8. januar 2021

(aussichten vom berg. pic: der große)

ich hatte ja vor, über meine ersten wochen alleine ausführlich zu berichten, mit tipps für andere eltern in der ersten phase des leeren nests, mit hoffentlich unerwarteten einsichten über das leben mit und dann ohne kinder. ich habe am ersten tag alleine zu hause aufgeräumt und geputzt und die leeren, ruhe ausstrahlenden oberflächen im haus genossen, besonders die in der küche, auf der waschmaschine und den esstischen. ich habe alte schuhe weggeworfen und liegengebliebene pullover gewaschen, ich habe mir schön den tisch gedeckt und ein für eine person gekochtes gericht gegessen, von dem viel übriggeblieben ist, aber ich lerne das noch. mit all dem habe ich erst 4 tage nach auszug des letzten zwillings anfangen können, weil der große sohn 4 tage länger geblieben ist (online-uni). dann habe ich es genau einen tag lang genossen, bis überraschend der d.-zwilling wieder da war, weil er was mit bank und einwohnermeldeamt erledigen muss, klar, und natürlich war sein bett frisch bezogen und ich hatte ingwer im haus, den er grad knollenweise im tee zu sich nimmt. das bettzeug für den anderen zwilling, der eben grade auch noch überraschend auftauchte, hatte ich aber nicht vorbereitet. zusammenfassend lässt sich sagen: so schlimm ist der auszug der kinder nicht, am anfang bemerkt man ihn gar nicht. erste empfehlung: in den ersten wochen keinesfalls auf den großeinkauf verzichten, notfalls den tiefkühler füllen.

ich bin selber gespannt, wie es weitergeht.

ich muss entscheiden, ob ich einen job mit kindern suchen soll oder nicht. ich suche ja schon länger, habe in der bio meinen diabetes stehen, und natürlich mein alter, daran könnte es liegen, dass nichts zurückkommt, und daran, dass alles sowieso geschlossen ist oder nur für die notbetreuung offen bleibt. oder es ist die post, die für alles wochen länger als erwartet braucht, ja, es gibt immer noch viele stellenanzeigen mit postanschriften. war aber auch ganz froh darüber, aus gründen der vorsicht, weil mir corona schlecht einschätzbar scheint. aber jetzt werde ich den diabetes wieder rausnehmen (ihn also wie sonst erst beim gespräch erwähnen) die entscheidung selber treffen, statt sie dem ag in spe schon im vorfeld zu überlassen. mit masken und vorsicht und händewaschen, ich will und muss dringend weiterkommen in einem lieblingsprojekt grade, alles bisschen suboptimal, aber ich bleibe optimistin.

auf die impfung warten wäre leichter, wenn man wüsste, wann es eine geben wird.

vorgestern abend fassungslos und gebannt bei der stürmung des kapitols zugesehen, nach einem tag brav am schreibtisch. konnte nicht wegschalten, cnn lief, das dauernde reden und analysieren der moderatoren hilft dabei, das geschehen zu verarbeiten, vor allem reden die so schnell, wie die eigenen gedanken kreisen. geschichte wird gemacht. kann nicht abschätzen, ob t. noch rausgeschmissen wird in seinen letzten paar tagen, das wichtigste scheint mir, ihn und seine komische familie von weiterer politischer aktivität fernzuhalten, vielleicht kann man ihn mit was anderem beschäftigen, ihn in einem spiegelsaal einsperren, oder auf einer jacht mit sexrobotern. 147 republikaner haben trotz der meute im kapitol am widerspruch festgehalten, das scheint mir nicht ausschließlich durch karrierismus oder einen mangel an rückgrat erklärbar, das wird in der situation zu antidemokratischem politischen handeln, unentschuldbar eigentlich. wo die wapo sagt „democracy dies in darkness“ kann man jetzt ganz unelegant einwenden, dass „broad daylight“ es besser trifft, und „vor laufender kamera“, soviele selfies. auch: wie schnell sowas passiert, 3 stunden symbolischer akt, alles ist anders. einen tag später lavieren all die leute drumrum noch weiter, diskutieren, räumen auf, starten aufrufe, kündigen, wie man das halt so macht in zivilisierten gesellschaften, und die meute ist längst wieder ungestört nach hause gegangen, von keinem polizisten aufgehalten. dem t. wird nichts geschehen. 5 tote. ein bisschen mehr verhaftungen hätte ich mir gewünscht.

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