harfe

und wie wir dann zu einem harfenkonzert eingeladen wurden, in einer kleinen sehr alten kirche sehr weit oben auf einem berg über caldé, es spielt die frau eines mitschülers aus mailandzeiten. well, dachte ich, so etwas wie nachbarschaftsmusik, da möchte jemand mal vor fresken aus dem cinquecento spielen, und es kommen lauter freunde, aber gern. und dann stand dort eine sehr schöne harfe mit dreifachbesaitung, wobei ich gute und billigharfen nicht unterscheiden könnte, gibt es sowas überhaupt? die spielerin setzte sich, sie war strahlend schön und sehr souverän. nach den ersten paar takten habe ich gehört, mit dieser seltenen prickelnden  überraschung, das ist was anderes, das ist musik – die kann das richtig. harfe hat viel ähnlichkeit mit einem cembalo, sie klingt filigraner durch den fehlenden klangkörper, wobei die kleine kirche genügend resonanz gegeben hat. sie hat alte musik gespielt, vorbachsche komponisten, ich kannte kaum einen davon. nachher beim wein habe ichs dann begriffen, nachdem ein paar freunde die kostbare harfe mit taschenlampen den bergweg wieder runtergetragen hatten, also verstanden, dass sie eine weltklassemusikerin ist, die gerade mit genau diesem konzert auf europatournee ist. lucky me.  sie ist professorin am hanns eisler für harfe,  klar aufregend, aber das schöne an dem abend war der weg in die aufregung nur durch die musik, ohne vorwissen oder erwartung.

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