star trek und „sabotage“

am donnerstag liefen die ersten beiden folgen der neuen star-trek reihe, sehr gefreut über holly hunter in der hauptrolle als captain ake und paul giamatti als bösewicht, damit kommen meine beiden liebsten kinovorlieben zusammen, hunter hat für die coen-brüder gespielt, sie hat die emmy-awards tatsächlich gewonnen, statt immer nur dafür kandidiert, genauso wie paul giamatti, eine meiner liebsten figuren in allen möglichen filmen. die ausstattung des raumschiffs, in dem die erste folge begann, hat für meinen geschmack ein bisschen zuviele lichter, die szenen sehen aus wie diese indischen lkws, die neulich durch meinen newsfeed schwappten, aber hunter hat eine souveräne so-what-coolness, die bisher kein captain sich getraut hat, sie spielt dabei mit dem garantierten erfolg der star-trek-serien (millionen trekkies werden auf jeden fall mal reinschauen) und hat eine wunderbare art, das alles zu zeigen:

holly hunter als captain ake in  "starfleet academy", s 1 ep 1

wortwörtlich eine neue besetzung des kapitänin-stuhls.

meine befürchtung, es würde auf so eine dieser college-serien hinauslaufen, wurde gleichzeitig unterlaufen und bestätigt, das drehbuch ist spannend und gut geschrieben, die besetzung selbstverständlich divers, es gibt zwar liebesabenteuer, den outsider, der sich behaupten muss, aber die figuren sind interessant – der junge mann, der als kind von seiner mutter getrennt wurde, bekommt jetzt die chance, sich zu behaupten, yadda yadda, die trennung von der mutter wurde von der käptn-figur in einer früheren funktion verursacht, hmm. mal sehen. leider werden die folgen einzeln jede woche veröffentlicht, so muss ich den blöden sender noch monate lang buchen.

gestern abend war ich mal wieder am kudamm, ich bin von einer lieben freundin ins theater eingeladen worden, „sabotage“ an der schaubühne. auf dem weg dahin wollte ich die alte armbanduhr meiner mutter zur reparatur bringen, sie ist ihr vom rollator gefallen, ein uhrmacher in ihrer nähe verlangte einen astronomischen betrag dafür, ich wolllte sie also zum hersteller bringen, cartier. ich kam um 18:33 vor der tür an, hinter der ein großgewachsener mann im dunklen anzug an einer schließanlage herum werkelte, zu spät, sie schließen sehr früh. der mann war security, einer von mehreren, das ganze geschäft hat nicht mehr das lauschige überschaubare der alten filiale, es ist jetzt alles sehr trump-mässig, gold, samt, großer leerer raum mit der runden glasvitrine als altar in der mitte. fühle mich sofort klein und arm, was ich beides nicht bin, zumindest im geiste, sehr unangenehmes gefühl. wartete noch eine weile vorm laden, weil mein theaterstück erst später anfing, die security-leute haben nach mir geschaut und mich beobachtet, bis ich dann in mein altes schmutziges auto gestiegen und weggefahren bin. parallelwelten.

das stück war atemberaubend, sehr schnell, sehr lustig, sehr finster, großes theater, geht hin, wenn ihr tickets bekommt. die vielen angelpunkte einer beziehung (karriere/kinder, erfolg/misserfolg), die vielen möglichen politischen positionen eines jüdischen filmemachers in deutschland, alles mühelos ineinander verschränkt und dargestellt vom sehr tollen dimitrij schaad, der im stück als jona lubnik einen dokumentarfilm über den philosophen jeschajahu leibowitz drehen möchte und angst vor den gesellschaftlichen folgen eines solchen films hat. im repertoire der schaubühne sind von yael ronen wohl noch bucket list und replay, ohne genaue daten, bisher hat sie im maxim gorki inszeniert. die freundin war auch in den anderen stücken der autorin, die sind ähnlich gut. es war ein für mich wirklich neues theater, echtes sprech- und sprachtheater, es ist gleichzeitig tief und leicht, die fragen darin begleiten mich weiterhin, das ende ist abgründig und wahr.

jetzt habe ich gleich lust auf noch mehr kultur, muss aber noch einkaufen und putzen. die wochenenden sind einfach zu kurz.

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3 Gedanken zu „star trek und „sabotage““

  1. Zur Überschrift fällt mir stets diese Szene aus ST6 ein: https://www.youtube.com/watch?v=6HFIOWPi8c0

    Ansonsten halte ich Text in Kleinschreibung für sehr schlecht lesbar. Vor allem online. Aber das wurde sicher schon oft bemängelt und ist selbstverständlich nur meine persönliche, völlig unmaßgebliche Meinung. Denn wie heißt es so schön: „Meine Freundin ist gut zu Vögeln.“ = Groß- und Kleinschreibung rettet Beziehungen ;-P

    1. danke für den hinweis auf die szene, wunderbar!

      ja, es wurde ein oder zweimal bemängelt, bei einem volljährigen blog also eher weniger oft. ich mache es inzwischen eher aus gewohnheit, vielleicht noch als wiedererkennbares stilmittel, mag aber nach wie vor die darunterliegende überzeugung, dass in der schriftsprache die substantive nicht wichtiger sind als verben, adjektive etc. im italienischen und englischen wird es ja auch so gehandhabt, beides sprachen, die sich meiner meinung nach nicht schwieriger lesen lassen durch die fehlende großschreibung. allerdings werden da natürlich namen großgeschrieben, was ich ja nicht tue.

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