samstag, 25. april 26

endlich mal wieder friseurtermin, hatte so hippiehaare, lang und fransig, das haben irgendwie viele zur zeit. mochte es, aber die haare waren kaputt und haben sich immerzu verknotet. termin am abend vorher online ausgemacht, sehr bequem. die schneidende dame hatte tiefrotes haar, oben auf dem kopf als knoten, viele tattoos und ein baseballshirt, das studio im souterrain in der nähe, nicht zu teuer, plaudert, wenn ich plaudere, sonst nicht. jetzt habe ich einen bob und fühle mich etwas gesettelter, der schnitt ist perfekt geworden, „weil bob, das kann ich“. dann mit freundin und deren partner herumgestromert, durch ein sehr helles und sonniges mitte, meine 10k in guter gesellschaft gemacht.

in den heckmann-höfen in einen laden hinein und mit einem oberteil wieder rausgekommen, was überhaupt nicht in meiner absicht lag, muss am wetter liegen. für den passenden rock war ich dann nicht wahnsinnig genug.

bei all dem licht an eine äußerung vom gregorzwilling gedacht, der in einem gespräch über die energiewende abwinkte und sagte, das sei eh alles nicht mehr aufzuhalten, egal, was die politiker sagen und tun, weil sonne und wind und wasser nichts kosten und jeder sie nutzen wird, die wende findet bereits statt, sie ist unaufhaltbar.

bei der rückkehr lag mein behindertenausweis im briefkasten, er sieht lustigerweise aus wie selbstgemacht, grüne plastikarte mit namen, foto, einer nummer, dem gdb, sonst nix. es ging superschnell, sehr erfreulich.

gestern war in italien der jahrestag der befreiung von den nazis, der dort mit großen umzügen gefeiert wird, und es kam zu konflikten zwischen einem pro-pälästinensischem teil und den teilnehmer*innen der brigata ebraica, die daraufhin den zug verlassen haben. traurige zeiten.

heute ist wohl der jahrestag von tschernobyl, ich hätte den im mai verortet, weil ich diesen wunderbaren sonnigen mai erinnere, wo wir dauernd auf wiesen lagen, bis wir damit aufhörten wegen tschernobyl, und in supermärkten h-milch und nahrungsmittel suchten, die vorher hergestellt worden sind, und damit keiner radioaktiven strahlung ausgesetzt waren. wochenlang ging das so weiter, es war zutiefst beunruhigend alles. jetzt sind atomkraftwerke wieder im gespräch, weil es den politikern egal ist, den fehler ein zweites mal zu machen, mit den folgen werden sie nichts mehr zu tun haben.

gemerkt, dass ich einen schönen tag nur geniessen kann, wenn ich nicht ins netz gucke und all das finstere ein-mal ausblenden kann.

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brücken

gestern vollen tag gehabt, es war nämlich zwillingsgeburtstag, und ich hatte einen sogar im haus, mit freundin, sehr erfreulich. am freitag noch kuchen gebacken, dann klassischen geburtstagstisch, sehr früh am tag, weil die freundin eine fortbildung hatte. er wollte mit freunden brunchen und abends weiter in eine bar, also hausputz schon am vormittag, er hat alles alleine vorbereitet, salate und pasten gemacht, ich habe weiter herumgeräumt, einen karton voller dinge auf die strasse gestellt, nur 2 wieder mit reingenommen. dem davidzwilling in schönem langen videochat gratuliert.

einkäufe vorm zwillingsgeburtstag 2013

(das bild aus der cloud, datumssuche. für den zwillingsgeburtstag 2013 habe ich wohl noch bunten kram besorgt)

als die gäste dann kamen, durfte ich gehen und hab mich in ein sonniges café gesetzt, zum lesen, leider ging der kindle nicht wg akku, für die handyapp war es viel zu hell, also richtiges buch: februar 33 von uwe wittstock. das hab ich auch den zwillis geschenkt, weil es diesen einen monat nah an der chronologie der ereignisse nacherzählt, mit genau recherchierten details, sehr anschaulich. merke beim lesen, dass die zwillis all die autor*innen und künstler*innen vermutlich gar nicht kennen, mit denen wir als kultureller background großgeworden sind. gut, benn habe ich ihnen geschenkt, grosz kennen sie eventuell – aber die abfolge der ereignisse sind unabhängig von den personen, es geschieht ja gerade genauso wieder in den usa. bin gespannt, ob sie mit dem buch was anfangen können. abends wollte ich zu einer nachbarin, die ich auch viel zu selten sehe, wir laufen immer nur aneinander vorbei, dann kam eine freundin zufällig am café vorbei und lud mich für abends ein, sie sagte nicht warum, ich hab nicht gefragt, wir kennen uns sehr lange. ich könne gerne auch spät kommen. bin dann zur nachbarin, ein, zwei stunden am küchentisch alles neue erzählt, dann nach 22 uhr noch zur freundin, dort volle wohnung, ihr mann hatte einen animationfilm fertig und hat zur heimpremiere geladen, den film hab ich leider knapp verpasst. jemanden aus frühen bloggerzeiten wieder getroffen, er ist in einer band mit dem mann der freundin, sehr gefreut, leben geupdatet. ein paar runden getanzt zu guter musik, dabei leicht und gut gefühlt, mit diesen menschen, in dieser stadt etc. zu spät ins bett. bei der nachbarin und auf der party denselben filmtip bekommen, den berlinale-gewinner gelbe briefe, den wollte ich eh im sommer ansehen.

heute regen und kälte, neben aufräumen und lesen steht noch der umzug vom gregor in seine übergangsuntermietbehausung an, sobald er wach wird, jetzt ist es 13:30. mein auto ist lagerraum für seine kisten, seit ich ihn vor zwei wochen hergeholt habe, ich brauche es ja auch gelegentlich.

das posting von gestern fast wieder rausgenommen, zu privat und emotional, unverarbeitet, ich schrieb „nie“ und „jederzeit“, statt eine episode aus der kindheit zu erinnern, die das beschriebene zeigt, aber mein wiedererkennen einiger reaktionen im beruflichen kontext, über die ich oft nachdenke, war so ein aha-erlebnis, das lasse ich drin. das bloggen mal wieder als therapeuticum, auch wenn mir das pathos-element dadrin bissken peinlich ist. wie immer beruhigend ob der vollen welt: nobody cares.

beim tanzen gemerkt, dass mir die musik fehlt, mal wieder etwas laut hören wollen, nicht immer nur das radio im auto oder beim küche putzen. playlist angemacht, sie heißt „mai“ und ist nur 11 jahre alt, gleich ein netter start: das leben ist ein kopfschmerz, es wird zeit, dass du ihn spürst. danach 1h nach dem einen song gesucht, der mich mal richtig glücklich gemacht hat, irgendwann innerhalb der letzten 5 jahre, und von dem ich weder namen noch band erinnere, nur, dass es einen chorus gab und die leute eher jung waren, also unter 40 oder so. erfolglos.

noch eine nette sache, ihr kennt bestimmt alle die stilübungen von raimond queneau, wo eine kurze geschichte in vielen verschiedenen textarten erzählt wird, das gibt es jetzt auch in kurz, ein satz, 10 autoren werden imitiert, in den kommentaren geht es weiter.

es regnet immernoch.

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kino kann

gestern mit freundin the astronaut angeschaut, im odeon, einem kino im fernen schöneberg, perfekt ausgestattet und nicht riesig, mit wunderbaren liegesitzen, flaschenhaltern und sehr gutem sound. wir haben uns echt was gegönnt, mit popcorn, getränken und gemüsechips. und dann dieser film, von dem ich nichts wusste vorher, die freundin hat ihn wegen sandra hüller vorgeschlagen, die ich auch sehr mag. der film war bewegend, spannend, lustig*, der plot blieb überraschend. ryan gosling trägt die hauptfigur, „verkörpert“ erscheint zu einseitig, weil er in seiner darstellung den rest der person mit ins bild bringt, die vorgeschichte, die selbstwahrnehmung als loser mit all dem vorsichtigen spott, der noch auf mildernde umstände hofft. ich bin kein astronaut, sagt er ein paarmal, und stolpert dann durch sein raumschiff. dabei habe ich ihm gern einfach zugesehen, ein schöner mann, der als unfreiwilliger held in eine ausweglose situation gebracht wird, aber dann … geschieht so einiges, unter anderem gibt es einen sehr charmanten außerirdischen, der aussieht wie eine kombi aus einer riesenspinne und einem felsblock. schöner abend, und endlich mal wieder ein packender blockbuster ohne gewalt. die magie auch daher, dass die rollen von hüller und gosling nicht in bekannten mustern verlaufen, sondern sich frei und eher verspielt im spektrum der erwarteten figurenentwicklung bewegen, dadurch/dabei vielseitiger und brüchiger wirken, viel mehr persönlichkeit zeigen dürfen, und zwar nicht jeweils mit 2 seiten dialog, sondern in regieeinfällen, der kameraführung, im bild. großes kino, empfehlung.

(lest lieber nicht die ganzen kritiken (incl. der ai-sachen beim googeln), die den kompletten handlungsverlauf schildern, ich verstehe sowas nicht, das ist unehrenhaft. ich hab meinen erwartungshorizont gern leer und weit, wenn ich ins kino gehe.)

ein ähnliches gefühl hatte ich zuletzt bei arrival, da ging es ja auch um weltall, extraterrestrisches leben etc, um kommunikation. bei the astronaut kann die filmerzählung auf das ganze (in film und wirklichkeit) übliche arsenal der menschlichen reaktion auf neues (erst mal bedrohung, angst, militär etc) verzichten, weil es wirklich nicht darum geht, weil es genug anderes zu erzählen gibt.

sonst telefoniert, geputzt, davidzwilling war hier wegen einer party, gregorzwillings uni hat angefangen, er ist wieder nur zu 8 oder so in seinem studiengang, selbst an der tu in berlin. mit beiden schön gefrühstückt, david ist dann zurück nach halle, gregor war unterwegs, ich hab die gesellschaft der söhne genossen.

*bei nachlesen an barthes gedacht, bei dem das adjektiv die ärmste linguistischste kategorie ist, mich stört natürlich der aspekt der setzung statt herleitung beim schreiben, aber …

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strich für strich

merke: es gibt nicht den geringsten grund, mehrere druckbleistifte zu kaufen, nur weil sie eine neuartige japanische mechanik haben, die ihre mine bei jedem anheben um ein paar grad dreht, so dass sie nicht unrund werden beim schreiben (mit anderen worten „a problem you didn’t know you had“), die linien damit von konstanter strickstärke bleiben. ich habe eine gewisse reserve an ungenutzten stiften, darunter auch druckbleistifte, auf meinem schreibtisch, in meiner zuhause-federtasche, in leder, und ich könnte sie einfach in die arbeitsfedertasche transferieren. es ist mir ein rätsel, wie im job immer meine stifte verschwinden. vabbeh, ich werde berichten, ob ich einen unterschied merke. tröstlicherweise gibt es jede menge auswahl an overengineered pencils.

heute in der taz noch ein text zu pflegekosten, die bei mir ja so ein im hintergrund laufendes thema sind. mich erinnert es an die krankenversicherung in den usa, ich dachte, hier wären wir weiter. ich finde es schwierig, das als armutsthema laufen zu lassen, weil 1500€ extra pro monat auch nicht-arme haushalte in die armut bringen können.

stellt euch vor, ihr erbt einen kleinen picasso, einen druck mit signatur, hängt ihn irgendwo hin und freut euch darüber, jahrzehntelang. dann werdet ihr alt und wollt ihn mal verkaufen, vielleicht für eine reise, oder ein geschenk, oder wegen der pflegekosten. ihr erinnert euch wie der onkel, von dem ihr das habt, vom preis des drucks erzählt hat, eher stolz, weil er diesen seltenen glücksfund gemacht hat, ein fünfstelliger betrag mit einer 10 am anfang. die zeiten haben sich inzwischen geändert, es gibt den klassischen kunstmarkt vermutlich noch, hoffentlich, zumindest eine weile. aber wenn ihr diesen kleinen schlichten picasso jemandem verkaufen wollt, müsst ihr erst um chatgpt herumkommen, wo er mit einem mittelhohen, aber nur dreistelligen betrag verortet wird. es kann aber auch sein, dass der onkel hereingelegt wurde, weil der kunstmarkt so umgeht mit menschen, die nur aus liebhaberei kaufen. wir werden es hoffentlich nie herausfinden, sondern das bild einfach immer weiter vererben.

spontanen besuch von altem freund bekommen, tee getrunken, das leben erzählt, es geschafft, meine themen unterzubringen im fluss der gedanken. jetzt ist es zu spät meine haare noch nachzufärben, das wollte ich vor morgigem ausflug in clärchens ballhaus mit frau w. noch erledigen, mist. farbspray nachkaufen, dann geht das auch so. niemand wird es merken.

dem freund ist am küchentisch noch benn eingefallen, gleich mal wieder reingelesen, „Ordnung“ heißt das gedicht unten, und ja. ich sollte dringend mal wieder in irgendein abenteuer.

Es steht ein Mond in der Weite
Du möchtest in Saus und Braus
Durch die Nacht die fiebernde schreiten
Und gehst schnell nach Haus –

Es sind die Züge der Stille
Der hintergründigen Welt
Das Ordnung Last und Wille
In eins zusammenfällt

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kw 11, 2026

letzte folge starfleet academy war merkwürdig unbefriedigend. viel zuviel gewalt und gebrüll, rache, bösewichter ohne charme (großartig allerdings paul giamatti) als wäre das übel der welt in der fiktion angekommen, mit allen abgründen. ich schaue keine filme, in denen gewalt vorkommt, schon gar nicht, wenn sie als faszinierend und geheimnisvoll dargestellt wird. ein element der macht, das ich verabscheue und fürchte. habe viel vorgespult und keine lust, die folge ganz zu sehen. das ist bedauerlich, ist doch der aspekt eskapismus ein wesentlicher teil meiner vorliebe fürs franchise.

doch langsam das gefühl, wieder ans licht zu kommen, es es wird zumindest heller. heute große freude über das foto, wie der gregorzwilling seine abschlussarbeit in den uni-briefkasten wirft, hurra! bin so beeindruckt darüber, was die kids leisten.

letzte woche zwei studientage am arbeitsplatz gehabt, intensiv nachgedacht zu themen des schulalltags, begeistert, wie intensiv da weiter an allem gearbeitet wird, trotzdem total kaputt am ende, während die kolleg*innen noch auf diverse teamevents gehen danach. gleich selbstzweifel, weil die anderen mehr energie haben, mehr beitragen, besser durchhalten, aber das ist halt einfach mein persönlicher song, der ohrwurm meines lebens. zum glück am freitag noch auf feine aperitive mit freund*innen eingeladen worden, das war bisschen wie früher, als die tage noch nicht soviel gewicht hatten.

samstags geputzt und geräumt, wie immer befriedigend, und nach 20+ 25+ jahren am selben ort gibt es ja einfach viel kram, der eigentlich auf den weg gebracht gehört, zu anderen, zu ebay, wo ja die armen söhne schon immer kein geschirr, keine spiele oder bücher mitnehmen wollen und sehr höflich ablehnen. ich werde mit meinen angeboten warten müssen, bis sie ihre ersten jobs und feste wohnungen haben, andrerseits wird da ein ginori-blümchenservice vielleicht auch kein renner.

das eigenleben der dinge. in einem regal einen satz pokerchips gefunden, in schwerem kleinen alukoffer, keine ahnung, welches kind das mal angeschleppt oder geschenkt bekommen hat, oder war ich das? wozu? gab es mal eine pokerphase im zuge des erwachsen werdens? die karten fehlen leider.

und wie ich ja im frühling immer wieder auf die lyrik schaue, habe ich einen kleinen vierzeiler in einem sehr liebevoll gestalteten büchlein von 1904 gefunden, „Genesung“ heißt es, von einer marie böhler, von der ich sonst im netz keine spur gefunden habe. es ist ja nicht das schlechteste, wenn ein gedichtband übrigbleibt von einem leben. das papier ist noch fest und glatt, jugenstil-druck im einband, und ja, schon, noch immer:

foto von einem vierzeiler in altdeutscher druckschrift, aus einem alten buch. text: 
Ich suche.//
Ich suche Einsamkeit und Meeresrauschen .../ Da möchte ich meiner Seele lauschen,/ Da möcht ich lauschen meinem Ich:  –/ Ich suche mich!
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safe

liebe leser und leserinnen, ihr werdet es gemerkt haben, das blog ist nicht mehr gefährlich, sondern liegt ab jetzt als ssl-gesicherte insel im weitweiten netz. mek hat das freundlicherweise erledigt und das kleine s eingebaut, außerdem hat er das hotel zu einem neuen hoster umgezogen, die ganzen 22 jahre.

die schrift und paar details änder ich noch, wenn ich zeit habe.

heut mittag meldet sich der david-zwilling, er wäre heut abend da, er will nämlich nach spanien, wo seine freundin grad ihr semester verbringt, er hat sich ein paar schöne bibliotheken in madrid ausgesucht und wird eine weile dort arbeiten. ich freu mich, dass er das macht, dafür ist das studium da. sehr erfreut ein paar stunden geplaudert, morgen wird er lange vor mir aufstehen. so nett, wenn die liebsten kurz reinschneien.

ich sollte auch wieder mehr reisen, oder überhaupt reisen. wir haben auch die länger geplante gemeinsame reise mit den brüdern angesprochen, die gar nicht unbedingt in die ganz weite ferne gehen muss, wie er meinte, europa sei spannend genug. mir ist eigentlich nur das meer wichtig, welches, nicht so sehr.

ein sehr angenehmer mittwoch war das.

wo ich jetzt heute nicht war, aber das nächste mal hinmöchte, eine empfehlung: ein blind date mit einem buch im italienischen kulturinstitut. wieder am 25. märz.

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alt und neu

heut ist der letzte sohn auch gen freunde und party abgereist, jetzt bin ich noch ein paar tage ganz für mich, also mit morgen anreisendem neuen hausgast, darum heut sehr viel gewaschen. es sind noch mehr bettdecken als vorher da, verstehe das gar nicht. vielleicht vermehren die sich von alleine, so geballt im schrank.

das letzte jahr war ein gutes, der neue job hat viel mehr als erwartet verändert, ich bin wieder mehr die alte, da ist noch feintuning mit der arbeitszeit nötig, aber ich hoffe, es bleibt so spannend und positiv. viel mehr energie für kultur, ausgehen, freundinnen gehabt, wieder viel spontaner gewesen, alles fühlt sich leichter an, wieder auf dem weg, beim ausgehen und dinge unternehmen ist immernoch viel luft nach oben. vielleicht hatte mich der letzte job auf die dauer doch in eine form von depression getrieben? es ist erstaunlich, was für einen riesigen einfluss aufs befinden die arbeit hat.

60 geworden, das spielt auch eine rolle, weil die kraft ja weiter abnehmen wird, anspruch und erfahrung aber nicht. ich weiß um die endlichkeit und kostbarkeit von allem.

in den freien tagen gleich den vorsatz umgesetzt, mal wieder mehr auf mein äußeres zu achten, wie früher, als mir das inhärent wichtig war. hemden blusen anprobiert, ein paar sind über der brust oder am arm zu eng geworden, aussortiert. ich nehme bis jetzt tatsächlich nur an oberweite zu, das ist ganz okay eigentlich. ich möchte ja meinen kleiderschrank tendenziell reduzieren, es fällt mir schwer, die dinge in die (altkleider-) tonne zu werfen, besonders die schönen stücke, aber tatsächlich geht mein interesse an den schönen teilen anderer leute auch eher gegen null. ich kaufe nix mehr dazu, außer wenn das alte verbraucht oder abgetragen oder sonstwie ruiniert ist, oder wenn ich mich mal verknalle in irgendwass, zuletzt ein dunkelblaues samtjackett, beim begleiten einer freundin beim shopping, das trage ich auch viel zu selten. das kann ich heut zur silvesterparty bei freunden anziehen.

es hilft ja schon, sich beim einsatz von haarspangen und ähnlichem vor den spiegel zu stellen, statt es ohne hinzusehen im gehen zu erledigen. ich habe schon so ein bisschen die unsichtbarkeit der letzten jahre absolut gesetzt, mir scheint, als sollte ich mir wieder einen stil aussuchen, statt ihn geschehen zu lassen. nicht bei minusgraden allerdings, grade geht nur der dicke wintermantel.

wünsche euch allen einen wunderbaren neustart ins neue jahr, gehabt euch wohl! lasst weiterhin träume wahrwerden, behaltet träume, lebt sie aus. das leben ist wunderbar.

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fr/sa/so ende oktober 2025

gemerkt, dass sich auf der to-do-list einige dringliche aufgaben sammeln, wie vorsorgevollmacht, pflegegeldversicherung, allgemein die regelung der dinge. und der notar, bei dem ich früher einiges erledigt habe, ist seit jahren in rente, mal im freundeskreis fragen. immerhin sind die kontovollmachten erledigt. der herbst, der herbst.

äste eines gingko-baumes, mit gelben blättern vor blauem himmel

am wochenende auf einer runde doch noch kurz die chance genutzt, die farben zu dokumentieren, ich schaue ansonsten einfach die bilder vom letzten jahr an, moment, es sind bilder von vor 4 jahren, als ich zwischen jobs war, emma noch lebte und ich endlos viel zeit für hunderunden hatte. das war schön.

angesichts der zerstörung von teilen des weißen hauses noch einmal the residence geguckt, eine großartige hommage ans weiße haus als historisches gebäude, kennt ihr alle, oder? beim zweiten mal genauso spannend, detailreich und liebevoll gearbeitet, die perfekte führung durchs haus.

zur zeit dauernd besuch, an den wochenenden die zwillis mit freundinnen abwechselnd, freunde, verwandte, alle wollen nach berlin, nur ich vermisse den glamour und das großstadtgefühl, mein leben verläuft in sehr festen bahnen, ich erwarte gar nichts mehr, immerhin morgen theater, mit premierenkarten von der freundin, die grade anreist, die marquise von o am dt, die ich zuletzt als leicht pornösen comic von ich glaube manara gelesen habe? nee, es war guido crepax, die geschichte der o, habs noch im regal. nagut, das ist doch bisschen glamour.

es war dann ein sehr guter theaterabend, intensiv, text dicht und gleichzeitig unaufdringlich, dokumentarisch, selbstverständlich gesprochen von den frauen, die vergewaltigt wurden und darüber erzählen. bei kleist ist die marquise von o plötzlich schwanger und weiß nicht warum, das geschehene wird durch einen gedankenstrich angedeutet, sie soll dann verheiratet werden, entscheidet sich erst dagegen, dann dafür, im stück werden dann die schicksale anderer frauen geschildert, und die noch heute immer mal wieder unterstellte mitverantwortung der frauen (grad wieder hier) an der ihnen angetanenen gewalt ist bei diesen fällen ausgeschlossen, weil die frauen ohne bewusstsein waren, schlafend, betäubt, entführt, absolut wehrlos. im stück jetzt sprechen sie, während die ein oder zwei tätertexte wie nebenbei, sehr laut und demonstrativ und mit so einem hö-hö-hö rüberkommen, gesungen werden, gereimt, auf anderer ebene theatralisch rüberkommen, das schauspiel der männer, wie etwas, das nicht ins stück gehört, nicht zu den frauen, die erzählen, was ihnen passiert ist. na, müsste ich besser ausarbeiten, das ist noch ungenügend beschrieben. geht hin, empfehlung.

sehr berührender und manchmal schwer auszuhaltender abend, die wut bleibt und kommt mit nach hause. keine sekunde gelangweilt.

noch premierenbierchen in der masse an besuchern, das dt hat ja diese schöne große terasse, es war warm genug, draussen noch ein zigarettchn zu schnorren. bekannte getroffen, leute geguckt, dann früh nach hause geradelt.

jetzt ist samstag, 21 uhr, der tag war wunderbar lang, mit der freundin gefrühstückt, dann runde über den kollwitzmarkt, der zur zeit sehr hipsterig ist, oder wie auch immer der style jetzt heißt, wenn die leute sich extrem herausputzen, obwohl sie nur einkaufen gehen. bisschen eingekauft, dann gechillt, gebloggt, nette halloweenkarten gefunden, die ich nächste woche mit den kindern machen kann. nochmal los für stifte und drogeriekram, alle stifte sind von meinem schreibtisch verschwunden, da liegen nur noch marker und einzelne buntstifte, alles andere wurde vergesellschaftet. gemerkt, dass stifte jetzt auch mind. das doppelte kosten, geärgert, ich kaufe für mein leben gerne stifte und habe immer eine große auswahl zur verfügung. in der großdrogerie haarspangen und stifte gefunden, bin jetzt wieder versorgt.

14:42, die eine analoge uhr erst mittags umgestellt, aber jetzt schon vergessen, ob die uhr vor- oder zurückgestellt worden ist heut nacht. hab keinen sinn dafür, obwohl ich weiß, dass ich morgen eine stunde später zur arbeit muss, dass 8 uhr morgen wie neun uhr gestern sein wird, was ich sehr begrüße. die freundin wieder verabschiedet, abends noch spontanen besuch zum tee bekommen, sehr nett.

habt ihr auch unterschiedliche services für die unterschiedlichen freundInnen? also umgekehrt: bietet ihr euren freunden bei besuchen jeweils unterschiedliches porzellan an? mir ist das heute aufgefallen, einigen stelle ich die dicken bunten iittala-becher vor die nase, anderen das feine meissen, oder die eleganten und sehr schlichten weißen arzberg-tassen. die italienischen tassen von ginori, mit blømstern, sind eher was für damen in meinem alter. meine auswahl ist wiederholbar, mir aber noch nie aufgefallen.

zu einer party in einem tangolokal eingeladen worden, bin leider heut nach viel spazierengehen und nassregnen zu müde, aber ich kann ja mal wieder auf so eine nachmittagsmilonga gehen, mal schauen, ob tango noch geht nach ähm jahren. falls ich meine schuhe wiederfinde.

upsi, wochenende schon wieder vorbei, viel zu schnell, viel zu kurz.

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24. august 2025

blick auf einen steg mit einer leiter, im wasser ein paar segelbooten, am anderen ufer sieht man wald.

ich hatte meinen rucksack mit badezeug mit auf den ausflug zum alten haus meiner freundin am stadtrand, hab ihn aber nicht gebraucht. sie geht vor, ganz selbstverständlich, zieht sich aus, ist schon ein paar meter vom steg weg, ich bin eher vorsichtig aus allen klamotten geklettert, die leiter runter und ab ins wasser, zur feier des wohl letzten bades im jahr. das wasser schliesst sich dann ganz um den körper, ein kühler und glatter mantel, in langen zügen schwimmen, den kopf vorsichtig mit unter wasser nehmen, die oberfläche schließt sich über mir, nach ein paar zügen wird das wasser etwas angenehmer, es ist grün und riecht etwas erdig. die freundin schwimmt richtig eine weite runde, ich drehe ein paar kreise in stegnähe, es ist alles voller segelboote und kleiner passagierschiffe. dann zurück, die moosige leiter hochklettern, noch eine viertelstunde auf den steg, wir liegen nebeneinander, mit jeder zelle im jetzt, in schönheit. von der sonne trocknen lassen, sie wärmt unsere haut, man spürt jeden strahl, bis sie hinter den wolken verschwindet und es sofort ein paar grad kälter wird.

hab endlich wieder musik im auto. die jungs waren nicht beeindruckt.

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kw 30 2025

upsi, ich wollte doch mehr bloggen. zuviel los, dann ist der tag rum und ich schlafe, dann sind die dinge wieder weg, dann kommt der nächste tag. frage mich, wie die anderen (mek, buddenbohm, kaltmamsell) das hinkriegen neben dem alltag, vermutlich brauchen sie weniger schlaf oder haben mehr disziplin.

heute ist die schwester meiner mutter ebenfalls 90 geworden, sie liegt leider im krankenhaus mit einer art schwächeanfall. meine cousine ist bei ihr, fast die ganze familie checkt ein, fragt, grüßt, 3 generationen, wir sind ein bunter und lauter haufen. sie lebt noch alleine, in stade, der geburtstadt meiner mutter, kennt dort alle und jeden, ist tief verwurzelt in der stadt. ich weiß nicht, wie es jetzt weitergehen wird mit ihr, sie hat zwar hilfe, lässt aber wie ein käptn auf hoher see niemanden an die segel, der nicht alles genau so macht, wie sie es will. sie ist eher resolut vom typ her. drücken sie bitte die daumen.

gestern noch ein geburtstagsgeschenk eingelöst, mit 2 freundinnen ins freiluftkino, ich dachte, wir gucken diesen bob-dylan-film. dann kam eine sehr explizite werbung, junge tänzerin oben ohne und unten fast ohne, tische, männer, ein striplokal, aber es war dann keine werbung, sondern der hauptfilm, in dem eine prostituierte einem reichen berufssohn begegnet, er sie für eine woche kauft, spontan in vegas heiratet, sie sich an den obszönen reichtum gewöhnt, bis der vater des jungen mannes seine gehilfen schickt, um die sache zu beenden, was ihnen natürlich gelingt. ich kannte keine der schauspielerInnen, sie waren alle sehr gut, besonders das gesicht von mikey madison ist als lolita perfekt, eine schöne, glatte maske, fast zu glatt für mimik, bis auf die augen. mochte das nebeneinander des verwöhnten jungen, der immer alles bekommen hat und den sehr klar sehenden zynismus der frau, und wie sich beide dann in kleinen momenten erkennen im biblischen sinne, herz zu herz, beide gleich verloren und verlassen, der freiraum für die absurde hoffnung, dass es doch eine liebe werden könnte, und nicht nur ein kurze berührung in einem geschäft. und wie sie dann beide in ihre rollen zurückkippen, sie hoffnungslos und traurig, er bedröhnt und abwesend, den preis zahlt sie, weil ihr leben danach wieder im club stattfindet, und seins im jet. die clichees kullern da nur so, pretty woman blablubb, sry! ich war halt vollkommen hinterm berg dies jahr, was filme angeht, dabei war anora der gewinnerfilm der oscars. guter film, aber zuviel sex. männer sehen das bestimmt anders. (merke, ich komme mit mehr feminismus aus dem film raus, als ich reingegangen bin)

bin mit frisch überwundener blasenentzündung in decken eingerollt, es ist wolkig, aber bleibt ganz knapp über 20°, sehr feiner abend, die freundinnen nehmen mich seit jahren regelmässig mit ins freiluftkino, es gibt einen tisch, erdnüsse und ein bierchen dazu, mit viel luft und himmel drumherum. nachher radelt man durch den dunklen park wieder nach hause.

heute dann vorfreude auf den urlaub, morgen gehts los. beim packen die versuchung, gitarre, ukulele, das klavier und zeichenzeug mitzunehmen, weil ich ja eventuell in der freien zeit mal wieder etc. beim zeichnen habe ich eine reelle chance, mein job gibt mir gelegenheit dazu, das mit kindern zu machen, hätte fast noch ein lehrbuch gekauft, hoffe, das internet hilft da weiter. ich kann die erste ebene halbwegs, den reproduktiven teil, ein wiedererkennbares tier aufs papier bringen, habe aber keine ahnung, wie ich von da in eine kreative, interessante darstellung kommen kann, oder wie so ein weg vermittelbar ist.

habe nur ein bisschen respekt vor der langen horrorfahrt über deutsche autobahnen, mit all den geisteskranken rasern. die geschwindigkeit ist so ein typisch phantasieloser männerfetisch, passt gut ins land (und ja, am see brauchte ich ein auto, es gibt keinen nahverkehr.)

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kw neulich

am tag vor dem 1. mai lustiges supermarkterlebnis, ich konnte wieder lachen, weil ich auf einem diebstahl durch kartenbetrug wohl nicht sitzenbleiben werde, den tag darüber aber verloren habe, deshalb zu spät doch noch einkäufe für muttern und mich, und es war wie beim minigolfen mit lauter großfamilien, alles rannte komplett ziellos durcheinander, im kreis, hin und her, viele mittelalte männer, die in den gängen stehenbleiben und laut äähm sagen, große gruppen teenager, die sich aneinander festhalten und dann dramatisch innehalten, weil sie gummibärchen wollen. allgemein besonders viel herumgeirre in diesem besonders labyrinthisch angelegten rewe in der kulturbrauerei, in den ich selten gehe, weil es keine fahrradparkplätze gibt und ich mich dauernd verlaufe in dem doofen durcheinander an versperrten durchgängen und fehlender sardellenpaste.

(eine woche später habe ich mein geld immer noch nicht wieder, die reiseagentur, bei dem der/die betrügerIn es ausgegeben hat, kriegt die rückbuchung nicht auf die reihe, es könnte noch „tage oder wochen“ dauern, bis sie das hinbekommen, so schreiben sie. werde die bis dahin anlaufenden dreistelligen dispozinsen dann auch ihnen aufbürden. echt, wie schwer kann das sein?)

zwischendrin ideen, vielleicht doch nicht ewig in berlin zu bleiben. die stadt hat sich ein bisschen abgenutzt über die jahrzehnte. vielleicht nach bayern? oder in den freiburger raum? möbel und bücher hier lassen, einfach losziehen, der freundeskreis ist eh seit jahren mobiler als ich, lebt paar jahre hier, paar jahre dort, meistens woanders jedenfalls. ich bin ungebunden.

oder endlich ans meer.

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ohne ansatz

die menschen werden größer. auffallen tut es mir bei den frauen, einen kopf mindestens größer als ich, mit langem, wehendem haar, das ist hier grade in, wie in den 70ern. früher in der tram habe ich fast alle überragt mit meinen 1,74m, die italiener*innen waren mehrheitlich kleiner als ich, jetzt laufe ich besonders in meinem innenstadtviertel oft an gefühlt +1,90m -menschen vorbei, männer und frauen. vielleicht schrumpfe ich schon, oder es gibt andere gründe, orte, wo die erdanziehung geringer ist, die masse leichter nach oben kommt. zu den sternen.

neulich den gedanken gehabt, dass gar nicht alle leute meines alters plus noch keine grauen haare haben, sie färben bloss wesentlich professioneller als ich, die das selber macht, sobald der ansatz sichtbar wird. ich fühlte mich ein paar tage wirklich unangemessenn hippiesk beim gedanken, dass fast alle mittelalten leute außer mir alle 4-6 wochen haare färben lassen. es kann aber natürlich sein, dass sie auch nur vorm ausgehen oder vor veranstaltungn nachfärben, und dazwischen auch mal ein, zwei wochen mit ansatz herumlaufen, oder sind da alle super organisiert? bürojobs mit anwesenheit sind ja nochmal ein anderer anlassgeber.

beim grau werden gibt es ja unterschiede, die menschen mit einzelnen silbernen haaren im schopf, sehr dekorativ, und die mit den zonen, schläfen oder stirn, wo kompakte weiße stellen auftauchen, wie mit dem pinsel aufgetragen.

in italien sind die menschen sehr gepflegt und gestylt, kein falsches haar nirgendwo, gefärbt bis ins hohe alter, das schicke gut geschnittene grau und weiß, an das ich mich hier noch nicht herantraue, gibt es dort fast nicht. das wäre mal ein anlass!

jedenfalls leises othering bei diesen themen, das mich bei meiner jahrelangen beruflichen unbehaustheit auch schon länger begleitet. wenn ich es bei anderen beobachte, bin ich es dann doch meistens selber, die differenz als schutzraum für das eigene. vielleicht bin ich einfach zu lange single.

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springweg brennt

heut nachmittag hab ich mich auf den balkon in die sonne gesetzt, um meks buch anzufangen, springweg brennt, und dann ging es mir so wie den anderen leser*innen: plötzlich war es ein paar stunden später und das buch ist zu ende, es liest sich sozusagen von selber. ist mir schon lange nicht mehr passiert. beim lesen sofort wieder in dieser zeit gewesen, als alles noch so offen war, das leben, die wege, entscheidungen, jetzt sind meine kinder gerade noch in dieser lebensphase, und ich bin mek wirklich dankbar dafür, dass ich dem modus, dieser unmittelbarkeit der jugend mal wieder näher bin.

im buch wird ein altes haus in utrecht besetzt, mek und seine truppe gehören dabei schon zu einer art von profis, es gibt bestimmte abläufe beim besetzen, dann beginnt eine art rollenspiel mit der stadtverwaltung, wo jede seite abwechselnd schritte macht, wie bei einem gesellschaftstanz. die gespräche, die verschiedenen persönlichkeiten, wie entscheidungen mal getroffen werden und mal einfach passieren, die totale offenheit von situationen, es liest sich sehr lebensnah und hat einen intensiven zeitreiseneffekt. und oft ist es lustig, wie die hausbesetzer ihre strasse vor der räumung an beiden enden mit sofas abriegeln, so schön, und dann kam berta, aber das solltet ihr selber lesen. und es gibt überraschend viele hunde im buch!

beim lesen gleich gedacht, das wär ein würdiges ende auch für mein riesiges altes sofa, die jungs wollen es immer loswerden, aber ich sitze halt noch drauf.

mir waren hausbesetzer*innen lange zeit ewas unheimlich, so piratenartig, sie nehmen sich halt, was sie brauchen. in mailand gibt es das leoncavallo, von dem mek auch schreibt, da war ich in den frühen achtzigern auf demos und konzerten, ich hab mich aber eher als solidarische touristin gefühlt, nicht als teil der leute, hab mich nicht getraut, auf den diskussionsrunden zb zum thema feminismus was zu sagen, bin aber hingegangen. das leoncavallo gibt es noch, es steht schon wieder vor einer räumung, die am 15. mai stattfinden soll, irre. ich war ja immer mehr in der bürgerlichen ecke zuhause, und die besetzten häuser waren jenseits der grenze, also die gründe dafür waren alle richtig und nachvollziehbar, aber der weg war mir zu kämpferisch, vielleicht, weil die häuser immer nur kurz vor oder nach den räumungen in meiner wahrnehmung auftauchten. dann sind freunde von mir in welche einzogen, dann war es normalisiert, der jetzt tote freund martin hat eine zeitlang in der rigaer str. gewohnt, weiß gar nicht, ob es das haus da noch gibt.

jedenfalls. lest das.

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20 jahre hotelmama

worte, worte, worte. unfassbar viel text, mein blog wird am 1. april 20. als frisch alleinerziehende habe ich damals irgendeinen ort für mein glück gebraucht, und es war wahnsinig aufregend, einfach texte ins netz stellen zu können, ohne schwellen, ohne schwierigkeiten, in einem rutsch in die welt, press pubblish and go, das funktioniert für mich 2025 immer noch. inzwischen sind die kinder schon ein paar jahre ausgezogen und in ihren eigenen leben, aber die bloggerei ist für leute wie mich immer noch der schönste weg, text zu veröffentlichen. es gab ja damals eine richtige bloggerszene in berlin, mit treffen und parties, ich hab freunde und liebhaber gefunden, die liebsten davon sehe ich immer noch regelmässig. ihr leser und leserinnen seid meine bezugsgruppe, on- und offline. danke.

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