byebye ________

seitdem mir einmal vor vielen jahren bei einer schweren unterzuckerung der gesamte bach verloren gegangen ist (passenderweise hörte ich damals tagaus, tagein das musikalische opfer, es hat jahre gedauert, bei bach kopf und herz wieder zusammen zu bringen, etwas zu fühlen, die juvenile identifikatorische intensität ist nicht wieder gekommen, die verschwindet aber bestimmt sowieso mit einem gewissen alter, not?), vertiefe ich mich jetzt bei hypos immer in unfruchtbare gedankengänge, ängste, hindernisse,  mache die musik aus, lege buch und gitarre weg, bis der blutzucker wieder oben ist. internet lass ich an, das wär ich ja ganz gern mal los.

hirn und hypo, einer der spannenden nebenbeieffekte, zu denen es niemals studien geben wird.

4 Gedanken zu „byebye ________“

  1. Musik geht bei mir eigentlich nur noch im Absturz. Über 150 BG kratzt jeder Ton auf der Haut. Das vermisse ich am meisten. Schön, dass das bei dir anders ist. Es macht ja Sinn, in der Hypo ganz bei sich zu sein. Nimm dir das nicht zu übel. #soon

  2. wie schrecklich! das wäre wirklich eine enorme einschränkung, das tut mir sehr leid. musik nur noch bei normal-bz? ein zu enger rahmen.

    nee, übel nicht, es ist eher erstaunlich, wie weit die anpassung geht. ganz bei sich sein, das gefällt mir sogar an den hypos, ein unteilbarer raum.

  3. Mich wundert auch, dass es keine Filme darüber gibt. So wie einer flog übers Kuckucksnest oder über Demenz oder so. (Hoffe, das versteht keiner falsch) Aber Hirn und Hypo und auch Körper, ja, und Verhalten – ein weites Feld. Wäre ich Dichter oder Filmemacher…. Bin nur Partnerin, aber es ist schon faszinierend, wie man mit den Jahren vieles am anderen besser kennenlernt und zu lesen weiß – und andrerseits gar nicht verstehen kann, wie er sich fühlt. Und er auch nicht.

  4. lesen lernen ist schon ein riesiger schritt, besonders, weil man sich ja in der hypo manchmal selber nicht lesen kann. ich glaube, dass die gefühle sich qualitativ nicht so sehr unterscheiden von denen, die du auch hast, man kann ihnen bloss nicht immer trauen – ich muss bei zbsp melancholie immer genau nachspüren, ob das jetzt pms (geht morgen weg) oder hypo (geht nach einer handvoll haribo und 10 minuten weg) oder eben eine echte, psychogene stimmung ist, die unterscheidung ist erkennbar, aber nur mit metaphern beschreibbar. ich glaub nicht, dass man das filmisch aufarbeiten kann, vielleichteher mit körper, tanz, oder musik, aber puh – arg komplex, weil irgendwie von den vielen identischen schichten nur eine, die unterste, anders ist oder nur anders reflektiert, wenn das licht drauf fällt.

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