3. april 2021

bisschen erschöpft, weil die anspannung nachlässt. ostern abgesagt. eigentlich hätten jungs und mutter nach tests zum traditionellen osterbrunch sozusagen mit vollem gebläse kommen sollen, jetzt will ich mir nicht auf den letzten metern noch etwas einfangen. erst daran gemerkt, dass ich eine mögliche infektion als wahrscheinlicheren weg aus der pandemie akzeptiert hatte. jetzt werde ich den vollen kühlschrank verkochen und den kram in einen picknickkorb packen.

gehe sonst ostern in die kirche, unvergessen das eine mal in einer kleinen dorfkirche auf rügen, wo mitten im gottesdienst 2 handys losgingen, in einem stillen moment, und beide zu meiner familie gehörten, und keiner außer uns hat gelacht. oder einmal im randvollen berliner dom, mit anschließendem lustwandeln über die museumsinsel, wie bürger einer anderen zeit. zur zeit bin ich eher auf der agnostischen seite zu hause, kann mich aber der dichten und bedeutungssatten geschichte um jesu tod nur schwer entziehen. sie wirkt.

der große könnte sich mit asthma bald impfen lassen, will aber eher nicht, weil der vater ihn vor den impfstoffen gewarnt hat. der vater redet viel, dauernd wohl, von irgendwas politischem, mit der bei solchen leuten berüchtigten menge an partikularwissen aus allen möglichen, aber keinen passenden bereichen. beim impfthema werde ich deutlich und geb meine meinung über den ex wieder: sein verhalten ist unentschuldbar. die zeit mit den söhnen in dieser so irre intensiven lebensphase ist unrettbar verloren. das freut den großen, weil ich das fast nie mache, beim thema vater immer neutral-informativ-wohlerzogen geblieben bin, vielleicht einen tick pathologisierend. auf twitter bekomme ich gute links mit argumentationshilfen (schön nach punkten sortiert auf Medical News Today, mit analogien zum programmieren in der c’t, hier auf youtube von den mythbusters). der große wird zwar schon vom vater mit filmchen und texten zugeschüttet und mag nicht noch mehr davon, ich hoffe aber, ich kann ihn überzeugen. geholfen hat mein hinweis auf die verquere argumentationsweise des vaters, damit kann ich den sohn auf eine metaebene bringen, die ihm vielleicht auch aus der hilflosigkeit hilft, [redacted]. kann mich aber angesichts der statistik auch wieder entspannen. bei vorsicht haben die söhne gute chancen, nicht angesteckt zu werden, oder nicht schwer zu erkranken, andererseits kommen 10% der positiv getesteten ins krankenhaus. vabbeh, wird schon werden.

in meinem alltag hat corona wesentlich weniger raum als hier im blog, da passen alle auf, folgen den regeln, man wechselt ein paar sätze zum thema und widmet sich wieder anderen dingen. wir haben uns alle dran gewöhnt, aber den kleinen bruch, den mein ausladen der kids, oder (bei kurzbesuchen) das maskentragen auch im haus bedeutet, spüre ich schon noch. ich spreche es an, mache witze drüber, damit der bruch sich nicht selbstständig macht und auf reisen geht, sondern schön an der oberfläche bleibt.

dieses jahr haben die kids für den ersten abends die ankunft von drei welpen erwartet, die notfallmässig für ein paar wochen versorgt werden müssen. zu meiner freude wurden alle wgs miteinbezogen, ich weiß natürlich, dass solche scherze, die auf wunscherfüllung abzielen, eher ein bisschen gemein sind, weil sie so gerne geglaubt werden, aber mir ist nix besseres eingefallen.

keine matthäuspassion gehört, dafür aber bei frau novemberregen die storyline von ostern nacherzählt bekommen, von 2012, aber die geschichte ist ja as zeitlos as it gets. die mp kommt dafür heut mit auf die hunderunde.

2 Gedanken zu „3. april 2021“

  1. Ich verstehe Ihren Zorn nur allzu gut. Meiner Erfahrung nach dringt man bei solchen Leuten aber nicht durch. Inzwischen habe ich einen Punkt erreicht, an dem ich den prominenten Corona-Verhamlosern und -Leugnern die Pest an den Hals wünsche.

    Für mich ist es nun das zweite Jahr in Folge, an dem ich nicht Karsamstag zum Osternacht-Gottesdienst gehe. Stattdessen werde ich morgen einen Gottesdienst streamen. Rosarium, Kaktus und ich haben vorhin einen Schnelltest gemacht, damit wir uns morgen Nachmittag ohne Maske treffen können.

    1. da haben sie recht, man erreicht sie nicht. widersprechen möchte ich ihm trotzdem, schon damit er mein schweigen nicht als einverständnis missverstehen kann. tue ich selten, die schwelle war mal wieder überschritten.

      streamen werde ich auch versuchen, mal schauen, wie es wirkt. wünsche ihnen ein schönes ostern mit ihrer familie!

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