2./3. april

am flughafen erreicht mich eine nachricht vom g.-zwilling über wa, er müsse mir was mitteilen, er wolle sein studium jetzt doch abbrechen. erschrecke mich arg, argumentiere pädagogisch sinnvoll, und frage, was er denn stattdessen? dann kommt die antwort „voll erwischt, mama!“, und ja, hat er. umkehrung, früher war es immer anders rum.

auf dem flug nach mailand die familie in der ersten klasse, typ mit maga-basecap, „donald trump“ hinten drauf, teuer gekleidet. die frau hat ihren trenchcoat auf meinem rucksack abgelegt, im knäuel, an den ich nochmal ran muss (flug hatte verspätung wie alles grad verspätung hat), der mantel rutscht halb richtung sitz beim handling, sie ist genervt und sagt: jetzt geben sie schon her, sie zerknittern ihn ja. päärchen gibts, die wünscht man einander. die passen zusammen.

der einzige unterschied zwischen business und economy ist das essen. wir bekommen ein wasser und ein stück schokolade, sie irgendwas auf tabletts. stühle und abstände sind die gleichen, es gab nur 4 reihen erste klasse, ab reihe 5 war schon economy. es geht wohl wirklich nur ums vorne sitzen und eher reindürfen.

auf beiden flügen hatte außer mir nur noch eine andere person eine maske auf.

nachts heller vollmond, um halb sechs wach geworden.

ich hab für die woche nur handgepäck mitgenommen, wurde trotzdem am ber zur gepäckaufgabe gezwungen, flugzeug voll, irgendwas, machen sie sich keine sorgen, das haben sie dann in malpensa wieder, und so war es natürlich nicht, das gute stück mit insulin und sensoren etc pp drin war in frankfurt geblieben. am flughafen klargemacht, dass ich nicht ewig auf den koffer warten kann wg medikamenten, und nur einen halben tag später kam dann ein mann in einem kleinwagen und hat mir den koffer gebracht, er ist die strecke nur für mich gefahren. guter service bei lufthansa, andrerseits haben sie auch die weitergabe verbockt, oder es war die kollegin am flughafen, die nicht gesehen hat, dass nur ein halbe stunde zeit zwischen den flügen war. dann einkaufen gefahren, hier auch sonntags kein problem. dicke feine colomba von tre marie gekauft, 11€, die muss ich noch an freunde verfüttern.

erster tag am see fühlt sich an wie drei, so erholungsmäßig, so sicher funktioniert die konditionierung. weiß nicht, ob die vielen hier verbrachten ferien dafür verantwortlich sind, oder ob es einfach an italien liegt, mit licht, sprache, freunden und dem essen. es gab eine unangenehme sache heute, ich musste nescafe frühstücken, weil der kaffee alle war. freier blick über den see, der blick geht bis zum monte rosa ohne ein wölkchen dazwischen. ich starte morgens die heizung neu, die nachts nicht angegangen war, es ist im schatten nur 10° wärmer als in berlin hier unten, und versuche, den kamin anzumachen, scheitere an fehlendem kleinholz, dass ich suchen gehe, aber dann ist das papier alle und es gibt keine streichhölzer. in der sonne ist es fast zu heiß, ich setze mich in einen liegestuhl zum aufwärmen. sehr feine sorgen.

jetzt am montag 9:15 vergeht die zeit immer noch sehr langsam, mal schauen, wann sie fahrt aufnimmt, ich schätze so donnerstag. (sry, nur handybilder, hab kamera vergessen)

kw 7/8

im dhm mit freundinnen andere möglichkeiten erkundet, mit rad hin, leider keine zeit für den kaffee davor gehabt. roads not taken heißt die ausstellung, sie findet die angelpunkte der deutschen geschichte, an denen ein historisches ereignis ganz anders hätte laufen können, von heute aus nach hinten ausgerollt, also rückwärts durch die geschichte. vom mauerfall 1989 bis zur revolution von 1848, über den zweiten weltkrieg, hitlers machtergreifung, den ersten weltkrieg. im 2. wk gibt es die berühmte brücke in remagen, die von den nazis gesprengt werden sollte, was nicht gelang, so dass die amerikanischen truppen tagelang ungestört den rhein überqueren konnten. wäre die brücke wie geplant zerstört worden, wäre das vorrücken und die versorgung der alliierten soldaten nicht mehr möglich gewesen, dann hätten die amerikaner eventuell eine atombombe auf ludwigshafen werfen können, um den krieg zu beenden. im pei-bau. (sehr voll, ich ohne maske da vergessen, nicht ganz frei gefühlt.) diese kleinen momente machen weltgeschichte, das ist angesichts der jetzigen lage beunruhigend, ich hoffe, dass wir in 10 jahren entspannt auf die vielen unwägbarkeiten der jetztzeit zurückblicken können, weil es gut gegangen ist, wie es seit jahren immer irgendwie gutgegangen ist. die macher schreiben, sie hätten nur mögliche, und von den damals beteiligten schon erdachte oder befürchtete andere ergebnisse dargestellt, es ist also kein wildes storyboard, sondern es sind einzelne texttafeln mit erklärungen, das kommt leider ein bisschen zu karg und abstrakt rüber, nur die mögliche atombombe ist sehr nachvollziehbar bebildert. die stattgefundene geschichte wird in einfacher sprache und klaren, kurzen abfolgen erzählt, mit großen bildern nahegebracht, die mögliche geschichte bleibt ein bisschen trocken und theoretisch, da hat der titel der ausstellung zu viel versprochen. wie die freundin sagte: eigentlich eine ausstellung für historiker*innen. sehr faszinierend war die konzentration auf diese momente, mal offen, wo viele menschen an einer entscheidung beteiligt sind, es prozesse, wahlen, demonstrationen, parlamente gibt, es also einen raum für den richtungswechsel gibt, mal wie bei den diktatoren als geschlossenen raum, da braucht es den blanken zufall, wie eine nicht gesprengte brücke und eine unter einen tisch geschobene aktentasche (20. juli).

der rundgang ist recht leseintensiv, da ist dann jeder für sich im eigenen tempo durchgelaufen, in manchen museen kann man sich gut über die kunst unterhalten, wenn man mit freunden durchläuft, in anderen ist man sich selbst überlassen, ob diese wirkung teil der überlegung beim gestalten sind? es war aber auch einfach zu voll und zu eng, um eine weile herumstehen und nachdenken zu können. nachher haben wir uns noch auf einer bank am ausgang unterhalten, wurden aber rausgeworfen, da 18 uhr.

zur wahrnehmung von geschichte via mikrobi einen text gefunden, über den gefühlten frieden in der ddr.

plane ein wochenende in leipzig, solang der g.-zwilling da praktikum hat, er will mir die stadt zeigen, bin sehr gespannt auf seine auswahl. ich war noch nie in leipzig, unfassbar. werde dafür mein date verschieben müssen, aber kinder gehen natürlich vor. vielleicht sage ich es auch ganz ab, verspüre gewissen unwillen. vielleicht lieber auf den frühling warten?

überlege auch, die haaransatz nicht mehr nachzufärben. bei mir wird es an den schläfen grau, weiß bisher noch nicht, vermutlich, ich lasse es ja nicht so weit kommen. bisher entgraue ich eher fürs wahrgenommene alter im spiegel, und aus alter italienischer frauendisziplin. meine mutter ist immer noch blond, mit 88.

gestern besuch von einer alten freundin bekommen, die nach wien gezogen ist. wir haben geplaudert und gekocht, wein getrunken, sehr nett, das hat noch mehr spass gemacht als bloggen, eigentlich wollte ich noch ein bisschen über die ausstellung nachdenken, die ist nun auch schon wieder zwei tage her (es ist jetzt dienstag kurz vor 6 uhr), trotzdem habe ich sie noch im kopf, das ist schon ein erfolg des konzepts mit der konzeptkunst.

heute werde ich fasching feiern in einem kostüm, das vermutlich keiner der anwesenden erkennen wird, ich habe sogar extra neue batteriechen in meinen communicator gebaut. um einem sichtbaren verkleidungsgrad näherzukommen, werde ich dazu eine leuchtend blaue perücke tragen. es wird eine gaudi.

– tag 11

mit den freundinnen zunehmend krankheitsgespräche, bisschen sorge, vorgenommen, bei ende der akutphase corona damit wieder aufzuhören. vom diabetes rede ich ja auch fast nie. glaube, die angst verursacht diesen erhöhten redebedarf, der mir selber auf den keks geht, im blog stört mich das weniger, das kann man ja überlesen, hier darf ich’s sein. googeln hat jedenfalls ergeben, dass kreatinin im urin normal ist, was mir die ärztin ruhig hätte sagen können, jetzt bin ich enorm erleichtert, ich teste ja sonst nur den blutzucker. schnelltest heute wieder negativ, hab aber immer noch schmerzen. sehr froh über die impfungen, habe das gefühl, es wäre sonst schlimmer ausgegangen. hoffe sehr, dass ich übern berg bin.

habe seit über 20 jahren nur erkältungen gehabt und gelegentlich eine blasenentzündung (gegen die es eine impfung gibt, wer hätte das gedacht? es sagt einem niemand, was vielleicht daran liegt, dass die wirkung der impfung nicht bewiesen wurde) und einmal hochrisiko-hpv, das war auch unheimlich und ist zum glück wieder vorbei. ein grund gegen sex mit diesen seriell aktiven männern aus den datingportalen. ah, einmal nierenbecken-entzündung, fast vergessen. ich bin ein gesunder mensch, großes glück. hoffe, das bleibt eine weile so. beobachte, wie ich eher interessiert als ängstlich auf meine selbstwahrnehmung bzgl. corona gucke, der abstand durch rationalisierung ist da sehr hilfreich.

an den richtig kranken tagen tng geschaut, hat geholfen. ich glaube, alles in allem wäre mir das leben in einem raumschiff zu anstrengend.

hunde auf der tierheim-seite angeschaut, viele problemhunde mit bissvorfällen, viele listenhunde mit maulkorbpflicht, oft schwierige fälle. vielleicht ist das großstadttypisch? ich weiß, dass ich als ihk-zertifizierter hundemensch vermutlich freie wahl hätte (ich will und kann grade keinen hund, wollte nur mal schauen), aber es wäre dann hauptsächlich therapiearbeit, die da fällig wäre, wenig sorgloses miteinander. ich kann gewalt von hunden genauso schlecht ertragen wie gewalt von menschen. überlege aber, ein bisschen ehrenamtlich mit diesen hunden zu arbeiten, spazierengehen, vielleicht gibt es da eine möglichkeit, so ganz ohne hunde ist es auch doof. jedenfalls lieber ein welpe, wenn ich in 10 jahren oder so wieder tagesfreizeit habe.

grundsteuer gemacht, es war nervig, aber nicht so schlimm, über elster. beneide die italiener etwas, dort kostet nur die seconda casa steuern, also das wochenend- oder ferienhaus, weil das erste haus als grundrecht gilt, wenn man dort lebt. musste einige sachen ein paar mal probieren und habe nicht verstanden, warum es dann doch geklappt hat, besonders die quadratmeterzahl, die dann mit dem bodenrichtwert auf eine seite kommt, war nicht nachvollziehbar. nach ein paar versuchen, hat die seite meinen vorschlag akzeptiert. bin gespannt und befürchte sehr viel höhere steuern. sollte gleich meine anderen steuern auch noch machen, habe eigentlich spass mit formularen.

bester satz kam von einer freundin: wenn du wieder gesund bist, ist der januar auch vorbei.

+ tag 7

immer noch positiv, schmerzen besser, aber noch da, kann gut stehen, komme aber nicht gut hoch, wenn ich liege oder sitze. ich denke, es sind die nieren, ärztin beruhigt mich, es könne auch vom husten kommen, aber ich huste kaum und hatte noch nie muskelkater davon. das kann es nicht sein. bitteren geschmack im mund, eventuell nebenwirkung von paxlovid. urin weiterhin positiv auf kreatinin, nicht mehr auf leukozyten. sehe echt scheiße aus im moment, tiefe ränder, bleich, so richtig alt und krank. hatte vor allem angst um meine nieren, entscheide mich, es als corona-symptom wahrzunehmen, nicht als zeichen für baldige dialyse. diese angst ist das neue an corona, normalerweise sind krankheiten lästig, die moe war auch schmerzhaft, ich wusste aber, es geht vorbei. wie war das bei euch, wart ihr unruhiger als bei normaler grippe oder ähnlichem? großeinkauf liefern lassen, sehr angenehm, habe aber fast keinen hunger.

im hintergrund die provokationen durch russische propagandisten, die die zerstörung meiner welt herbeifantasieren, das fordert auch rationalisierung und verdrängung ein. was für eine welt das geworden ist. bisher kann mir gar nicht vorstellen, dass so ein paar noch lange nicht gelieferte panzer tatsächlich den krieg beenden können, würde es aber gern glauben. psychologische kriegsführung, da gab es doch mal einen asterix-band?

+ tag 4

immer noch kein fieber, husten wird bisschen besser, unterer rücken tut aber immer noch sehr weh, und ja, es könnten durchaus die nieren sein und nicht irgendwelche bänder. heute leukozyten und kreatinin im urin, mit so schnell bestellten teststreifen gemessen, das beunruhigt mich etwas, habe ich doch durch den ewigen typ 1 eh arg geforderte nieren. der ärztin gemailt und sicherheitshalber geduscht. sie hat mir heut früh paxlovid verschrieben, das nehme ich sobald der bote es bringt. d.-zwilling hatte bei seiner c.-erkrankung auch starken schmerzen im körper, die mit ibu und geduld nach 3 tagen vorbei waren, also hoffen wirs beste.

körper arbeitet

anstrengendsten arbeitstag ever gehabt. so kaputt, und es waren außerdem 9h statt 7, weil ich verpeilt hatte, meine spätschicht abzugeben, danach noch einkaufen, bin kaum die treppen raufgekommen, heute immer noch k.o., aber nach der dusche geht es besser, ich gehe also arbeiten, schon weil ich die kollegin nicht allein lassen möchte. erstaunlich, wirklich. habe vor, das wochenende über nicht aufzustehen. in zukunft impfen am donnerstag, freitag freinehmen, wochenende zum erholen.

jahresendfeiern

der kühlschrank ist zu voll, bin den mütterlichen reflexen erlegen. die woche hat keine tage, es ist hell, der himmel ist weiß, mich zieht nix irgendwo hin, vor allem ist der hustenreiz endlich nur noch tief unten spürbar, meine lunge ist wieder ein freier raum, der virus ist freilich weitergezogen zum großen, trotz maske, dauerndem händewaschen und lüften etc. es hätte nur die isolation geholfen, oder weihnachten absagen, es ist ja nur eine erkältung, ausrufezeichen, da hätte ich früher nicht mal drüber nachgedacht. ich hatte meine mutter zum daheimbleiben ermutigt, sie dann aber mit den kindern kurz besucht, weil mein schlechtes gewissen mir sonst den abend versaut hätte, dadurch war heiligabend ziemlich zerfranst. beim autofahren durch den wedding in den süden der stadt null weihnachtsgefühle verspürt, das ist mir aufgefallen, relativ viel verkehr. um halb neun wieder zuhause, dann war es aber noch schön, gutes essen, ein cremant, auf den ich mich richtig gefreut hatte nach wochen ohne alkohol. es gab das strahlen bei den geschenken, für das eltern alles tun, beim d.-zwilling sogar die überraschung. mit dem g.-zwilling über whatsappvideo gesprochen, er im grünen gras und im tshirt in der sonne, in einem hostel, deren inhaber jedes jahr für alle reisenden ein riesiges weihnachtsessen kochen, unter mithilfe der gäste. abends noch die gans in den ofen, mit hilfe der jungs, leider aus versehen ober- und unterhitze bei der ersten stunde bei 220°c, da darf es nur unterhitze sein, sonst wird das tier zu dunkel, dann um mitternacht auf 80° gestellt. die söhne sind um elf noch einmal ausgegangen, haben sich mit allen berliner freunden getroffen, waren erst in den frühen morgenstunden wieder hier. vor der gans haben wir dann nach dem frühstück zusammen alien geguckt, der d.-zwilling hat mir einen dicken und sehr schönen band mit den arbeiten von hr giger geschenkt, den ich als künstler gar nicht wahrgenommen hatte bis jetzt. sehr gefreut, über die idee, das geschenk, das filmgucken. die ganze zeit immer nach kurzem herumstehen k.o. gewesen, nicht gut im treppensteigen, etc. corona die ganze zeit negativ. am montag sind die beiden söhne zum vater, ich hatte pause.

sylvester war genauso wie weihnachten, wieder keine feiertagsgefühle, das war fast beunruhigend, manchmal fürchte ich, dass der lange diabetes auch die wahrnehmung und also meine persönlichkeit beschädigt, wie ein nagetier, das löcher hinterlässt.

hatte mich selbst auf eine party eingeladen („kannst du mich nicht mitnehmen?“), die freundin ist aber selber erkrankt, also wollte ich wie so oft allein was schönes machen, war dann aber über 4 stunden damit beschäftigt, den g.-zwilling vom flughafen abzuholen, dabei hätte ich es besser wissen können. bei der hinfahrt wollte ich diesmal aufpassen und die ausfahrt erwischen, die 2 sekunden nach dem dicht beschriebenen strassenschild kommt, das als einzigstes auf sie hinweist. nicht geschafft. wenn sie mal mit auto zum ber müssen, freiwillig fährt da ja niemand hin, dann fahren sie bitte unbedingt über tempelhofer damm, von da kommt man problemlos auf die a100, in neukölln ist es nur was für profis. es bräuchte training, nach drei oder vier versuchen bei tageslicht und gutem wetter kann es eventuell gelingen. aber wozu? ich war jedenfalls rechtzeitig um 17 Uhr beim ankunft- schalter, das kind kam mit nur einer halben stunde verspätung, sein gepäck allerdings gar nicht, was wir erst nach 3h fortwährender vertröstung („kommt im nächsten flug“) begriffen haben. wir haben also gewartet, bis ein ebenfalls gepäckloser fluggast mit familie und kleinkind, auch aus santiago kommend, von einem mitarbeiter an der gepäckausgabe folgende mitteilung erhalten hat: das gepäck ist in berlin, es wurde nur nicht aufs band gestellt, ein problem, was über 3 stunden lang niemand erkannt oder gelöst hat. g. hat eine verlustanzeige gemacht, ich habe 28 euro für das parkticket bezahlt und eine weile gebraucht, um wieder gute laune zu haben. eine mischung aus who cares, personalmangel, krankheit und schlechten arbeitsbedingungen. wie die familie aus santiago sagte, die eigentlich noch nach leipzig weiterwollten: very bad customer service

mir ist ein sehr aktiver reinigungsmann aufgefallen, der die ganze zeit in den makellos sauberen hallen auf- und abging, um hier staub zu wischen, dort ein papierchen aufzuheben, wenigstens einer hat also gearbeitet am flughafen.

zuhause ist der sohn sehr schnell auf seine parties verschwunden, ich wurde noch von einer nachbarin auf ihre party eingeladen, wo auch ein paar freunde waren, sehr netter abend noch. halb drei im bett.

das jahr war heftig, ich mache keinen rückblick, das gefühl: das bleibt jetzt so, wegen alter, weltlage, lebensumständen. weitermachen, in der hoffnung, dass es nicht schlimmer kommt, oder nicht so bald. wünsche euch allen einen guten start ins neue jahr. bleibt wacker.

re 7

mit dem 9€-ticket eine alte art des reisens wiederentdeckt, das einfach herumfahren und schauen, wo man landet, aussteigen, wenn der ort spannend ist, eine stunde länger bleiben, weil die sonne grad schön steht. all das habe ich nicht gemacht, weil ich einfach nicht auf die idee gekommen bin, weiß auch nicht warum, anders als millionen anderer leute, die das jedes wochenende tun. und millionen von rentnern, die es unter der woche tun, was ich bei meinem ostseebesuch in warnemünde gemerkt habe. eine dame im abteil neben mir sabbelte ununterbrochen mit ihrer freundin, zweieinhalb stunden lang lebensgeschichte, geschichte aller freunde, kinder, kindeskinder, es nahm kein ende. das ist mir auch aufgefallen, die menschen reisen meistens in gruppen oder zu zweit.

blick in den sonnenuntergang aus einem zugfenster

jetzt ist august, ich fahre bald in die ferien und habe nur vier trips gemacht, ich hoffe, das angebot wird wiederholt oder doch fortgeführt, obwohl die kapazitäten der regionalbahn wirklich an ihre grenzen gekommen sind. gestern bei der heimfahrt in roßlau-elbe gelandet, ich hatte einen zugwechsel verpasst, bin also versehentlich zurückgefahren, musste deshalb dort umsteigen und eine weile herumstehen. nach dem nächsten zug war der bahnsteig komplett überfüllt mit menschen, die auch auf den re7 nach berlin gewartet haben. es ist ein ansonsten verlassener bahnhof, mit einer einfachen bahnsteigbrücke aus metall, von den wartenden fotografiert zusammen mit den roten lichtern am bahnsteigende, von links leuchtete der sonnenuntergang. die alte doppeltür zum bahnsteig ist zugesperrt und vollgeklebt mit antimasken-flyern, sogar ein tweet von julian reichelt hängt ausgedruckt im fenster. ich fotografiere das und sehe dabei, dass in der bahnhofshalle dahinter ein großer tisch steht, an dem ich im halbdunkel zwei menschen erkennen kann, außerdem noch zwei schaufensterpuppen zwischen tisch und tür, topfpflanzen, kein licht, es ist schon kurz vor 21 uhr. die türen zum bahnhofsvorplatz stehen offen, das kann ich von der bahnsteigseite sehen, ich gehe um das gebäude herum, frage die beiden, ob ich das bahnhofsklo benutzen darf, oder ob das hier privat sei. die bahnhofsutensilien sind rausgenommen worden, bis auf eine theke an einer seite, es stehen vasen drauf, es sieht aus wie ein riesiges wohnzimmer, ein bisschen eingerichtet im stil der fünfzigerjahre, ein sofa, regale, der große tisch mit tischdecke. es ist nicht privat, sagt die frau, aber sie dürften diesen ort nützen, können hier auch schlafen, und klar könnte ich aufs klo. beim rausgehen werde ich um 50ct gebeten, die ich ihnen gerne auf den tisch lege.

auf der fahrt nach berlin im überfüllten zug dann doch noch sprachlich vergriffen, indem ich meinen nachbarn auf englisch gefragt habe, ob ich mal durchs fenster fotografieren dürfte, weil der sonnenuntergang einen perfekten farbverlauf von dunkelgelb bis tiefblau gezeigt hat. er antwortete, auf deutsch, ich könne gerne bilder machen, mit einem hauch freundlichem spott. jut. der mann ihm gegenüber schwankte derweil gefährlich, ist immer wieder mit dem kopf auf den tisch gesunken, wieder hoch gekommen, schob die ganze zeit seine beine und füße herum und guckte dabei aus großen pupillen ins absolute leere, eine droge, dachte ich, jedenfalls ging es ihm nicht gut. neben dem müden, und mir gegenüber, sass eine sehr, sehr alte kleine dame im t-shirt und kurzen hosen, ganz mager und ein bisschen in sich eingerollt, ihre füße in sandalen, und nur die füße sahen nach strasse aus, und ihre paar beutel vielleicht noch. auf der anderen seite des ganges eine hochschwangere im pinkfarbenem bodenlangen kleid, reich mit goldtrassen verziert, die haare geflochten, mit zwei kindern, vielleicht 5 und 8, mit denen sie auf französisch sprach, schnell, spöttisch, laut, bis das kleine mädchen bitterlich anfing zu weinen, sie spricht weiter, das kind weint mehr, endlich erbarmt sie sich und ruft die kleine zu sich. ab dann habe ich sie nicht mehr angelächelt. neben ihr ein mann mit zopf, der die ganze zeit unbeweglich in bahnzeitschriften liest, oder zeitschriften zum thema bahnfahren, hochkonzentriert. er hat einen ganzen stapel vor sich. ein paar hunde waren auch da, die standen mit einer berliner familie, frau mit drei fast erwachsenen jungen leuten, weißblonder undercut, runde schultern, mit dieser soliden berliner warmherzigkeit, die jedes stundenlange herumstehen hinnehmen kann und dabei freundlich bleibt.

der re 7 ist schon sehr berlin.

gemerkt, dass ich auf den drei wochenendfahrten immer inmitten von andersprachigen leuten gesessen habe, türkisch, ukrainisch, französisch, tamilisch (vermutlich), englisch.

auf der rückfahrt von magdeburg letzte woche saßen mir gegenüber zwei gut gekleidete ältere gentleman, die „zum spazierengehen“ nach brandenburg gefahren waren, wie jedes wochenende seit dem ticket, wie sie mir sagten, ob ich auch spazieren gegangen sei? ich erzähle vom kindesbesuch, der eine der beiden erzählt dann, wie er seinen sohn in der türkei verloren habe, und seine frau, sie seien kurden. sein freund legt ihm die hand auf den arm, beide nicken, es klingt zeitlos, es ist ja auch für immer passiert. dann reden wir noch ein bisschen über das schöne wetter.

anstrengend war dabei nur die 14-köpfige großfamilie gestern auf dem stück zwischen wittenberg und jüterbog, die sich auf 5 plätze verteilte und dabei sehr, sehr lautstark debattierte, wer oben und wer unten sitzen sollte (vermute ich), weswegen ich die durchsage, dass der zug im pendelverkehr unterwegs ist, schlicht nicht mitbekam.

am alex ausgestiegen und den rest tram gefahren, dann müde ins bett.

nervendes, teil 1-3

wochenende. samstag 10 uhr, fühlt sich wie 9 uhr an, vabbeh, immerhin. ich habe heute gute laune, genieße den tag, freue mich auf den spaziergang nachher, will noch in den baumarkt, dann noch muttern versorgen, das wetter ist gut. frisur hält.

drei sorgentöpfe im regal, im ersten ist die weltlage, die ist ja wirklich besorgniserregend, das sickert so in den psychischen untergrund, es ist anstrengend, nichts ausrichten zu können dagegen und einfacher, alles zu verdrängen. der krieg hat einen despoten, dessen handlungen nicht vorhersehbar sind, aber beim klimawandel gibt es haufenweise möglichkeiten, die aus reinstem egoismus und aus profitgier nicht umgesetzt werden. es ist schwer, das mitanzusehen, nichts tun zu können, altruismus sollte vorgelebt werden, und es gäbe ja sogar eigennützige motive dafür, es geht ja um die zukunft von allen, auch um die der politiker und konzernchefs. wie albern sich so ein satz anfühlt, er ist so naiv in seiner selbstverständlichkeit, und macht nur fassungslos. ich lande bei diesen themen beim stoizismus (frierst du halt nicht nur im sommer, sondern auch im winter) und beim hedonismus (gegenwart genießen, sie kommt nicht wieder), verspüre aber einen gewissen stress.

beim diabetes war ich auch ein bisschen doomscrolling. ein anruf bei abbott hat nach zähem weiterfragen ergeben, dass der libre 2 allerhöchstens bis ende des jahres verfügbar bleibt, danach „muss er vom markt“, abbott ist in einen umfangreichen patentstreit mit dem konkurrenten dexcom verstrickt. der neue libre 3 sensor ist unhackbar, habe also einen termin gemacht für einen wechsel zu dexcom, obwohl deren nächster sensor eventuell auch so dicht sein wird. neue anforderungen durch die zulassungsbehörde in den usa bezgl. der cybersecurity ermöglichen den herstellern, jede offene stelle zu schließen, als nutzerin habe ich damit keine möglichkeit mehr, meine daten selber zu verarbeiten oder sie zu nutzen und bin auf die oft miesen programme der hersteller angewiesen. die werte sind dann schwer zu exportieren, zu vergleichen, nach eigenen kriterien zu durchsuchen, dem arzt vorzuzeigen etc. pp. hier mit mehr hintergrund ausgeführt. hoffnung gibt die bemerkung des autors, dass unhackbar für leute gilt, die aus finanziellen motiven hacken, die also aufgeben, wenn der aufwand nicht lohnt. beim loopen sind es existentielle und sehr persönliche interessen, da fällt das dranbleiben leichter. und dass die großen firmen, nach einer erfolgten zulassung durch die fda (food and drug administration), eventuelle lücken nicht mehr nachkorrigieren, weil sie kein finanzielles risiko bedeuten.

die looperei ist sicher die zukunft der t1-diabetes-therapie, inzwischen gibt es neben den selbstgemachten allgorithmen auch welche von der industrie, hier stellt jemand alle im letzten jahr angekündigten oder verfügbaren systeme vor. die meisten sind proprietär und kosten geld, dh. ich müsste dann ein bestimmtes insulin oder eine bestimmte insulinpumpe nutzen oder zb. 80 pfund mtl. dafür zahlen. damit steigt dann auch das interesse der firmen, den nutzern ihre zahlen nicht zur verfügung zu stellen. alles wird zu geld gemacht. man sollte in den louvre gehen und alle kunst verschenken, oder nee, die ganzen vorstände sollten etwas kulturell wertvolles herstellen und verschenken, und schauen, wie sich das anfühlt, oder jemanden glücklich machen, ohne etwas dafür zu erwarten oder zu verlangen, klar gibt es eine wasserscheide zwischen beruf und privatleben, aber bei einer krankheit gibt es diese trennung ja auch nicht. und danach sollten sie eine weile für die luft bezahlen müssen, die sie atmen, wobei das bestimmt auf lange sicht nur zu einer atemsteuer führen wird, so wie die welt grade läuft. love is the answer, ihr idioten bei lilly, die insulin in den usa unbezahlbar machen.

ich wünschte, ich könnte hacken.

außerdem noch genervt über das tarifrecht, aber mit weniger impetus, weil ich ja schließlich ein anderes leben hätte führen können. trotzdem ärgert es mich, wenn in anderen bundesländern monatliche zulagen durchgesetzt werden, dazu zusätzliche freie tage, und in berlin nichts davon ankommt. dabei fehlen deutschlandweit über 230.000 pädagogische fachkräfte, in berlin 7000, also weitaus mehr als menschen in kneipen oder flughäfen. das wird sich auch nicht ändern, niemand möchte einen so anstrengenden job für so wenig geld machen, aber berlin ist wohl wirklich pleite, wenn es nicht um flughäfen oder so geht.

so, husch husch ins körbchen, ihr nerven, auf zur ohne-hunde-runde.

9. juli 2022

d.-zwilling ist mit seiner freundin in ein paar tagen von münchen bis an den lago gefahren, auf einem rennrad aus dem keller der freundin. er wehrt meine bewunderung ab, war gar nicht so schlimm, bis auf diesen einen pass, dessen namen ihm nicht gleich einfällt, etwas mit ügen, sagt er, die freundin im hintergrund: splügen. ich war dagegen, weil er grade corona überstanden hatte, sie haben getestet, ob es geht, indem sie einen 30km-ausflug ins berliner umland gemacht haben. sonst kein training. ja. jugend ist zwar eine andere dimension, aber sie sind weitergefahren auf dem splügenpass, bis sie oben waren, das ist nicht nur jugend.

(wie der d.-zwilling mich mal um viel geld gebracht hat, als wir eltern runden zahlen sollten, für einen spendenlauf um die 400m bahn. das kind ist aus dem stand 12km gelaufen, auch untrainiert, dann hatte es keine lust mehr.)

30. mai 22

das erste mal im neuen job krank zuhause geblieben. fühlt sich merkwürdig erwachsen an. habe einen dieser infekte, die sich nach corona anfühlen, aber alle tests sind negativ. glaube inzwischen, dass ich es nicht kriegen werde, aber das dachte d.-zwilling auch, und der hat es jetzt.

wenn ich allein zuhause bin, rufe ich manchmal nach emma, weil es sich so vertraut anfühlt, und weil sie immer gekommen ist.

zwischendrin das bedürfnis, mein leben zu gestalten, etwas erreichen zu wollen, schaffe es kaum, einen spielraum dafür zu sehen, eine fuge, wo noch bewegung möglich ist. das meiste hält von alleine fast zu gut, wenn auch eher von außen. wo du hingehst, da bist du dann. vielleicht fehlen mir aber auch bloss die hunderunden, die rituale, die gespräche mit den hundemenschen, die täglich erlaufene stadt. habe tatsächlich mehr stillstand als früher.

die liebe ist ja auch so ein veränderungsimpuls, ein bewegungsdrang, vielleicht sollte ich statt hund wieder einen mann suchen? der macht dann aber noch mehr arbeit. ich merke auch, dass ich wirklich gern allein bin, und warum jetzt wegen der generischen annahme, dass sich das im alter nochmal ändert, die jahre bis dahin auch schon hergeben? sich richtig zu verlieben, alles geben wollen, alles nehmen können, das wäre schön, aber ich kann mir das nicht mehr vorstellen, es ist zu lange her, und der aufwand mit den portalen immer, nee.

den neuen knausgård angefangen, lese ihn sehr gerne, bin gespannt, wie er sein neues thema klimawandel im fluss unterbringen wird. bisher wirken seine ideen dazu wie diese momente, wo im film die normalität plötzlich kippt und das unfassbare eintritt, eher wie phantastische oder scifi-elemente, ohne bezug zum bis dahin erzählten, eher deus ex machina als homo factus. man liest das und denkt so: hm? bin gespannt, wie es weitergeht.

somatismen

mitten in der woche nach greifswald gefahren, zu einer theaterpremiere. die freundin hat irreparabel inszeniert, ein stück von sergej gößner fürs junge theater, mit zwei großartigen schauspielern, hauke petersen und philipp staschull. zwei teenager mit behinderung, einer nach unfall, der andere nach ms, und wie sie sich begegnen, der eine schon seit jahren krank, der andere in der ersten phase nach dem unfall. wild, schnell, dabei charmant und zart, es gab keine phrasen, keine betulichkeit, die beiden jungen schauspieler ganz traumwandlerisch in ihren nuancen. ein schnelles stück, in dem viel passiert. superbühnenbild, mit traumwolken, die von den akteuren heruntergeholt werden, von yvonne marcour. danach premierenfeier, ohne publikum, in meckpomm gilt ja noch corona. die bühnenbildnerin trug ein schwarzes oberteil im stil der boss-bluse, von der neulich mal die rede war, aber mit weniger falten und halblangen armen, sehr elegant und viel frischer im stil als das teil von boss. seitdem denke ich darüber nach, mal wieder mehr auf meine optik zu achten.

(a propos, heute brief von der krankenkasse, „Aus einer der letzten Dokumentationen ihrer Arztpraxis geht hervor, dass das Thema Schädigung der Augen für sie interessant sein könnte.“ – hatte überweisung zur jährlichen untersuchung mitgenommen. diese sendungen scheinen wie eine art spam zu funktionieren, ich wette, da hat kein mensch drübergelesen.)

am nächsten tag mit dem auto der freundin ans meer gefahren, herumgelaufen, versucht, da total im jetzt zu sein, das kann ich ganz gut inzwischen. es hat geregnet, luft und wasser, der weite blick zum horizont, ich war 60 minuten da und es fühlte sich an wie ein halber tag. der blick aufs meer führt zu ruheinseln in meinen schläfen, als hätte ich die augen geschlossen dabei, so eine stille und leere, eine entspannung, die sonst nur im schlaf gelingt.

in der bibliothek der freundin herumgeguckt, ein buch zur körpersprache gefunden (ich glaube, dieses), dort erst die bewegungsmuster von kleinkindern nachgelesen, dann berichte von therapeutInnen über ihre klienten. sehr faszinierend alles. vielleicht ist die stille meines körpers ein symptom und nicht einfach eine phase, der rückzug aus bedürfnissen. dinge, in denen ich gern besser wäre, haben ja alle einen anker im körperlichen. ich spiele fast keine gitarre mehr, ist ja auch ein mangel des körpers, der aufstehen sollte, die gitarre nehmen, sich wieder hinsetzen, zu spielen beginnen könnte, weil es wohltuend ist. oder zu tanzen beginnt, oder klimmzüge übt. wie aktivierend bewegung ist, merke ich ja durch das fahrradfahren und herumlaufen und allgemein das viele hin- und her im berufsalltag. die kiste mit prokrastiniertem mal vom körper her denken, und nicht von der psyche. ich hatte so ein ping! im bewusstsein dabei. irgendwas ist da. interessant.

nehme meinen körper meistens über den diabetes wahr, der andauernde und häufig frustrierende beschäftigung einfordert, es gibt gründe dafür, wenn es wieder mal nicht gut läuft, seit fast 2 jahren die wechseljahre, usw. usw., und jede idee hilft immer nur einen moment. ein instrument lernen wäre bewegung, entwicklung, ein weiter wurf, ein einsatz, aus dem etwas entstehen soll. das traue ich mir und meinem körper gar nicht mehr zu. vielleicht sollte ich wirklich wieder üben.

auf der rückfahrt waren ukrainerinnen im zugabteil, wollte ihnen irgendwie ein zeichen der unterstützung geben, aber kam mir dann blöd vor. einmal gingen zwei sicherheitsleute mit einer uniform und warnwesten durch den zug, große, breite junge männer, und haben leute irgendwas gefragt, weiß nicht was es war, vielleicht ging es um die impfausweise? da haben sie sich kleiner gemacht, weggesehen, vielleicht hab ich mir das aber auch eingebildet. bei der kartenkontrolle haben sie dem schaffner ihre pässe gezeigt, er sagte: das geht in ordnung

kw 3 2022

mir fallen immer wieder dinge ein, die ich bloggen könnte, aber ich vergesse sie wieder, weil mein alltag offline stattfindet. ich nutze das handy tagsüber fast nur für den diabetes, und abends, zuhause, ist es dann dunkel. da kommen dann dinge von draussen rein, wie filme oder mails, aber ich habe kein bedürfnis, etwas rauszuschicken. mein kopf wird gehalten von der dunkelheit, alles ist auf pause gestellt.

wie ich gestern meine superduper taschenlampe repariert habe, nachdem die batterien ausgelaufen waren.

schönen film gesehen, mit m., drive my car, von ryusuke hamaguchi. film über die kraft der kommunikation, des kontakts über sprache und nähe und zeit. wie das wichtige dabei sich mitteilt, weil wir menschen sind, egal, ob wir in zeichensprache oder japanisch, englisch oder koreanisch miteinander reden. in der nyt wird sehr schön aufgedröselt, was den zauber ausmacht, lest das aber lieber nach dem anschauen, es wird gespoilert. eine fahrt durch japan in einem wunderbaren roten saab aus den achtzigern glaub ich, den ich sofort auch haben wollte. ich hatte mal einen käfer cabrio aus den siebzigern, an den denke ich seitdem, obwohl er für gespräche fast zu laut war. nach einer stunde oder so ist der prolog vorbei, es laufen namen übers bild, ich war kurz traurig, dass der film schon wieder aufhört und hab mich gefreut, als er danach noch zwei stunden weiterging. er hätte gern noch paar stunden länger sein können. schaut ihn euch an.

die langsame und meinem urvertrauen widerstrebende realisierung, dass dem senat die gesundheit der kinder und erwachsenen in schule und kindergarten völlig egal ist. gestern gelesen, dass es für kontaktpersonen keine quarantäne mehr gibt, „um die gesundheitsämter zu entlasten“, damit „gute leute anderes tun können“, so im tagesspiegel. ich kann ja mal überlegen, ob ich auch anderes tun will, als unter diesen bedingungen zu arbeiten. pcr-tests soll es auch nicht mehr geben, wenn man sie nicht selber bezahlt, was empfehlenswert ist wg. möglicher spätschäden. call me naive, aber ich bin wirklich einigermassen erschüttert darüber. als nächstes sollen bestimmt symptomlose positive weiter arbeiten kommen.

corona warn app hat seit 31.12. dauernd rote kachel.

wenn mir heute noch wieder einfällt, was ich bloggen wollte, schreib ichs noch hin.

kw 48

ich bin beruflich hauptsächlich mit ungeimpften kleinkindern zusammen, deren geschwister teilweise schon in die schule gehen, rechne also damit, corona zu bekommen, eher bald, hoffentlich erst nach weihnachten, wenn die mieterin wieder weg ist und kein besuch mehr kommt, und vertraue auf den schutz meiner 3 impfungen. weiterhin täglich testen. drücken sie mir die daumen.

absurder umgang mit corona. dazu das gefühl, dass die meisten dramatischen gefühlslagen nachvollziehbar sind, umso weniger verstehe ich es, warum man bei so hochsensiblen und existentiellen sorgen nicht die wissenschaft entscheiden lässt. es wäre so einfach. es gibt richtigen und falschen umgang mit der pandemie, jetzt mal angenommen, man will sie beenden. meiner wahrnehmung nach werden die entscheidungen über den umgang mit corona dem/der einzelnen überlassen, die dann nur noch reagieren können. der leitung von krankenhäusern oder von schulen oder betrieben. die pandemie läuft halt so vor sich hin.

die wohnung ist kaum geschmückt, kein drive dafür da. eine nichte ist zu besuch, also gibt es einen adventskalender, aber keine sterne mehr am fenster, keinen beleuchteten schnickschnack, der irgendwie für sich stehen würde, dem in meiner stimmung nichts entspricht. nehme mir vor, weihnachtsgefühle zu entwickeln, wie etwas, das sich so gehört, kann mich eventuell auf meine sentimentalität verlassen. mal schauen, ob ein funken springt.