock. schöner abend, und endlich mal wieder ein packender blockbuster ohne gewalt. die magie auch daher, dass die rollen von hüller und gosling nicht in bekannten mustern verlaufen, sondern sich frei und eher verspielt im spektrum der erwarteten figurenentwicklung bewegen, dadurch/dabei vielseitiger und brüchiger wirken, viel mehr persönlichkeit zeigen dürfen, und zwar nicht jeweils mit 2 seiten dialog, sondern in regieeinfällen, der kameraführung, im bild. großes kino, empfehlung.

(lest lieber nicht die ganzen kritiken (incl. der ai-sachen beim googeln), die den kompletten handlungsverlauf schildern, ich verstehe sowas nicht, das ist unehrenhaft. ich hab meinen erwartungshorizont gern leer und weit, wenn ich ins kino gehe.)

ein ähnliches gefühl hatte ich zuletzt bei arrival, da ging es ja auch um weltall, extraterrestrisches leben etc, um kommunikation. bei the astronaut kann die filmerzählung auf das ganze (in film und wirklichkeit) übliche arsenal der menschlichen reaktion auf neues (erst mal bedrohung, angst, militär etc) verzichten, weil es wirklich nicht darum geht, weil es genug anderes zu erzählen gibt.

sonst telefoniert, geputzt, davidzwilling war hier wegen einer party, gregorzwillings uni hat angefangen, er ist wieder nur zu 8 oder so in seinem studiengang, selbst an der tu in berlin. mit beiden schön gefrühstückt, david ist dann zurück nach halle, gregor war unterwegs, ich hab die gesellschaft der söhne genossen.

*bei nachlesen an barthes gedacht, bei dem das adjektiv die ärmste linguistischste kategorie ist, mich stört natürlich der aspekt der setzung statt herleitung beim schreiben, aber …

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kw 13 2026

ko nach anstrengender woche. kann mich nicht entscheiden, ob ich morgen oder übermorgen den g.-zwilling holen fahre, am sonntag könnte ich auf dem hinweg noch den davidzwilling abholen und mitnehmen, der kommt da aus spanien zurück, wenn g und ich am samstag schon wieder in berlin sind, kann david noch kurz nach hause und wir haben zeit zusammen – überfordert mich komplett, die entscheidung in ihrer banalität. erstmal schlafen.

es gibt wieder einen square print sale auf magnum, zum schönen thema odissey. sie sind 20€ teurer geworden seit früher, das nimmt so ein bisschen den charme und das gefühl, beim preis auf jeden fall im grünen bereich zu bleiben. ich neige meist dazu, die fotos von alec soth zu kaufen, den ich immer noch sehr mag, und gelegentlich mal eines, in das ich mich vergucke, vor ein paar jahren dieses von jacob aue sobol, oder das dunkle meer von finisterre von mark powers, wie ein schlafender körper in der nacht, nicht gefunden online, das wollte ich dem großen schenken, aber der konnte nix damit anfangen, jetzt hängt es bei mir, bis sich das ändert. die bisherigen stehen auf ebay so beim 3-5-fachen des magnum-preises, aber es fühlt sich nach geschäftemacherei an, also nach leuten, die 10 drucke kaufen und alle wieder verkaufen, wie dieser heinz hier, während meinereiner die fotos rahmt und an die wand hängt und sich darüber freut. naja, vielleicht nutzen ja auch die fotograf*innen selber die möglichkeit, das wäre okay. das diesjährige stammt aus soths buch niagara von 2006, und ich musste nachsehen, habe aber das buch und das davor, sleeping by the mississippi, beide signiert in einer plastiktüte im regal stehen, sieh mal einer an, gleich wieder festgeschaut, es sind sehr tolle bücher, und niagara wird auch wiederaufgelegt, sagte goncourt neulich auf mastodon. das diesjährige, auto vor motel, erinnert an die mionen von anderen „auto vor motel„-bilder, in einer schönen variante mit oldtimer.

Romney Motel, Seligman in Arizona an der Route 66

jeder hat sie im kopf, aus filmen oder selbst erlebt, ich habe 2012 vor motels damals selbst so bilder gemacht, als echo auf die vertraute szenerie, ein sich selbst reproduzierendes system. sie zeigen ein gutes, funktonierendes, vor allem sehr vertrautes amerika. ein symbolbild, ich würde es aber eher wegen dem namen des fotografen kaufen, oder? und weil es mich freut, wenn er etwas verdient, ist er doch einer von den guten. bin noch nicht sicher, ob ich eins haben will, bis morgen habe ich zeit. bestellen werde ich aber green stripes von lorenzo vitturi, als 6×6 zoll-print, und werde es natürlich in die küche hängen, weil es kritik und konsum, wunsch und wirklichkeit so schön ineinander bringt.

ich fahre morgen, auf whatsup kann man abstimmen, sehr praktisch. heute ausatmen, gut essen, markt, bisschen sport, ich genieße das gefühl, wenn die muskeln ein bisschen ziehen, wenn ich den körper spüre, in dem ich zuhause bin.

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strich für strich

merke: es gibt nicht den geringsten grund, mehrere druckbleistifte zu kaufen, nur weil sie eine neuartige japanische mechanik haben, die ihre mine bei jedem anheben um ein paar grad dreht, so dass sie nicht unrund werden beim schreiben (mit anderen worten „a problem you didn’t know you had“), die linien damit von konstanter strickstärke bleiben. ich habe eine gewisse reserve an ungenutzten stiften, darunter auch druckbleistifte, auf meinem schreibtisch, in meiner zuhause-federtasche, in leder, und ich könnte sie einfach in die arbeitsfedertasche transferieren. es ist mir ein rätsel, wie im job immer meine stifte verschwinden. vabbeh, ich werde berichten, ob ich einen unterschied merke. tröstlicherweise gibt es jede menge auswahl an overengineered pencils.

heute in der taz noch ein text zu pflegekosten, die bei mir ja so ein im hintergrund laufendes thema sind. mich erinnert es an die krankenversicherung in den usa, ich dachte, hier wären wir weiter. ich finde es schwierig, das als armutsthema laufen zu lassen, weil 1500€ extra pro monat auch nicht-arme haushalte in die armut bringen können.

stellt euch vor, ihr erbt einen kleinen picasso, einen druck mit signatur, hängt ihn irgendwo hin und freut euch darüber, jahrzehntelang. dann werdet ihr alt und wollt ihn mal verkaufen, vielleicht für eine reise, oder ein geschenk, oder wegen der pflegekosten. ihr erinnert euch wie der onkel, von dem ihr das habt, vom preis des drucks erzählt hat, eher stolz, weil er diesen seltenen glücksfund gemacht hat, ein fünfstelliger betrag mit einer 10 am anfang. die zeiten haben sich inzwischen geändert, es gibt den klassischen kunstmarkt vermutlich noch, hoffentlich, zumindest eine weile. aber wenn ihr diesen kleinen schlichten picasso jemandem verkaufen wollt, müsst ihr erst um chatgpt herumkommen, wo er mit einem mittelhohen, aber nur dreistelligen betrag verortet wird. es kann aber auch sein, dass der onkel hereingelegt wurde, weil der kunstmarkt so umgeht mit menschen, die nur aus liebhaberei kaufen. wir werden es hoffentlich nie herausfinden, sondern das bild einfach immer weiter vererben.

spontanen besuch von altem freund bekommen, tee getrunken, das leben erzählt, es geschafft, meine themen unterzubringen im fluss der gedanken. jetzt ist es zu spät meine haare noch nachzufärben, das wollte ich vor morgigem ausflug in clärchens ballhaus mit frau w. noch erledigen, mist. farbspray nachkaufen, dann geht das auch so. niemand wird es merken.

dem freund ist am küchentisch noch benn eingefallen, gleich mal wieder reingelesen, „Ordnung“ heißt das gedicht unten, und ja. ich sollte dringend mal wieder in irgendein abenteuer.

Es steht ein Mond in der Weite
Du möchtest in Saus und Braus
Durch die Nacht die fiebernde schreiten
Und gehst schnell nach Haus –

Es sind die Züge der Stille
Der hintergründigen Welt
Das Ordnung Last und Wille
In eins zusammenfällt

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sport und weg

blick auf die ostsee, man sieht den langen schatten eines menschen am wasser

gestern abend in langem telefonat mit dem großen sohn ist mir das versprechen entfleucht, sport zu machen, nach jahren endlich wieder. es muss muss muss sein, ich hab im sohn mich selber erkannt, die ihrer mutter oder freundinnen dieselben dinge sagt, tu was, beweg dich, und habs dann halt einfach versprochen. gleich einen online-kurs gebucht, den mir die krankenkasse erstatten wird, wenn ich ihn absolviere, damit ich das versprechen schneller einlöse, und weil ich mir nicht so ganz traue. jetzt versuche ich mich an meine jugend (neunziger) zu erinern, wo ich dreimal die woche zum sport bin und richtig gut durchtrainiert war, joggen war ich damals auch. das war ein superes gefühl, wenn auch völlig normal, ich wusste ja nicht, wie weit ich mich einmal davon entfernen werde.

heute vorgestern mit einer freundin noch einen letzten berlinale-film gesehen, sehr besonders: dao, im berlinale palast diesmal, mit numerierten plätzen in der allerletzten reihe, sicht und klang hervorragend. den anfang habe ich schon wieder vergessen, aber der film hatte so einen lauf, hat uns mitgenommen in eine familie, als publikum waren wir bei einer hochzeit dabei und bei einer gedenkfeier, bei der die gesamte familie, mit jeder menge onkeln, tanten, nichten und neffen, kindern und enkeln sich vom großvater in einem dreitägigen fest verabschiedet, ein leben verabschiedet. in der rahmenhandlung werden die schauspieler für das spektakel (den film) ausgewählt, wir sind dabei und erfahren so etwas über die geschichte der figuren. die feier findet in guinea-bissau statt, wie begleiten die mutter mit ihrer erwachsenen tochter ein stückweit auf der weiten reise, als sie in dem kleinen dorf ankommen, ist die freude und aufregung über das wiedersehen bzw. kennenlernen groß. das fest wird vorbereitet, das ganze dorf ist beteiligt, es gibt einen ablauf, der allen bekannt ist, dem sich alle fügen. die feier ist in animistischen ritualen strukturiert, im filmverlauf werden hochzeit der tochter und abschied vom großvater ineinander verschränkt, bei beiden sind die menschen gleichzeitig ganz bei sich und mit allen zusammen, im tanz zbsp, es wird dauernd getanzt, mal eher als kommentar mit leicht wiegenden hüften, mal ausgelassen und wild zu trommeln und gesang. ich hätte fast mitgetanzt, so nah war die kamera an den gästen, so wie man auf parties mal zum nachbarn schaut, mal selbst versinkt in körper und musik. einmal haben wir beide die augen geschlossen, als eine ziege und eine kuh geschlachtet wurden, aber es war nur kurz. der film hat drei stunden gedauert, ich hätte auch noch länger zusehen können, vielleicht nach einer pause. sehr nahe und intensive und nur mal so momente lang zu lange erfahrung, einen tick reitz-artig in der selbstverständlichkeit im umgang mit den personen und deren leben, mehr dokumentarisch als dramatisch. der film wär im kino an mir vorbeigegangen, daher ein hoch auf die publikumsnahe berlinale.

nach nettem hinweis aus dem letzten kommentar habe ich noch einmal ein paar versicherungen versucht, mal schaun, mal sehn, ob das was wird. sie wären in ihren online-voranschlägen deutlich teurer und würden viel weniger zahlen als die andere, die abgesagt hat. man darf die logarithmen niemals gegen sich haben, sonst hat man verloren, zumindest und mit sicherheit geld.

am letzten tag meines deutschlandtickets streikt die doofe bvg, dabei will ich die zwillis besuchen und muss irgendwie zum bahnhof kommen. sehr genervt, jetzt muss ich entweder das rad mitnehmen oder mit ewigen umwegen mit der s-bahn fahren. oder ich nehme endlich mein erstes uber.

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projekt bücher

alec soth hat zusammen mit brad zellar eine schöne fundraiser-aktion, der erlös geht komplett an die hilfe für migranten und menschen, die von den ice -übergriffen bedroht oder betroffen sind.

ich verkleide mich ungern, es ist zuviel aufmerksamkeit auf etwas, das ich dann ja eh nicht bin, weil verkleidet – andrerseits ist es im job ein spass, bei dem ich gern dabei bin. allerdings mit einem kostüm, dass in den drei jahren, in denen ich es nutze, nur einmal von einem vater erkannt worden ist, nie von den kids, aber hej, mehr schaffe ich nicht. gelegentlich spiele ich mit dem gedanken, mal auf eine dieser veranstaltungen zu fahren, wo fans und schauspieler und andere filmmenschen sich feiern, und nein, ich meine nicht die berlinale, aber dann sehen mich da andere, und der unterschied zur filmfigur ist bestimmt lächerlich groß – wobei, das geht den anderen gästen ja auch so. na, mal sehen. ich freue mich jedenfalls drauf, meine lustige uhr mal wieder tragen zu können. (die enterprise ist der sekundenzeiger)

zifferblatt einer timex-uhr mit star-trek-motiv

vielleicht finde ich jemanden, der mich knipst. ich erinnere faschingsfeste von erwachsenen meistens so, dass die damen möglichst generell wenig anhaben, die herren möglichst wenig verkleidet sind, es wirkte immer etwas unfair, nun ist berlin ja auch gar keine karnevalsgegend. aber bei halloween hatte ich mit klebetattoos ja auch meinen spass.

grauer februartag, ausklingende erkältung, aber ruhig und entspannt nach einem gefühlt langen wochenende, freundin und gregorzwilling als übernachtungsbesuche, plaudern und volles haus, sehr schön.

mal wieder bücher angesehen, also die im schrank, ein sehr schönes kleines herausgenommen und voller elan 20 seiten gelesen, dann eher erschöpft wieder weggestellt, da beschreibt ein mann in sehr klagendem tonfall den mühsamen alltag eines porzellanmalers, hier ein paar tassen, dort ein krug, satt wird er nur, wenn ein freund ihn abends mitnimmt, nie wird etwas gut, und dann übergibt sich noch die katze unterm bett! geschrieben hat es heinrich ernst kromer, veröffentlicht 1915 als fiktive autobiographie von gustav hänfling. ich sehe ihn vor mir in seiner dachkammer, um pfennige ringend, aber ich möchte dann doch nichts weiter wissen, ein beispielhaft trauriges künstlerleben, wie wir es alle hätten haben können, aber ein schönes kleines buch.

Altes Buch mit durchgehend bedrucktem EInband

als zweites einen band mit einem schönen foto vorne drin, es zeigt einen mann mit markanten gesichtszügen, gut sitzendem haar und tiefliegenden hellen augen, es ist ein schwarzweiß-foto, er wirkt asketisch, schmal, bestimmt. er lächelt freundlich und unaufdringlich schräg am fotografen vorbei, friedrich gundert, ein verlagsbuchhändler, er hat wohl jugend- und kinderbücher herausgegeben, das buch ist ein nachruf, seine lebensdaten stehen vorne auf der ersten seite, von 1897 bis 1946. es enthält briefe aus dem krankenhaus, berichte und gedichte von freunden, er ist jung gestorben, wohl an einem lungenleiden.

S/W- Foto von Friedrich Gundert, aus einem Buch zu seinem Andenken nach seinem Tod 1946

er hat in calw gelebt, hatte dort ein steinhaus, von dem es eine webseite gibt, weil die stadt mit all ihren holzhäusern wohl im 17. jh einmal durch einen brand zerstört wurde, und ein weitsichtiger mann namens schill sich dann ein haus aus stein hat bauen lassen, aus großen, massiven steinen und einem gewölbekeller, sicher vor feuer. friedrich hat die letzte enkelin des herrn schill geheiratet, emma, hat hat mir ihr dort gelebt, weiß nicht, ob er auch seine geschäfte von dort betrieben hat. er hatte viele geschwister, neffen und nichten, eine enkelin wird erwähnt, sie stirbt leider mit anfang zwanzig, in den 60ern, aber das hat er nicht mehr erlebt. mich beschäftigt dieses erfolgreiche, intensive leben, viele angehörige sind nach indien ausgewandert, als missionare, sind hin- und hergereist im 18. und bis ins 20. jh hinein, mit netzwerken, freundschaften, literatur, familie. was sie im 2. weltkrieg gemacht haben, steht nicht drin, er ist 1946 gestorben, online finde ich einiges zu seiner familie, aber keine historische einordnung, ich suche aber auch nicht richtig danach, genug kleine kommentare gegen die hj und die nazis finden sich zum glück, in den briefen, wo er über die schwierigkeiten schreibt, direkt nach dem krieg papier für den buchdruck zu bekommen. es gibt noch familienangehörige, auf der seite mit dem verzeichnis der angehörigen sind die anonymisiert, den verlag gibt es nicht mehr. er war der onkel von hermann hesse, er wird mir sympathisch nach lektüre des büchleins, muss ein besonders begabter und feinsinniger mensch gewesen sein, liebhaber von bach, damit kriegt man mich ja sofort, aber es bleibt unklar, wie er es im dritten reich gehalten hat, es wird beklagt, dass die gefangenen nach dem krieg keine bücher bekommen, weil so wenig gedruckt werden, es finden sich minimale andeutungen, dass es schwierige zeiten waren – eigentlich nicht genug, aber es ging ja auch nicht darum. das richtige leben im falschen.

in der tram gestern zum zweiten mal einen sitzplatz angeboten bekommen, obwohl der weiße haaransatz unter der mütze war – abgelehnt. es ist, wie es ist.

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sick days

krank und ko zu hause, nicht gefährlich krank, nur erkältung. brauche 1-2stunden, um aus dem schlechten gewissen herauszufinden, trotz verstand und lebenserfahrung ist der pflichtimpuls tief eingebaut und größer als der selbstschutz. nervend. niemand freut sich über virenschleudern am arbeitsplatz, ich muss mir das wie eine meditationsübung wiederholen. paar tage flach gelegen und nichts mitbekommen von allem, geschlafen, heute langsam wieder ich selber.

nachträglich erschrocken bis fassungslos darüber, wie ich im januar die chance verpasst habe, in berlin nordlichter zu sehen, bloss weil ich abends um 22 uhr zu kaputt war, um nochmal raus zu gehen, in den nahen park, wo ich sie eventuell hätte sehen können, es war mir egal, der preis schien zu hoch – und ich bin damals mit 8 monate altem sohn und mann mit einem ollen benz-kombi bis nach münchen gefahren, um eine sonnenfinsternis sehen zu können, vor 26 jahren.

tja. ich merke daran, wie anstrengend das lebensmodell „beruf“ tatsächlich ist, was es kostet, wie sehr ich mich darin füge, wenig energie für anderes zu haben, wobei es auch einfach am zustand „altern“ liegen kann, wie fast alles neuerdings. aber die nordlichter tun weh. das darf nicht so bleiben, vielleicht habe ich noch eine chance in diesem jahr, die sonne steht gut dafür.

gebannt beim vierfachen axel zusehen, danke nyt. diese leichtigkeit, die perfektion, die energie, überwältigend schön. bevor er loslegt, hören wir ein gedicht über die leere, sehr jugendlich intensiv, „The only true wisdom/ Is in knowing You know nothing/ The lost/ Is in the unknown“, dann folgt die musik.

berlinale geguckt, also beim roten teppich via stream, sehr nett. kenne fast niemanden, bis auf herrn eidinger, den man ja im zweifel auch durch den mangel an kleidung identifizieren kann. viele augenscheinlich erfolgreiche junge menschen in all den wunderbaren festgarderoben, für den anlass zu dünn, es kam auch immer sofort nach ausstieg aus dem auto ein mensch und hat die mäntel an sich genommen, dabei hatte frau yeoh einen riesigen plüschigen kurzen pelz über ihrem schulterfreien kleid, sehr elegant, sie sah dann ohne eher beraved aus, ganz zart und schmal. herr wenders in klassisch schöner männerkleidung, stilsicher und attraktiv auf eine klassisch zuverlässige weise.

habe karten für zwei filme, nach termin ausgesucht, nicht nach inhalt oder künstler*in. vielleicht ergibt sich spontan noch was, die karten werden ja nach und nach freigegeben, das ist recht entspannend. die blutgräfin hätte ich wg vorliebe für vampirfilme gern gesehen, ist aber zeitlich schwierig, herrn buscemi mag ich auch, die idee des films klingt nach sentimentalem ausflug ins new york des letzten jahrhunderts. so, jetzt ab ins wochenende!

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