locarno mit hai

nach dem strand hole ich a. und m. ab, wir fahren am see entlang richtung norden, die strasse eng und voll bis zur schweizer grenze, ab dann ist mehr platz und weniger verkehr, es ist fast 8 und der feierabendverkehr ist durch. diesmal finde ich sofort einen parkplatz am seeufer, wir laufen nur 10 minuten bis zum eingang des festivals, aber der platz ist noch nicht geöffnet, also erstmal nach merchandise-kram gucken, leider gibt es dieses jahr gar keine stoffbeutel wg nachhaltigkeit, sondern so merkwürdige taschen aus pappe, die nicht einen berliner regen durchhalten würden. ich kaufe einen nebenfächer mit leopardenmuster.

auf der piazza grande finden wir gute plätze in der mitte, halbe stunde vor beginn des films um 21:15 ist fast alles voll, 8000 menschen sind zuammengekommen, bei freiem eintritt. wir werden begrüßt vom festivaldirektor giona nazzaro mit kleiner jaws-plakette am revers, der ein paar schmontjes über die schwierigkeiten beim dreh erzählt, mit bildern, und wie zuerst niemand an den film glauben wollte, auch spielberg sollte direkt danach gefeuert werden, und dann wurde es der erste blockbuster überhaupt, alle wollten ihn sehen, und der film hat den haien noch jahrelang das leben schwer gemacht. das festival möchte genau solchen filmen und regisseur*innen mut machen, den „kreativen, anarchischen, einzigartigen funken“ feiern, er sagt es natürlich schöner.

wir sehen in den ersten minuten die hippieske gruppe junger leute ums lagerfeuer am strand, das erste opfer, der mann dazu betrunken im tiefschlaf, der beginn der jagd nach dem 2. opfer, die nachtszenen auf dem boot, wie die männer alle rauchen und angeben, wie sich spielberg darüber lustig macht und ihnen gleichzeitig respekt erweist (robert shaw erzählt als haifischer quint die geschichte der uss indianapolis), wir folgen alle gebannt, bild und ton sind richtig gut. und wie bei der ersten schreckszene (leiche im boot unter wasser) der ganz riesige platz kreischt, quiekt und schreit, wir auch, dann beifall und lachen, weil der film nach 50 jahren noch wie am ersten tag funktioniert. zweieinhalb schnelle stunden, mit applaus, als der hai in die luft fliegt und dann nochmal nach dem ende des films, es ist ja immerhin ein festival. es war glaube ich eine uncut-version, es gab die bekannten ausführlichen gewaltszenen (quint wird gefressen, einmal ein appes bein unter wasser), die ich problemlos ansehen konnte, weil so gut vorbereitet. schöner abend. wir laufen dann zurück zum auto, die rückfahrt übernimmt a., um eins im bett, nicht von haien geträumt.

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august 2026

neulich zu einer reihe von kurzfilmen in ein kleines open-air kino mitgenommen worden, ein stück den berg rauf, im garten einer villa aus dem 18. jh., neben der leinwand blitzen die lichter der anderen seeseite. 8 filme, einige sehr weird, alle wunderbar unterschiedlich.


einen tag später gefiel mir feridun besser als direkt beim anschauen, da nahm die idee mit der waschmaschine zuviel raum ein. I walked through the wall war schön und genau und auf den punkt, da stimmte alles. mochte auch deep in my heart is a song von pickett, trotz dem pathos, mit dem gesicht und der stimme dazu, er spielt auf einer gitarre mit sagenhaften 18 saiten, verbreitet so eine stoische art von sentimentalität, die ich aushalten kann. hat mich erinnert an den einen country-musiker, auch mit hut und weste, dem ich mal vor einem laden in arizona seine cd abgekauft habe, damals auf der fahrt gehört, seitdem nicht mehr.


bei dem kino steht ein großer alter glaspavillon, typ gewächshaus, beleuchtet, darin die äußerst personenreiche unterseekrippe der stadt, sie wird zu weihnachten im see versenkt, außer im letzten jahr, wo das wasser den figuren nur bis zur brust reichte.

beleuchtetes gewächshaus, gewfüllt mit vielen weißen statuen

am glas entdeckt m. eine große gottesanbeterin, das richtige tier am richtigen ort.

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noch juli 2026

gestern noch den abend über auf insta den zahllosen beiträgen zu glen hansard gefolgt, von allen möglichen leuten, bin wirklich traurig, und dabei höre ich seit jahren kaum noch solche musik, kann mich ihr nicht überlassen, zu viel gefühl, zuwenig bruchstellen. die menschen in dublin gesehen, die zusammen singen, die vielen aufnahmen aus kneipen und von der strasse, er wollte spielen und singen, war musiker und eben einfach ein guter mensch – vielleicht ist es das. amanda palmer sagt über hansard „he blasted feelings„, und wenn ich die vielen aufnahmen aus kneipen und von der strasse ansehe scheint es, als sei er eben so, als konnte er gar nicht anders. er hat gespendet und spenden organisiert, hat sich gekümmert, ganz selbstverständlich. und einen tag später bin ich schon zögerlicher beim anklicken von herzchen, weil die trauer wieder befremdlich wirkt, das fühlen mit all den abhängigkeiten, bezügen, geschichten, all dem leben wieder hinter die maske gerutscht ist.
mein auto hört sich an wie ein traktor, sagte elias, und die ai sagte mir, es läge eventuell an den zündkerzen, also bei der werkstatt vorbeigefahren. die werkstatt liegt direkt neben dem großen supermarkt, sie ist dort seit den 70ern, der mann darin ist etwa mein alter, sehnig und von arbeit gegerbt, er hat sich auf vw käfer spezialisiert, es stehen einige in der halle, in den pastellfarben der 70er. ich bin dahin, weil vw ist ja vw, und meiner ist auch schon über 20. er lässt mich in die halle fahren und sagt „condizionatore. mach ihn aus und fahr ohne, ich mach kein klima“. neben ihm steht eine junge frau und nickt, sie ist schön auf so eine unbekümmerte weise, ich hoffe, sie übernimmt mal die werkstatt. frage per mail bei der nächsten werkstatt ein paar meter weiter an, sie bietet auch elektrik an, falls es termine gibt, werde ich gleich mein autoradio anpassen lassen, es kostet hier alles nur ein viertel von den berliner preisen.
liegestützen an der wand, und dann gibt es im ganzen haus keine schulterbreiten leeren flächen, nur über dem runden holzkasten mit der hausbar ist es frei.
tickets für locarno mit den freunden, piazza grande, für einen sommerfilm von 1975, den ich vor ein paar jahren auch sehr gern neu gesehen habe. denke, es gab ihn im nötigen format, er wird nicht mehr soviel kosten, freu mich drauf, ihn mal mit 8000 menschen anzugucken. hoffentlich kriege ich die klimaanlage bis dahin repariert.

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halle hin und zurück

so froh, dass die zwillis so gerade noch in der nähe leben, dass ich mit regionalbahnen hin- und zurückkomme an einem tag, auch wenn es eigentlich blödsinn ist, wegen einem bisschen ersparnis 7h stattt 2 stunden im zug zu sitzen. so arm bin ich nu auch nicht. aber es war so ein sportlicher ehrgeiz, das deutschlandticket bis zuletzt auszunutzen.

die fahrt erinnerte ein bisschen an die zeiten des 9-euro-tickets, sehr volle züge. bin wg streik insgesamt 10mal umgestiegen an dem tag, mit je 5-7 minuten spielraum, bis auf einmal ohne genau zu wissen, an welches gleis ich muss, weil das noch offen war bei ausstieg. wer keine treppen mehr sprinten kann, für den ist das nix, fahrstühle waren alle „baustelle“. einmal 40min wartezeit auf zugigem gleis wegen verspätung. ich sag mal so, es war kein vergnügen. immerhin sitzplatz gehabt.

die jungs haben mir einen tag geschenkt, obwohl sie beide im vollstress sind, wir sind durch die schöne altstadt gelaufen, haben einen matcha latte (meinen ersten) direkt an der saale auf liegestühlen genossen, herrliches frühlingswetter. die moritzburg war leider wg sanierung geschlossen, davidzwilling hat mir den botanischen garten von aussen gezeigt, er ist die ganze zeit im labor in einem neubau daneben, erste blüten waren sichtbar, „frühblüher“ sagt der sohn. er zeigt mir handybilder von mikroskop-aufnahmen einer pilzkultur, die er grade pflegt, sie sind irgendwie hybrid mit anderen pflanzen und haben ganz feine wurzeln, sehr faszinierend, der andere schreibt über gezeitenkraftwerke. schon eher cool alles. sie zeigen mir die bibs, wo sie grade arbeiten, wir essen zusammen. sie haben viel geduld mit mir und meiner vergesslichkeit, die mir schon sorgen macht, aber auch stückweit am anstrengenden job liegen kann, habe andauernd zu viel im kopf. schöne gespräche mit den beiden, sie sind so jung, lustig und klug. vermisse sie. am rande und so im hintergrund über die handies der kriegsausbruch im iran, rückt die dinge in die perspektive. zum zug gebracht worden vom davidzwilling, abgeholt hatte mich der gregorzwilling, feine arbeitsteilung. abends um halb zehn wieder zuhause.

sonntags gechillt, wie man sagt, ausgeruht nach dem vollen tag gestern und überhaupt nix gemacht.

will übrigens auch von google und chrome weg, nutze auf dem rechner einen anderen browser, auf dem android-handy firefox und startpage, aber das ist suboptimal, was geschwindigkeit und suchmaschine angeht. ich hoffe, dass es in zukunft auch iphones mit looping-apps geben wird, vielleicht mit der nächsten pumpe, so langsam etabliert sich das system im markt.

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waiting, winter

die bvg streikt schon wieder, die letzten streiks haben wohl nicht zu ergebnissen geführt, mich ärgert es, weil ich am streiktag mein deutschlandticket nutzen will, das nur noch im februar gilt, um die zwillis zu besuchen, und jetzt umständlich mit s-bahnen zum hauptbahnhof muss. bei uns hat der letzte streik ein mageres plus von 60€ netto gebracht, die bei all den preiserhöhungen keinen unterschied machen. weniger arbeiten bei vollem lohnausgleich würde ich auch sehr gerne, verspüre aber doch eine gewisse genervtheit, wenn ich mein bezahltes ticket nicht nutzen kann.

die letzten tage zieht eine neuigkeit durch instagram, offenbar benötigt mehr als ein*e typ-1-diabetiker*in nach einem transplantat von inselzellen kein insulin von außen mehr. das ist nicht neu, das wird schon seit den 80ern gemacht, aber bisher erforderten solche versuche immer die lebenslange gabe von immunsuppressiva mit starken nebenwirkungen, und das soll jetzt anders sein, ein mittel der firma eledon verhindert die immunantwort auf das transplantat, ohne darüber hinaus massiv in die immunabwehr einzugreifen. natürlich muss das auch lebenslang genommen werden, wie ich es verstanden habe, bis jetzt alle 3 wochen per infusion, aber wenn der körper wieder insulin herstellt, soll es mir recht sein … well, das ist bis jetzt wieder so ein in-5-jahren-dingens, das die community gut kennt, aber es hat neue aspekte. die eledon-aktie ist bei 1,99, gestern war sie bei 2,40€. paar gekauft, auch weil der name nach einem elfen aus lothlorien klingt. aber erst einmal gilt weiterhin #wearenotwaiting.

die nächste gute nachricht ist natürlich, dass der februar morgen den letzten tag hat, damit ist die bodenlose endlose finsternis am ende, sind die 4 längsten und ewigen wintermonate durch, das licht wird bald länger dauern als der arbeitstag, aber noch ist es nicht so weit, noch kann es um 20 uhr ebensogut mitten in der nacht sein.

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rauf und runter

kurze zwischenempfehlung für den winteranfang: während ich unter einer wärmflasche entspanne, gerate ich auf youtube in die dokumentation einer abfahrt, auf skiern, vom everest, ohne sauerstoff.

die bilder sind unfassbar toll, man fällt hinein und kann es nicht fassen, der riesige berg mit makellosen schneeflächen, gefilmt mit einer drone und einer helmkamera, die bruchkanten ins nichts, die versteckten gletscherspalten des khumbus icefall, blick mal von ganz hoch oben auf den mann als winzigen punkt in all der weite, mal direkt auf die skier. kommentarlos, man hört nix außer dem keuchen und husten des athleten, der den job für red bull übernommen hat, andrzej bargiel. und eher doofe athmo-musik. bin gebannt und sehe es grad zum zweiten mal, um die bilder der ersten minuten noch einmal sehen zu können. nein, ich möchte trotzdem auf keinen berg.

es gab in den letzten jahren einige solcher filme und dokus, ich mochte besonders die geschichte des franzosen aus der vorstadt von paris, der den aufstieg aus gründen der liebe und ohne viel vorbereitung einfach so gemacht hat, und finde den intensiven tourismus im himalaya befremdlich. youtube ist voll mit bildern und filmen von den massen in langen schlangen auf dem berg, und von den zurückgelassenen toten.

nach diesem red-bull-film konnte ich zum ersten mal nachvollziehen, warum jemand auf diesen berg will. solang es noch geht, es fällt zunehmend weniger schnee durch den klimawandel, danach ist das abenteuer noch schwieriger und steiniger.

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vista mare

usseliges wetter. genieße die ruhe, leises tröpfeln auf der balkonbrüstung. kein licht. abendliche ausflüge in andere möglichkeiten, vielleicht ein nettes kleines häuschen überm meer? irgendwo nicht ganz in der nähe, und nach ein paar wochen erinnere ich mich gar nicht mehr so genau an berlin und seine vielen regeln und bedingtheiten, die riesige stadtfläche, schlecht beleuchtet, mit strassen voller nassem laub, weil nie einer aufräumt. nach ein paar weiteren wochen habe ich wieder muskeln vom treppenlaufen. leider hat es keine heizung.

foto einer aussicht aufs meer, von der immoseite idealista.

weihnachtsgeschenke, mal schaun, mal sehen. dachte an kunst, wollte den zeichnen-begabten davidzwilling in die farbenwelt locken, aber so etwas wie mein uralter lukas-aquarellkasten, metall, 24 farben, ist heute eher ein anlageobjekt. werde meine diversen kästen mal zusammensuchen und aufarbeiten oder neu füllen, das geht bestimmt auch. oder das fördern, was da ist, vielleicht einen kurs schenken?

andererseits ist die phase abgeschlossen, früher hab ich alles gefördert, was ans licht kam, hab sie aber nicht zur nötigen täglichen arbeit angehalten, die mir ja selber nicht entspricht. wenn sie malen wollten, würden sie es tun, die sehnsucht nach der zeit, als ich dran war an den kindern, mitgestalten konnte und musste, das selbstverständliche daran.

der partner meiner tante ist am wochenende immer losgezogen, in die fränkische schweiz, mit seinem kleinen kasten aquarellfarben, und hat die landschaft gemalt. es war so, dass ich ihn ganz selbstverständlich als künstler wahrgenommen habe, er hat es auch mit dem gebotenen ernst gemacht, den ich bei eigenen ausflügen ins zeichnen oder musizieren vermisse, beim schreiben eigentlich nicht. die eigenen begabungen respektieren. die ganze familie hat bilder von ihm an der wand.

julian lage is back in town, 7. mai im huxleys, aber ich werde schon bei der vorstellung müde, einen abend unter der woche 3 stunden stehen zu müssen. vielleicht, wenn jemand mitkommt.

nachricht von anita, freundin meiner mutter, die mit 90 noch mit ihrem porsche herumfährt. sie ist jetzt doch in ein altersheim umgezogen. die haben wir alle bewundert, erzählt sie, die schöne anita.

die trauer, dass ich nicht so bin wie sie, so gesund, schön und unkompliziert, und das gefühl, dass sie mir das auch immer noch vorwirft, ihre mit scheu durchsetzte ahnungslosigkeit, was mein leben angeht. hoffe sehr, dass ich bei meinen kids anders sein kann.

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poste restante

nach nur einer woche lag ein weißer umschlag im briefkasten, darin der alte, zurückgekommene, mit einem sammelsurium an marken beklebt. die briefmarke darin ist schön sonnengelb und deutlich unverlierbarer als die deutschen. für bhutan bin ich inzwischen wahrscheinlich zu alt, das kloster sieht im netz derbe unerreichbar aus, weit oben an einer felswand.

ich soll sie nicht abspielen, schrieb der herr noch dazu, das alte plastik von 1973 sei zu brüchig, aber yt hilft da natürlich weiter.

gleich vorgenommen, mal wieder weihnachtspost zu verschicken, es kommt ja gar generell überhaupt keine private briefpost mehr, im sommer in italien habe ich nicht mal mehr postkarten gefunden, sie sind irgendwie mitsamt den kiosken verschwunden, alles ein opfer der digitalisierung. habe vor ein paar jahren die eine mit einem bild vom ferragosto-feuerwerk aus einem tabacchi mitgenommen, der inhaber meinte, sie würde längst nicht mehr nachgedruckt, lohnt sich nicht mehr, kauft keiner, außer mir natürlich. alles nur noch per whatsapp, bilderserien mit oder ohne reisebericht, das mag ich eigentlich auch, aber natürlich bleibt die am kühlschrank hängende postkarte viel länger in erinnerung, und als liebhaberin von autographen gefällt mir der gedanke, wie jemand sie im urlaub in der tasche oder im zimmer herumliegen hat, lastminute noch schreibt, mit der sommerhandschrift, und dann am letztmöglichen briefkasten einwerfen muss, es ist eine handfeste erinnerung.

früher musste ich die fläche dort einmal im jahr leeren, inzwischen kommen vielleicht im jahr ein oder zwei karten, vom großen (dieses jahr kam sie aus nepal, das war schon aufregend) und von der besten freundin. martin hat auch immer mal eine geschickt, eng beschrieben, als gruß aus einem fernen leben. inzwischen sind im briefkasten nur noch rechnungen und werbung, alles andere kommt als paket und muss dann aus nahen spätis abgeholt werden.

zeit für die weihnachtsbestellung aus nürnberg, da kann ich auch die lieferung terminieren, wenn ich micht richtig erinnere.

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15. august 2025, rientro

bei der rückfahrt morgens erst alles eingeräumt und verpackt, direkt vor der abfahrt geduscht, dann erfrischt und sauber ins auto. 33° am morgen, sehr froh, den tag im klimatisierten auto verbringen zu dürfen. die fahrt durch die schweiz war diesmal nicht so entspannend wie sonst, weil da jetzt auch überall die geschwindigkeit verändert wird, 80, 100, dann mal 120, dann plötzlich wieder 60. ausblick auf den bernardino und die berge genossen, wie immer, wenn ich nicht drauf muss.

in der schweiz kaum sender reinbekommen, gibts da überhaupt noch ukw? bei meinem autoradio ist wohl der bluetooth-stöpsel hinten rausgefallen, konnte das handy nicht verbinden. muss mir mal ein zeitgemässes gerät besorgen.

dann in deutschland hat es ungelogen nur 200m gedauert, bis ich einen mit lichthupe hinten dran hängen hatte, dann 2min bis zur ersten baustelle und weitere 2m bis zum ersten stau. die fahrt wie immer sehr unangenehm. wie jedes jahr erste etappe in der gegend um münchen, bei der lieben verwandschaft, dort mit weißwust und brezeln begrüßt worden, geplaudert, dann super geschlafen unterm dach, das alte massive holzhaus ist auch bei hitze gut temperiert. am nächsten tag zu den zwillis nach halle, auf der fahrt durchgehend 34° bis einmal sogar 37,5°, bin auch bei der pause nicht aus dem auto gestiegen und habe den motor angelassen, unfassbar heiß. vollste autobahn, baustellen, enge spuren, stress. wie immer gedacht, deutschland nutzt staus und baustellen zur geschwindigkeitsregelung, da braucht es keine geschwindigkeitsbegrenzung.

auffallend die vielen extrem dicken autos (der riesige mini neulich neben meinem alten van), die haben zb am see schwierigkeiten, auf den engen und kurvenreichen strassen ohne blessuren voran zu kommen. in die engen garagen bei uns am see, gebaut in den siebzigern, kommt man mit diesen karossen gar nicht mehr rein, oder wenn drin, nicht mehr raus. ich verstehe das konzept dahinter nicht. die wohnungen werden kleiner, die autos größer.

in halle dann mit den zwillis und ihren freundinnen ein paar sehr schöne stunden verbracht, sie lernen grad alle und beklagen, dass die bib nicht gut klimatisiert ist. mineralwasser und ice-irgendwasse getrunken, dann spaziergang durch die altstadt und parks runter an die saale, schön mit leichtem wind, fotos gemacht, dann gegen 20 uhr weiter nach berlin. die gesellschaft sehr genossen, sie sind alle so klug und schnell und wach und sehr lustig. restfahrt wieder baustellen etc, ein paar kilometer vierspurig mit den obligaten rasern, aber bei viel platz nerven die nicht so. um halb elf zuhause. das „überlebt!“-gefühl beim ankommen genossen.

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7. august 2025, locarno

heute noch mal filmfestival, und ich dachte bis zum aufstehen, mein erster film sei um 11 uhr, dann sehr erleichtert, dass es 14:30 ist. gemütlich hingefahren, in der stadt wieder 15 minuten hin- und her, bis ich mein ziel gefunden habe, google maps zeigt einfach alle strassen in der nähe grün an, also als meinen weg, dann 15min verloren, um eine neue parkapp zu installieren (4sfr für 6h scheint mir absolut angemessen).

(achtung, es folgen spoiler)

zum glück haben sie mich trotz verspätung noch ins proppevolle riesenkino gelassen, für das kurzfilmprogramm mit bleifrei 95, randaghi, l’avant-poste 21, primera enseñanza.

bleifrei war angemessen deutsch-finster, junge frau hat dauernd sex, mit ihrer freundin und deren mutter, empfindet das als grenzüberschreitung, fühlt sich benutzt, hat auch sex mit leuten, bei denen sie nur kurz mitfährt, geht dann zur bachelor-party ihrer freundin. neben mir im kino ein älteres paar, sagt „diese zeiten sind sehr lange her bei mir“ und geht dann, bei mir auch eher ochnööö, empfinde den gezeigten spannungsbogen von „wir zeigen alles, und unsere protagonisten leiden darunter“ als hm, spießig? jedenfalls deprimierend.

nachtrag: eine szene bleibt mir in erinnerung, drei freundinnen gehen kurz ins bad, ich als publikum denke: um zu reden, und dann stehen sie da alle drei, sehen sich an, keine sagt ein wort, dann gehen sie wieder auf die party

genauso wie der folgende animationsfilm, der auch zwei punks als hauptfiguren hat, die sich begegenen, herumfahren, wieder verlieren, von bösen wölfen zerrissen werden, dann relativ unvermittelt als elegante katzen wiedergeboren werden. mochte aber das dichte feld, in dem die handlung stattfand, und die vespa, auf der die figuren herumgefahren sind.

danach l’avant-post 21, zeigt drei junge frauen auf engem raum miteinander, auch wieder sex ohne grund (sollte ja im leben eigentlich ein normalzustand sein, mich nervt das nur wegen meiner komplettverdrängung, da single, daher hab ichs in filmen lieber hergeleitet oder plotbedingt), eindruck einer besonderen situation, sie machen party, bis der nachbar klingelt, was sie denn machen würden, es sei mitten in der nacht, darauf die eine: „sie hat einen abort“. die frau setzt sich aufs klo, die freundinnen dicht dabei, der abbruch wird ein bisschen wie eine geburt gezeigt, mit drücken und schmerzen etc. den film mochte ich sehr, er zeigt, was sache ist, zeigt die gemeinschaft der frauen und schafft es dabei, den abgegangenen embryo in einer kleinen von den frauen improvisierten zeremonie zu begleiten.

bei primera esenañza hören wir eine gruppe von mädchen bei einer gesangsstunde, eine bekommt von einem arzt ein sprech- und singverbot, um knötchen von den stimmbändern zu heilen, daraus ergibt sich dann eine beklemmende situation. bin vor schluss gegangen, wollte zum nächsten film.

danach nur 500m bis zum nächsten kino, wo sehnsucht in sangershausen läuft. episodenfilm, die protagonistinnen finden alle einen blauen stein, den sie hochheben und bei sich behalten, haben alle eine offenheit für das besondere im alltag, sind beweglich im geiste, obwohl ihr umfeld die bewegung ignoriert oder nicht darauf eingehen will, weil die kontaktaufnahme eine grenze überschreiten müsste, der klasse, des interesses, der aufmerksamkeitsökonomie. beginnt mit einer szene im 18. jh, wo ein dienstmädchen in ihrer freizeit gezeigt wird, sie findet einen stein, wir erfahren, dass sie bei herrn novalis arbeitet. die nächste szene spielt in der neuzeit, eine junge frau arbeitet als putzfrau und kellnerin, dabei begegnet sie einer band, begleitet die sängerin einen tag, schenkt ihr einen gefundenen stein, bietet zeit und ein auto, wird nicht wahrgenommen oder erinnert von der band. in der nächsten episode geht es um eine junge frau aus afghanistan, aber da bin ich weg, wollte zum nächsten film. fand den film sehr/zu leise und poetisch in seinen aussagen, bin mir nicht sicher. es ist mir leicht gefallen, früher zu gehen, ich war nicht richtig drin, es blieb abstrakt, mehr ein film über als ein film, mehr schreiben über als schreiben, ich bin da empfindlich.

dann spaziergang zurück zur piazza grande, wollte mir einen stoffbeutel kaufen, es gab (an tag 2 von 12) aber keine mehr, hab danach ü-ber-all leute mit diesen beuteln gesehen. man kann sie im onlineshop kaufen, muss dann aber 20€ fürs versenden zahlen, mehr, als für post aus den usa, die haben echt eine meise. hole mir eine pizza und eine cola light, spaziere noch ein bisschen herum.

dann ins nächste große kino, um legend of the happy worker zu schauen, von dem ich nur wusste, dass colm meaney mitspielt, den ich ja sehr schätze. sehr besonderer film, ich glaube, eine art metropolis des 21. jh. eine parabel, ein kinderbuch, ein western, of all things, aber das passt sehr gut, wie im western wirken gut und böse klar unterschieden, aber weil wir ja in der gegenwart leben, verläuft die grenze im film nicht zwischen gut und böse, sondern zwischen oben und unten, buchstäblich, und zwischen nicht wissen und wissen.

über mehrere generationen wird ein loch gegraben vor den malerischen felsen arizonas in utah, immer weiter, immer tiefer, die arbeiter glücklich und selbstbewusst als „good digger“.

der herr der unendlichen baustelle lebt oben in seinem büro und ist nur sich und den seinen verpflichtet, seinem großvater, dem vater, „me“. er besucht seine vielen arbeiter und lässt sich täglich von ihnen bestätigen, wie gut es ihnen geht, wie glücklich sie sind, im film sehr schön opernartig gelöst, er ruft runter, die arbeiter antworten im chor.

das system kommt kurz durcheinander, als ein alter mann, am ende seiner lebensarbeitszeit, eine frage hat, die nie jemand gestellt hat. er bittet einen jungen kollegen, dem chef diese frage zu stellen, und wir sehen, wie schwer dieses fragen fällt, der held braucht mehrere anläufe dazu, die frage ändert sein leben, nicht das des ersten fragenstellers, des alten mannes, der ein leben gebraucht hat, verbraucht hat, um sie stellen zu können, ihr seht, ich bausche etwas auf, es ist die sinnfrage, reduziert wie alles in diesem film: „why?“, und zack, ist die vierte wand im spiel. fand den film sehr mutig in seinem so klaren aufbau, es ist eine art kinderfilm für erwachsene, er hat etwas von den alten cartoons. bild und plot als perfekte entsprechung. und ja, es ist natürlich die frage aller fragen, egal, was man so tut im leben. sogar t…p könnte den film verstehen.

colm meaney spielt den bösewicht im film, er kommt mit einem wunderbar röhrenden riesigen alten auto vorgefahren, ist der onkel der hauptfigur, und will mehr, mehr von allem. er setzt riesige bagger ein, die das loch immer tiefer graben können, und der held muss dann alle entlassen, weil niemand so schnell graben kann, aber zum glück endet der versuch bald, und alle arbeiten weiter wie gewohnt.

regisseur duwayne dunham war da, auch der produzent und die schauspieler*innen waren für ein q&a am ende mit auf der bühne, der film war wohl ein jahrzehntelanges projekt aller beteiligten. dunham hat ein paar episoden von twin peaks gedreht und ist über seinen kontakt zu david lynch an einen einakter von s.e. feinberg gekommen, aus dem das drehbuch entwickelt wurde. aus dem hollywoodreporter, dort noch mehr zur fimgenese, inclusive interview mit dunham.

fand es lustig, dass der kameramann ein namensvetter von reed smoot ist, der 30 jahre lang als senator für utah eingesetzt war.

bin mit einem meter abstand an herrn meaney vorbei gelaufen, das war sehr aufregend, hab ihn aber natürlich nicht angesprochen. mir ist die beste frage für das q und a nach dem film ja auch grad erst beim schreiben eingefallen, nach dem bezug auf metropolis hätte ich sonst gefragt, und herrn meaney nach dem auto.

der große ist mit mehrstündiger verspätung wieder in trier angekommen, nach mitternacht, ich merke: niemand hat damit gerechnet, dass er mit der bahn pünktlich kommt, er nicht, ich nicht, die bahn selber wahrscheinlich auch nicht. niemand.

bei der bahn gilt es erst ab 5 minuten als verspätung, und fahrgäste dürfen erst ab einer stunde verspätung 25% ihres tickets reklamieren, ab zwei stunden 50%. es ist alles unfassbar. in italien sind 90% der züge pünktlich.

heute heulen dauernd flugzeuge über den see, es hört sich an, als fällt uns gleich der himmel auf den kopf.

edit: grad noch ein wrap-up des festivals gefunden.

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050825 #wmddgt

jetzt haben wir zufällig an einem 5. was unternommen, da bietet sich das doch an.

zu früh für ferien wachgeworden, mir und dem großen einen kaffee gebracht, fenster aufgerissen und die noch kühle frische luft hereingelassen – es gab dieses jahr noch keine dieser üblichen schwülen 35°c-tage hier, es ist tagsüber um die 28°, abends kühlt es auf 23° oder so ab, perfekt.

dienstags ist eigentlich markt in der stadt, aber ich hatte am tag zuvor eingekauft, wir konnten uns das frühe aufstehen wg parkplatznot sparen. gut gefrühstückt, ich mit mitgebrachtem müsli, der große mit salat, caprese und obst, alles klar von ihm selbst gemacht.

nach dem frühstück internet gelesen, unter vermeidung von nachrichten, da bin ich im urlaub im verdrängungsmodus.

nachmittags ist der große zu fuss zum strand gelaufen, ich bin erstmal noch in die stadt für einen einkauf, danach auch an den strand, dort jemanden verabschiedet, die zurück nach hause muss, außerdem mein seit paar jahren vergessenes schlauchboot identifiziert, also der große hat es in einem großen beutel in der umkleide, unter all denn minisurfbrettchen, flossen, einzelnen rudern uä entdeckt, mit nach oben genommen, es ist fast zu schwer zum alleine tragen. es passen 5 oder 6 leute rein, ich war in den letzten jahren halt immer allein hier.

dann schon um kurz vor 5 hoch, wir wollen nach locarno rüberfahren. der große kocht sich noch schnell was, ich räume bisschen herum, um halb sechs fahren wir los, nur bisschen später als vorgenommen. die strasse geht am see entlang, mir fällt der sehr dichte verkehr auf, vielleicht berufsverkehr? die kombi arbeit in der schweiz/ wohnen in italien ist recht beliebt. endlich die grenze, wie meistens komplett verlassen, ich fahre langsam durch. dann gibt es noch 12km autobahn, nach der ausfahrt in die stadt sofort auf parkplatzsuche, bin generell eher frei von orientierungssinn und bei der weit verbreiteten verkehrsführung mit unmengen von einbahnstrassen, kreisverkehren und fussgängerzonen schnell überfordert, trotz navi („kehren sie in 5m um“; „BITTE WENDEN“, etc.) bin kurz gestresst, dann einen der gesuchten parkplätze gefunden, die ab 19 uhr nix mehr kosten, kurz mit zwei jungen frauen geschnackt, die eine hatte eine feine kette über dem nasenrücken, zwischen zwei kleinen ringen an den nasenlöchern, das hab ich noch nie gesehen, nicht mal in berlin. danach gemütlich am see lang zur piazza grande gelaufen.

reihen von gelben plastikstühlen, hinten mit aufdruck "locarno film festival"

der platz ist noch relativ leer, sehr viele gelbe und schwarze plastikstühle sind dort aufgereiht, bis zu 8000, lese ich, aber das scheint mir doch etwas übertrieben. die leinwand ist wirklich riesig, die projektoren sind so groß wie ein container, schick in schwarz am ende des platzes, da reiche ich noch fotos nach. wir kommen von der leinwandseite des platzes um ca halb 8, es gibt eine taschenkontrolle, bei der ich mein mückenspray nicht deklariere, es hat nämlich ein „vorsicht brand“-zeichen an der seite und dürfte eigentlich nicht mit rein.

schwarzes sitzpolster mit aufdruck, ein leopardenkopf und aufschrift "prix du public UBS"

wir bekommen so sitzpolster mit werbung für teilnahme am publikumspreis („die größte jury der welt“ sagen entweder festivalsleitung oder einer der ubs-sponsoren später) und ziehen dann nacheinander noch einmal los, um kaffee und einen kleinen imbiss zu besorgen. es gibt viel zu gucken, der platz füllt sich rasch, mit dem großen versuchen wir die altersmischung zu schätzen, er meint „eher alt“, ich meine „eher jung“. schön angezogene, lächelnde menschen überall jedenfalls. wir hören, wie bei ein paar stühlen die lehnen abbrechen mit lautem knacks, da hat sich wohl jemand zu beherzt angelehnt.

dann gehen die lichter aus, der himmel ist noch nicht ganz dunkel, aber leinwand und film sind sehr gut sichtbar. nach den ersten szenen enttäuschung, die untertitel sind auf italienisch, sooo international sind die dann doch nicht, denke ich. sage dem großen, dass wir jederzeit gehen können, wenn ihn das nicht verstehen nervt, aber der film last dance ist auch so gut und nachvollziehbar verständlich, wir bleiben bis zum schluss.

filmleinwand an der liazza grande in locarno, vor dem film wird das publikum gezeigt

achtung, es folgen spoiler:

germain ist 75 und lebt in glücklicher ehe mit seiner frau lisa, die begeistert bei einem tanzprojekt von la ribot mitmacht, ihm filmchen schickt, viel erzählt. dann stirbt sie, germain wird von seiner familie und nachbarn aufgefangen, bekocht, begleitet, jeder übernimmt eine der rollen, die alle auf einem großen kalender in seiner wohnung farblich markiert werden. ihm ist es etwas zuviel, die vielen speisen bekommt die katze, bald mehrere katzen, weil es sich herumgesprochen hat.

das paar hat sich versprochen, für den anderen dinge zu ende zu bringen, falls eine/r früher gehen muss, er besucht also eine probe von la ribot und fragt, ob er mitmachen darf, findet sich so eher ausversehen in einer mehrmonatigen und sehr intensiven täglichen probezeit wieder, wo er langsam vom „pinguintanz“ (der große) in eine gewisse ausdrucksfähigkeit hineinfindet. er erzählt keinem davon, es gibt einige lustige missverständnisse deswegen, weil er nie zu hause ist und sich alle sorgen machen. der film endet mit der aufführung, die familie im publikum, die aufführung ist uns ein bisschen zu einfach gelöst, andrerseits sieht man die lücke, die seine frau gerissen hat, das passt dann wieder. schöner leichtfüßiger film.

heute beim googeln erst gemerkt, dass ribot eine bekannte choreografin ist, sie hat 2020 einen goldenen löwen für ihr lebenswerk erhalten, und diese art arbeit mit biographischen elementen, dem körper wie er eben ist, mit professionellen und amateurstänzer/innen gleichzeitig auf der bühne, das passt zu ihren konzepten.

wir reden über die raubtiere bei festivals, bär und löwe waren halt vergeben, sind aber auch naheliegender, wie auch die palme für cannes. mal nachforschen, welche bedeutung ein leopard für stadt und gegend (tessin) hat, vielleicht nur die pelze der damen im nahen ascona um die jahrhundertwende? das festival gibt es seit den vierzigern, ich weiß nicht, ob es immer den leopard für den besten film gab.

es ist den ganzen abend schön warm, wir bleiben im t-shirt.

dann durch die stadt zum auto spaziert, um kurz vor mitternacht losgefahren. unterwegs noch fast kein benzin mehr, hat mich gewundert, an einer minitanke mit selbstbedienung noch den tank gefüllt. strasse jetzt fast leer, die dörfer und städte noch voller menschen, es ist august, da arbeitet niemand in italien. um eins ca zu hause.

beim austeigen ohrenbetäubendes grillenzirpen.

#wmdedgt steht für: was machst du eigentlich den ganzen tag?

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2. august 2025

heute bei kräftigem regen gefrühstückt, dann war wieder sonne und wir sind zur fähre gefahren, der große brauchte eine badehose, die es auf dem markt an der anderen seeseite geben würde. in saisonzeiten fährt alle 15minuten eine fähre, 13,60 für beide hin und zurück, drüben durch den ultravollen markt gelaufen, badehose gefunden, dann noch die suchtmässig leckeren zitronen-ricotta-tortellis geholt, 12 große stück für 16 euro, schwamm drüber, mit olivenöl (oder butter?) und frischem parmesan sind die eine sünde wert. viele deutsche extrem unelegante touris unterwegs, zu enge t-shirts, bauchteile frei, rote hälse und köpfe, ich weiß nicht, warum mir das so auffällt dieses jahr, es sollte mich nicht kümmern eigentlich. mein sohn trägt ein gestreiftes baumwollhemd und bermudas und sieht blendend aus, tjé.

ich hätte hunderte handtaschen wählen können, aber es war dann einfach zuviel auswahl, sehr lustig die gefakten birkinbags aus leoparden-kunstfell, hätt ich vielleicht mitnehmen sollen, aber die kosten meist auch über 200€, und sind nur im vergleich spottbillig*. (ich rechne dies jahr mehr, weil mir der in den letzten monaten zuviel gezahlte lohn {im öd ist man bei versetzung immer erstmal auf vollzeit und muss die teilzeit neu beantragen, das hatte ich übersehen, habe aber weiter teilzeit gearbeitet} auf einmal abgezogen wurde, ausgerechnet in den sommerferien.

mit den hörgeräten höre ich das haus knacken und weiß nicht, ob das früher auch schon so war.

mittags bekocht worden vom großen, andere tortelli aus dem kühlschrank mit einem extrem leckeren und frischen tomaten-gemüse-sugo, zum reinsetzen, dabei wollte ich eigentlich nur ein oder zwei probieren. am eher späten nachmittag dann noch zum see für eine runde schwimmen, lesen, plaudern mit den anderen, danach aperitiv, diesmal am see, auch hier teurer geworden, aber der blick ist natürlich unbezahlbar. abends bruschetta mit dem rest sugo, sehr lecker, und ein bierchen, lese am handy gründe für intensives weiteres daumendrücken nach, es ist ein elend alles, aber es wird alles besser werden, unbedingt, ausrufezeichen.

erholung setzt ein, es ist ein riesiger unterschied, nicht mehr restlos erschöpft zu sein bei urlaubsbeginn.

*nachgesehen: es sollte eine kelly und keine birkin gefaked werden, und die gab/gibt es sogar wirklich.

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31. juli 2025

erster tag see und strand, mit alten freunden und bekannten. wir merken, dass wir langsam die alten sind, die immer am strand sitzen und lesen, im schatten der großen birke. sonne mit wolken, es ist fast frisch gelegentlich, mit sonne aber wie immer, das wasser klar und kühl. abends aperitiv, diesmal oben an der strasse statt unten am see, weil es unten sehr voll ist und oben leckere häppchen dazu gereicht werden. danach hoch zum essen und abwarten, wann die sonne nicht mehr spürbar ist auf der haut. nivea.

tisch mit aperol und ein paar kleinigkeiten zum essen

gemerkt, dass ich endlich mal zum filmfestival nach locarno kann und es nicht wie sonst immer verpasse. es gibt für alles noch tickets, möchte gerne einen der filme auf der piazza grande sehen (slowtiger hat recht, den anblick sollte man mitnehmen), bisschen sorge, weil ich ja nach filmende noch anderthalb stunden um den see zurück fahren muss, aber wann, wenn nicht jetzt. tagsüber eine reihe kurzfilme, darunter bleifrei 95, dann sehnsucht in sangerhausen, abends happy worker, mit colm meaney, den ich als trekkie natürlich immer gern sehe, danach kommt auf der piazza grande noch ein mich null interessierender film über einen milliardär und seine tochter, den schaue ich just for the feeling sozusagen. der spannendere film läuft am abend davor, aber der kommt bestimmt auch mal nach berlin. oder lieber last dance? dafür ein gratis-ticket gebucht. 4+ -filme an einem tag, dafür habe ich jahrelang beim streaming geübt.

meine kamera in berlin gelassen, die alljährlichen aufnahmen vom rosanen monte rosa mit dem handy versucht, aber das klappt dann doch eher nicht.

blick auf den monte rosa im morgenlicht, etwas unscharf
monte rosa unscharf im morgenlicht

versucht, den großen herzulocken. eine zugfahrt würde 10 stunden dauern und hin und zurück über 330€ kosten (via trainline), flüge von köln/bonn nach malpensa hingegen nur 120€ hin und zurück. so wird das nix mit der energiewende.

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g.-zwilling auf reisen

vor 9 tagen hat israel den iran angegriffen, um ihn von der herstellung von atomwaffen abzuhalten. der iran greift daraufhin israel an.

der gregorzwilling sieht in amman die raketen über die stadt fliegen, richtung israel, und wie sie abgeschossen werden. in den ersten tagen waren familie und freunde besorgt, er hat mich und die anderen beruhigt, nur die trümmer der abgeschossenen raketen könnten eventuell gefährlich werden, und das sei unwahrscheinlich, davon getroffen zu werden. war ich unbegeistert, von der lage. dann hat ryanair den rückflug gecancelt, geplant für irgendwann ende juli, gestern hat auch der DAAD dazu geraten, das praktikum (an der uni in amman, er studiert umwelt- und verfahrenstechnik) abzubrechen und das land zu verlassen. das auswärtige amt, bei dem er sich vor der reise gemeldet hatte, sagt, er soll sich ein kommerzielles ticket kaufen, wenn das noch geht. hat er gemacht und wird morgen zurück kommen. heute läuft er noch in amman herum, schaut sich die stadt an, geht gut essen, verarbeitet die situation.

heute nacht sind dann auch noch die usa in den krieg mit eingestiegen und haben ebenfalls den iran angegriffen.

gregor bekommt die allgemeine volatilität der weltlage persönlich zu spüren, das ist ihm schon einmal passiert, er wollte im märz 2020 buchstäblich am vorabend der reiseblockaden wegen corona nach südafrika fliegen, um eine freundin zu besuchen, dann ist der flug schon ab berlin ausgefallen und er sass zum glück nicht ewig in kairo fest, sondern ist dann eben ein paar jahre später woanders hin gereist.

(ich bin durch mein leben dermassen gut im compartmentalizen, dass ich meine sorge nur anhand einer eher kurzen zündschnur und gedanklichen unbeweglichkeit wahrnehmen kann. der herzensfokus liegt auf dem g.-zwilling, bis er heil wieder hier ist.)

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