gallery weekend mai 26

perfekter tag, um in feiner gesellschaft einen spaziergang durch charlottenburg zu machen, durch lauter mir unbekannte galerien, ich komm halt selten weg von dem angebot in mitte. war das erste mal im kleid mit sandalen, ein echter frühsommertag. bin bis ernst-reuter-platz gefahren, dann mit der freundin nach ein paar metern in der hardenbergstrasse mit markus lüpertz in der galerie michael werner angefangen. viel krieg, totenköpfe, fische, sehr viel aussage in den bildern, ich konnte ihn mir in einer ecke sitzend vorstellen, wie er unablässig vom krieg spricht, dem ewigen. hatte seine bilder tatsächlich noch nie gesehen, das wurde also zeit, sie haben mich angemessen beunruhigt, wir sind dann aber lieber weiter zu max hetzler, da stellt vivien zhang aus, die wir nicht kannten. sehr farbenfrohe, technisch aufwändige und ein bisschen plastische bilder von zb schmetterlingen, eins davon hat mich besonders fasziniert, aber es sollte 4000£ kosten, das geht leider nicht.

vivien zhang, zu sehen bei hetzler in der goethestr. bis ende juni

die galeristin hat mir kenntnisreich das motiv erklärt, aber ich zitiere lieber mal von der webseite:

„In zwei Gemälden mit dem Titel to slip between (Ithomia), 2026, verweist sie auf den Glasflügelfalter (Ithomiini), dessen transparente Flügel auf Tarnung und Mimikry ausgelegt sind. In eine geometrische Struktur eingebettet, verweisen die Schmetterlingssilhouetten auf die ‚Butterfly‘-Weltkartenprojektion. Im Gegensatz zur traditionelleren – und umstrittenen – Mercator-Projektion ist diese Darstellungsform dafür bekannt, Größenverhältnisse und Landmassen weniger verzerrt wiederzugeben. Indem sie bestehende Informationssysteme und soziale Interaktionen reflektiert, spiegeln die Werke auch die eigenen Erfahrungen der Künstlerin mit Migration und Assimilation wider.“

– die info ist bereichernd, aber das bild funktioniert auch ohne. so einen changierenden, multidimensionalen schmetterling hätt ich mitgenommen, es ist auch eine schön kleine arbeit, die passt immer noch irgendwohin, aber nicht zu dem preis. weiter zur galerie friese, die arbeiten von slawomir elsner zeigt, der eine faszinierende technik mit buntstiften einsetzt, feinste schraffuren.

die arbeiten haben einen meditativen aspekt, es gibt auch noch eine reihe kleiner, din-a-4- großer blätter, sehr farbintensiv, auf denen er aquarelle mit buntstift kombiniert, die figuren (pferde oder andere tiere) darauf habe ich erst beim zweiten mal dran vorbeilaufen entdeckt. bei ihm hatten wir auch ein paarmal einen kaufimpuls, auch hier sehr viel schon weg, aber muss ja nicht, ich weiß nicht, ob die faszination an der technik die wahrnehmung des bildes auf lange zeit trägt, die figuren darauf bleiben ja im ungefähren. also wenn es hier hängen würde.

rudolf belling, 23, skulptur im kunsthandel wolfgang werner

ein showstopper war die skulptur 23 von rudolf belling im kunsthandel wolfgang werner, so ein gefühl, die schon mal gesehen zu haben, sehr sehenswert, und nein, es ist keine espressomaschine, sondern ein kopf, habe schlechte perspektive gewählt.

blick vom hauptraum der galerie kornfeld auf de hinterhof hinter glastüren

in der galerie kornfeld stand ich zunächst sehr gerne vor den glastüren zum hinterhof, dahinter ein paradiesgarten mit kunst, blumen, bäumen, echter konkurrenz zu den ausgestellten bildern, aber sebastian maas war auch eindrucksvoll, kunst zum gucken, mochte die große geste daran.

foto von einem bild von sebastian maas, in der ausstellung "seduce me", galerie kornfeld berlin

es ist auch ein großes bild.

danach sind wir zum ubahnhof spichernstr., von da bin ich dann nach hause gefahren. viel gesehen, einiges hängengeblieben, sehr schön. hab zu wenig bilder gemacht, eine dame in rot fehlt mir noch, leider vergessen, wer, was und wo ich das bild gesehen habe.

abends chillen mit star trek IV, zur feier des befreiten wales.

(die bildverarbeitung ist wirklich unangenehm, jedes einzeln per mail, dann lädt es mehrfach nicht hoch, irgendwann dann doch, dann runterskalieren, ein aufwand, es dauert stunden. bin froh, so selten fotos zu verwenden.)

teilen

der mai, der mai

nächste woche ist julian lage im huxleys zu sehen, ich war ja nach dem letzten konzert nicht mehr so unbedingt an bord, die neugier und faszination bleiben aber, und ich werde diesmal in gesellschaft hingehen, sehr schön. bin gespannt, wie er sich entwickelt hat, das ist mir beim nachlesen der letzten konzerte aufgefallen, er bleibt in bewegung, formal und inhaltlich. er tritt immer mit außergewöhnlichen musikern auf, diesmal wieder mit jorge roeder am bass, außerdem john medeski am piano und kenny wollesen am schlagzeug, die letzten beiden kenne ich noch nicht.

hab mir überlegt, ein paar etfs aus den emerging markets zu kaufen, mit china und indien an bord, und hab chatgepetto (© adragonfly irgendwo) gefragt, ob er mir was empfehlen kann. es kamen ein paar total echt klingende namen, die alle nicht existierten.

heute ein in einer zeitung beschriebenes produkt sofort bestellt, ein teures shampoo, weil mich die autorin so an die zeit erinnert, als mir meine haare noch so existentiell wichtig waren. wie ernst ich das genommen habe, bier, eier, essig, mit nassem haar im handtuch schlafen gehen, sprays, spülungen, morgens vor der schule der bange und hoffnungsvolle schritt vor den spiegel, ist was anders, ist es endlich gut? es war so wichtig, wie wir aussehen. das fehlt mir ein bisschen, dieser imaginierte blick der anderen, die angenommene fremdwahrnehmung, obwohl so viel unsicherheit dabei war.

mit 60 habe ich die unsichtbarkeit vielleicht zu sehr verinnerlicht, mag aber die freiheit, in die mich das gefühl bringt, nicht mehr teil der menge (in meinem stadtviertel zb mehrheitlich junge leute) zu sein, es fühlt sich entspannt an, zuhause. jetzt bin ich froh, wenn ich morgens vom losgehen die bürste mal in der hand hatte, oft ohne in den spiegel zu gucken dabei, es kommt eh gleich der helm drauf. vermisse vor allem diese selbstverständliche gewissheit, ein schritt, der alles ändern wird, und dann ist es von außen höchstens eine nuance. diesen rezeptor für werbung und magazine. immerhin ist der neue haarschnitt allen aufgefallen. vielleicht mal blau färben.

Blick auf Balkon mit großem Kissen und kleineren Kissen auf einer Palette

die taube hat schon einen/eine neue partner*in gefunden, sie sind wieder zu zweit und rumoren herum. werde sobald wie möglich die ganze palette mitsamt kissen entsorgen und den balkon neu einrichten, mit einem gemütlichen klappsessel oder so etwas. in den heißeren sommern ist es nachmittags ein schöner schattenplatz. das foto als andenken, es war ein guter ort, habe ich bei auszug der kids so eingerichtet.

heute ist tag der offenen galerien in berlin, oder gallery-weekend. schaue mich diesmal mit einer freundin in charlottenburg um, da kenne ich kaum was, habe sehr angenehm keine ahnung, was mich erwartet. ergänze dann vielleicht, wenn mich was bindet irgendwie.

teilen

all die stunden des tages

die meisten von euch arbeiten vollzeit, aber nur knapp die meisten: auf 56% kommt meine unrepräsentative umfrage mit 190 stimmen. wenn man, wie anna caixa anmerkt, wie die ig metall die 35 std auch als vollzeit anrechnet, sind es über 70%, damit kann sich der emphatie- und ahnungslose bundeskanzler gerne mal neu sortieren gehen. sowieso geht es doch um unser leben, lifestyle als lebensart, wie wollen wir unsere zeit verbringen? selbst- oder fremdbestimmt, abhängig oder frei, nur in unsere eigenen entscheidungsprozesse eingebettet? es ist eine private entscheidung, wieviel man arbeitet, oder sollte es sein, wenn die löhne es erlauben. der letzte nebensatz ist der dreh- und angelpunkt natürlich.

die struktur durch arbeit ist viel wert, ich bin an den wochenenden nicht so produktiv wie erhofft, natürlich, weil ich mich einfach erholen muss, mit mehr sport und ein paar anderen sachen bleibt vielleicht mehr energie. den selbstwert hätte ich genauso gern vom arbeiten losgekoppelt wie die kondition, das ist mein ziel für die nächsten berufsjahre, wobei da so gesamtbiographisch auch eine hilfreiche transposition oder projektion passiert ist.

zuhause war ich nie gut genug, nie gehorsam genug, es konnte jederzeit ein donnerwetter geben, die antennen waren immer auf die launen des vaters gerichtet, die mutter nicht unterstützend – im privatleben habe ich mich davon befreit, mich freigeschwommen, im arbeitsleben nicht, da bin ich oft unsicher, still, in angstszenarien gefangen, die eigentlich keine reelle grundlage haben. vielleicht ist mir die trennung zwischen arbeits- und privatleben auch deswegen so wichtig? ich halte ein trauma fern, dass immer noch eingeschrieben ist, diese verunsicherung, alles richtig zu machen, richtig zu sein, es gab immer eine distanz zwischen mir und dem, was ich sein sollte für die eltern. grade sitzen, ellenbogen an den oberkörper, nicht unterbrechen. bin ich noch nicht ganz losgeworden. leben ist wip.

vielleicht 12cm lange figur einer knieenden frau, aus weißem ungebranntem ton, haltung in etwa balasana beim yoga

erinnerung an den flow bei manchen tätigkeiten, beim schreiben am häufigsten, manchmal auch bei anderen dingen, ich fühle noch heute diese kleine tonfigur, aus den 80ern („neulich“), das haben meine hände alleine gemacht, jede stunde ein geschenk.

beim schreiben manchmal das loskommen von der aufgabe (tagebuch, verarbeitung, schilderung) und ins freie kommen, wenn die worte sich finden, etwas eigenes werden, bestand haben. dabei diszipliniert die selbstironie wegdenken. vom schreiben über ins schreiben, kunst machen, musik, whatever.

selbstvergessenheit.

teilen

kino kann

gestern mit freundin the astronaut angeschaut, im odeon, einem kino im fernen schöneberg, perfekt ausgestattet und nicht riesig, mit wunderbaren liegesitzen, flaschenhaltern und sehr gutem sound. wir haben uns echt was gegönnt, mit popcorn, getränken und gemüsechips. und dann dieser film, von dem ich nichts wusste vorher, die freundin hat ihn wegen sandra hüller vorgeschlagen, die ich auch sehr mag. der film war bewegend, spannend, lustig*, der plot blieb überraschend. ryan gosling trägt die hauptfigur, „verkörpert“ erscheint zu einseitig, weil er in seiner darstellung den rest der person mit ins bild bringt, die vorgeschichte, die selbstwahrnehmung als loser mit all dem vorsichtigen spott, der noch auf mildernde umstände hofft. ich bin kein astronaut, sagt er ein paarmal, und stolpert dann durch sein raumschiff. dabei habe ich ihm gern einfach zugesehen, ein schöner mann, der als unfreiwilliger held in eine ausweglose situation gebracht wird, aber dann … geschieht so einiges, unter anderem gibt es einen sehr charmanten außerirdischen, der aussieht wie eine kombi aus einer riesenspinne und einem felsblock. schöner abend, und endlich mal wieder ein packender blockbuster ohne gewalt. die magie auch daher, dass die rollen von hüller und gosling nicht in bekannten mustern verlaufen, sondern sich frei und eher verspielt im spektrum der erwarteten figurenentwicklung bewegen, dadurch/dabei vielseitiger und brüchiger wirken, viel mehr persönlichkeit zeigen dürfen, und zwar nicht jeweils mit 2 seiten dialog, sondern in regieeinfällen, der kameraführung, im bild. großes kino, empfehlung.

(lest lieber nicht die ganzen kritiken (incl. der ai-sachen beim googeln), die den kompletten handlungsverlauf schildern, ich verstehe sowas nicht, das ist unehrenhaft. ich hab meinen erwartungshorizont gern leer und weit, wenn ich ins kino gehe.)

ein ähnliches gefühl hatte ich zuletzt bei arrival, da ging es ja auch um weltall, extraterrestrisches leben etc, um kommunikation. bei the astronaut kann die filmerzählung auf das ganze (in film und wirklichkeit) übliche arsenal der menschlichen reaktion auf neues (erst mal bedrohung, angst, militär etc) verzichten, weil es wirklich nicht darum geht, weil es genug anderes zu erzählen gibt.

sonst telefoniert, geputzt, davidzwilling war hier wegen einer party, gregorzwillings uni hat angefangen, er ist wieder nur zu 8 oder so in seinem studiengang, selbst an der tu in berlin. mit beiden schön gefrühstückt, david ist dann zurück nach halle, gregor war unterwegs, ich hab die gesellschaft der söhne genossen.

*bei nachlesen an barthes gedacht, bei dem das adjektiv die ärmste linguistischste kategorie ist, mich stört natürlich der aspekt der setzung statt herleitung beim schreiben, aber …

teilen

fahren, finden, falzen

tatsächlich einen parkplatz am strassenrand in sichtweite des ber gefunden, über google. davidzwilling heil angekommen, muss erst noch aus dem flieger gehen. als sein okay kam, ging losfahren schon nicht mehr, keine reaktion, elektrik tot, riesenschreck. adac angerufen, eine viertelstunde einer frau erklärt, wo die strasse nu ist, dann meinte sie: 1 stunde. ich rufe beide jungs an, einen vor dem flughafen, den anderen auf seinen kisten in halle, um verspätung anzukündigen, mit einigen flüchen. der adac kam dann 5 minuten später, checkte die batterie, „tiefenentladen“, weil ich den motor aus- und die ankerbox über zigarettenanzünder angestellt hatte, vielleicht 15 minuten lang, die warnung in der anzeige war: airbag defekt, ich schon gegoogelt, irgendwelche schalter unter dem sitz seien zu säubern, aber der adac hat das problem in 2 minuten gelöst. habe umarmung angeboten, mich aber zurückgehalten. altes auto, alte batterie, „lassen sie es erstmal laufen“, jungs wieder angerufen und beruhigt, david eingesammelt, der mit rucksack über das strassenchaos rund um den flughafen einfach so rüberspaziert ist. entspannt über volle autobahn nach halle, mit beiden gefrühstückt, dann auto voll geladen und mit gregor entspannt zurück nach berlin. ich fahre gerne auto eigentlich, wenn es keine raser und staus gibt. leider ohne frisches audio, die bt-box ist wohl eher keine solide idee, vielleicht erstmal einfach nur den bluetooth-stecker suchen, den hatt ich schon mal hinten am radio montiert, er funktioniert halt nicht mehr.

heute noch den satz „mütter finden alles“ erneut bewiesen, als ich ein in einem bettlaken verstecktes portemonnaie ausfindig gemacht habe, und die karten waren schon gesperrt, ausrufezeichen. erleichterung. zum nahen geburtstag dem gregorzwilling so eine tracker-karte bestellt.

am urlaubstag 3 kann ich langsam wieder geradeaus gucken, gemerkt, dass die wohnung einen klassischen osterputz gut vertragen könnte, damit angefangen. außerdem bewegung, allgemein leben geniessen, das fällt mir leichter, seit die zeiten so bedrohlich geworden sind, im hier und jetzt sein, alles wahrnehmen. mache trotzdem noch zuwenig sport. die kids sind über ostern alle woanders, ich bin eingeladen bei freunden. wie gesagt natale con i tuoi, pasqua con chi vuoi, trotzdem vermisse ich die anderen beiden liebsten etwas, in den letzten jahren waren sie alle kurz hier über ostern.

endlich mit dem buch angefangen, dass ich probe lesen darf, freue mich sehr über das angebot.

bei der suche nach dem motel-bild neulich ein filmchen wiedergefunden, dass ich mal in einer begeisterung für ein pop-up-buch gemacht habe, ich wollte das glaube ich auf youtube posten, in einem channel, der sich popup-büchern widmet, aber dann hab ich das buch schlecht gehalten und war zu langsam, hätte es neu machen müssen und kam mir dann albern vor. die tollste seite hab ich schlecht inszeniert, hier noch ein foto, leider bisken unscharf:

foto von einer seite mit einem popup von häusern in hongkong, von kit laut

das buch mag ich immer noch sehr und schaue es gelegentlich an, wenn auch fast mehr wegen dem knarzen, wenn sich das papier entfaltet und entblättert. kit lau, ein papier-ingenieur, hat da den lebensraum hongkong vorgestellt, mit aufwändigen und hochkomplexen gebäuden voller leben und details.

frisch ins haus gekommen ist ein mini-popup zum selberfalten, mal sehen, ob ich mir das in den ferien zutraue, ich suche ja nach anregungen für die ag, die ich anbieten will, in stark vereinfachter form natürlich. es ist vor allem winzig klein, es gibt zum beispiel schräge treppen zu falten, mit 2mm breiten stüfchen, da ist die kante von meinem falzbein breiter.

jedenfalls wünsche ich euch erholsame ostertage!

teilen

kw 11, 2026

letzte folge starfleet academy war merkwürdig unbefriedigend. viel zuviel gewalt und gebrüll, rache, bösewichter ohne charme (großartig allerdings paul giamatti) als wäre das übel der welt in der fiktion angekommen, mit allen abgründen. ich schaue keine filme, in denen gewalt vorkommt, schon gar nicht, wenn sie als faszinierend und geheimnisvoll dargestellt wird. ein element der macht, das ich verabscheue und fürchte. habe viel vorgespult und keine lust, die folge ganz zu sehen. das ist bedauerlich, ist doch der aspekt eskapismus ein wesentlicher teil meiner vorliebe fürs franchise.

doch langsam das gefühl, wieder ans licht zu kommen, es es wird zumindest heller. heute große freude über das foto, wie der gregorzwilling seine abschlussarbeit in den uni-briefkasten wirft, hurra! bin so beeindruckt darüber, was die kids leisten.

letzte woche zwei studientage am arbeitsplatz gehabt, intensiv nachgedacht zu themen des schulalltags, begeistert, wie intensiv da weiter an allem gearbeitet wird, trotzdem total kaputt am ende, während die kolleg*innen noch auf diverse teamevents gehen danach. gleich selbstzweifel, weil die anderen mehr energie haben, mehr beitragen, besser durchhalten, aber das ist halt einfach mein persönlicher song, der ohrwurm meines lebens. zum glück am freitag noch auf feine aperitive mit freund*innen eingeladen worden, das war bisschen wie früher, als die tage noch nicht soviel gewicht hatten.

samstags geputzt und geräumt, wie immer befriedigend, und nach 20+ 25+ jahren am selben ort gibt es ja einfach viel kram, der eigentlich auf den weg gebracht gehört, zu anderen, zu ebay, wo ja die armen söhne schon immer kein geschirr, keine spiele oder bücher mitnehmen wollen und sehr höflich ablehnen. ich werde mit meinen angeboten warten müssen, bis sie ihre ersten jobs und feste wohnungen haben, andrerseits wird da ein ginori-blümchenservice vielleicht auch kein renner.

das eigenleben der dinge. in einem regal einen satz pokerchips gefunden, in schwerem kleinen alukoffer, keine ahnung, welches kind das mal angeschleppt oder geschenkt bekommen hat, oder war ich das? wozu? gab es mal eine pokerphase im zuge des erwachsen werdens? die karten fehlen leider.

und wie ich ja im frühling immer wieder auf die lyrik schaue, habe ich einen kleinen vierzeiler in einem sehr liebevoll gestalteten büchlein von 1904 gefunden, „Genesung“ heißt es, von einer marie böhler, von der ich sonst im netz keine spur gefunden habe. es ist ja nicht das schlechteste, wenn ein gedichtband übrigbleibt von einem leben. das papier ist noch fest und glatt, jugenstil-druck im einband, und ja, schon, noch immer:

foto von einem vierzeiler in altdeutscher druckschrift, aus einem alten buch. text: 
Ich suche.//
Ich suche Einsamkeit und Meeresrauschen .../ Da möchte ich meiner Seele lauschen,/ Da möcht ich lauschen meinem Ich:  –/ Ich suche mich!
teilen

safe

liebe leser und leserinnen, ihr werdet es gemerkt haben, das blog ist nicht mehr gefährlich, sondern liegt ab jetzt als ssl-gesicherte insel im weitweiten netz. mek hat das freundlicherweise erledigt und das kleine s eingebaut, außerdem hat er das hotel zu einem neuen hoster umgezogen, die ganzen 22 jahre.

die schrift und paar details änder ich noch, wenn ich zeit habe.

heut mittag meldet sich der david-zwilling, er wäre heut abend da, er will nämlich nach spanien, wo seine freundin grad ihr semester verbringt, er hat sich ein paar schöne bibliotheken in madrid ausgesucht und wird eine weile dort arbeiten. ich freu mich, dass er das macht, dafür ist das studium da. sehr erfreut ein paar stunden geplaudert, morgen wird er lange vor mir aufstehen. so nett, wenn die liebsten kurz reinschneien.

ich sollte auch wieder mehr reisen, oder überhaupt reisen. wir haben auch die länger geplante gemeinsame reise mit den brüdern angesprochen, die gar nicht unbedingt in die ganz weite ferne gehen muss, wie er meinte, europa sei spannend genug. mir ist eigentlich nur das meer wichtig, welches, nicht so sehr.

ein sehr angenehmer mittwoch war das.

wo ich jetzt heute nicht war, aber das nächste mal hinmöchte, eine empfehlung: ein blind date mit einem buch im italienischen kulturinstitut. wieder am 25. märz.

teilen

halle hin und zurück

so froh, dass die zwillis so gerade noch in der nähe leben, dass ich mit regionalbahnen hin- und zurückkomme an einem tag, auch wenn es eigentlich blödsinn ist, wegen einem bisschen ersparnis 7h stattt 2 stunden im zug zu sitzen. so arm bin ich nu auch nicht. aber es war so ein sportlicher ehrgeiz, das deutschlandticket bis zuletzt auszunutzen.

die fahrt erinnerte ein bisschen an die zeiten des 9-euro-tickets, sehr volle züge. bin wg streik insgesamt 10mal umgestiegen an dem tag, mit je 5-7 minuten spielraum, bis auf einmal ohne genau zu wissen, an welches gleis ich muss, weil das noch offen war bei ausstieg. wer keine treppen mehr sprinten kann, für den ist das nix, fahrstühle waren alle „baustelle“. einmal 40min wartezeit auf zugigem gleis wegen verspätung. ich sag mal so, es war kein vergnügen. immerhin sitzplatz gehabt.

die jungs haben mir einen tag geschenkt, obwohl sie beide im vollstress sind, wir sind durch die schöne altstadt gelaufen, haben einen matcha latte (meinen ersten) direkt an der saale auf liegestühlen genossen, herrliches frühlingswetter. die moritzburg war leider wg sanierung geschlossen, davidzwilling hat mir den botanischen garten von aussen gezeigt, er ist die ganze zeit im labor in einem neubau daneben, erste blüten waren sichtbar, „frühblüher“ sagt der sohn. er zeigt mir handybilder von mikroskop-aufnahmen einer pilzkultur, die er grade pflegt, sie sind irgendwie hybrid mit anderen pflanzen und haben ganz feine wurzeln, sehr faszinierend, der andere schreibt über gezeitenkraftwerke. schon eher cool alles. sie zeigen mir die bibs, wo sie grade arbeiten, wir essen zusammen. sie haben viel geduld mit mir und meiner vergesslichkeit, die mir schon sorgen macht, aber auch stückweit am anstrengenden job liegen kann, habe andauernd zu viel im kopf. schöne gespräche mit den beiden, sie sind so jung, lustig und klug. vermisse sie. am rande und so im hintergrund über die handies der kriegsausbruch im iran, rückt die dinge in die perspektive. zum zug gebracht worden vom davidzwilling, abgeholt hatte mich der gregorzwilling, feine arbeitsteilung. abends um halb zehn wieder zuhause.

sonntags gechillt, wie man sagt, ausgeruht nach dem vollen tag gestern und überhaupt nix gemacht.

will übrigens auch von google und chrome weg, nutze auf dem rechner einen anderen browser, auf dem android-handy firefox und startpage, aber das ist suboptimal, was geschwindigkeit und suchmaschine angeht. ich hoffe, dass es in zukunft auch iphones mit looping-apps geben wird, vielleicht mit der nächsten pumpe, so langsam etabliert sich das system im markt.

teilen

boldly go

gestern gebannt vor einem video gesessen, in dem jemand eindringliche ratschläge für 60jährige gibt. die hälfte der zeit war ich mir nicht sicher, ob es ai ist oder nicht, ihre sprache zu kohärent, der textfluss ohne fehler, wiederholungen, unterbrechungen, ich bin mir immer noch nicht sicher, aber ich konnte auch nicht weggucken, anders als bei allen anderen menschen, die ihr gesicht für vorträge in die kamera und damit auch direkt in mein gesicht halten, da gehe ich immer unwillkürlich einen schritt zurück und clicke weiter.

edit: die dame im video ist ai, der wortlaut zusammengestellt aus aussagen alter menschen: „the advice presented is compiled from real-life experiences and wisdom shared by real people“, allerdings steht direkt unterm video „a submission by lorraine“, erst unten gibt es einen disclaimer mit dem hinweis auf ai – meine unsicherheit verunsichert mich, seitdem sehe ich auf youtube überall „nur“ noch ai, was die kriterien bei der wahrnehmung von authentizität verändert, nicht mehr das gesehene ist wahr, sondern ev die gute oder böse absicht des prompters, die zitate, aus denen der text zusammengesetzt wird, die absicht also wird relevant. alles ist immer schon meinung, manipulation oder im ernstfall propaganda, es wird uns vermittelt als doku, es ist fiktion. die fähigkeit, das alles zu unterscheiden wird super wichtig, wobei das bestimmt bald auch eine ai erledigen wird, ein ai-filter oder so.

erinnert ein bisschen an die interpretation von literatur, wo stilistische, textinhärente elemente genauso analysiert werden wie zeitgeschichtliche aspekte oder die biografie der/des autor*in. komplexe zeiten, in denen wir leben. edit ende.

eine weile lang war ich gleich alt wie star trek, dessen erste folge „the cage“ im februar 1965 zum ersten mal gesendet wurde, also vor genau 61 jahren. in dieser woche geht es bei starfleet academy um sisko, den chef der raumstation ds9, die serie ist eine meiner liebsten aus dem franchise, und es wurde ein theremin gespielt, ausrufezeichen, so ganz nebenbei und selbstverständlich – bin wieder an bord als trekkie, auch wenn ich mir bei der grundaussage der serie, die ich wunderbar finde, vorkomme wie rita, als sie sich in groundhog day den weltfrieden wünscht. finde es schon einfach generell tröstlich, dass etwas gutes weitergeht, und hier machen sie es mit neuen gesichtern und neuen geschichten, das ist nicht unmutig, die eltern einer respektsperson (lura thok/ gespielt von gina yashere) sind ein jem’hadar und eine klingonin, das ist wirklich eher unerwartet.

heute einen aufregenden termin gehabt, über den ich irgendwann mal ausführlicher reden werde. jetzt so ein gefühl, als ob die magnetspäne meiner vielen beruflichen wege und privaten interessen sich neu orientieren, erleichterung, aufatmen, neugierde. mal sehen, was da noch kommt. durch eine tür gegangen jedenfalls.

ich war wg misstrauen in die öffentlichen viel zu früh und bin vor dem termin in einem park in lichterfelde herumgelaufen, im neuschnee, feiner knirschender eisschnee, dabei in einen baum verguckt, der zwei sehr lange schwere äste im freien raum hält, sie sehen aus wie arme, mit ellbogen.

baum mit weit ausragenden dicken ästen, sieht aus wie ein ent.

von einem wachsen zweige, die aussieht wie minibäume, mit zweigen, nach oben, bestimmt ist das so mit bäumen, ich bin ja stadtkind. war fasziniert von der rinde, beschneit, und den formen und farben darauf.

baum mit weit ausragenden dicken ästen, sieht aus wie ein ent.

von den bäumen auf ein großes hellgelbes haus aus dem ca vorletzten jahrhundert zugelaufen, gedacht, mal schauen, was das ist – das guthaus lichterfelde. ein familienzentrum mit kindergarten und anderen angeboten, es gibt ein sehr schönes geräumiges denkmalgeschützes cafe darin, mit großem runden kachelofen (leider außer betrieb), bestimmt im alten salon des hauses, mit einem kronleuchter und einer großen terasse davor, geöffnet di, mi und do von 10 bis 16 uhr, montags nur für familien. hatte den raum heute für mich, habe eine wunderbare kürbissuppe und einen pott kaffee bekommen, für 5 euro nochwas zusammen und durch die fenster auf die verschneiten park geschaut. im sommer bestimmt ein paradies, jetzt eine aus der zeit gefallene oase der ruhe.

teilen

star trek und „sabotage“

am donnerstag liefen die ersten beiden folgen der neuen star-trek reihe, sehr gefreut über holly hunter in der hauptrolle als captain ake und paul giamatti als bösewicht, damit kommen meine beiden liebsten kinovorlieben zusammen, hunter hat für die coen-brüder gespielt, sie hat die emmy-awards tatsächlich gewonnen, statt immer nur dafür kandidiert, genauso wie paul giamatti, eine meiner liebsten figuren in allen möglichen filmen. die ausstattung des raumschiffs, in dem die erste folge begann, hat für meinen geschmack ein bisschen zuviele lichter, die szenen sehen aus wie diese indischen lkws, die neulich durch meinen newsfeed schwappten, aber hunter hat eine souveräne so-what-coolness, die bisher kein captain sich getraut hat, sie spielt dabei mit dem garantierten erfolg der star-trek-serien (millionen trekkies werden auf jeden fall mal reinschauen) und hat eine wunderbare art, das alles zu zeigen:

holly hunter als captain ake in  "starfleet academy", s 1 ep 1

wortwörtlich eine neue besetzung des kapitänin-stuhls.

meine befürchtung, es würde auf so eine dieser college-serien hinauslaufen, wurde gleichzeitig unterlaufen und bestätigt, das drehbuch ist spannend und gut geschrieben, die besetzung selbstverständlich divers, es gibt zwar liebesabenteuer, den outsider, der sich behaupten muss, aber die figuren sind interessant – der junge mann, der als kind von seiner mutter getrennt wurde, bekommt jetzt die chance, sich zu behaupten, yadda yadda, die trennung von der mutter wurde von der käptn-figur in einer früheren funktion verursacht, hmm. mal sehen. leider werden die folgen einzeln jede woche veröffentlicht, so muss ich den blöden sender noch monate lang buchen.

gestern abend war ich mal wieder am kudamm, ich bin von einer lieben freundin ins theater eingeladen worden, „sabotage“ an der schaubühne. auf dem weg dahin wollte ich die alte armbanduhr meiner mutter zur reparatur bringen, sie ist ihr vom rollator gefallen, ein uhrmacher in ihrer nähe verlangte einen astronomischen betrag dafür, ich wolllte sie also zum hersteller bringen, cartier. ich kam um 18:33 vor der tür an, hinter der ein großgewachsener mann im dunklen anzug an einer schließanlage herum werkelte, zu spät, sie schließen sehr früh. der mann war security, einer von mehreren, das ganze geschäft hat nicht mehr das lauschige überschaubare der alten filiale, es ist jetzt alles sehr trump-mässig, gold, samt, großer leerer raum mit der runden glasvitrine als altar in der mitte. fühle mich sofort klein und arm, was ich beides nicht bin, zumindest im geiste, sehr unangenehmes gefühl. wartete noch eine weile vorm laden, weil mein theaterstück erst später anfing, die security-leute haben nach mir geschaut und mich beobachtet, bis ich dann in mein altes schmutziges auto gestiegen und weggefahren bin. parallelwelten.

das stück war atemberaubend, sehr schnell, sehr lustig, sehr finster, großes theater, geht hin, wenn ihr tickets bekommt. die vielen angelpunkte einer beziehung (karriere/kinder, erfolg/misserfolg), die vielen möglichen politischen positionen eines jüdischen filmemachers in deutschland, alles mühelos ineinander verschränkt und dargestellt vom sehr tollen dimitrij schaad, der im stück als jona lubnik einen dokumentarfilm über den philosophen jeschajahu leibowitz drehen möchte und angst vor den gesellschaftlichen folgen eines solchen films hat. im repertoire der schaubühne sind von yael ronen wohl noch bucket list und replay, ohne genaue daten, bisher hat sie im maxim gorki inszeniert. die freundin war auch in den anderen stücken der autorin, die sind ähnlich gut. es war ein für mich wirklich neues theater, echtes sprech- und sprachtheater, es ist gleichzeitig tief und leicht, die fragen darin begleiten mich weiterhin, das ende ist abgründig und wahr.

jetzt habe ich gleich lust auf noch mehr kultur, muss aber noch einkaufen und putzen. die wochenenden sind einfach zu kurz.

teilen

auf ein neues!

den 31. sehr schön bei freunden in südberlin verbracht, mit fondue und gesprächen, es war lustig und warm und es gab großartiges fleisch, ich hatte einen echten jieper darauf. zum ersten mal solche wunderkerzen-zahlen gemacht, es gibt auch jetzt immer noch neues im leben. ich bin das herz.

den ersten mit putzen und chillen verbracht, immer abwechselnd. nur bettwäsche muss ich noch wechseln. gefreut, dass es ein feiertag ist, war erst nach 2 im bett, mit den jungs telefoniert, der große hat ja geburtstag am 1. januar, nachts war keiner zu erreichen, nur meine mutter habe ich gesprochen. das neue jahr privat mit gelassenheit („wird schon werden“), gesamtgesellschaftlich mit bangen erwarten. im letzten jahr nie allein gefühlt, der gedanke an partnerschaft rutscht ins unvorstellbare, mir ist im ganzen jahr kein single auf freier wildbahn begegnet, mir fehlt manchmal das interesse, das nachfragen, die unterstützung, jemand der den einkauf hochträgt, die lampe anbringt oder den abfluss repariert, dauernd unterhalten möchte ich mich gar nicht, das kann ich nicht mehr, für den gelegentlichen mitteilungsdrang nutze ich das internet, danke dafür, liebe leser*innen. finanziell wäre ein besserverdienender hausgenosse schon praktisch, urlaub oder essen gehen wären nice-to-have, aber es geht auch so, irgendwie, ich brauch ja nix, ich hab ja alles.

empfehlung für die berliner*innen: schaut euch diane arbus im martin gropius-bau an, eine riesige menge an bildern, alle außergewöhnlich, schön mittig im raum auf metallstreben gehängt, hier eins meiner liebsten, passend zum jahreswechsel:

"Movie theater lobby, N.Y.C. 1958
Kinofoyer, New York City 1958" foto von diane arbus, ausstellung im gropius-bau, berlin

ich war mit einer freundin gleich am montag früh dort, es war ein geschenk. es war noch wenig los, wir sind herumgelaufen, bis wir satt waren an bildern, dann kaffee und kuchen im cafe und ein paar postkarten im shop. es gibt keinen katalog, aber viele sammelbände mit ihren bildern sind zu haben, ein glück, ich habe WIRKLICH genug kataloge, die ich alle nie ansehe.

die freundin und ich mochten auch das mit den badehauben sehr, mit lächelnden gesichtern, die menschen auf ihren bildern sind sonst eher ganz bei sich, ernst, abwesend.

foto von diane arbus, von der ausstellung im gropius-bau berlin, es zeigt eine gruppe von lachenden menschen in badehauben

(die ausstellung heisst constellations, ähnlich wie die bar in crans-montana („le constellation“), in der gestern nacht ein katastrophaler brand über 40 meist junge menschen getötet hat. gleich den jungs warnungen vor wunderkerzen in geschlossenenen vollen räumen geschickt, so sind mamas halt. ich hoffe, dass viele der schwerverletzen überleben, dass die eltern bald erfahren, was mit ihren liebsten ist. nie zur silvesterparty in einen unterirdischen club mit dämmschutz gehen.)

es schneit schon wieder ein bisschen, wie schön, ich hoffe, es bleibt etwas liegen.

teilen

natale 2025

beim weihnachtsfrühstück gemerkt, dass ich mir langsam ein besseres tischdesign wünsche, wechsele ein paar mal den tischläufer, bis ich zufrieden bin. den söhnen fällt es nicht auf, ich glaube, das besondere, geplante, durchdachte ist das wichtige, das gute service, nicht die details, und merke deutlich, wie ich dieses jahr bereitwillig die grenze ins alberne überschreite, souverän überschreite, but still. nach dem frühstück muss davidzwilling nochmal los, ich schaffe es endlich, den rechner an die anlage zu koppeln, adeste fideles erschallt, doch, meine boxen sind gute alte handwerksarbeit, das macht schon einen unterschied. entspannung, alles verpackt, der große besetzt dieses jahr die küche, er hat das morgige weihnachtsessen dieses jahr geplant und beginnt heut zu kochen, er pfeift die lieder dabei mit. ich hab mir immer noch nicht die fingernägel lackiert.

der 24. ist der geburtstag meines vaters, wir werden auf ihn anstossen heut abend, kaum zu glauben, dass er seit 22 jahren nicht mehr da ist. hätte gern herausgefunden, ob sich unsere beziehung noch einmal intensiviert hätte (wahrscheinlich nicht), finde es schade, dass er seine enkel und enkelinnen nicht richtig kennenlernen konnte, und sie ihn auch nicht.

schöner abend, entspannt, kein strikter rahmen, er entwickelt sich einfach, weil die abläufe klar sind. keine kerzen, elektrische beleuchtung am baum, bisschen schade, aber es ist soviel einfacher, morgens einfach das licht anzuknipsen, statt jedesmal die kerzen einzeln anzuzünden und dann drauf aufzupassen. einen feinen cremant trinken wir, und wasser. keine kirche, im letzten jahr war die gethsemanekirche so unfassbar voll, es war der familiengottesdienst am nachmittag mit schlange vor der kirche, dieses jahr wollten wir eigentlich zum abendgottesdienst gehen, waren dann aber so in unserem familienrhythmus, dass niemand da rauswollte, ich hätte die regie übernehmen können, mir fehlte dafür dann aber der nötige drive. bisschen schlechtes gewissen. mir hat vor allem das singen gefehlt, auch die predigten sind an weihnachten ja meistens sehr gut. nächstes jahr den tag besser planen, mir hat andrerseits das planlose dieses jahr sehr gut getan. hü und hott.

der gregorzwilling sitzt noch am rechner, er hat einen abgabetermin, kommt aber gut klar, sagt er. seine freundin wird uns am wochenende besuchen, das erste mal, dass jemand mitkommt über die feiertage, freue mich drauf. beim adventskaffee mit den freundinnen reden wir kurz darüber, dass die kinder noch kommen, wir wissen, sobald eventuelle enkel da sind, reisen wir und sind gast bei den kindern. es wird allgemein viel gereist, zu eltern und geschwistern, ich bewundere die energie, ich könnte das nicht, komme dieses jahr aus dem letzten loch pfeifend in den weihnachtsferien an.

am ersten tag hat der große das kochen übernommen, der davidzwilling hat ihn dabei unterstützt, es war ein fest, ein vegetarisches, weil es dieses jahr mal keine gans geben sollte. aufwändig die sosse, über 2 stunden aus gemüse, wein, orangen zusammengezaubert, dazu selbstgemachtes rotkraut und klösse, mit blumenkohlsteaks, die vorher über nacht eingelegt waren. extrem lecker. das essen macht nicht schwer, sondern satt und zufrieden, im unterschied zur gans, wo alle erstmal ein paar stunden platt waren. dazu eine mousse ou chocolat der götter, mit salz und olivenöl, sahne, im wasserbad geschmolzener schokolade, kalorien bis ostern mindestens. hatte den wein zum essen im haus, die flaschen liegen seit ein paar jahren in der küche, und dann waren sie beide gekippt. haben wir wasser getrunken. habe dann später den rest kochwein getrunken, weil wein dazu gehört, den aber auch stehen gelassen. scheint, als ob das mit dem alkohol vorbei ist, beim bier bin ich bei etwa einem kleinen glas pro woche, so als gönnung. oder ich wechsele auf nur noch cremant, den habe ich genossen, vielleicht gibt es den in 0,2 flaschen.

meine mutter kommt diesmal nicht mehr, die treppe, wir besuchen sie am ersten feiertag, spontan, weil es nur so geht. sie schenkt mir eine fake-hermes-tasche mit großem „h“ vorne drauf, eine evelyne, wenn ich sie nicht will, schenkt sie sie jemand anderem, sagt sie, dann nehme ich sie, freu mich aber nur so halb. ich lebe in keinem hermes-umfeld, egal ob fake oder nicht. zur berlinale kommt eine nichte, der werde ich sie anbieten. freue mich aber über einen schal aus ihrem großen bestand, auch die söhne bekommen je einen, viel gelächter beim anprobieren, viel genaue blicke der jungs auf ihre brüder, wer jetzt den schönsten erwischt hat, ein klassischer familienmoment.

unfassbar, dass es bereits freitag ist, die erste ferienwoche fast rum. habt es noch schön heute und die nächsten tage!

teilen

präfeiertage

sehr volle tage, es häuft sich aus allen ecken, gestern kam ein brief von der polizei, ob ich mein am 3. juli umgeparktes auto selber da hin gestellt hätte, ich hatte sogar die umsetzung vergessen, weiß aber immerhin, wo mein auto jetzt steht.

beim radeln in letzter zeit das gefühl, dass ich dauernd bergauf fahre, luftdruck war vorne 2,5. aufgepumpt, hoffe auf besseres gefühl morgen.

weniger du musst, mehr ich kann, das ist mit das sinnvollste, was ich aus dem neuen job mit nach hause nehme, wo auf ideen mit einem „mach doch!“ reagiert wird.

freue mich auf ein planloses wochenende, ruhe tanken, nagellack machen, vielleicht friseur, weil jetzt ist auch egal. werde wohl nicht auf das adventsgrillen gehen, am wochenende danach kommt wieder besuch, und dann ist schon weihnachten, zähle die tage bis zum urlaub, stunde um stunde.

die am frühesten gekauften weihnachtsgeschenke, im juni, ein netter kram auf kickstarter, sind gestern abend tatsächlich angekommen, es sind angenehm alberne gadgets. hier waren wohl die macher vom erfolg überrascht und sind mit allem nicht mehr hinterhergekommen, ich hoffe, sie sind all der aufregung wert und gehen nicht sofort kaputt.

heute in der nyt mit einiger begeisterung die geschichte vom herrn lundy gelesen, der als sehr erwachsener mensch noch mal ein völlig anderes leben angefangen hat und jetzt schreibmaschinen repariert. sehr schön aufgemachter text, mit vielen bildern, es lohnt.

werden überhaupt noch welche hergestellt? wenn man auf so etwas schreibt, ist es nicht denken beim schreiben, sondern erst denken, dann schreiben, und um einen absatz zu verschieben, musst du die ganze seite neu eintippen, die langen wege der finger, bis die taste unten und der buchstabe auf dem papier ist, ich habe nach 30 jahren computer den prozess des schreibens mit schreibmaschine gründlich vergessen. alles private schreiben war bei mir handschriftlich, offizielles hab ich oft mit der hand entworfen oder vorformuliert, mit notfalls folgender holpernder reinschrift auf der maschine, tippex galore. schreibmaschine ist andauernde reinschrift. mein vater hat auch seine privaten briefe mit der schreibmaschine geschrieben, er hatte aber auch noch freunde und brieffreunde, die er nicht geduzt hat.

ich habe ja ein herz für alte mechanik, nutze meine alte valentine aber nie, wofür auch, ich könnte meine weihnachtskarten damit schreiben! das wäre ein liebesakt, den niemand bemerken würde.

foto von einer roten mechanischen schreibmschine auf einem holztisch

jedenfalls haben mich diese maschinen und das nachdenken darüber auf einen sehr erholsamen kurztrip gebracht, ich habe nicht bemerkt, wie die zeit vergeht, und so vergeht sie ja am besten. jetzt ist es plötzlich kurz vor elf, und ich wünsche ihnen eine angenehme nachtruhe.

teilen

fr/sa/so ende oktober 2025

gemerkt, dass sich auf der to-do-list einige dringliche aufgaben sammeln, wie vorsorgevollmacht, pflegegeldversicherung, allgemein die regelung der dinge. und der notar, bei dem ich früher einiges erledigt habe, ist seit jahren in rente, mal im freundeskreis fragen. immerhin sind die kontovollmachten erledigt. der herbst, der herbst.

äste eines gingko-baumes, mit gelben blättern vor blauem himmel

am wochenende auf einer runde doch noch kurz die chance genutzt, die farben zu dokumentieren, ich schaue ansonsten einfach die bilder vom letzten jahr an, moment, es sind bilder von vor 4 jahren, als ich zwischen jobs war, emma noch lebte und ich endlos viel zeit für hunderunden hatte. das war schön.

angesichts der zerstörung von teilen des weißen hauses noch einmal the residence geguckt, eine großartige hommage ans weiße haus als historisches gebäude, kennt ihr alle, oder? beim zweiten mal genauso spannend, detailreich und liebevoll gearbeitet, die perfekte führung durchs haus.

zur zeit dauernd besuch, an den wochenenden die zwillis mit freundinnen abwechselnd, freunde, verwandte, alle wollen nach berlin, nur ich vermisse den glamour und das großstadtgefühl, mein leben verläuft in sehr festen bahnen, ich erwarte gar nichts mehr, immerhin morgen theater, mit premierenkarten von der freundin, die grade anreist, die marquise von o am dt, die ich zuletzt als leicht pornösen comic von ich glaube manara gelesen habe? nee, es war guido crepax, die geschichte der o, habs noch im regal. nagut, das ist doch bisschen glamour.

es war dann ein sehr guter theaterabend, intensiv, text dicht und gleichzeitig unaufdringlich, dokumentarisch, selbstverständlich gesprochen von den frauen, die vergewaltigt wurden und darüber erzählen. bei kleist ist die marquise von o plötzlich schwanger und weiß nicht warum, das geschehene wird durch einen gedankenstrich angedeutet, sie soll dann verheiratet werden, entscheidet sich erst dagegen, dann dafür, im stück werden dann die schicksale anderer frauen geschildert, und die noch heute immer mal wieder unterstellte mitverantwortung der frauen (grad wieder hier) an der ihnen angetanenen gewalt ist bei diesen fällen ausgeschlossen, weil die frauen ohne bewusstsein waren, schlafend, betäubt, entführt, absolut wehrlos. im stück jetzt sprechen sie, während die ein oder zwei tätertexte wie nebenbei, sehr laut und demonstrativ und mit so einem hö-hö-hö rüberkommen, gesungen werden, gereimt, auf anderer ebene theatralisch rüberkommen, das schauspiel der männer, wie etwas, das nicht ins stück gehört, nicht zu den frauen, die erzählen, was ihnen passiert ist. na, müsste ich besser ausarbeiten, das ist noch ungenügend beschrieben. geht hin, empfehlung.

sehr berührender und manchmal schwer auszuhaltender abend, die wut bleibt und kommt mit nach hause. keine sekunde gelangweilt.

noch premierenbierchen in der masse an besuchern, das dt hat ja diese schöne große terasse, es war warm genug, draussen noch ein zigarettchn zu schnorren. bekannte getroffen, leute geguckt, dann früh nach hause geradelt.

jetzt ist samstag, 21 uhr, der tag war wunderbar lang, mit der freundin gefrühstückt, dann runde über den kollwitzmarkt, der zur zeit sehr hipsterig ist, oder wie auch immer der style jetzt heißt, wenn die leute sich extrem herausputzen, obwohl sie nur einkaufen gehen. bisschen eingekauft, dann gechillt, gebloggt, nette halloweenkarten gefunden, die ich nächste woche mit den kindern machen kann. nochmal los für stifte und drogeriekram, alle stifte sind von meinem schreibtisch verschwunden, da liegen nur noch marker und einzelne buntstifte, alles andere wurde vergesellschaftet. gemerkt, dass stifte jetzt auch mind. das doppelte kosten, geärgert, ich kaufe für mein leben gerne stifte und habe immer eine große auswahl zur verfügung. in der großdrogerie haarspangen und stifte gefunden, bin jetzt wieder versorgt.

14:42, die eine analoge uhr erst mittags umgestellt, aber jetzt schon vergessen, ob die uhr vor- oder zurückgestellt worden ist heut nacht. hab keinen sinn dafür, obwohl ich weiß, dass ich morgen eine stunde später zur arbeit muss, dass 8 uhr morgen wie neun uhr gestern sein wird, was ich sehr begrüße. die freundin wieder verabschiedet, abends noch spontanen besuch zum tee bekommen, sehr nett.

habt ihr auch unterschiedliche services für die unterschiedlichen freundInnen? also umgekehrt: bietet ihr euren freunden bei besuchen jeweils unterschiedliches porzellan an? mir ist das heute aufgefallen, einigen stelle ich die dicken bunten iittala-becher vor die nase, anderen das feine meissen, oder die eleganten und sehr schlichten weißen arzberg-tassen. die italienischen tassen von ginori, mit blømstern, sind eher was für damen in meinem alter. meine auswahl ist wiederholbar, mir aber noch nie aufgefallen.

zu einer party in einem tangolokal eingeladen worden, bin leider heut nach viel spazierengehen und nassregnen zu müde, aber ich kann ja mal wieder auf so eine nachmittagsmilonga gehen, mal schauen, ob tango noch geht nach ähm jahren. falls ich meine schuhe wiederfinde.

upsi, wochenende schon wieder vorbei, viel zu schnell, viel zu kurz.

teilen