paar dinge

transit

(wie die mauer für immer stand im westberlin der achtziger. die mauerspaziergänge über den toten potsdamer platz, zum flohmarkt. das lennè-dreieck mit den hütten, wie mein freund m damals mit den anderen in den osten geflüchtet ist, vor den westbullen, und dort höflich zum frühstücken begleitet wurde. wie ich fast jemanden rausgeheiratet hätte, roger hieß er, wenn die mauer nicht vorher gefallen wäre. in westberlin gab es eine kanzlei, die darauf spezialisiert war, es lief unter „fluchthilfe“, die scheidung hätte die brd gesponsert. wie ich mit einer freundin, frau z., mit höschengeld ins bodemuseum gefahren bin, weil sie dort drucke kaufen wollte. wie ich in der galerie weißer elefant a.r. penck kennengelernt habe und wie heiner müller dort aus der wolomkolamsker chaussee vorlas, mein herz ist ein ziegelstein, und dabei ultraleise sprach, fast flüsterte. wie ich auf ein paar parties im ostteil der stadt war, und um 24 uhr zurück musste, als einzige, wie merkwürdig die strassen mit den gelben laternen waren, wie null ahnung ich hatte von der topographie von ostberlin. wie die ostberliner stadtpläne hinter der mauer nur eine graue fläche zeigten. wie ich einmal mit dem käfer nach klein-venedig gefahren bin, zu freunden, und das verboten war, weil man die stadt nicht verlassen durfte. wie mir das umland nicht gefehlt hat in den mauerjahren. wie ich mich verguckt hatte in eine frau, die ich dort kennengelernt hatte, wie ich ihr ananas und zeitschriften mitbrachte und mir doof vorkam dabei. die autozeitungen für die grenzer. der zwangsumtausch.)

 

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