last night in late night

verfolge gerade die letzten shows von stephen colbert auf youtube, er wird verabschiedet, als sei er die letzte freie und laute stimme der usa, und auch wenn ich zur zeit vom herrn t. absolut überhaupt nichts mehr hören will, es ist zu deprimierend alles, von colbert habe ich es mir sehr gern erzählen lassen. ich werde die sendung vermissen. gestern war sein 62. geburtstag, herzlichen glückwunsch! wie immer bin ich etwas belated bei allem und den glückwünschen). die größen der us-unterhaltung sind alle zum verabschieden vorbeigekommen, hier eine show mit den herren des late night in den usa, hier eine mit tom hanks, mit obama, mit julia louis-dreyfus (es wird geknutscht), ja, es gab einen gewissen männerüberschuss in den zeremonien, aber heute ist ja herrentag, da lass ich das durchgehen. in der nyt ein interview, bei dem ich laut lachen musste, was ich beim lesen fast nie mache.

finstere zeiten, ein kleiner teil von mir fürchtet sich, den moment zu verpassen, in dem man noch weg kann vor der ganz großen eskalation, so ein knoten der anspannung im brustkorb, natürlich immer darauf hoffend, dass ich dann das benzin noch bezahlen kann. lieber im jetzt bleiben, die balkone mal wieder herrichten, paar pflanzen erneuern, schlafzimmerbalkon frisch möblieren, da wäre der ausblick grad sehr schön, nur grün, die azalee blüht grade, die nächste hauswand ist dicht bewachsen, man hört bienen und vögel, also wenn ich die hörgeräte drin habe, sonst pfeift immerhin der tinnitus leise. leider sind draussen 7° c und regen, der typische berliner frühsommer also, da lockt irgendwie grade gar nix.

heut früh sturzregen, da bin ich erst mal nicht laufen gegangen, kurz überlegt, ob es fürs erste mal nicht reicht, die sportklamotten einmal angehabt zu haben, und ob ich die preisschilder an den schuhen nicht lieber dranlassen soll. dann hat der regen wieder aufgehört und es gab ein beträchtliches sonnenloch, bin also losgetrabt, vorbei an vollen cafés, und siehe da, es geht noch, ich spüre eher die waden als den kreislauf. angenehmerweise geht der schuh vorne bergab, ich kippe also immer in den nächsten schritt, das fühlt sich lustig an. von der anderen seite wieder zur haustür gekommen, weil ich mich zu privat für café-gucker fühlte, nicht dass es irgendwen interessieren würde, seufz. zuhause dann erstmal tiefroter kopf, wegen der hochtourigkeit des körpers, das erinnere ich auch von früher. energetisiert unter die dusche, fühle mich wach und erholt. 2,33km, 25min, vabbeh. aber früher waren es auch immer nur 6km, mehr war nicht drin.

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kw 19 2026

beim nachdenken über alternative lebensformen schaue ich immer mal wieder nach den sog. minijobs, die nach feierabend oder am wochenende zu machen sind, so nebenher, und es gibt unfassbar viele, schönes design, homeoffice, am rechner entspannt irgendeinen kram machen, nur schnell anmelden und ein programm laden – beim leicht misstrauischen hinterhergooglen die neue betrugsform des job-scams entdeckt, da werden nur daten gezogen und programme sind zu bezahlen, unfassbar, wie interessant die zeiten geworden sind.

julian lage im huxleys gesehen, diesmal in gesellschaft, das ist wirklich angenehmer als allein, danke fürs mitkommen! das huxleys nicht voll, man konnte herumspazieren und sich den besten platz aussuchen. ich war wieder an bord bei omission, mochte das verspielte und bluesige sehr, bin aber nicht mehr so magisch ergriffen wie bei den ersten konzerten. er hat stücke aus speak to me und vom neuen album gespielt, scenes from above. diesmal waren „keys“ dabei, john medeski an einer gott-bewahre-hammond-orgel, die ich überhaupt nicht mag, sie klingt schrill und flach, auch wenn medeski sicherlich ein top-spieler ist, es ist nicht meins. beim konzert hat mein kreislauf mich kurz verlassen und ich musste mich hinsetzen, das war beim letzten mal auch schon so, nach einem arbeitstag halte ich so ein konzert nicht gut durch. habe ich mich verändert oder die musik? vermisse das gefühl, etwas sensationell schönes zu hören. auf zu neuen ufern.

jedenfalls am samstag danach joggingschuhe gekauft, das kann so nicht weitergehen. werd ich an den freien tagen einweihen, habe eh leichtsinnigerweise und unprovoziert einigen menschen versprochen, im nächsten jahr bei einem spendenlauf mitzumachen, das muss doch irgendwie hinzukriegen sein? silly me. heute ist aber erstmal mutterbesuch mit blumen angesagt, trotz gewisser unlust. netterweise war der gregorzwilling schon zum mittagessen bei ihr, ein ereignis, weil sie mit allen anderen im saal gegessen hat, vom zimmerdienst wieder runter möchte, 2 jahre nach dem unfall damals. in ihrem zimmer scheinen sich fotos im silberrahmen, schalen, vasen und allerlei stehrumchens vermehrt zu haben, aber das kann eigentlich nicht sein. prinzip horror vacui, schau, da ist noch platz, stell das doch da hin! sie erzählt lang von einer kleinen bank, die beim umzug verloren gegangen ist, und bis heute weiß sie nicht, wo die hingekommen ist. ich weiß es auch nicht.

damit war muttern heut gut abgedeckt.

gestern schöne hunderunde mit freunden gemacht, neue parks und grünflächen kennengelernt, ganz nah an die 10k schritte gekommen, abschluss in einer sehr netten cafe-kneipe, die chinotto und foccaccia anbietet, unter den grünen bäumen, schönste jahreszeit in berlin. auf dem galerienrundgang neulich habe ich eine frau gesehen, die foccaccia mit messer und gabel ass, in etwa so, wie eine schrippe mit besteck zu essen. vorgenomen, da öfters hinzugehen und jedesmal nach chinotto zero zu fragen. nachher einigermassen erledigt.

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der mai, der mai

nächste woche ist julian lage im huxleys zu sehen, ich war ja nach dem letzten konzert nicht mehr so unbedingt an bord, die neugier und faszination bleiben aber, und ich werde diesmal in gesellschaft hingehen, sehr schön. bin gespannt, wie er sich entwickelt hat, das ist mir beim nachlesen der letzten konzerte aufgefallen, er bleibt in bewegung, formal und inhaltlich. er tritt immer mit außergewöhnlichen musikern auf, diesmal wieder mit jorge roeder am bass, außerdem john medeski am piano und kenny wollesen am schlagzeug, die letzten beiden kenne ich noch nicht.

hab mir überlegt, ein paar etfs aus den emerging markets zu kaufen, mit china und indien an bord, und hab chatgepetto (© adragonfly irgendwo) gefragt, ob er mir was empfehlen kann. es kamen ein paar total echt klingende namen, die alle nicht existierten.

heute ein in einer zeitung beschriebenes produkt sofort bestellt, ein teures shampoo, weil mich die autorin so an die zeit erinnert, als mir meine haare noch so existentiell wichtig waren. wie ernst ich das genommen habe, bier, eier, essig, mit nassem haar im handtuch schlafen gehen, sprays, spülungen, morgens vor der schule der bange und hoffnungsvolle schritt vor den spiegel, ist was anders, ist es endlich gut? es war so wichtig, wie wir aussehen. das fehlt mir ein bisschen, dieser imaginierte blick der anderen, die angenommene fremdwahrnehmung, obwohl so viel unsicherheit dabei war.

mit 60 habe ich die unsichtbarkeit vielleicht zu sehr verinnerlicht, mag aber die freiheit, in die mich das gefühl bringt, nicht mehr teil der menge (in meinem stadtviertel zb mehrheitlich junge leute) zu sein, es fühlt sich entspannt an, zuhause. jetzt bin ich froh, wenn ich morgens vom losgehen die bürste mal in der hand hatte, oft ohne in den spiegel zu gucken dabei, es kommt eh gleich der helm drauf. vermisse vor allem diese selbstverständliche gewissheit, ein schritt, der alles ändern wird, und dann ist es von außen höchstens eine nuance. diesen rezeptor für werbung und magazine. immerhin ist der neue haarschnitt allen aufgefallen. vielleicht mal blau färben.

Blick auf Balkon mit großem Kissen und kleineren Kissen auf einer Palette

die taube hat schon einen/eine neue partner*in gefunden, sie sind wieder zu zweit und rumoren herum. werde sobald wie möglich die ganze palette mitsamt kissen entsorgen und den balkon neu einrichten, mit einem gemütlichen klappsessel oder so etwas. in den heißeren sommern ist es nachmittags ein schöner schattenplatz. das foto als andenken, es war ein guter ort, habe ich bei auszug der kids so eingerichtet.

heute ist tag der offenen galerien in berlin, oder gallery-weekend. schaue mich diesmal mit einer freundin in charlottenburg um, da kenne ich kaum was, habe sehr angenehm keine ahnung, was mich erwartet. ergänze dann vielleicht, wenn mich was bindet irgendwie.

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tauben, balkon, katze

ich hab ja auf meinem hinteren balkon immer tauben, die bauen da manchmal ein nest, gurren frühmorgends, hinterlassen spuren jeder art und tun so, als wär das ihr balkon. wenn ich es mitbekomme klopfe ich ans fenster, dann flattern sie aufgeschreckt davon und sind ein paar minuten später wieder da, sobald ich weg bin. das nest und die küken lasse ich dann ungestört, vermisse aber den balkon in der zeit. heute hat mir jemand empfohlen, doch ein paar katzenhaare hinzulegen, sie können das wohl erkennen und sind dann weg – fand ich gut, die kollegin wollte morgen ein paar haarbüschel mitbringen. jetzt kam ich heut nachhause, und im hausflur liegt die katze, die gelegentlich hier in der nachbarschaft von eingang zu eingang tingelt, sie kommt näher und schmiegt sich an mein bein – und flutscht durch die tür, sobald sie offen ist, ich habe einmal den fehler gemacht, ihr zu fressen zu geben, das prägt sich wohl ein – aber ich habe allergiker in der familie und bin eher hundemensch, habe also nie näheren kontakt versucht, obwohl für katzen „füttern“ vermutlich nah genug ist. und jetzt kommt der stadtmensch, der in der natur wenig bewandert ist: ich kann ja die komplette katze kurz auf den balkon lassen, dachte ich, das merken die tauben bestimmt auch. balkon war leer, also hab ich die tür geöffnet, die katze ist sofort rausgeswitcht, verschwindet dann aber ebenso sofort unter der palette, die ich da liegen habe, mit großem kissen rauf, für sommerliche abende. etwa 1 sekunde später kommen dort zwei tauben hervor, in panik flatternd, eine schafft es glaube ich über die balkonmauer, die andere verheddert sich erst im rad, dass dort geparkt steht, kugelt dann ins zimmer und dort unters sofa, dann kurz vor der katze unters bett, ich schreiend daneben, die katze hinterher – dann ruhe, nichts mehr zu hören. ich gehe ums bett herum und schaue drunter – da liegt die taube, tot, sie hat es noch fast bis auf die andere bettseite geschafft. es gibt zwar blutflecken im zimmer, aber ich befürchte, die taube hatte einen herzstillstand vor schock, es hat alles nur unter 5 sekunden gedauert. die blutspur interessierte die katze dann schon nicht mehr, sie sauste wieder unter die palette, wo ich sie mit einigem theater hervorlocken konnte. nach vollbrachter tat liess sie sich zur haustür treiben und verschwand dann wieder im treppenhaus, während ich eine tote taube und etliche blutspuren beseitigen musste. sehr, sehr unangenehme erfahrung, für die taube wars natürlich definitiv noch schlimmer. gelesen, das tauben sich lebenslang verpaaren, jetzt bin ich noch deprimierter. unter der palette war alles voller flaum und federn, aber da habe ich noch nie drunter gesehen! die lebten da im geheimen bestimmt schon länger. fassungslos, dass das genau heute passiert. ich weiß, warum ich keine katzen mag.

heute früh war (vermutlich) die andere taube schon wieder auf dem balkon. habe gegen das fenster geklopft, sie ist weggeflogen.

heute dann erfahren, dass tauben sich tot stellen können – beim nachhausekommen extra noch in der mülltonne nachgesehen, aber sie war geleert worden heute. rundum ungute geschichte ist das. heut abend kam die andere taube nochmal auf den balkon, guckte sich um für paar minuten, flog wieder weg.

junge taube auf einer balkonbrüstung, durch ein fenster gesehen

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samstag, 25. april 26

endlich mal wieder friseurtermin, hatte so hippiehaare, lang und fransig, das haben irgendwie viele zur zeit. mochte es, aber die haare waren kaputt und haben sich immerzu verknotet. termin am abend vorher online ausgemacht, sehr bequem. die schneidende dame hatte tiefrotes haar, oben auf dem kopf als knoten, viele tattoos und ein baseballshirt, das studio im souterrain in der nähe, nicht zu teuer, plaudert, wenn ich plaudere, sonst nicht. jetzt habe ich einen bob und fühle mich etwas gesettelter, der schnitt ist perfekt geworden, „weil bob, das kann ich“. dann mit freundin und deren partner herumgestromert, durch ein sehr helles und sonniges mitte, meine 10k in guter gesellschaft gemacht.

in den heckmann-höfen in einen laden hinein und mit einem oberteil wieder rausgekommen, was überhaupt nicht in meiner absicht lag, muss am wetter liegen. für den passenden rock war ich dann nicht wahnsinnig genug.

bei all dem licht an eine äußerung vom gregorzwilling gedacht, der in einem gespräch über die energiewende abwinkte und sagte, das sei eh alles nicht mehr aufzuhalten, egal, was die politiker sagen und tun, weil sonne und wind und wasser nichts kosten und jeder sie nutzen wird, die wende findet bereits statt, sie ist unaufhaltbar.

bei der rückkehr lag mein behindertenausweis im briefkasten, er sieht lustigerweise aus wie selbstgemacht, grüne plastikarte mit namen, foto, einer nummer, dem gdb, sonst nix. es ging superschnell, sehr erfreulich.

gestern war in italien der jahrestag der befreiung von den nazis, der dort mit großen umzügen gefeiert wird, und es kam zu konflikten zwischen einem pro-pälästinensischem teil und den teilnehmer*innen der brigata ebraica, die daraufhin den zug verlassen haben. traurige zeiten.

heute ist wohl der jahrestag von tschernobyl, ich hätte den im mai verortet, weil ich diesen wunderbaren sonnigen mai erinnere, wo wir dauernd auf wiesen lagen, bis wir damit aufhörten wegen tschernobyl, und in supermärkten h-milch und nahrungsmittel suchten, die vorher hergestellt worden sind, und damit keiner radioaktiven strahlung ausgesetzt waren. wochenlang ging das so weiter, es war zutiefst beunruhigend alles. jetzt sind atomkraftwerke wieder im gespräch, weil es den politikern egal ist, den fehler ein zweites mal zu machen, mit den folgen werden sie nichts mehr zu tun haben.

gemerkt, dass ich einen schönen tag nur geniessen kann, wenn ich nicht ins netz gucke und all das finstere ein-mal ausblenden kann.

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brücken

gestern vollen tag gehabt, es war nämlich zwillingsgeburtstag, und ich hatte einen sogar im haus, mit freundin, sehr erfreulich. am freitag noch kuchen gebacken, dann klassischen geburtstagstisch, sehr früh am tag, weil die freundin eine fortbildung hatte. er wollte mit freunden brunchen und abends weiter in eine bar, also hausputz schon am vormittag, er hat alles alleine vorbereitet, salate und pasten gemacht, ich habe weiter herumgeräumt, einen karton voller dinge auf die strasse gestellt, nur 2 wieder mit reingenommen. dem davidzwilling in schönem langen videochat gratuliert.

einkäufe vorm zwillingsgeburtstag 2013

(das bild aus der cloud, datumssuche. für den zwillingsgeburtstag 2013 habe ich wohl noch bunten kram besorgt)

als die gäste dann kamen, durfte ich gehen und hab mich in ein sonniges café gesetzt, zum lesen, leider ging der kindle nicht wg akku, für die handyapp war es viel zu hell, also richtiges buch: februar 33 von uwe wittstock. das hab ich auch den zwillis geschenkt, weil es diesen einen monat nah an der chronologie der ereignisse nacherzählt, mit genau recherchierten details, sehr anschaulich. merke beim lesen, dass die zwillis all die autor*innen und künstler*innen vermutlich gar nicht kennen, mit denen wir als kultureller background großgeworden sind. gut, benn habe ich ihnen geschenkt, grosz kennen sie eventuell – aber die abfolge der ereignisse sind unabhängig von den personen, es geschieht ja gerade genauso wieder in den usa. bin gespannt, ob sie mit dem buch was anfangen können. abends wollte ich zu einer nachbarin, die ich auch viel zu selten sehe, wir laufen immer nur aneinander vorbei, dann kam eine freundin zufällig am café vorbei und lud mich für abends ein, sie sagte nicht warum, ich hab nicht gefragt, wir kennen uns sehr lange. ich könne gerne auch spät kommen. bin dann zur nachbarin, ein, zwei stunden am küchentisch alles neue erzählt, dann nach 22 uhr noch zur freundin, dort volle wohnung, ihr mann hatte einen animationfilm fertig und hat zur heimpremiere geladen, den film hab ich leider knapp verpasst. jemanden aus frühen bloggerzeiten wieder getroffen, er ist in einer band mit dem mann der freundin, sehr gefreut, leben geupdatet. ein paar runden getanzt zu guter musik, dabei leicht und gut gefühlt, mit diesen menschen, in dieser stadt etc. zu spät ins bett. bei der nachbarin und auf der party denselben filmtip bekommen, den berlinale-gewinner gelbe briefe, den wollte ich eh im sommer ansehen.

heute regen und kälte, neben aufräumen und lesen steht noch der umzug vom gregor in seine übergangsuntermietbehausung an, sobald er wach wird, jetzt ist es 13:30. mein auto ist lagerraum für seine kisten, seit ich ihn vor zwei wochen hergeholt habe, ich brauche es ja auch gelegentlich.

das posting von gestern fast wieder rausgenommen, zu privat und emotional, unverarbeitet, ich schrieb „nie“ und „jederzeit“, statt eine episode aus der kindheit zu erinnern, die das beschriebene zeigt, aber mein wiedererkennen einiger reaktionen im beruflichen kontext, über die ich oft nachdenke, war so ein aha-erlebnis, das lasse ich drin. das bloggen mal wieder als therapeuticum, auch wenn mir das pathos-element dadrin bissken peinlich ist. wie immer beruhigend ob der vollen welt: nobody cares.

beim tanzen gemerkt, dass mir die musik fehlt, mal wieder etwas laut hören wollen, nicht immer nur das radio im auto oder beim küche putzen. playlist angemacht, sie heißt „mai“ und ist nur 11 jahre alt, gleich ein netter start: das leben ist ein kopfschmerz, es wird zeit, dass du ihn spürst. danach 1h nach dem einen song gesucht, der mich mal richtig glücklich gemacht hat, irgendwann innerhalb der letzten 5 jahre, und von dem ich weder namen noch band erinnere, nur, dass es einen chorus gab und die leute eher jung waren, also unter 40 oder so. erfolglos.

noch eine nette sache, ihr kennt bestimmt alle die stilübungen von raimond queneau, wo eine kurze geschichte in vielen verschiedenen textarten erzählt wird, das gibt es jetzt auch in kurz, ein satz, 10 autoren werden imitiert, in den kommentaren geht es weiter.

es regnet immernoch.

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all die stunden des tages

die meisten von euch arbeiten vollzeit, aber nur knapp die meisten: auf 56% kommt meine unrepräsentative umfrage mit 190 stimmen. wenn man, wie anna caixa anmerkt, wie die ig metall die 35 std auch als vollzeit anrechnet, sind es über 70%, damit kann sich der emphatie- und ahnungslose bundeskanzler gerne mal neu sortieren gehen. sowieso geht es doch um unser leben, lifestyle als lebensart, wie wollen wir unsere zeit verbringen? selbst- oder fremdbestimmt, abhängig oder frei, nur in unsere eigenen entscheidungsprozesse eingebettet? es ist eine private entscheidung, wieviel man arbeitet, oder sollte es sein, wenn die löhne es erlauben. der letzte nebensatz ist der dreh- und angelpunkt natürlich.

die struktur durch arbeit ist viel wert, ich bin an den wochenenden nicht so produktiv wie erhofft, natürlich, weil ich mich einfach erholen muss, mit mehr sport und ein paar anderen sachen bleibt vielleicht mehr energie. den selbstwert hätte ich genauso gern vom arbeiten losgekoppelt wie die kondition, das ist mein ziel für die nächsten berufsjahre, wobei da so gesamtbiographisch auch eine hilfreiche transposition oder projektion passiert ist.

zuhause war ich nie gut genug, nie gehorsam genug, es konnte jederzeit ein donnerwetter geben, die antennen waren immer auf die launen des vaters gerichtet, die mutter nicht unterstützend – im privatleben habe ich mich davon befreit, mich freigeschwommen, im arbeitsleben nicht, da bin ich oft unsicher, still, in angstszenarien gefangen, die eigentlich keine reelle grundlage haben. vielleicht ist mir die trennung zwischen arbeits- und privatleben auch deswegen so wichtig? ich halte ein trauma fern, dass immer noch eingeschrieben ist, diese verunsicherung, alles richtig zu machen, richtig zu sein, es gab immer eine distanz zwischen mir und dem, was ich sein sollte für die eltern. grade sitzen, ellenbogen an den oberkörper, nicht unterbrechen. bin ich noch nicht ganz losgeworden. leben ist wip.

vielleicht 12cm lange figur einer knieenden frau, aus weißem ungebranntem ton, haltung in etwa balasana beim yoga

erinnerung an den flow bei manchen tätigkeiten, beim schreiben am häufigsten, manchmal auch bei anderen dingen, ich fühle noch heute diese kleine tonfigur, aus den 80ern („neulich“), das haben meine hände alleine gemacht, jede stunde ein geschenk.

beim schreiben manchmal das loskommen von der aufgabe (tagebuch, verarbeitung, schilderung) und ins freie kommen, wenn die worte sich finden, etwas eigenes werden, bestand haben. dabei diszipliniert die selbstironie wegdenken. vom schreiben über ins schreiben, kunst machen, musik, whatever.

selbstvergessenheit.

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strich für strich

merke: es gibt nicht den geringsten grund, mehrere druckbleistifte zu kaufen, nur weil sie eine neuartige japanische mechanik haben, die ihre mine bei jedem anheben um ein paar grad dreht, so dass sie nicht unrund werden beim schreiben (mit anderen worten „a problem you didn’t know you had“), die linien damit von konstanter strickstärke bleiben. ich habe eine gewisse reserve an ungenutzten stiften, darunter auch druckbleistifte, auf meinem schreibtisch, in meiner zuhause-federtasche, in leder, und ich könnte sie einfach in die arbeitsfedertasche transferieren. es ist mir ein rätsel, wie im job immer meine stifte verschwinden. vabbeh, ich werde berichten, ob ich einen unterschied merke. tröstlicherweise gibt es jede menge auswahl an overengineered pencils.

heute in der taz noch ein text zu pflegekosten, die bei mir ja so ein im hintergrund laufendes thema sind. mich erinnert es an die krankenversicherung in den usa, ich dachte, hier wären wir weiter. ich finde es schwierig, das als armutsthema laufen zu lassen, weil 1500€ extra pro monat auch nicht-arme haushalte in die armut bringen können.

stellt euch vor, ihr erbt einen kleinen picasso, einen druck mit signatur, hängt ihn irgendwo hin und freut euch darüber, jahrzehntelang. dann werdet ihr alt und wollt ihn mal verkaufen, vielleicht für eine reise, oder ein geschenk, oder wegen der pflegekosten. ihr erinnert euch wie der onkel, von dem ihr das habt, vom preis des drucks erzählt hat, eher stolz, weil er diesen seltenen glücksfund gemacht hat, ein fünfstelliger betrag mit einer 10 am anfang. die zeiten haben sich inzwischen geändert, es gibt den klassischen kunstmarkt vermutlich noch, hoffentlich, zumindest eine weile. aber wenn ihr diesen kleinen schlichten picasso jemandem verkaufen wollt, müsst ihr erst um chatgpt herumkommen, wo er mit einem mittelhohen, aber nur dreistelligen betrag verortet wird. es kann aber auch sein, dass der onkel hereingelegt wurde, weil der kunstmarkt so umgeht mit menschen, die nur aus liebhaberei kaufen. wir werden es hoffentlich nie herausfinden, sondern das bild einfach immer weiter vererben.

spontanen besuch von altem freund bekommen, tee getrunken, das leben erzählt, es geschafft, meine themen unterzubringen im fluss der gedanken. jetzt ist es zu spät meine haare noch nachzufärben, das wollte ich vor morgigem ausflug in clärchens ballhaus mit frau w. noch erledigen, mist. farbspray nachkaufen, dann geht das auch so. niemand wird es merken.

dem freund ist am küchentisch noch benn eingefallen, gleich mal wieder reingelesen, „Ordnung“ heißt das gedicht unten, und ja. ich sollte dringend mal wieder in irgendein abenteuer.

Es steht ein Mond in der Weite
Du möchtest in Saus und Braus
Durch die Nacht die fiebernde schreiten
Und gehst schnell nach Haus –

Es sind die Züge der Stille
Der hintergründigen Welt
Das Ordnung Last und Wille
In eins zusammenfällt

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kw 11, 2026

letzte folge starfleet academy war merkwürdig unbefriedigend. viel zuviel gewalt und gebrüll, rache, bösewichter ohne charme (großartig allerdings paul giamatti) als wäre das übel der welt in der fiktion angekommen, mit allen abgründen. ich schaue keine filme, in denen gewalt vorkommt, schon gar nicht, wenn sie als faszinierend und geheimnisvoll dargestellt wird. ein element der macht, das ich verabscheue und fürchte. habe viel vorgespult und keine lust, die folge ganz zu sehen. das ist bedauerlich, ist doch der aspekt eskapismus ein wesentlicher teil meiner vorliebe fürs franchise.

doch langsam das gefühl, wieder ans licht zu kommen, es es wird zumindest heller. heute große freude über das foto, wie der gregorzwilling seine abschlussarbeit in den uni-briefkasten wirft, hurra! bin so beeindruckt darüber, was die kids leisten.

letzte woche zwei studientage am arbeitsplatz gehabt, intensiv nachgedacht zu themen des schulalltags, begeistert, wie intensiv da weiter an allem gearbeitet wird, trotzdem total kaputt am ende, während die kolleg*innen noch auf diverse teamevents gehen danach. gleich selbstzweifel, weil die anderen mehr energie haben, mehr beitragen, besser durchhalten, aber das ist halt einfach mein persönlicher song, der ohrwurm meines lebens. zum glück am freitag noch auf feine aperitive mit freund*innen eingeladen worden, das war bisschen wie früher, als die tage noch nicht soviel gewicht hatten.

samstags geputzt und geräumt, wie immer befriedigend, und nach 20+ 25+ jahren am selben ort gibt es ja einfach viel kram, der eigentlich auf den weg gebracht gehört, zu anderen, zu ebay, wo ja die armen söhne schon immer kein geschirr, keine spiele oder bücher mitnehmen wollen und sehr höflich ablehnen. ich werde mit meinen angeboten warten müssen, bis sie ihre ersten jobs und feste wohnungen haben, andrerseits wird da ein ginori-blümchenservice vielleicht auch kein renner.

das eigenleben der dinge. in einem regal einen satz pokerchips gefunden, in schwerem kleinen alukoffer, keine ahnung, welches kind das mal angeschleppt oder geschenkt bekommen hat, oder war ich das? wozu? gab es mal eine pokerphase im zuge des erwachsen werdens? die karten fehlen leider.

und wie ich ja im frühling immer wieder auf die lyrik schaue, habe ich einen kleinen vierzeiler in einem sehr liebevoll gestalteten büchlein von 1904 gefunden, „Genesung“ heißt es, von einer marie böhler, von der ich sonst im netz keine spur gefunden habe. es ist ja nicht das schlechteste, wenn ein gedichtband übrigbleibt von einem leben. das papier ist noch fest und glatt, jugenstil-druck im einband, und ja, schon, noch immer:

foto von einem vierzeiler in altdeutscher druckschrift, aus einem alten buch. text: 
Ich suche.//
Ich suche Einsamkeit und Meeresrauschen .../ Da möchte ich meiner Seele lauschen,/ Da möcht ich lauschen meinem Ich:  –/ Ich suche mich!
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frost ende

heute 5°c plus, inzwischen unerwartet. schnee weg, ein schritt voran. hoffe, er ist auch vom auto geschmolzen, dann muss ich das nicht mehr abkratzen alles. nächste woche der alljährliche frühlingstag im februar, einmal 15°, damit wir nicht aufgeben auf halber strecke und berlin doch den rücken zuwenden, auswandern irgendwo ans mittelmeer, ins licht, zu längeren tagen. dann spüren wir uns wieder und halten eventuell durch, bis es dann im juni frühling wird.

berlinale war wenig dieses jahr, ich suche ja immer nach den italienischen beiträgen, vergeblich, 2026 gab es schlicht keine, das ist wirklich ungewöhnlich und kein gutes zeichen. heute der film mit turturro, buscemi, esposito in new york, beim anblick der gesichter wieder dieser moment des unglaubens, dass tatsächlich auch die stars altern, alt werden, wie ja überhaupt der komplette austausch des kulturpersonals meiner welt immer weiter voranschreitet und dabei eine gewisse normalität entwickelt. wie gut, dass die kunst unsterblich ist.

jedenfalls ein feiner film, schöne idee, toll erzählt, sehr liebevoll und sehr old school irgendwie: turturro ist harry, ein altgedienter taschendieb mit einem netzwerk aus kumpeln und familie, und eines tages klaut er das falsche, und muss es wiederbesorgen in seinem new york, dass irgendwie auch unser new york ist, aus filmen, geschichten, bildern, man erkennt es wieder, es ist auf leichtfüßige art archetypisch. schaut ihn euch an, große empfehlung. gesehen mit einer freundin im uber-dingens, der (das? die? das ding ist geschlechtslos) sich nur wegen der riesigen leinwand lohnt, die gala zum goldenen bär lief da wohl schon, einige im publikum gucken vorm film auf dem handy mit. den gewinnerfilm hat die freundin auf dem heimweg gegoogelt, gelbe briefe, koproduktion berlin-türkei-frankreich, heute gesehen, dass es um ein super wichtiges thema geht, der film zeigt, welche folgen das ende der demokratie in einem land auf den alltag, das gelebte leben, auf das soziale miteinander haben kann. den werden wir uns dann im sommer im freiluftkino ansehen.

ende november hatte ich online eine pflegezusatzversicherung abgeschlossen, weil ich eventuelle kosten für pflege oder ein pflegeheim nicht würde stemmen können, ohne alles daran zu verlieren. diese woche lag die absage der versicherung im briefkasten, „risiko zu hoch“, well, genau. es macht schon was mit mir, aber ich werde es nochmal bei einer anderen versicherung versuchen, nur so zur wissenschaftlichen überprüfung.

eine freundin meinte: so ist das halt, du kommst selber für dich auf, dafür ist der besitz da. sie hat recht irgendwie, vieleicht ist es falsch, das geld als „verloren“ zu begreifen, wenn ich damit mein alter finanziere, ich weiß nicht, wieviel prozent der bevölkerung durch renten oder vermögen beträge von ⌀ 3500€ monatlich finanzieren kann, bei den meisten wird bei den hohen kosten wohl der sozialstaat aufkommen müssen, ich denke ja, dafür sind versicherungen da, vielleicht unterschätze ich aber auch den wohlstand der anderen. die versicherung wies in ihrer ablehnung darauf hin, dass es ja keine krankenversicherung sei, sondern eben eine zusatzversicherung. gsd sind krankenversicherungen hier ein grundrecht. vom durch die absage gesparten geld kann ich einige urlaube finanzieren, leben im jetzt ist die devise. merke beim schreiben, wie ich mit dem thema abschliesse, du hast es versucht, tant pis, aber es wird schon gehen irgendwie. bleib ich halt gesund oder sterbe gleich.

(merke zur zeit eine erhöhte vergesslichkeit und hoffe, es sind die folgen meines jobs, nicht meiner nachlassenden kognitiven leistung, vielleicht zeigt sich darin die midlifekrise für aufgeklärte, selbstbewusste menschen: alles wird verfügbar, überall werden anfänge des endes sichtbar. entspannt und wach darin leben. ich bin ja erst 60.)

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projekt bücher

alec soth hat zusammen mit brad zellar eine schöne fundraiser-aktion, der erlös geht komplett an die hilfe für migranten und menschen, die von den ice -übergriffen bedroht oder betroffen sind.

ich verkleide mich ungern, es ist zuviel aufmerksamkeit auf etwas, das ich dann ja eh nicht bin, weil verkleidet – andrerseits ist es im job ein spass, bei dem ich gern dabei bin. allerdings mit einem kostüm, dass in den drei jahren, in denen ich es nutze, nur einmal von einem vater erkannt worden ist, nie von den kids, aber hej, mehr schaffe ich nicht. gelegentlich spiele ich mit dem gedanken, mal auf eine dieser veranstaltungen zu fahren, wo fans und schauspieler und andere filmmenschen sich feiern, und nein, ich meine nicht die berlinale, aber dann sehen mich da andere, und der unterschied zur filmfigur ist bestimmt lächerlich groß – wobei, das geht den anderen gästen ja auch so. na, mal sehen. ich freue mich jedenfalls drauf, meine lustige uhr mal wieder tragen zu können. (die enterprise ist der sekundenzeiger)

zifferblatt einer timex-uhr mit star-trek-motiv

vielleicht finde ich jemanden, der mich knipst. ich erinnere faschingsfeste von erwachsenen meistens so, dass die damen möglichst generell wenig anhaben, die herren möglichst wenig verkleidet sind, es wirkte immer etwas unfair, nun ist berlin ja auch gar keine karnevalsgegend. aber bei halloween hatte ich mit klebetattoos ja auch meinen spass.

grauer februartag, ausklingende erkältung, aber ruhig und entspannt nach einem gefühlt langen wochenende, freundin und gregorzwilling als übernachtungsbesuche, plaudern und volles haus, sehr schön.

mal wieder bücher angesehen, also die im schrank, ein sehr schönes kleines herausgenommen und voller elan 20 seiten gelesen, dann eher erschöpft wieder weggestellt, da beschreibt ein mann in sehr klagendem tonfall den mühsamen alltag eines porzellanmalers, hier ein paar tassen, dort ein krug, satt wird er nur, wenn ein freund ihn abends mitnimmt, nie wird etwas gut, und dann übergibt sich noch die katze unterm bett! geschrieben hat es heinrich ernst kromer, veröffentlicht 1915 als fiktive autobiographie von gustav hänfling. ich sehe ihn vor mir in seiner dachkammer, um pfennige ringend, aber ich möchte dann doch nichts weiter wissen, ein beispielhaft trauriges künstlerleben, wie wir es alle hätten haben können, aber ein schönes kleines buch.

Altes Buch mit durchgehend bedrucktem EInband

als zweites einen band mit einem schönen foto vorne drin, es zeigt einen mann mit markanten gesichtszügen, gut sitzendem haar und tiefliegenden hellen augen, es ist ein schwarzweiß-foto, er wirkt asketisch, schmal, bestimmt. er lächelt freundlich und unaufdringlich schräg am fotografen vorbei, friedrich gundert, ein verlagsbuchhändler, er hat wohl jugend- und kinderbücher herausgegeben, das buch ist ein nachruf, seine lebensdaten stehen vorne auf der ersten seite, von 1897 bis 1946. es enthält briefe aus dem krankenhaus, berichte und gedichte von freunden, er ist jung gestorben, wohl an einem lungenleiden.

S/W- Foto von Friedrich Gundert, aus einem Buch zu seinem Andenken nach seinem Tod 1946

er hat in calw gelebt, hatte dort ein steinhaus, von dem es eine webseite gibt, weil die stadt mit all ihren holzhäusern wohl im 17. jh einmal durch einen brand zerstört wurde, und ein weitsichtiger mann namens schill sich dann ein haus aus stein hat bauen lassen, aus großen, massiven steinen und einem gewölbekeller, sicher vor feuer. friedrich hat die letzte enkelin des herrn schill geheiratet, emma, hat hat mir ihr dort gelebt, weiß nicht, ob er auch seine geschäfte von dort betrieben hat. er hatte viele geschwister, neffen und nichten, eine enkelin wird erwähnt, sie stirbt leider mit anfang zwanzig, in den 60ern, aber das hat er nicht mehr erlebt. mich beschäftigt dieses erfolgreiche, intensive leben, viele angehörige sind nach indien ausgewandert, als missionare, sind hin- und hergereist im 18. und bis ins 20. jh hinein, mit netzwerken, freundschaften, literatur, familie. was sie im 2. weltkrieg gemacht haben, steht nicht drin, er ist 1946 gestorben, online finde ich einiges zu seiner familie, aber keine historische einordnung, ich suche aber auch nicht richtig danach, genug kleine kommentare gegen die hj und die nazis finden sich zum glück, in den briefen, wo er über die schwierigkeiten schreibt, direkt nach dem krieg papier für den buchdruck zu bekommen. es gibt noch familienangehörige, auf der seite mit dem verzeichnis der angehörigen sind die anonymisiert, den verlag gibt es nicht mehr. er war der onkel von hermann hesse, er wird mir sympathisch nach lektüre des büchleins, muss ein besonders begabter und feinsinniger mensch gewesen sein, liebhaber von bach, damit kriegt man mich ja sofort, aber es bleibt unklar, wie er es im dritten reich gehalten hat, es wird beklagt, dass die gefangenen nach dem krieg keine bücher bekommen, weil so wenig gedruckt werden, es finden sich minimale andeutungen, dass es schwierige zeiten waren – eigentlich nicht genug, aber es ging ja auch nicht darum. das richtige leben im falschen.

in der tram gestern zum zweiten mal einen sitzplatz angeboten bekommen, obwohl der weiße haaransatz unter der mütze war – abgelehnt. es ist, wie es ist.

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sick days

krank und ko zu hause, nicht gefährlich krank, nur erkältung. brauche 1-2stunden, um aus dem schlechten gewissen herauszufinden, trotz verstand und lebenserfahrung ist der pflichtimpuls tief eingebaut und größer als der selbstschutz. nervend. niemand freut sich über virenschleudern am arbeitsplatz, ich muss mir das wie eine meditationsübung wiederholen. paar tage flach gelegen und nichts mitbekommen von allem, geschlafen, heute langsam wieder ich selber.

nachträglich erschrocken bis fassungslos darüber, wie ich im januar die chance verpasst habe, in berlin nordlichter zu sehen, bloss weil ich abends um 22 uhr zu kaputt war, um nochmal raus zu gehen, in den nahen park, wo ich sie eventuell hätte sehen können, es war mir egal, der preis schien zu hoch – und ich bin damals mit 8 monate altem sohn und mann mit einem ollen benz-kombi bis nach münchen gefahren, um eine sonnenfinsternis sehen zu können, vor 26 jahren.

tja. ich merke daran, wie anstrengend das lebensmodell „beruf“ tatsächlich ist, was es kostet, wie sehr ich mich darin füge, wenig energie für anderes zu haben, wobei es auch einfach am zustand „altern“ liegen kann, wie fast alles neuerdings. aber die nordlichter tun weh. das darf nicht so bleiben, vielleicht habe ich noch eine chance in diesem jahr, die sonne steht gut dafür.

gebannt beim vierfachen axel zusehen, danke nyt. diese leichtigkeit, die perfektion, die energie, überwältigend schön. bevor er loslegt, hören wir ein gedicht über die leere, sehr jugendlich intensiv, „The only true wisdom/ Is in knowing You know nothing/ The lost/ Is in the unknown“, dann folgt die musik.

berlinale geguckt, also beim roten teppich via stream, sehr nett. kenne fast niemanden, bis auf herrn eidinger, den man ja im zweifel auch durch den mangel an kleidung identifizieren kann. viele augenscheinlich erfolgreiche junge menschen in all den wunderbaren festgarderoben, für den anlass zu dünn, es kam auch immer sofort nach ausstieg aus dem auto ein mensch und hat die mäntel an sich genommen, dabei hatte frau yeoh einen riesigen plüschigen kurzen pelz über ihrem schulterfreien kleid, sehr elegant, sie sah dann ohne eher beraved aus, ganz zart und schmal. herr wenders in klassisch schöner männerkleidung, stilsicher und attraktiv auf eine klassisch zuverlässige weise.

habe karten für zwei filme, nach termin ausgesucht, nicht nach inhalt oder künstler*in. vielleicht ergibt sich spontan noch was, die karten werden ja nach und nach freigegeben, das ist recht entspannend. die blutgräfin hätte ich wg vorliebe für vampirfilme gern gesehen, ist aber zeitlich schwierig, herrn buscemi mag ich auch, die idee des films klingt nach sentimentalem ausflug ins new york des letzten jahrhunderts. so, jetzt ab ins wochenende!

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boldly go

gestern gebannt vor einem video gesessen, in dem jemand eindringliche ratschläge für 60jährige gibt. die hälfte der zeit war ich mir nicht sicher, ob es ai ist oder nicht, ihre sprache zu kohärent, der textfluss ohne fehler, wiederholungen, unterbrechungen, ich bin mir immer noch nicht sicher, aber ich konnte auch nicht weggucken, anders als bei allen anderen menschen, die ihr gesicht für vorträge in die kamera und damit auch direkt in mein gesicht halten, da gehe ich immer unwillkürlich einen schritt zurück und clicke weiter.

edit: die dame im video ist ai, der wortlaut zusammengestellt aus aussagen alter menschen: „the advice presented is compiled from real-life experiences and wisdom shared by real people“, allerdings steht direkt unterm video „a submission by lorraine“, erst unten gibt es einen disclaimer mit dem hinweis auf ai – meine unsicherheit verunsichert mich, seitdem sehe ich auf youtube überall „nur“ noch ai, was die kriterien bei der wahrnehmung von authentizität verändert, nicht mehr das gesehene ist wahr, sondern ev die gute oder böse absicht des prompters, die zitate, aus denen der text zusammengesetzt wird, die absicht also wird relevant. alles ist immer schon meinung, manipulation oder im ernstfall propaganda, es wird uns vermittelt als doku, es ist fiktion. die fähigkeit, das alles zu unterscheiden wird super wichtig, wobei das bestimmt bald auch eine ai erledigen wird, ein ai-filter oder so.

erinnert ein bisschen an die interpretation von literatur, wo stilistische, textinhärente elemente genauso analysiert werden wie zeitgeschichtliche aspekte oder die biografie der/des autor*in. komplexe zeiten, in denen wir leben. edit ende.

eine weile lang war ich gleich alt wie star trek, dessen erste folge „the cage“ im februar 1965 zum ersten mal gesendet wurde, also vor genau 61 jahren. in dieser woche geht es bei starfleet academy um sisko, den chef der raumstation ds9, die serie ist eine meiner liebsten aus dem franchise, und es wurde ein theremin gespielt, ausrufezeichen, so ganz nebenbei und selbstverständlich – bin wieder an bord als trekkie, auch wenn ich mir bei der grundaussage der serie, die ich wunderbar finde, vorkomme wie rita, als sie sich in groundhog day den weltfrieden wünscht. finde es schon einfach generell tröstlich, dass etwas gutes weitergeht, und hier machen sie es mit neuen gesichtern und neuen geschichten, das ist nicht unmutig, die eltern einer respektsperson (lura thok/ gespielt von gina yashere) sind ein jem’hadar und eine klingonin, das ist wirklich eher unerwartet.

heute einen aufregenden termin gehabt, über den ich irgendwann mal ausführlicher reden werde. jetzt so ein gefühl, als ob die magnetspäne meiner vielen beruflichen wege und privaten interessen sich neu orientieren, erleichterung, aufatmen, neugierde. mal sehen, was da noch kommt. durch eine tür gegangen jedenfalls.

ich war wg misstrauen in die öffentlichen viel zu früh und bin vor dem termin in einem park in lichterfelde herumgelaufen, im neuschnee, feiner knirschender eisschnee, dabei in einen baum verguckt, der zwei sehr lange schwere äste im freien raum hält, sie sehen aus wie arme, mit ellbogen.

baum mit weit ausragenden dicken ästen, sieht aus wie ein ent.

von einem wachsen zweige, die aussieht wie minibäume, mit zweigen, nach oben, bestimmt ist das so mit bäumen, ich bin ja stadtkind. war fasziniert von der rinde, beschneit, und den formen und farben darauf.

baum mit weit ausragenden dicken ästen, sieht aus wie ein ent.

von den bäumen auf ein großes hellgelbes haus aus dem ca vorletzten jahrhundert zugelaufen, gedacht, mal schauen, was das ist – das guthaus lichterfelde. ein familienzentrum mit kindergarten und anderen angeboten, es gibt ein sehr schönes geräumiges denkmalgeschützes cafe darin, mit großem runden kachelofen (leider außer betrieb), bestimmt im alten salon des hauses, mit einem kronleuchter und einer großen terasse davor, geöffnet di, mi und do von 10 bis 16 uhr, montags nur für familien. hatte den raum heute für mich, habe eine wunderbare kürbissuppe und einen pott kaffee bekommen, für 5 euro nochwas zusammen und durch die fenster auf die verschneiten park geschaut. im sommer bestimmt ein paradies, jetzt eine aus der zeit gefallene oase der ruhe.

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oh gräuliches grau

wie ich mich einmummeln möchte, verpuppen, in wärme und dunkelheit, bis die frostklammer nachlässt, haut und körper wieder sicher sind ist.

heute nacht geträumt, wie eins meiner kinder das andere mit einem schimpfwort beleidigt hat, dabei sollte das beleidigte kind gerade eine prüfung abhalten, es sass an einem kleinen altmodischen schulpult mit integriertem sitz in einem großen leeren raum in der mitte, in einer ecke darunter sassen an einem tisch die drei prüfer, die habe ich aber nicht erkennen können. ich rede mit dem kind, erkläre, wie beleidigungen verletzen können, mache mir sorgen, dass das prüflingskind jetzt abgelenkt wird. dann sagt auch die lehrerin dem kind, warum das nicht geht, und schlägt vor, dass er im nebenraum spielen geht. wir gehen zum raum, am boden sitzt ein kleines mädchen mit sehr dickem grauen haar, sie hält den kopf gesenkt, ihr gesicht kann ich nicht sehen. mit dem soll sich mein kind unterhalten, sagt die lehrerin.

ich erinnere träume selten, diesen habe ich mir gleich notiert, auch das gefühl, dass ich das mädchen mit den grauen haaren bin. gedacht, so könnte ich mal meine biografie nennen, das mädchen mit den grauen haaren.

heute in der nyt den sehr tollen text über d.i.d. gelesen, dissoziative persönlichkeitsstörung, ein mädchen wird in der kindheit vernachlässigt und misshandelt und erschafft aus schutz mehrere personen in sich, um so der vernichtungsgefahr von außen entkommen zu können, fühlte mich etwas (!) an meine, unsere traumpersonen erinnert, die ja wahr sind, in der traumgegenwart und in der erinnerung. gedacht, wir können nur im traum jemand anders sein, haben dabei aber diesen faden, der uns mit den traumfiguren in irgendeiner verbindung hält, einer kausalen, assoziativen, whatever. ein nervenfaden, eine zelllinie durch die bewusstseinsschichten, … (ich hör schon auf).

bei uns leben diese personen nur noch in den träumen, werden gelegentlich ins bewusstsein gelassen und sollen dann in wenigen sekunden mit starken bildern einen weg in die erinnerung finden. fascinating, wie spock sagen würde.

die vierte folge starfleet academy beim gucken vergessen, abgelenkt gewesen, anderes getan, zu wenig scifi für meine bedürfnisse. hoffe, der weltraum kommt wieder mehr vor. den schnipsel tagesalltag eines star-trek-schauspielers interessant gefunden, bis zu 19-stunden tage, omg.

irgendwo hier gelesen, dass früher™️ ein 30h-job schon als vollzeit galt (finde ich nicht mehr, text studie über kinderbetreuung und berufstätigkeit von frauen), sehr geärgert über das unerträgliche gerede dieser politiker, die von arbeit keine ahnung haben. weltfremd und verachtend ist das, disrespectful. ich bin mit meinen 35h relativ erledigt, mit 30 wäre ich besser beieinander, kann aber nicht davon leben, es ist ja so schon knapp. da liegen die vielen welten nebeneinander, und was sie vereinen könnte wären toleranz und interesse, vielleicht, der auf politische absichten hin verkürzte blick will ja nicht verstehen, sondern manipulieren.

ich trage seit jahren im berliner winter, also eigentlich fast immer mit ausnahme einiger wochen im fernen hochsommer, die wunderbaren schlichten wollshirts und -pullis der dänischen firma dilling. sie kosten relativ nicht viel und halten bei mir immer solange, bis ich sie versehentlich mit den restklamotten in der waschmaschine wasche, mit 40°, das mögen sie nicht. tip: bis 2.02. haben die 25% auf alles, die webseite ist leider überfordert, aber ich darf heut später zur arbeit und habe jetzt mal wieder eine weile ruhe.

berlin ist weiter unerträglich rutschig. ich gehe nur mit spikes unter den füssen herum, es bleibt grau und kalt, nur die bürgersteige glänzen und glitzern mit ihren eispanzern. heizkosten werden auch dieses jahr wieder astronomisch sein.

jetzt ruft mich der automensch an, bei dem mein auto letzten samstag trotz absprache nicht fertig war, wo ich denn bliebe. was für sitten.

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