georgie fisher und laura guidi im artliners

foto: gaga nielsen
foto: gaga nielsen

ein laden wie ein kleines wohnzimmer, vorne eine bar, hinten eine bühne. wer will, darf drauf, so lese ich das programm, aber heute feiern sie ihr 12 jähriges und haben ein paar special guests eingeladen. das publikum passt, ein haufen ältere -, klingt doof, sagen wir: erfahrene kämpen, männer wie frauen, sie kennen sich untereinander. jeder raucht tabak, kann mir beim anfragen die marke aussuchen, soviel luxus hab ich selten.

foto: gaga nielsen
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georgie fisher ist die erste auf der bühne, eine liedermacherin aus australien, zwischen mitte zwanzig und anfang dreissig schätz ich sie, eher jünger. sie kommt von der strassenmusik und hat ihr publikum im griff, also den teil, der zusieht und nicht an den drei tischen miteinander redet. die texte sind geschichten aus ihrem leben, über die liebe, die städte und die musik, sie sind in ordnung, und gute musik hat sie dazu geschrieben, mäandert damit an den texten entlang, es wirkt frei und leicht, wie grad erfunden. ihre stimme ist schön rauchig und ziemlich vielseitig, auf ihrer webseite beschreibt sie sich so: tabak, whisky, in honig getunkt. hab ich gleich einen schönen, alten lagavulin im kopf. hätte da gern mehr von gehört. sie hat cds dabei, für die ich ihr gerne hinterherlaufe, edel aufgemacht, mit einem gezeichneten wolf auf dem cover, mein eindruck so: sie meint das ernst mit der musik und ihr weg ist frei, hoffentlich, wär doch gemein, wenn solche frauen es nicht schaffen. heute beim hören gefällt mir ihre bühnenperformance aber besser, ohne drums und so weiter, ihre stimme hat genügend facetten und möglichkeiten, die begleitet sich selber am besten. auf der cd klingt ihre stimme weniger klar.

foto: gaga nielsen
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bei ein paar liedern auf der bühne kommt eine freundin dazu, wieder so ein stimmwunder, die italienerin laura guidi, sie singt auch eigene lieder, mit ein paar guten textzeilen über das leben mit tinder und mit viel love. sie hätte summertime singen können, die ganzen klassiker, hoffentlich versucht sie das mal. beeindruckend. gibt es viele solcher stimmen?

die anderen beiden acts hören wir nicht, weil wir draussen ins plaudern geraten sind, dabei den bewegungen von jungen demonstranten und einem grossen haufen polizeiwannen zuschauen konnten, hin und her, mal mit, mal ohne sirene. das pralle leben, dazu grillwürstchen und büffet für einsfuffzig. optimaler berlinabend. zuhause war ich schon um kurz nach zwölfe, von den zusammenstößen hab ich erst heut früh gelesen.

 

2 Gedanken zu „georgie fisher und laura guidi im artliners“

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