2. mai 20

gut war in der letzten woche der moment, als auf dem bildschirm des g.-zwillings das windowsfenster aufleuchtete. der rechner war zwei jahre kaputt, bzw. gar nicht kaputt, nur die festplatte war hinüber. kind hat sich nicht gekümmert, also hab ichs übernommen, neue ssd gekauft, die festplatte vom identischen rechner des d.-zwillings geklont, läuft wieder, ich liebe ja einfache lösungen. sie verhandeln, ob der g. die ganzen spiele vom d. löschen muss oder nicht. war ihr konfi-geschenk, 5 jahre alt, also nicht mehr taufrisch.

schönen langen spaziergang gemacht, mit hund und eis und freund, die gesellschaft von freunden fehlt wirklich. bin mit einer freundin oft zum aperitiv ins misirlou gegangen, all’italiana, ohne aufwand für ne leicht verlängerte dreiviertelstunde sitzen, leute gucken.

die leise und nicht unangenehme aufgeregtheit wg. der berliner feierlichkeiten zum ersten mai ist diesmal vollkommen ausgefallen. zum ersten mal in, ähm, 33 jahren berlin. es ist mir erst heute aufgefallen.

die trauer um m. begleitet mich weiter, im hintergrund, wenn ich zur ruhe komme oder anhalte und hinschaue. mein bild von ihm, die erinnerung an stimme, stimmung, persönlichkeit von m. ist noch völlig unversehrt. ich kann mir nicht vorstellen, wie es für die familie ist, dann glaube ich wieder, es mir doch vorstellen zu können, habe als referenz aber nur die angst vorm tod eines liebsten zur verfügung, dahinter versagt die empathie. die verunsicherung bleibt, so schnell kann es gehen, ein ruf zur ordnung ist es.

für die beerdigung hat die familie ein lied verschickt, dass alle freunde und verwandten spielen können, wenn der sarg ins grab gesenkt wird. haben wir gemacht, auf dem balkon stehend, es war sehr intensiv, ich konnte mir den großen kreis vorstellen, er ging über kontinente. möge die erde dir leicht sein, wollte ich ihm über seine angehörigen noch schreiben, habs vergessen, jetzt wird der satz zu einem winzigen haufen pixel in der unendlichkeit des universums, und ich bin nicht unterzuckert. es sind alles nur worte, mehr haben wir grad nicht.

großeinkauf heute mit langer schlange, einer raus, einer rein, die einkaufswägen gingen von hand zu hand. hatte handschuhe an. versuche, mehr mit den augen zu lachen, vergesse es manchmal und reagiere mimisch gar nicht, fühlt sich unhöflich an. bei rewe alle mit maske, im laden schieben sich die leute aber manchmal recht eng aneinander vorbei. nur wenige mit handschuhen. es gibt wieder genug ware.

2 Gedanken zu „2. mai 20“

  1. Ich verzichte mittlerweile auf die Handschuhe beim Einkaufen, weil ich merke, dass es für mich tatsächlich einfacher ist vor und nach dem Einkaufen die Hände zu waschen und zwischendrin zu achten, als mit den Handschuhe zu hantieren.

  2. aber eine zeitlang hast du handschuhe benutzt?

    ja, verstehe ich, mit dem rad oder zu fuß würd ich das auch so machen. ich fahre grad nur einmal die woche zum großeinkauf, meistens mit dem auto, ziehe die handschuh vorm supermarkt an und kann sie, nach dem wagen zurückbringen, vorm losfahren wieder ausziehen, waschen geht unterwegs ja schlecht.

    freu mich drauf, wenn das vorbei geht.

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