4. november 2020

grad der große per voicemessage: „ich weiß noch, wie wir letztes mal, das war ein freitag, morgens ab 5, 6 uhr vorm fernseher sassen, und es war genau wie heute, michigan und wisconsin waren auch wackelkanditaten, und ich musste dann zur schule und hatte englisch-doppelstunde, und da haben wir das dann weitergeguckt.“ – ich hatte den wochentag vergessen und weiß nur noch, dass es auch eng war. zumindest erzieherisch war der move damals richtig, die jungs sind die ganze zeit dabei, werfen zahlen und prozente in den chat, ich weiß allerdings nichts genaues über den anteil prokrastination dabei. ich frag natürlich auch nicht. stimmung um 18:00 bei mir unentschieden, aber optimistisch, schon weil es noch offen ist. der hund war beim tierarzt und bekommt etwas gegen blasenentzündung, man weiß aber nichts genaues.

was für ein tag. mein gefühl ist gut, biden wird es schaffen, ich würde wetten abschließen darüber, auch, weil es bisher mit den auszählungen wie erwartet verläuft, die briefwahl eher für die demokraten, die direktwahl eher trump. es zählt natürlich nicht, wenn der t. durch einen coup gewinnt, dann habe ich trotzdem gewonnen. dass die reps die auszählung der stimmen in pennsylvania nach der wahl stoppen wollen, obwohl sie die auszählung vor der wahl verhindern wollten (oder verhindert haben), geschenkt. es ist alles nicht mehr feierlich, ich werde mich anstrengen, mich nicht daran zu gewöhnen. ich hoffe, das land verkommt nicht weiter zur räuberpistole wie einige länder südamerikas in den 70-80er jahren, mit all den opfern, die sowas kostet.

vorhin hatte ich hier einen wetteinsatz stehen, der war aber eher ergebnis meiner abendlichen wiederaufregung mit dem wahlthema. ich werde keins meiner wiedergefundenen langweiligen schlimmen liebesgedichte aus den achtzigern hier veröffentlichen, egal, was passiert, keine sorge. sie können ihre aber gerne in die kommentare stellen, mir und den anderen lesern zur erbauung, denn nicht vergessen: love rules.

ach, das ist aus einem gedicht von ingeborg bachmann, „reklame“, das beschwört die sorglosigkeit als ein leeres versprechen, das wir brauchen, freilich etwas zynisch in diesem weltuntergangsszenario grade. lässt sich nur als foto hier reinstellen, mit den blöden wordpress- blöcken bekomme ich es anders nicht hin, die sind SO ein nerviges system, habe es jetzt eine halbe stunde versucht, vielleicht ist in der zwischenzeit schon die wahl gewonnen.

es stellt sich natürlich bei aller gerechtfertigter panik die frage, ob der klimawandel wirklich noch aufzuhalten ist, oder ob die industrie ganz unabhängig von den regierungen da nicht sowieso zu profitorientiert und desinteressiert für ist.

5 Gedanken zu „4. november 2020“

    1. editiert: danke, ein prima überblick, leider nichts für gedichte oder einzelne vers-zitate. man kann innerhalb des blocks die formatvorlage „vers“ wählen und hat dort die wahl über links-mitte-rechtsbündig. wenn man den text auch kleiner haben möchte, sollte man in der html-ansicht das attribut händisch mitreinsetzen, also hinter die block-formatangabe noch „has-small-font-size“ mitreinschreiben. früher habe ich die einfach irgendwie in html hingewurschtelt, das geht mit den blöcken nicht mehr auf die schnelle, also nicht für ahnungslose wie mich. mit zeit werde ich mir irgendwie was zusammenbasteln.

      1. Ja, für sowas wie Lyrik sind sie leider noch nicht wirklich gut. Ich nutze zusätzliche Blöcke als PlugIn, aber auch da ist nichts richtiges dabei. Ich hoffe, dass sich das noch entwickelt.

  1. es stellt sich natürlich bei aller gerechtfertigter panik die frage, ob der klimawandel wirklich noch aufzuhalten ist

    Auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) im Jahr 2008 in Jena hat ein Klimasoziologe vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung vorgerechnet und erläutert, dass und warum das nicht klappen werde. Um das 2-Grad-Ziel noch einzuhalten, sagte er, müssten wir im Grunde auf der Stelle sämtliche CO2-Emissionen auf null herunterfahren, was aber nicht realistisch sei.

    1. es ist so. die menschheit passt sich zu langsam an und zeigt kein interesse daran, den weg zu beschleunigen, nur der klimawandel wird immer weiter beschleunigt, egal, wohin man sieht, die schritte sind zu klein, das schlimmste dabei ist diese notwendigkeit, alles immer schon von hinten, von der katastrophe her betrachten zu müssen, weil niemand etwas tut, um sie aufzuhalten. wie es ausschaut, werden schon meine kinder betroffen sein, nicht erst meine eventuellen enkel. es ist alles ein elend.

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