kino kann

gestern mit freundin the astronaut angeschaut, im odeon, einem kino im fernen schöneberg, perfekt ausgestattet und nicht riesig, mit wunderbaren liegesitzen, flaschenhaltern und sehr gutem sound. wir haben uns echt was gegönnt, mit popcorn, getränken und gemüsechips. und dann dieser film, von dem ich nichts wusste vorher, die freundin hat ihn wegen sandra hüller vorgeschlagen, die ich auch sehr mag. der film war bewegend, spannend, lustig*, der plot blieb überraschend. ryan gosling trägt die hauptfigur, „verkörpert“ erscheint zu einseitig, weil er in seiner darstellung den rest der person mit ins bild bringt, die vorgeschichte, die selbstwahrnehmung als loser mit all dem vorsichtigen spott, der noch auf mildernde umstände hofft. ich bin kein astronaut, sagt er ein paarmal, und stolpert dann durch sein raumschiff. dabei habe ich ihm gern einfach zugesehen, ein schöner mann, der als unfreiwilliger held in eine ausweglose situation gebracht wird, aber dann … geschieht so einiges, unter anderem gibt es einen sehr charmanten außerirdischen, der aussieht wie eine kombi aus einer riesenspinne und einem felsblock. schöner abend, und endlich mal wieder ein packender blockbuster ohne gewalt. die magie auch daher, dass die rollen von hüller und gosling nicht in bekannten mustern verlaufen, sondern sich frei und eher verspielt im spektrum der erwarteten figurenentwicklung bewegen, dadurch/dabei vielseitiger und brüchiger wirken, viel mehr persönlichkeit zeigen dürfen, und zwar nicht jeweils mit 2 seiten dialog, sondern in regieeinfällen, der kameraführung, im bild. großes kino, empfehlung.

(lest lieber nicht die ganzen kritiken (incl. der ai-sachen beim googeln), die den kompletten handlungsverlauf schildern, ich verstehe sowas nicht, das ist unehrenhaft. ich hab meinen erwartungshorizont gern leer und weit, wenn ich ins kino gehe.)

ein ähnliches gefühl hatte ich zuletzt bei arrival, da ging es ja auch um weltall, extraterrestrisches leben etc, um kommunikation. bei the astronaut kann die filmerzählung auf das ganze (in film und wirklichkeit) übliche arsenal der menschlichen reaktion auf neues (erst mal bedrohung, angst, militär etc) verzichten, weil es wirklich nicht darum geht, weil es genug anderes zu erzählen gibt.

sonst telefoniert, geputzt, davidzwilling war hier wegen einer party, gregorzwillings uni hat angefangen, er ist wieder nur zu 8 oder so in seinem studiengang, selbst an der tu in berlin. mit beiden schön gefrühstückt, david ist dann zurück nach halle, gregor war unterwegs, ich hab die gesellschaft der söhne genossen.

*bei nachlesen an barthes gedacht, bei dem das adjektiv die ärmste linguistischste kategorie ist, mich stört natürlich der aspekt der setzung statt herleitung beim schreiben, aber …

teilen

spuren

mich beschäftigt der beleg für die mitgliedschaft meines großvaters schon. 1939 wird er mitbekommen haben, was war, er wollte als junger, frisch promovierter mensch vielleicht alles tun, um seine karriere zu erleichtern, aber das ist kein guter grund, hätte die promotion nicht genügt? es ist 1939 unwahrscheinlich, dass er gar nichts gewusst hat, es gab antisemitismus und unterdrückung, nur noch eine einzige partei, deutschland war ein totalitäres und gewalttätiges regime in einer zeit, in der es überall, zuhause und in schulen, viel gewalt gab. er konnte trotzdem nicht wissen, was alles noch kommt, wie schlimm es werden würde. muss mal nachlesen, ab wann man als intelligenter, gebildeter mensch bescheid wissen musste, was alles bekannt war. der eintritt einen tag nach dem überfall auf polen ist ebenfalls interessant. 

es ist wie es ist.

die vielen familiengeschichten in den kommentaren sind auch sehr lesenswert, immer mit dem gedanken an die geschichten der ermordeten und vertriebenen, die nicht mehr erzählt werden können, weil niemand übrig geblieben ist. 

teilen

kw 14, 2026

mit gregor losgezogen, um jahreskarten zu besorgen, 2 für den preis von einer, wegen schwerbehinderung und student, sehr nice. leider einen umweg gemacht, weil ich bei brancusi eine schlange vermutet hatte und für die tickets lieber in den hamburger bahnhof bin, wo man ja bequem mit der tram hinkommt, tja, wenn sie denn fahren würde, stattdessen umsteigen, ersatzverkehr, laufen, wie immer. mit den karten dann rüber in die nationalgalerie, dort gar keine schlange, gregor hatte dann leider nicht mehr soviel zeit, weil er zum zug musste. die skulpturen sehen großartig aus im weiten, offenen raum des museums, das publikum wird in kreisen um und durch die arbeiten hindurchgeführt, es wirkt organisch und elegant.

Skulptur von Brancusi, eine kleiner Torso mit rundem Kopf und verschränkten Armen, aus Bronze vor einer Marmorwand

gregor erzählt von einer mathematischen richtung, der topologie, in der haupsächlich zwei formen beschrieben werden, die kugel und der torus, eine art donut, in die alles sich zurück- oder weiterführen lassen kann. der mensch wird als kugel, eine tasse als torus beschrieben. wir überlegen, in welche der beiden formen die figuren passen. es sind mehr kugeln.

auf insta eine menge gesehen, die einen song weitersingt, als der sänger nicht mehr kann, und zwar in glastonbury, eine große menge also. capaldi selber spricht über das konzert als „worst day of my life“, das finde ich interessant, er bleibt in der selbstwahrnehmung, auch wenn alle begeistert sind. das lied ist 7 jahre alt, und unfassbare 1,2 milliarden menschen haben es auf yt gesehen. ich hatte noch nie was davon gehört, dabei ist es gar kein k-pop, von dem ich ja ebenfalls keine ahnung habe, sondern singer/songwriter-zeug, eigentlich meine wellenlänge. kommt auf jeden fall auf die playlist für meinen nächsten liebeskummer.

versucht, die großartigerweise von der zeit aufbereiteten nazi-listen nach meiner familie zu durchsuchen, bei der väterlichen seite fündig geworden, bei der mütterlichen nicht. er hat sich am am 2. september 39 angemeldet, einen tag nach kriegsausbruch. kein austritt vermerkt.

teilen

fahren, finden, falzen

tatsächlich einen parkplatz am strassenrand in sichtweite des ber gefunden, über google. davidzwilling heil angekommen, muss erst noch aus dem flieger gehen. als sein okay kam, ging losfahren schon nicht mehr, keine reaktion, elektrik tot, riesenschreck. adac angerufen, eine viertelstunde einer frau erklärt, wo die strasse nu ist, dann meinte sie: 1 stunde. ich rufe beide jungs an, einen vor dem flughafen, den anderen auf seinen kisten in halle, um verspätung anzukündigen, mit einigen flüchen. der adac kam dann 5 minuten später, checkte die batterie, „tiefenentladen“, weil ich den motor aus- und die ankerbox über zigarettenanzünder angestellt hatte, vielleicht 15 minuten lang, die warnung in der anzeige war: airbag defekt, ich schon gegoogelt, irgendwelche schalter unter dem sitz seien zu säubern, aber der adac hat das problem in 2 minuten gelöst. habe umarmung angeboten, mich aber zurückgehalten. altes auto, alte batterie, „lassen sie es erstmal laufen“, jungs wieder angerufen und beruhigt, david eingesammelt, der mit rucksack über das strassenchaos rund um den flughafen einfach so rüberspaziert ist. entspannt über volle autobahn nach halle, mit beiden gefrühstückt, dann auto voll geladen und mit gregor entspannt zurück nach berlin. ich fahre gerne auto eigentlich, wenn es keine raser und staus gibt. leider ohne frisches audio, die bt-box ist wohl eher keine solide idee, vielleicht erstmal einfach nur den bluetooth-stecker suchen, den hatt ich schon mal hinten am radio montiert, er funktioniert halt nicht mehr.

heute noch den satz „mütter finden alles“ erneut bewiesen, als ich ein in einem bettlaken verstecktes portemonnaie ausfindig gemacht habe, und die karten waren schon gesperrt, ausrufezeichen. erleichterung. zum nahen geburtstag dem gregorzwilling so eine tracker-karte bestellt.

am urlaubstag 3 kann ich langsam wieder geradeaus gucken, gemerkt, dass die wohnung einen klassischen osterputz gut vertragen könnte, damit angefangen. außerdem bewegung, allgemein leben geniessen, das fällt mir leichter, seit die zeiten so bedrohlich geworden sind, im hier und jetzt sein, alles wahrnehmen. mache trotzdem noch zuwenig sport. die kids sind über ostern alle woanders, ich bin eingeladen bei freunden. wie gesagt natale con i tuoi, pasqua con chi vuoi, trotzdem vermisse ich die anderen beiden liebsten etwas, in den letzten jahren waren sie alle kurz hier über ostern.

endlich mit dem buch angefangen, dass ich probe lesen darf, freue mich sehr über das angebot.

bei der suche nach dem motel-bild neulich ein filmchen wiedergefunden, dass ich mal in einer begeisterung für ein pop-up-buch gemacht habe, ich wollte das glaube ich auf youtube posten, in einem channel, der sich popup-büchern widmet, aber dann hab ich das buch schlecht gehalten und war zu langsam, hätte es neu machen müssen und kam mir dann albern vor. die tollste seite hab ich schlecht inszeniert, hier noch ein foto, leider bisken unscharf:

foto von einer seite mit einem popup von häusern in hongkong, von kit laut

das buch mag ich immer noch sehr und schaue es gelegentlich an, wenn auch fast mehr wegen dem knarzen, wenn sich das papier entfaltet und entblättert. kit lau, ein papier-ingenieur, hat da den lebensraum hongkong vorgestellt, mit aufwändigen und hochkomplexen gebäuden voller leben und details.

frisch ins haus gekommen ist ein mini-popup zum selberfalten, mal sehen, ob ich mir das in den ferien zutraue, ich suche ja nach anregungen für die ag, die ich anbieten will, in stark vereinfachter form natürlich. es ist vor allem winzig klein, es gibt zum beispiel schräge treppen zu falten, mit 2mm breiten stüfchen, da ist die kante von meinem falzbein breiter.

jedenfalls wünsche ich euch erholsame ostertage!

teilen

kw 11, 2026

letzte folge starfleet academy war merkwürdig unbefriedigend. viel zuviel gewalt und gebrüll, rache, bösewichter ohne charme (großartig allerdings paul giamatti) als wäre das übel der welt in der fiktion angekommen, mit allen abgründen. ich schaue keine filme, in denen gewalt vorkommt, schon gar nicht, wenn sie als faszinierend und geheimnisvoll dargestellt wird. ein element der macht, das ich verabscheue und fürchte. habe viel vorgespult und keine lust, die folge ganz zu sehen. das ist bedauerlich, ist doch der aspekt eskapismus ein wesentlicher teil meiner vorliebe fürs franchise.

doch langsam das gefühl, wieder ans licht zu kommen, es es wird zumindest heller. heute große freude über das foto, wie der gregorzwilling seine abschlussarbeit in den uni-briefkasten wirft, hurra! bin so beeindruckt darüber, was die kids leisten.

letzte woche zwei studientage am arbeitsplatz gehabt, intensiv nachgedacht zu themen des schulalltags, begeistert, wie intensiv da weiter an allem gearbeitet wird, trotzdem total kaputt am ende, während die kolleg*innen noch auf diverse teamevents gehen danach. gleich selbstzweifel, weil die anderen mehr energie haben, mehr beitragen, besser durchhalten, aber das ist halt einfach mein persönlicher song, der ohrwurm meines lebens. zum glück am freitag noch auf feine aperitive mit freund*innen eingeladen worden, das war bisschen wie früher, als die tage noch nicht soviel gewicht hatten.

samstags geputzt und geräumt, wie immer befriedigend, und nach 20+ 25+ jahren am selben ort gibt es ja einfach viel kram, der eigentlich auf den weg gebracht gehört, zu anderen, zu ebay, wo ja die armen söhne schon immer kein geschirr, keine spiele oder bücher mitnehmen wollen und sehr höflich ablehnen. ich werde mit meinen angeboten warten müssen, bis sie ihre ersten jobs und feste wohnungen haben, andrerseits wird da ein ginori-blümchenservice vielleicht auch kein renner.

das eigenleben der dinge. in einem regal einen satz pokerchips gefunden, in schwerem kleinen alukoffer, keine ahnung, welches kind das mal angeschleppt oder geschenkt bekommen hat, oder war ich das? wozu? gab es mal eine pokerphase im zuge des erwachsen werdens? die karten fehlen leider.

und wie ich ja im frühling immer wieder auf die lyrik schaue, habe ich einen kleinen vierzeiler in einem sehr liebevoll gestalteten büchlein von 1904 gefunden, „Genesung“ heißt es, von einer marie böhler, von der ich sonst im netz keine spur gefunden habe. es ist ja nicht das schlechteste, wenn ein gedichtband übrigbleibt von einem leben. das papier ist noch fest und glatt, jugenstil-druck im einband, und ja, schon, noch immer:

foto von einem vierzeiler in altdeutscher druckschrift, aus einem alten buch. text: 
Ich suche.//
Ich suche Einsamkeit und Meeresrauschen .../ Da möchte ich meiner Seele lauschen,/ Da möcht ich lauschen meinem Ich:  –/ Ich suche mich!
teilen

safe

liebe leser und leserinnen, ihr werdet es gemerkt haben, das blog ist nicht mehr gefährlich, sondern liegt ab jetzt als ssl-gesicherte insel im weitweiten netz. mek hat das freundlicherweise erledigt und das kleine s eingebaut, außerdem hat er das hotel zu einem neuen hoster umgezogen, die ganzen 22 jahre.

die schrift und paar details änder ich noch, wenn ich zeit habe.

heut mittag meldet sich der david-zwilling, er wäre heut abend da, er will nämlich nach spanien, wo seine freundin grad ihr semester verbringt, er hat sich ein paar schöne bibliotheken in madrid ausgesucht und wird eine weile dort arbeiten. ich freu mich, dass er das macht, dafür ist das studium da. sehr erfreut ein paar stunden geplaudert, morgen wird er lange vor mir aufstehen. so nett, wenn die liebsten kurz reinschneien.

ich sollte auch wieder mehr reisen, oder überhaupt reisen. wir haben auch die länger geplante gemeinsame reise mit den brüdern angesprochen, die gar nicht unbedingt in die ganz weite ferne gehen muss, wie er meinte, europa sei spannend genug. mir ist eigentlich nur das meer wichtig, welches, nicht so sehr.

ein sehr angenehmer mittwoch war das.

wo ich jetzt heute nicht war, aber das nächste mal hinmöchte, eine empfehlung: ein blind date mit einem buch im italienischen kulturinstitut. wieder am 25. märz.

teilen

halle hin und zurück

so froh, dass die zwillis so gerade noch in der nähe leben, dass ich mit regionalbahnen hin- und zurückkomme an einem tag, auch wenn es eigentlich blödsinn ist, wegen einem bisschen ersparnis 7h stattt 2 stunden im zug zu sitzen. so arm bin ich nu auch nicht. aber es war so ein sportlicher ehrgeiz, das deutschlandticket bis zuletzt auszunutzen.

die fahrt erinnerte ein bisschen an die zeiten des 9-euro-tickets, sehr volle züge. bin wg streik insgesamt 10mal umgestiegen an dem tag, mit je 5-7 minuten spielraum, bis auf einmal ohne genau zu wissen, an welches gleis ich muss, weil das noch offen war bei ausstieg. wer keine treppen mehr sprinten kann, für den ist das nix, fahrstühle waren alle „baustelle“. einmal 40min wartezeit auf zugigem gleis wegen verspätung. ich sag mal so, es war kein vergnügen. immerhin sitzplatz gehabt.

die jungs haben mir einen tag geschenkt, obwohl sie beide im vollstress sind, wir sind durch die schöne altstadt gelaufen, haben einen matcha latte (meinen ersten) direkt an der saale auf liegestühlen genossen, herrliches frühlingswetter. die moritzburg war leider wg sanierung geschlossen, davidzwilling hat mir den botanischen garten von aussen gezeigt, er ist die ganze zeit im labor in einem neubau daneben, erste blüten waren sichtbar, „frühblüher“ sagt der sohn. er zeigt mir handybilder von mikroskop-aufnahmen einer pilzkultur, die er grade pflegt, sie sind irgendwie hybrid mit anderen pflanzen und haben ganz feine wurzeln, sehr faszinierend, der andere schreibt über gezeitenkraftwerke. schon eher cool alles. sie zeigen mir die bibs, wo sie grade arbeiten, wir essen zusammen. sie haben viel geduld mit mir und meiner vergesslichkeit, die mir schon sorgen macht, aber auch stückweit am anstrengenden job liegen kann, habe andauernd zu viel im kopf. schöne gespräche mit den beiden, sie sind so jung, lustig und klug. vermisse sie. am rande und so im hintergrund über die handies der kriegsausbruch im iran, rückt die dinge in die perspektive. zum zug gebracht worden vom davidzwilling, abgeholt hatte mich der gregorzwilling, feine arbeitsteilung. abends um halb zehn wieder zuhause.

sonntags gechillt, wie man sagt, ausgeruht nach dem vollen tag gestern und überhaupt nix gemacht.

will übrigens auch von google und chrome weg, nutze auf dem rechner einen anderen browser, auf dem android-handy firefox und startpage, aber das ist suboptimal, was geschwindigkeit und suchmaschine angeht. ich hoffe, dass es in zukunft auch iphones mit looping-apps geben wird, vielleicht mit der nächsten pumpe, so langsam etabliert sich das system im markt.

teilen

sport und weg

blick auf die ostsee, man sieht den langen schatten eines menschen am wasser

gestern abend in langem telefonat mit dem großen sohn ist mir das versprechen entfleucht, sport zu machen, nach jahren endlich wieder. es muss muss muss sein, ich hab im sohn mich selber erkannt, die ihrer mutter oder freundinnen dieselben dinge sagt, tu was, beweg dich, und habs dann halt einfach versprochen. gleich einen online-kurs gebucht, den mir die krankenkasse erstatten wird, wenn ich ihn absolviere, damit ich das versprechen schneller einlöse, und weil ich mir nicht so ganz traue. jetzt versuche ich mich an meine jugend (neunziger) zu erinern, wo ich dreimal die woche zum sport bin und richtig gut durchtrainiert war, joggen war ich damals auch. das war ein superes gefühl, wenn auch völlig normal, ich wusste ja nicht, wie weit ich mich einmal davon entfernen werde.

heute vorgestern mit einer freundin noch einen letzten berlinale-film gesehen, sehr besonders: dao, im berlinale palast diesmal, mit numerierten plätzen in der allerletzten reihe, sicht und klang hervorragend. den anfang habe ich schon wieder vergessen, aber der film hatte so einen lauf, hat uns mitgenommen in eine familie, als publikum waren wir bei einer hochzeit dabei und bei einer gedenkfeier, bei der die gesamte familie, mit jeder menge onkeln, tanten, nichten und neffen, kindern und enkeln sich vom großvater in einem dreitägigen fest verabschiedet, ein leben verabschiedet. in der rahmenhandlung werden die schauspieler für das spektakel (den film) ausgewählt, wir sind dabei und erfahren so etwas über die geschichte der figuren. die feier findet in guinea-bissau statt, wie begleiten die mutter mit ihrer erwachsenen tochter ein stückweit auf der weiten reise, als sie in dem kleinen dorf ankommen, ist die freude und aufregung über das wiedersehen bzw. kennenlernen groß. das fest wird vorbereitet, das ganze dorf ist beteiligt, es gibt einen ablauf, der allen bekannt ist, dem sich alle fügen. die feier ist in animistischen ritualen strukturiert, im filmverlauf werden hochzeit der tochter und abschied vom großvater ineinander verschränkt, bei beiden sind die menschen gleichzeitig ganz bei sich und mit allen zusammen, im tanz zbsp, es wird dauernd getanzt, mal eher als kommentar mit leicht wiegenden hüften, mal ausgelassen und wild zu trommeln und gesang. ich hätte fast mitgetanzt, so nah war die kamera an den gästen, so wie man auf parties mal zum nachbarn schaut, mal selbst versinkt in körper und musik. einmal haben wir beide die augen geschlossen, als eine ziege und eine kuh geschlachtet wurden, aber es war nur kurz. der film hat drei stunden gedauert, ich hätte auch noch länger zusehen können, vielleicht nach einer pause. sehr nahe und intensive und nur mal so momente lang zu lange erfahrung, einen tick reitz-artig in der selbstverständlichkeit im umgang mit den personen und deren leben, mehr dokumentarisch als dramatisch. der film wär im kino an mir vorbeigegangen, daher ein hoch auf die publikumsnahe berlinale.

nach nettem hinweis aus dem letzten kommentar habe ich noch einmal ein paar versicherungen versucht, mal schaun, mal sehn, ob das was wird. sie wären in ihren online-voranschlägen deutlich teurer und würden viel weniger zahlen als die andere, die abgesagt hat. man darf die logarithmen niemals gegen sich haben, sonst hat man verloren, zumindest und mit sicherheit geld.

am letzten tag meines deutschlandtickets streikt die doofe bvg, dabei will ich die zwillis besuchen und muss irgendwie zum bahnhof kommen. sehr genervt, jetzt muss ich entweder das rad mitnehmen oder mit ewigen umwegen mit der s-bahn fahren. oder ich nehme endlich mein erstes uber.

teilen

alt und neu

heut ist der letzte sohn auch gen freunde und party abgereist, jetzt bin ich noch ein paar tage ganz für mich, also mit morgen anreisendem neuen hausgast, darum heut sehr viel gewaschen. es sind noch mehr bettdecken als vorher da, verstehe das gar nicht. vielleicht vermehren die sich von alleine, so geballt im schrank.

das letzte jahr war ein gutes, der neue job hat viel mehr als erwartet verändert, ich bin wieder mehr die alte, da ist noch feintuning mit der arbeitszeit nötig, aber ich hoffe, es bleibt so spannend und positiv. viel mehr energie für kultur, ausgehen, freundinnen gehabt, wieder viel spontaner gewesen, alles fühlt sich leichter an, wieder auf dem weg, beim ausgehen und dinge unternehmen ist immernoch viel luft nach oben. vielleicht hatte mich der letzte job auf die dauer doch in eine form von depression getrieben? es ist erstaunlich, was für einen riesigen einfluss aufs befinden die arbeit hat.

60 geworden, das spielt auch eine rolle, weil die kraft ja weiter abnehmen wird, anspruch und erfahrung aber nicht. ich weiß um die endlichkeit und kostbarkeit von allem.

in den freien tagen gleich den vorsatz umgesetzt, mal wieder mehr auf mein äußeres zu achten, wie früher, als mir das inhärent wichtig war. hemden blusen anprobiert, ein paar sind über der brust oder am arm zu eng geworden, aussortiert. ich nehme bis jetzt tatsächlich nur an oberweite zu, das ist ganz okay eigentlich. ich möchte ja meinen kleiderschrank tendenziell reduzieren, es fällt mir schwer, die dinge in die (altkleider-) tonne zu werfen, besonders die schönen stücke, aber tatsächlich geht mein interesse an den schönen teilen anderer leute auch eher gegen null. ich kaufe nix mehr dazu, außer wenn das alte verbraucht oder abgetragen oder sonstwie ruiniert ist, oder wenn ich mich mal verknalle in irgendwass, zuletzt ein dunkelblaues samtjackett, beim begleiten einer freundin beim shopping, das trage ich auch viel zu selten. das kann ich heut zur silvesterparty bei freunden anziehen.

es hilft ja schon, sich beim einsatz von haarspangen und ähnlichem vor den spiegel zu stellen, statt es ohne hinzusehen im gehen zu erledigen. ich habe schon so ein bisschen die unsichtbarkeit der letzten jahre absolut gesetzt, mir scheint, als sollte ich mir wieder einen stil aussuchen, statt ihn geschehen zu lassen. nicht bei minusgraden allerdings, grade geht nur der dicke wintermantel.

wünsche euch allen einen wunderbaren neustart ins neue jahr, gehabt euch wohl! lasst weiterhin träume wahrwerden, behaltet träume, lebt sie aus. das leben ist wunderbar.

teilen

natale 2025

beim weihnachtsfrühstück gemerkt, dass ich mir langsam ein besseres tischdesign wünsche, wechsele ein paar mal den tischläufer, bis ich zufrieden bin. den söhnen fällt es nicht auf, ich glaube, das besondere, geplante, durchdachte ist das wichtige, das gute service, nicht die details, und merke deutlich, wie ich dieses jahr bereitwillig die grenze ins alberne überschreite, souverän überschreite, but still. nach dem frühstück muss davidzwilling nochmal los, ich schaffe es endlich, den rechner an die anlage zu koppeln, adeste fideles erschallt, doch, meine boxen sind gute alte handwerksarbeit, das macht schon einen unterschied. entspannung, alles verpackt, der große besetzt dieses jahr die küche, er hat das morgige weihnachtsessen dieses jahr geplant und beginnt heut zu kochen, er pfeift die lieder dabei mit. ich hab mir immer noch nicht die fingernägel lackiert.

der 24. ist der geburtstag meines vaters, wir werden auf ihn anstossen heut abend, kaum zu glauben, dass er seit 22 jahren nicht mehr da ist. hätte gern herausgefunden, ob sich unsere beziehung noch einmal intensiviert hätte (wahrscheinlich nicht), finde es schade, dass er seine enkel und enkelinnen nicht richtig kennenlernen konnte, und sie ihn auch nicht.

schöner abend, entspannt, kein strikter rahmen, er entwickelt sich einfach, weil die abläufe klar sind. keine kerzen, elektrische beleuchtung am baum, bisschen schade, aber es ist soviel einfacher, morgens einfach das licht anzuknipsen, statt jedesmal die kerzen einzeln anzuzünden und dann drauf aufzupassen. einen feinen cremant trinken wir, und wasser. keine kirche, im letzten jahr war die gethsemanekirche so unfassbar voll, es war der familiengottesdienst am nachmittag mit schlange vor der kirche, dieses jahr wollten wir eigentlich zum abendgottesdienst gehen, waren dann aber so in unserem familienrhythmus, dass niemand da rauswollte, ich hätte die regie übernehmen können, mir fehlte dafür dann aber der nötige drive. bisschen schlechtes gewissen. mir hat vor allem das singen gefehlt, auch die predigten sind an weihnachten ja meistens sehr gut. nächstes jahr den tag besser planen, mir hat andrerseits das planlose dieses jahr sehr gut getan. hü und hott.

der gregorzwilling sitzt noch am rechner, er hat einen abgabetermin, kommt aber gut klar, sagt er. seine freundin wird uns am wochenende besuchen, das erste mal, dass jemand mitkommt über die feiertage, freue mich drauf. beim adventskaffee mit den freundinnen reden wir kurz darüber, dass die kinder noch kommen, wir wissen, sobald eventuelle enkel da sind, reisen wir und sind gast bei den kindern. es wird allgemein viel gereist, zu eltern und geschwistern, ich bewundere die energie, ich könnte das nicht, komme dieses jahr aus dem letzten loch pfeifend in den weihnachtsferien an.

am ersten tag hat der große das kochen übernommen, der davidzwilling hat ihn dabei unterstützt, es war ein fest, ein vegetarisches, weil es dieses jahr mal keine gans geben sollte. aufwändig die sosse, über 2 stunden aus gemüse, wein, orangen zusammengezaubert, dazu selbstgemachtes rotkraut und klösse, mit blumenkohlsteaks, die vorher über nacht eingelegt waren. extrem lecker. das essen macht nicht schwer, sondern satt und zufrieden, im unterschied zur gans, wo alle erstmal ein paar stunden platt waren. dazu eine mousse ou chocolat der götter, mit salz und olivenöl, sahne, im wasserbad geschmolzener schokolade, kalorien bis ostern mindestens. hatte den wein zum essen im haus, die flaschen liegen seit ein paar jahren in der küche, und dann waren sie beide gekippt. haben wir wasser getrunken. habe dann später den rest kochwein getrunken, weil wein dazu gehört, den aber auch stehen gelassen. scheint, als ob das mit dem alkohol vorbei ist, beim bier bin ich bei etwa einem kleinen glas pro woche, so als gönnung. oder ich wechsele auf nur noch cremant, den habe ich genossen, vielleicht gibt es den in 0,2 flaschen.

meine mutter kommt diesmal nicht mehr, die treppe, wir besuchen sie am ersten feiertag, spontan, weil es nur so geht. sie schenkt mir eine fake-hermes-tasche mit großem „h“ vorne drauf, eine evelyne, wenn ich sie nicht will, schenkt sie sie jemand anderem, sagt sie, dann nehme ich sie, freu mich aber nur so halb. ich lebe in keinem hermes-umfeld, egal ob fake oder nicht. zur berlinale kommt eine nichte, der werde ich sie anbieten. freue mich aber über einen schal aus ihrem großen bestand, auch die söhne bekommen je einen, viel gelächter beim anprobieren, viel genaue blicke der jungs auf ihre brüder, wer jetzt den schönsten erwischt hat, ein klassischer familienmoment.

unfassbar, dass es bereits freitag ist, die erste ferienwoche fast rum. habt es noch schön heute und die nächsten tage!

teilen

lichtlein

sehr volle tage, auf arbeit und not, dabei aber im grünen bereich, ich bin allerdings meistens bis 22 uhr im bett, wache nachts auf, erholung selten ganz optimal, aber es reicht. adventskranz gebunden, die sparsame wohnungsdeko erst ab 1. advent, weil mich diese regel an die anderen rituale erinnert, als die kinder noch hier wohnten, den selbst gefüllten adventskalender, das adventssonntagsfrühstück im wohnzimmer mit panettone und stollen. der gregor-zwilling ist dieses jahr überraschenderweise dabei, eine party, ein hoch auf die partys! – das gesetzte all dieser erinnerungen, sie funktionieren, nur weil ich irgendwann damit angefangen hab. tröstlich daran: wie wählbar und verfügbar das ist, es gibt einen gestaltbaren anteil der kindheitserinnerungen, wie wichtig es ist, das gut zu machen.

der david-zwilling war in giessen dabei, wo eine gegendemo versucht hat, die gründung einer rechtsaußenen jugendbewegung zu verhindern. er ist nachts um 4 mit dem bus dorthin gefahren, war dann den ganzen tag auf den beinen und ist erst heute nacht wieder zuhause gewesen, ein sehr löblicher einsatz. es wurde trotzdem gegründet natürlich. so sind die zeiten.

auf netflix die epstein-doku angefangen, riesiger ekel. nicht zuende geguckt. gemerkt, dass sich auch graydon carter, ex vanity fair, jetzt airmail, vor der verantwortung gedrückt hat und einen hinweis auf den missbrauch zweier mädchen nicht mit abgedruckt hat in einem portrait von epstein. damit ist airmail jetzt durch, gekündigt, aber das wird keinen kümmern natürlich, die bros kommen immer irgendwie durch mit ihrem scheiss.

pflegezusatzversicherung erledigt, das war mir ein anliegen. nicht weil ich damit rechne, mal im pflegeheim oder pflegebedürftig zu enden, sondern weil das eben passiert, bei uns mutter und tante, alle beide in den neunzigern. hatte den antrag vor paar jahren schon mal angefangen, dann war es mir als ewiger optimistin doch zu teuer, jetzt sind es schon 40€ mehr pro monat. ist viel geld, aber der eigenanteil wäre erheblich größer, und selbst nach schenkung des besitzes an die nachkommenschaft kann das sozialamt in den ersten 10 jahren anspruch drauf erheben – ich bin typ einserin und fahre rad in der stadt, das ist risiko genug 😉

können sie mir eventuell gute bücher für die söhne empfehlen? ich bin so draussen leider. sie sind erwachsen, noch unter dreissig mitte zwanzig.

die kauf-was-hysterie im internet nervt. ich brauche nichts, vielen dank, und komme mir damit schon sonderbar vor, als sei das kramkaufen teil meiner bürgerinnenpflicht. dann kaufe ich für einen sohn etwas im internet und bin 50/50 erfreut und gegruselt, als es einen tag später gebracht wird. weil ich das den anderen nicht kaufen kann, besorge ich ihnen ein äquivalent, und weil ich schon mal dabei bin, auch eins für mich. die vielen aspekte meiner person glitzern etwas bei richtiger beleuchtung, die scham ist einer dieser aspekte, kein großer, but still.

euch allen eine schöne adventszeit!

teilen

ognissanti

ich bin ja so eine etwas schwankende agnostikerin, die an den feiertagen und -zeiten, wie weihnachten und ostern, sehr deutlich in richtung glauben kippt, ich fühle mich dann geborgen und kann das nichtwissen genauso ignorieren wie das wissen darüber, wieviel unfassbares leid die religionen über die menschheit gebracht haben, wieviel unrecht den frauen angetan wurde und wird, usw usf.

ab reformationstag bin ich gefühlt wieder christin und ärgere mich darüber, dass es im geizigen berlin keinen freien tag dafür gibt. ich war früher mal bei einem kirchlichen arbeitgeber, da durfte ich freinehmen, wenn ich einem gottesdienst beiwohnen wollte. stattdessen im job halloween gefeiert, das war auch okay.

in italien ist der 1. november ein (katholischer) feiertag, allerseelen, da gedenkt man der toten, zündet ihnen für die dunkle jahreszeit eine kerze an, ich erinnere mich an die fotos von hell erleuchteten friedhöfen, kannte und kenne aber niemanden, der selber was angezündet hat, klar, wir waren alle knapp über 20 damals, da hatten wir noch keine toten, aber es war auch niemand auf diese art gläubig, das waren die anderen. wobei halt, eine klassenkameradin musste sogar zur frühmesse um 5, jeden tag, das wurde als sehr, sehr sonderbar und eher eine art von mißbrauch angesehen.

inzwischen trage ich meine toten so mit mir herum, sie sind teil des inneren panoptikums, denke sozusagen immer und nie an sie.

ich mag den jetzigen umgang mit allerseelen lieber, die geister werden im lebendigen gefeiert, die toten und ihre gespenster in einer kindgerechten form, sie werden mit süßkram beschenkt, damit sie den lebenden wohlgesonnen bleiben, und ziehen wieder von dannen. auf dem heimweg über die vielen kinder auf beutezug gefreut, gefühlt eher unter 10 jahren, die meisten mit ebenfalls verkleideten müttern.

der gregorzwilling war hier, auf einer party, und ist als zombie-cowboy gegangen. er war grade los, da hat es an der tür geklingelt, und ein kleiner zombie sagte seinen spruch auf, auf englisch, ich hatte was da und hab erzählt, dass eins meiner kinder grade auch als zombie los ist, da hopst der kleine auf und nieder und sagt: „I saw him! I saw him! He shot me!“. zum glück hatte ich meine minimal-verkleidung noch an, mit inzwischen passend verschmierter schminke.

vielleicht heute mal wieder in einen der wenigen fantasy*-romane schauen, die ich mag und gelegentlich lese, wie den herrn der ringe (seit jahren nicht mehr, schade) in der schönen originalausgabe aus den endsiebzigern, oder susan cooper mit ihrem feinen „the dark is rising“. deborah harkness mit den folgebänden ihrer all souls-trilogie ist auch noch auf der ersten kindle-seite, und den letzten roman der „rivers of london“-reihe von ben aaronovitch hab ich auch noch nicht durch.

oh, zu fantasy: ich hab wirklich besser denken können früher. noch mal den beim thema serien verlinkten vortrag von lev grossman geguckt, er hat mit einigem drama geschildert, wie im 18. jh „der realismus“ über die literatur kam:

„… reading culture developed a huge obsession with realism, realism clamped down on literature and became the definition of what literature was. Fictional worlds were supposed to look like the real world, and the other stuff, the fantasy stuff, the goblins, whatever else, it got pushed into various different margins. It got pushed down to the children, it got pushed off to the supermarket racks, gothic literature, to the genres. And this death grip of realism, it only tightened when the modernism came along, who really codified it. But this wasn’t always the case. You go back a little further, you get into shakespeare …“

usw, bei shakespeare gab es noch hexen, geister, alles. er bringt gattung und inhalt durcheinander, und die beschriebene trivialisierung oder infantilisierung hat ja auch mit anderen inhalten stattgefunden und sie nicht als ganzes diskreditiert, wie liebesromane oder historienschinken, aber diesen kleinen rechtfertigungsdrang habe ich auch immer noch, wenn ich das lese, phantastik (kling seriöser als fantasy) als eher gebrauchsliteratur, die nur im kinderbuch okay und erwünscht ist, im gutbürgerlichen bücherregal der erwachsenen aber keinen platz mehr hat. das habe ich mit der muttermilch eingesogen und empfinde immernoch diese absurde kleine scham, die ich beim lesen schnell wieder vergesse, sind doch die bücher oft eher plot-driven und bleiben in bewegung, sind leicht lesbar, haben keine eigene stilistische metaebene, also doch eher für eskapismus geeignet, yadda yadda, nu, so ist es halt.

ich bin aus der schuld- und scham-generation, immer wieder erstaunlich, wie tief das eingesickert ist durch erziehung etc. ich fühle das noch, kann aber drüber lachen, nach einer gelegentlich zu langen weile, dermassen dankbar, dass die zeiten anders sind.

dabei fällt mir auf, warum ich die oben erwähnten nicht weitergelesen habe: weil der ínhalt bei ihnen, oft in einer nichtersten folge der romanserie, zerfranst ist, es zuviele figuren gibt, die linien sich verlieren etc. – das ist die gefahr bei diesen büchern, wenn der plot oder die plotentwicklung schwachstellen haben, bleibt wenig grund zum weiterlesen.

ohje, da bin ich irgendwie in ein zu weites feld geraten beim bloggen. flüchten oder standhalten, löschen oder nicht? hilfe beim sortieren wird gern angenommen.

in der wikipedia auf den begriff „sozialistischer realismus“ gestossen, gleich an irmtraud morgner gedacht, die ja in der ddr veröffentlicht hat, die hab ich in den neunzigern vielleicht auch deshalb gern gelesen, weil sie diesen klugen und schön selbstverständlichen umgang mit phantastik hat, zb in der trobadora beatriz, erinnern kann ich mich aber nur ans buch selber, hell-lila einband, sammlung luchterhand, nicht mehr an den inhalt. den verlag gibt es erfreulicherweise noch, er gehört jetzt penguin, das buch erscheint inzwischen bei btb.

(upsi. zu lang wieder, sry)

teilen

familie, fenster, theater

gestern neulich* meldete sich der große, er sei übrigens gleich da, und am sonntag würden wir zusammen ins theater gehen, ins BE nämlich, das sei ihr geburtstagsgeschenk, „ihr“ as in die jungs. es ist sehr passend gelegt, am freitag heiratet nämlich ihr halbbruder, der erstsohn von der zweitfrau ihres vaters, sry, das war nur für die formulierung, ich bin da nur noch unter ferner liefen bei den beiden, sie sind sich die ersten. ich what?-te ein paar sekunden, dann rieselt die vorfreude, die zwillis kommen also auch, full house! auf dem heimweg schneller mini-großeinkauf, dann begrüße ich den david-zwilling ebenfalls, der g.-zwilling kommt direkt zum partyort. am samstag war dann mutterdienst angesagt, sie hatte zahnschmerzen, ich hab sie zum wochenendarzt gefahren, wo eine ärztin, die nicht richtig betäuben konnte, ihr eine wurzel gezogen hat. ich war missgelaunt, weil ich den tag lieber mit den jungs verbracht hätte, aber es ist wie es ist.

beim frühstück fällt dem biologen-zwilling angesichts der frischen feigen auf dem tisch ein, dass wespen ihre eier gerne in feigen legen und dann daraus schlüpfen, beim eis in wunderbaren karamelltönen erzählt der andere zwilling ähnlich begeistert vom klärwerk, wo er grad im praktikum ist, ich freu mich, dabei zu sein.

das stück ist ein monolog, die niemand von uns so recht mag, aber der schauspieler ist fantastisch, natürlich, jens harzer in seiner premiere am berliner ensemble. in den sparzeiten grade sind monologe vielleicht die zukunft des theaters, vielleicht spielen die schauspieler dann bald wieder mehrere rollen gleichzeitig, wobei halt, reese mag soloauftritte, das war glaub ich der dritte, den ich von ihm gesehen habe (nach sarah und mein name sei gantenbein).

ich genieße jede minute mit den kindern, wir machen ein schönes bild nachher im hof vom be, genau wie nach „sarah“, wie ich grad gelesen habe. dieses we ist der gregorzwilling mit freundin im haus, wg parties in berlin, ein hoch auf die andauernden parties in berlin! es kommen noch zwei weitere freunde von ihnen dazu, ich denke kurz intensiv an meine ungeputzten fenster, die inzwischen als sonnenschutz funktionieren, und mache mir gedanken über den eindruck. es braucht echt ein paar minuten, bis ich merke, wie gut es mir geht.

nachwievor nach der arbeit zu kaputt, um richtig auszugehen, auch wenn es meistens eher eu-stress ist. die müdigkeit macht, dass ich kids und freunde nicht spontan zum essen einlade, weil die jugend in dem alter immer annimmt, sondern damit warte, bis die weiteren freunde wieder weg sind.

*vor 6 wochen-neulich. sollte häufiger bloggen.

teilen

24. august 2025

blick auf einen steg mit einer leiter, im wasser ein paar segelbooten, am anderen ufer sieht man wald.

ich hatte meinen rucksack mit badezeug mit auf den ausflug zum alten haus meiner freundin am stadtrand, hab ihn aber nicht gebraucht. sie geht vor, ganz selbstverständlich, zieht sich aus, ist schon ein paar meter vom steg weg, ich bin eher vorsichtig aus allen klamotten geklettert, die leiter runter und ab ins wasser, zur feier des wohl letzten bades im jahr. das wasser schliesst sich dann ganz um den körper, ein kühler und glatter mantel, in langen zügen schwimmen, den kopf vorsichtig mit unter wasser nehmen, die oberfläche schließt sich über mir, nach ein paar zügen wird das wasser etwas angenehmer, es ist grün und riecht etwas erdig. die freundin schwimmt richtig eine weite runde, ich drehe ein paar kreise in stegnähe, es ist alles voller segelboote und kleiner passagierschiffe. dann zurück, die moosige leiter hochklettern, noch eine viertelstunde auf den steg, wir liegen nebeneinander, mit jeder zelle im jetzt, in schönheit. von der sonne trocknen lassen, sie wärmt unsere haut, man spürt jeden strahl, bis sie hinter den wolken verschwindet und es sofort ein paar grad kälter wird.

hab endlich wieder musik im auto. die jungs waren nicht beeindruckt.

teilen