gestern mit freundin the astronaut angeschaut, im odeon, einem kino im fernen schöneberg, perfekt ausgestattet und nicht riesig, mit wunderbaren liegesitzen, flaschenhaltern und sehr gutem sound. wir haben uns echt was gegönnt, mit popcorn, getränken und gemüsechips. und dann dieser film, von dem ich nichts wusste vorher, die freundin hat ihn wegen sandra hüller vorgeschlagen, die ich auch sehr mag. der film war bewegend, spannend, lustig*, der plot blieb überraschend. ryan gosling trägt die hauptfigur, „verkörpert“ erscheint zu einseitig, weil er in seiner darstellung den rest der person mit ins bild bringt, die vorgeschichte, die selbstwahrnehmung als loser mit all dem vorsichtigen spott, der noch auf mildernde umstände hofft. ich bin kein astronaut, sagt er ein paarmal, und stolpert dann durch sein raumschiff. dabei habe ich ihm gern einfach zugesehen, ein schöner mann, der als unfreiwilliger held in eine ausweglose situation gebracht wird, aber dann … geschieht so einiges, unter anderem gibt es einen sehr charmanten außerirdischen, der aussieht wie eine kombi aus einer riesenspinne und einem felsblock. schöner abend, und endlich mal wieder ein packender blockbuster ohne gewalt. die magie auch daher, dass die rollen von hüller und gosling nicht in bekannten mustern verlaufen, sondern sich frei und eher verspielt im spektrum der erwarteten figurenentwicklung bewegen, dadurch/dabei vielseitiger und brüchiger wirken, viel mehr persönlichkeit zeigen dürfen, und zwar nicht jeweils mit 2 seiten dialog, sondern in regieeinfällen, der kameraführung, im bild. großes kino, empfehlung.
(lest lieber nicht die ganzen kritiken (incl. der ai-sachen beim googeln), die den kompletten handlungsverlauf schildern, ich verstehe sowas nicht, das ist unehrenhaft. ich hab meinen erwartungshorizont gern leer und weit, wenn ich ins kino gehe.)
ein ähnliches gefühl hatte ich zuletzt bei arrival, da ging es ja auch um weltall, extraterrestrisches leben etc, um kommunikation. bei the astronaut kann die filmerzählung auf das ganze (in film und wirklichkeit) übliche arsenal der menschlichen reaktion auf neues (erst mal bedrohung, angst, militär etc) verzichten, weil es wirklich nicht darum geht, weil es genug anderes zu erzählen gibt.
sonst telefoniert, geputzt, davidzwilling war hier wegen einer party, gregorzwillings uni hat angefangen, er ist wieder nur zu 8 oder so in seinem studiengang, selbst an der tu in berlin. mit beiden schön gefrühstückt, david ist dann zurück nach halle, gregor war unterwegs, ich hab die gesellschaft der söhne genossen.
*bei nachlesen an barthes gedacht, bei dem das adjektiv die ärmste linguistischste kategorie ist, mich stört natürlich der aspekt der setzung statt herleitung beim schreiben, aber …