hundetrainer wozu?

ich suche ja immer noch nach einem neuen modell, um mein hundewissen anzuwenden. diabeteshunde habe ich noch im kopf, es finden sich auch bestimmt diabetiker, die hunde lieben und gerne einen ausgebildeten begleiter an ihrer seite hätten, aber ob es genug davon in berlin gibt? die interessenten, die ich hatte, sind alle abgesprungen. ganz unglücklich bin ich darüber nicht, haben doch einige der besten fachleute zweifel an der möglichkeit einer solchen ausbildung geäußert, oder hatten sie nur zweifel an meinen fähigkeiten dazu? gäbe es noch nachfrage, wäre mir das ansporn und nicht, also nicht nur, hindernis. es gibt viele diabeteshunde auf der welt. mehr berufspraxis brauche ich aber sowieso.

ich könnte hunde auf italienisch unterichten, es gibt genug davon, oder in zeichensprache, trickdogging machen, alles mögliche, mir fehlt aber noch ein bisschen ein über das tier hinausgehender aspekt, den ich mit den diabeteshunden mühelos mit im boot hatte. filmhunde.

oder im therapeutischen bereich bleiben. in potsdam hat es am 19.6. einen fachtag zum thema „tiergestützte therapie“ gegeben, die ihk entwickelt eine ausbildung, die auf die bedürfnisse von allen betroffenen hin ausgerichtet ist, tieren, klienten, therapeuten, mit unklarem inhalt. was soll vermittelt werden, wird es überschneidungen geben mit der ausbildung, die schon angeboten wird, soll es eine art aufbaustudium werden? eine psychologin im publikum betonte mit einigem engagement, dass ein hundemensch ohne eine therapeutische oder pädagogische ausbildung niemals direkten zugang zu klienten haben dürfte. ich müsste mir dann jemanden suchen, der als therapeut mit hunden arbeiten will. aber wer soll das bezahlen? kassen machen das vorerst nicht.

die sehr, sehr junge tierärztin im veterinäramt, die mein zertifikat als sachkundenachweis akzeptieren soll, will von therapeutischer arbeit nix hören. „nein, da müssen wir dann erstmal sehen, das können sie jedenfalls nicht machen. wenn sie mit den hunden in den sozialen bereich wollen, müssen die geprüft werden, da gibt es doch stellen …“ – sie irrt sich, hoffe ich, es gibt jedenfalls weder im tierschutzrahmengesetz noch  in der genehmigung*  einschränkungen, die eine ausbildung von therapiehunden ausschließen. immerhin wird das ihk-zertifikat problemlos anerkannt, im gegensatz zu vielen anderen kursen (seit letztem jahr ist ein sachkundenachweis zwingend notwendig, es gibt viele private anbieter von schulungen dafür, in sehr unterschiedlicher qualität).

schaumermal. es dauert alles viel zu lang.

*auf die ich leider noch warten muss und also noch nicht weiß, was genau drinsteht

mi. kleines gejammer.

müde und in lebensgeschichtliche verwirrung verstrickt. muss mir schon wieder einen neuen job erfinden, bin noch auf dem weg mit der hundesache, aber der job, für den ich mich ausbilden lasse, ist überflüssig geworden. 5000€ stecken schon drin, knapp über 1000€ werden es noch sein, danach bin ich nicht wie geplant und erhofft die einzige ausbilderin von diabeteshunden in berlin, sondern eine von dutzenden hundetrainerinnen. diese tierjobs sind was für leute mit partnern, für ehefrauen, sind ja fast nur frauen im kurs. eine supertolle trainerin hat in einem jahr nur drei kunden binden können, und sie ist gut, jung und energetisch. hätte gern etwas sicheres in reserve, auf das ich zurückgreifen kann. hätte, hätte, fahrradkette.

nutzt alles nix. ich weiß ja, wie ich gerne arbeite, im team, nicht alleine, und werd mir jemanden suchen, mit dem ich ein konzept entwickeln kann. die antriebslosigkeit überwinden, in die mich müdigkeit und frust und wechseljahre und diverse mängel hineinbringen wie in einen hafen. der merkwürdige trost am grossen anteil eigenverantwortung an meiner situation, als ob ich dann auch alleine wieder rauskäme, sobald ich nur einen startschuss setzen kann. egal was, es ist immer allein. jetzt warten, dass der frühling den schalter wieder umlegt.

 

kw 38

mit der schwester ein paar tage verbringen, sie begleitet ihre tochter, die nach berlin gezogen ist. wunderbar, wir verstehen uns wortlos und sehen uns viel zu selten. wir spazieren herum, mitte und prenzlauer berg, ich wundere mich über die touridichte und die menschenströme auf den strassen. die kunstwerke lassen uns und andere vorzeitig in ihre neue ausstellung, etwas über die sehnsucht nach dschungel, gelungen ist sie, eine empfehlung, ein paar sehr sehenswerte arbeiten über phantasie, natursehnsucht und modernes leben. einen laden für hundezubehör entdecken wir, mit eleganten leinen und schönem anderen kram, kaufe nix, weil ich alles schon habe und in einem soliden pragmatismus lebe.

ein abend mit freunden, einer mit docbuelle und s., in alter tradition im due forni, sehr schön und warm. freut mich immer, wenn ich meine römische schwester mit in meine zusammenhänge bringen kann.

gestern dann ein paar museen, die ausstellung im dhm zu homosexualität_en, sehr lehrreicher überblick über den umgang mit schwulen, lesben und transmenschen in den letzten 200 jahren, mit vielen sehr persönlichen videozeugnissen (wie heissen selfies als video?) übers coming out, jeder menge teils so skurriler wie finsterer objekte aus der langen geschichte der gesellschaftlichen ächtung. leider war der katalog sehr chaotisch aufgebaut, bild nach bild nach bild, ohne eine erkennbare struktur, ansonsten hätte ich den für die jungs mitgebracht, die sind ja noch ein bisschen in limbo und bestimmt neugierig. großartiger neubau von i.m. pei ums zeughaus herum, war da irgendwie noch nie mit vollem bewusstsein drin, sehr repräsentativ und großzügig, elegante toiletten, mit glastüren und marmorbecken, alles sehr edel da, klar hab ich als mutter sofort die schulen und ihre miserable ausstattung im kopf, aber das dhm ist ja eine stiftung des bundes und steht ausschliesslich in der öffentlichkeit, anders als die schultoiletten, in die ja nicht mal die schüler gehen.

über die linden ging eine größere gruppe menschen mit weissen kreuzen, abtreibungsgegner, of all things, dass die immer noch so laut werden wollen! es waren sogar frauen dabei, und sehr viele polizisten. bei der abschlusskundgebung, die wir hören, als wir uns vor dem dhm noch vor dem regen unterstellen, spielen sie eins der schöneren kirchenlieder, „von guten mächten wunderbar geborgen“, weil bonhoeffer sich wohl in seiner ethik gegen schwangerschaftsabbrüche geäußert hat, was mich überrascht. aneignung von schönen liedern übers aufgehobensein, um eine praxis der entrechtung und lebensverändernder übergriffigkeit zu propagieren, sehr unangenehm manipulatives vorgehen.

hab mir für den tag mein rennrad vom großen ausgeliehen, fand es schwer bremsbar (bremsen viel zu weit vorne am lenker) und war wahnsinnig schnell damit, auch beim bergauf fahren alle überholt, wie von selber ging das, meine langsamkeit liegt wohl doch am ollen tourenrad und nicht nur am alter. es hat geregnet, doof ohne schutzbleche, habe aber mein guccitäschchen über dem hintern platziert und so stilvoll mich und die anderen geschützt, rennradfahren ist schon etwas für eher zierliche gesäße.

 

eins null

twoday

10 jahre hotelmama, wer hätte das gedacht. vielen dank fürs lesen und kommentieren und verlinken, für die freundschaft und für die drinks!

ein paar gute texte sind dabei, vielleicht kommen auch noch ein paar, ich bleib dran und mache einfach immer weiter. bloggen ist die perfekte form der öffentlicheit für solche wie mich.

fäden

der feedreader, in dem ich den spanischen comiczeichner entdecke, der in berlin lebt, einer italienischen zeitschrift ein interview gibt, illustriert mit einem bild aus dem neuen roman des zeichners, auf dem die kreuzung danziger/pappel/schönhauser zu erkennen ist, da lauf ich fast täglich vorbei.

eine woche lang überhaupt keine freizeit gehabt, um 7:15 aus dem haus, um 18 wieder da, um 18:30 wieder los, um 21 uhr wieder da, dann noch einkaufen und haushalt, ich mache eine fortbildung, in potsdam. der sehr gute dozent sagt im nebensatz, dass bei selbstständigkeit 16h am tag normal seien, er beschreibt seinen tag mit den vielen projekten, „abends noch ins büro“, ich höre den ins selbstverständnis einmimetisierten stolz heraus. eine frau aus dem kurs, wir sind fast nur frauen, erzählt daraufhin die geschichte vom fischer am strand, eine andere sagt, sie wolle eigentlich eine berufliche neuorientierung, um keine 80-stunden-wochen mehr zu haben, die anderen frauen nicken und lächeln ein bisschen in sich hinein. guter kurs. es hilft wahrscheinlich, wenn man dabei geld verdient, statt welches auszugeben, aber mir ist so ein leben ebenfalls unvorstellbar. man gewöhnt sich bestimmt daran, um halb sieben morgens mit dem hund rauszugehen, mir ist auch jedesmal jemand begegnet dabei, der das auch tut, aber man, das ist doch kein leben, wenn jede minute immer nur nach vorne gelebt werden muss, mit dem ganzen körper, wenn alles immer nur umsatz ist, das geht doch nur, wenn außer dem finanziellen auch der psychische gewinn dabei immens und notwendig ist. und wenn man jemanden hat, der einem den alltag abnimmt, ich jedenfalls bin nach so einer woche ganz unverhältnismäßig erledigt und freue mich sehr, dass meine liebsten beschäftigungen weit ab vom geldverdienen situiert sind, bisschen zuweit ab, gut, sage ich mit freundlichem schulterzucken noch hinterher.

am ende der woche hab ich dann gemerkt, dass eine sbahn später auch noch reicht. eine halbe stunde mehr morgens ändert schon sehr, sehr viel.

meine schwester kennt den hundemenschen cesar millan und ist als voluntaire bei seiner show dabei, was mich sehr freut, weil sie nach berlin kommt dafür. die behörden haben im umgang mit dem mann, den nicht jeder mag oder mögen muss, ihren mangel an gastfreundschaft sehr deutlich bewiesen, wie man lesen kann. sehr kleinkariert, sehr bürokratisch, eher peinlich. ich hatte meiner schwester ein paar hunde vermittelt, die dabei auf die bühne sollten, daher.