morgends der thermobecher milchkaffee im bett, den ich in einer handtasche aus der küche hergetragen habe. er steht auf einem holztablett, dass mir der große mal zu weihnachten geschenkt hat, nachdem ein freund von ihm eine werkstatt zur verfügung hatte. es hat einen rand, damit nichts runterrutscht, und entwickelt sich zu einer art schreibtisch, mit süßkram, medis, büchern, dem rechner, wenn er nicht läuft. merke schon den kreislauf, oft schwindel, auch wenn ich wieder aufstehen und herumlaufen kann mit meinem gehbock, mache übungen aus dem netz, sollte vielleicht mehr davon machen. froh über die tapete in meinem schlafzimmer, weil ich so gern draufgucke.
übe schach mit duolingo, genau wie die kids an der schule, abwechselnd erfreut und bisschen empört darüber, wie ultrakurz die app meine merkfähigkeit einschätzt. habe auch mit mathe angefangen, aber noch nicht verstanden, was ich da eigentlich lernen soll, bisher ist es eher langweilig. und alte buchstapel endlich weglesen, das vergnügen, die bücher zu wechseln, sie so querbeet zu nutzen als reise, lehrstoff, ablenkung.
die wanderung von steffen und seinen hunden togo und bay quer durch kanada heute gleich zweimal hintereinander gelesen, traurig geworden, weil steffen sein abenteuer tragischerweise nicht überlebt hat. ich möchte jetzt auch einen malamute für meine wanderungen durch prenzlauer berg. lest das lieber auf großem bildschirm, es gibt fotos und videos.
nähere mich wieder meinem eigentlichen schlaf-wach-rhythmus, ab 10 bis ca 23 uhr denkfähig, wach ab 7:30. sehr angenehm. bis jetzt noch keine sekunde gelangweilt, die zeit wie ein fluß, der so nebenher mitläuft, mein tinnitus klingt hell und leise.
mehr respekt vor alten leuten, die ihr leben aus gründen mit körperlichen einschränkungen bewerkstelligen müssen. ich kann nicht putzen oder räumen, nicht einkaufen, komme allein nicht sicher in die dusche, bin langsam wie jemand, der die ganze zeit einen tisch vor sich herträgt. hab mir zuletzt vor 25 jahren was gebrochen, das kahnbein bei einem mopedunfall, das hat sogar 3 monate gedauert, erinnere es aber eher lustig als behindernd. die vielzahl der kleinen dinge, die tagsüber so nebenbei erledigt werden, das stapelt sich bis abends zu beträchtlicher höhe. hatte grade in den tagen vor dem unfall damit angefangen, dinge zu entsorgen (aus der sorge nehmen), den moment erreicht, wenn es aus dem plan ins agieren kippt, hoffe, dass ich damit schnell weiterkomme, wenn ich das bein wieder belasten darf.