kino kann

gestern mit freundin the astronaut angeschaut, im odeon, einem kino im fernen schöneberg, perfekt ausgestattet und nicht riesig, mit wunderbaren liegesitzen, flaschenhaltern und sehr gutem sound. wir haben uns echt was gegönnt, mit popcorn, getränken und gemüsechips. und dann dieser film, von dem ich nichts wusste vorher, die freundin hat ihn wegen sandra hüller vorgeschlagen, die ich auch sehr mag. der film war bewegend, spannend, lustig*, der plot blieb überraschend. ryan gosling trägt die hauptfigur, „verkörpert“ erscheint zu einseitig, weil er in seiner darstellung den rest der person mit ins bild bringt, die vorgeschichte, die selbstwahrnehmung als loser mit all dem vorsichtigen spott, der noch auf mildernde umstände hofft. ich bin kein astronaut, sagt er ein paarmal, und stolpert dann durch sein raumschiff. dabei habe ich ihm gern einfach zugesehen, ein schöner mann, der als unfreiwilliger held in eine ausweglose situation gebracht wird, aber dann … geschieht so einiges, unter anderem gibt es einen sehr charmanten außerirdischen, der aussieht wie eine kombi aus einer riesenspinne und einem felsblock. schöner abend, und endlich mal wieder ein packender blockbuster ohne gewalt. die magie auch daher, dass die rollen von hüller und gosling nicht in bekannten mustern verlaufen, sondern sich frei und eher verspielt im spektrum der erwarteten figurenentwicklung bewegen, dadurch/dabei vielseitiger und brüchiger wirken, viel mehr persönlichkeit zeigen dürfen, und zwar nicht jeweils mit 2 seiten dialog, sondern in regieeinfällen, der kameraführung, im bild. großes kino, empfehlung.

(lest lieber nicht die ganzen kritiken (incl. der ai-sachen beim googeln), die den kompletten handlungsverlauf schildern, ich verstehe sowas nicht, das ist unehrenhaft. ich hab meinen erwartungshorizont gern leer und weit, wenn ich ins kino gehe.)

ein ähnliches gefühl hatte ich zuletzt bei arrival, da ging es ja auch um weltall, extraterrestrisches leben etc, um kommunikation. bei the astronaut kann die filmerzählung auf das ganze (in film und wirklichkeit) übliche arsenal der menschlichen reaktion auf neues (erst mal bedrohung, angst, militär etc) verzichten, weil es wirklich nicht darum geht, weil es genug anderes zu erzählen gibt.

sonst telefoniert, geputzt, davidzwilling war hier wegen einer party, gregorzwillings uni hat angefangen, er ist wieder nur zu 8 oder so in seinem studiengang, selbst an der tu in berlin. mit beiden schön gefrühstückt, david ist dann zurück nach halle, gregor war unterwegs, ich hab die gesellschaft der söhne genossen.

*bei nachlesen an barthes gedacht, bei dem das adjektiv die ärmste linguistischste kategorie ist, mich stört natürlich der aspekt der setzung statt herleitung beim schreiben, aber …

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kw 13 2026

ko nach anstrengender woche. kann mich nicht entscheiden, ob ich morgen oder übermorgen den g.-zwilling holen fahre, am sonntag könnte ich auf dem hinweg noch den davidzwilling abholen und mitnehmen, der kommt da aus spanien zurück, wenn g und ich am samstag schon wieder in berlin sind, kann david noch kurz nach hause und wir haben zeit zusammen – überfordert mich komplett, die entscheidung in ihrer banalität. erstmal schlafen.

es gibt wieder einen square print sale auf magnum, zum schönen thema odissey. sie sind 20€ teurer geworden seit früher, das nimmt so ein bisschen den charme und das gefühl, beim preis auf jeden fall im grünen bereich zu bleiben. ich neige meist dazu, die fotos von alec soth zu kaufen, den ich immer noch sehr mag, und gelegentlich mal eines, in das ich mich vergucke, vor ein paar jahren dieses von jacob aue sobol, oder das dunkle meer von finisterre von mark powers, wie ein schlafender körper in der nacht, nicht gefunden online, das wollte ich dem großen schenken, aber der konnte nix damit anfangen, jetzt hängt es bei mir, bis sich das ändert. die bisherigen stehen auf ebay so beim 3-5-fachen des magnum-preises, aber es fühlt sich nach geschäftemacherei an, also nach leuten, die 10 drucke kaufen und alle wieder verkaufen, wie dieser heinz hier, während meinereiner die fotos rahmt und an die wand hängt und sich darüber freut. naja, vielleicht nutzen ja auch die fotograf*innen selber die möglichkeit, das wäre okay. das diesjährige stammt aus soths buch niagara von 2006, und ich musste nachsehen, habe aber das buch und das davor, sleeping by the mississippi, beide signiert in einer plastiktüte im regal stehen, sieh mal einer an, gleich wieder festgeschaut, es sind sehr tolle bücher, und niagara wird auch wiederaufgelegt, sagte goncourt neulich auf mastodon. das diesjährige, auto vor motel, erinnert an die mionen von anderen „auto vor motel„-bilder, in einer schönen variante mit oldtimer.

Romney Motel, Seligman in Arizona an der Route 66

jeder hat sie im kopf, aus filmen oder selbst erlebt, ich habe 2012 vor motels damals selbst so bilder gemacht, als echo auf die vertraute szenerie, ein sich selbst reproduzierendes system. sie zeigen ein gutes, funktonierendes, vor allem sehr vertrautes amerika. ein symbolbild, ich würde es aber eher wegen dem namen des fotografen kaufen, oder? und weil es mich freut, wenn er etwas verdient, ist er doch einer von den guten. bin noch nicht sicher, ob ich eins haben will, bis morgen habe ich zeit. bestellen werde ich aber green stripes von lorenzo vitturi, als 6×6 zoll-print, und werde es natürlich in die küche hängen, weil es kritik und konsum, wunsch und wirklichkeit so schön ineinander bringt.

ich fahre morgen, auf whatsup kann man abstimmen, sehr praktisch. heute ausatmen, gut essen, markt, bisschen sport, ich genieße das gefühl, wenn die muskeln ein bisschen ziehen, wenn ich den körper spüre, in dem ich zuhause bin.

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kw 13, 2026

voller tag vorgestern. an der schule habe ich ein theaterprojekt mit einer bühnenbild-ag begleitet, also mit den kindern riesige pappen mit hintergründen bemalt, 2 throne gebastelt, das war lustig, weil ich einen tick origami dazu anwenden konnte, auch wenn es dann auf der bühne nicht so gut wie geplant gehalten hat und alles mit gaffa ausgebessert werden musste. die kids waren mit feuereifer, elan und riesiger spielfreude dabei. die regisseurin hat sie großartig abgeholt, ihnen sicherheit gegeben und spieltechnik beigebracht.

als ich dann ziemlich kaputt nach hause kam, lag endlich der brief vom lageso im kasten, und hurra, ich muss keinen widerspruch oder ähnliches einreichen, mir werden 50% schwerbehinderung anerkannt, sogar rückwirkend für die letzten jahre. heute gleich foto für den ausweis hochgeladen. riesenerleichterung. ich habe das erst jetzt gemacht, weil ich mich nie als behindert wahrgenommen habe, auch wenn das normale leben nur mit einigem aufwand möglich ist, der unplanbar bleibt, egal wie eng und genau die kontrolle und die planung sind. 24/7. seitdem ich im öffentlichen dienst, oder überhaupt als angestellte tätig bin, sind die vorteile einer anerkennung entscheidend: ich habe 5 tage mehr bezahlten urlaub p/a, bekomme einen steuerlichen freibetrag und kann meine wochenstunden schneller ändern.

wollte in den osterferien endlich mein autoradio updaten lassen, damit ich für den sommer ausgestattet bin, aber es ist irre teuer. das gerät würde um die 400 kosten, da wäre ich noch dabei, der einbau dann aber nochmal 400, bei zwei professionellen anbietern erfragt, weil kabel, adapter, etc. früher™ habe ich selbst mal kabel eingesteckt am autoradio, man stemmt einen (nur geklemmten, nicht verklebten) plastikrahmen ab, löst 4 schrauben, dann zieht man es raus. keine ahnung, was da so teuer sein soll. statt dessen kleinen dab+-adapter von albrecht bestellt, mal sehen, den kann ich dann auch in die küche mitnehmen. wenn der nix taugt, wird youtube mir beim update helfen.

die zahllosen grausamkeiten der epstein-files sind noch lange nicht juristisch aufgearbeitet, sie haben mich zutiefst erschreckt, besonders in der an den tag gelegten selbstverständlichkeit der übergriffe und gewaltakte. es passt, dass mit collien fernandes schon wieder ein fall bekannt geworden ist, frau kaltmamsell hat dazu ein paar reaktionen recherchiert, es sind klar nicht alle männer, aber es sind halt fast nur männer.

bei mir ist das männerbild ja seit jahren inzwischen so, dass ich bei neuen bekanntschaften immer erstmal die sensoren auf diese feinen gewalt-signale ausgerichtet habe, ich kann sie gar nicht benennen, aber dieses gefühl dafür, ob der mann schlecht reguliert ist, übergriffig werden kann oder nicht, das ist erfahrungsgemäß mein wichtigster siebter sinn, wobei natürlich: you never know until you know. bei männern ist das notwendig, noch vor intelligenz, humor, empathie. (klar, ich bin aus dem alter raus, aber ich war ja vorgestern noch drin 🙂

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projekt bücher

alec soth hat zusammen mit brad zellar eine schöne fundraiser-aktion, der erlös geht komplett an die hilfe für migranten und menschen, die von den ice -übergriffen bedroht oder betroffen sind.

ich verkleide mich ungern, es ist zuviel aufmerksamkeit auf etwas, das ich dann ja eh nicht bin, weil verkleidet – andrerseits ist es im job ein spass, bei dem ich gern dabei bin. allerdings mit einem kostüm, dass in den drei jahren, in denen ich es nutze, nur einmal von einem vater erkannt worden ist, nie von den kids, aber hej, mehr schaffe ich nicht. gelegentlich spiele ich mit dem gedanken, mal auf eine dieser veranstaltungen zu fahren, wo fans und schauspieler und andere filmmenschen sich feiern, und nein, ich meine nicht die berlinale, aber dann sehen mich da andere, und der unterschied zur filmfigur ist bestimmt lächerlich groß – wobei, das geht den anderen gästen ja auch so. na, mal sehen. ich freue mich jedenfalls drauf, meine lustige uhr mal wieder tragen zu können. (die enterprise ist der sekundenzeiger)

zifferblatt einer timex-uhr mit star-trek-motiv

vielleicht finde ich jemanden, der mich knipst. ich erinnere faschingsfeste von erwachsenen meistens so, dass die damen möglichst generell wenig anhaben, die herren möglichst wenig verkleidet sind, es wirkte immer etwas unfair, nun ist berlin ja auch gar keine karnevalsgegend. aber bei halloween hatte ich mit klebetattoos ja auch meinen spass.

grauer februartag, ausklingende erkältung, aber ruhig und entspannt nach einem gefühlt langen wochenende, freundin und gregorzwilling als übernachtungsbesuche, plaudern und volles haus, sehr schön.

mal wieder bücher angesehen, also die im schrank, ein sehr schönes kleines herausgenommen und voller elan 20 seiten gelesen, dann eher erschöpft wieder weggestellt, da beschreibt ein mann in sehr klagendem tonfall den mühsamen alltag eines porzellanmalers, hier ein paar tassen, dort ein krug, satt wird er nur, wenn ein freund ihn abends mitnimmt, nie wird etwas gut, und dann übergibt sich noch die katze unterm bett! geschrieben hat es heinrich ernst kromer, veröffentlicht 1915 als fiktive autobiographie von gustav hänfling. ich sehe ihn vor mir in seiner dachkammer, um pfennige ringend, aber ich möchte dann doch nichts weiter wissen, ein beispielhaft trauriges künstlerleben, wie wir es alle hätten haben können, aber ein schönes kleines buch.

Altes Buch mit durchgehend bedrucktem EInband

als zweites einen band mit einem schönen foto vorne drin, es zeigt einen mann mit markanten gesichtszügen, gut sitzendem haar und tiefliegenden hellen augen, es ist ein schwarzweiß-foto, er wirkt asketisch, schmal, bestimmt. er lächelt freundlich und unaufdringlich schräg am fotografen vorbei, friedrich gundert, ein verlagsbuchhändler, er hat wohl jugend- und kinderbücher herausgegeben, das buch ist ein nachruf, seine lebensdaten stehen vorne auf der ersten seite, von 1897 bis 1946. es enthält briefe aus dem krankenhaus, berichte und gedichte von freunden, er ist jung gestorben, wohl an einem lungenleiden.

S/W- Foto von Friedrich Gundert, aus einem Buch zu seinem Andenken nach seinem Tod 1946

er hat in calw gelebt, hatte dort ein steinhaus, von dem es eine webseite gibt, weil die stadt mit all ihren holzhäusern wohl im 17. jh einmal durch einen brand zerstört wurde, und ein weitsichtiger mann namens schill sich dann ein haus aus stein hat bauen lassen, aus großen, massiven steinen und einem gewölbekeller, sicher vor feuer. friedrich hat die letzte enkelin des herrn schill geheiratet, emma, hat hat mir ihr dort gelebt, weiß nicht, ob er auch seine geschäfte von dort betrieben hat. er hatte viele geschwister, neffen und nichten, eine enkelin wird erwähnt, sie stirbt leider mit anfang zwanzig, in den 60ern, aber das hat er nicht mehr erlebt. mich beschäftigt dieses erfolgreiche, intensive leben, viele angehörige sind nach indien ausgewandert, als missionare, sind hin- und hergereist im 18. und bis ins 20. jh hinein, mit netzwerken, freundschaften, literatur, familie. was sie im 2. weltkrieg gemacht haben, steht nicht drin, er ist 1946 gestorben, online finde ich einiges zu seiner familie, aber keine historische einordnung, ich suche aber auch nicht richtig danach, genug kleine kommentare gegen die hj und die nazis finden sich zum glück, in den briefen, wo er über die schwierigkeiten schreibt, direkt nach dem krieg papier für den buchdruck zu bekommen. es gibt noch familienangehörige, auf der seite mit dem verzeichnis der angehörigen sind die anonymisiert, den verlag gibt es nicht mehr. er war der onkel von hermann hesse, er wird mir sympathisch nach lektüre des büchleins, muss ein besonders begabter und feinsinniger mensch gewesen sein, liebhaber von bach, damit kriegt man mich ja sofort, aber es bleibt unklar, wie er es im dritten reich gehalten hat, es wird beklagt, dass die gefangenen nach dem krieg keine bücher bekommen, weil so wenig gedruckt werden, es finden sich minimale andeutungen, dass es schwierige zeiten waren – eigentlich nicht genug, aber es ging ja auch nicht darum. das richtige leben im falschen.

in der tram gestern zum zweiten mal einen sitzplatz angeboten bekommen, obwohl der weiße haaransatz unter der mütze war – abgelehnt. es ist, wie es ist.

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boldly go

gestern gebannt vor einem video gesessen, in dem jemand eindringliche ratschläge für 60jährige gibt. die hälfte der zeit war ich mir nicht sicher, ob es ai ist oder nicht, ihre sprache zu kohärent, der textfluss ohne fehler, wiederholungen, unterbrechungen, ich bin mir immer noch nicht sicher, aber ich konnte auch nicht weggucken, anders als bei allen anderen menschen, die ihr gesicht für vorträge in die kamera und damit auch direkt in mein gesicht halten, da gehe ich immer unwillkürlich einen schritt zurück und clicke weiter.

edit: die dame im video ist ai, der wortlaut zusammengestellt aus aussagen alter menschen: „the advice presented is compiled from real-life experiences and wisdom shared by real people“, allerdings steht direkt unterm video „a submission by lorraine“, erst unten gibt es einen disclaimer mit dem hinweis auf ai – meine unsicherheit verunsichert mich, seitdem sehe ich auf youtube überall „nur“ noch ai, was die kriterien bei der wahrnehmung von authentizität verändert, nicht mehr das gesehene ist wahr, sondern ev die gute oder böse absicht des prompters, die zitate, aus denen der text zusammengesetzt wird, die absicht also wird relevant. alles ist immer schon meinung, manipulation oder im ernstfall propaganda, es wird uns vermittelt als doku, es ist fiktion. die fähigkeit, das alles zu unterscheiden wird super wichtig, wobei das bestimmt bald auch eine ai erledigen wird, ein ai-filter oder so.

erinnert ein bisschen an die interpretation von literatur, wo stilistische, textinhärente elemente genauso analysiert werden wie zeitgeschichtliche aspekte oder die biografie der/des autor*in. komplexe zeiten, in denen wir leben. edit ende.

eine weile lang war ich gleich alt wie star trek, dessen erste folge „the cage“ im februar 1965 zum ersten mal gesendet wurde, also vor genau 61 jahren. in dieser woche geht es bei starfleet academy um sisko, den chef der raumstation ds9, die serie ist eine meiner liebsten aus dem franchise, und es wurde ein theremin gespielt, ausrufezeichen, so ganz nebenbei und selbstverständlich – bin wieder an bord als trekkie, auch wenn ich mir bei der grundaussage der serie, die ich wunderbar finde, vorkomme wie rita, als sie sich in groundhog day den weltfrieden wünscht. finde es schon einfach generell tröstlich, dass etwas gutes weitergeht, und hier machen sie es mit neuen gesichtern und neuen geschichten, das ist nicht unmutig, die eltern einer respektsperson (lura thok/ gespielt von gina yashere) sind ein jem’hadar und eine klingonin, das ist wirklich eher unerwartet.

heute einen aufregenden termin gehabt, über den ich irgendwann mal ausführlicher reden werde. jetzt so ein gefühl, als ob die magnetspäne meiner vielen beruflichen wege und privaten interessen sich neu orientieren, erleichterung, aufatmen, neugierde. mal sehen, was da noch kommt. durch eine tür gegangen jedenfalls.

ich war wg misstrauen in die öffentlichen viel zu früh und bin vor dem termin in einem park in lichterfelde herumgelaufen, im neuschnee, feiner knirschender eisschnee, dabei in einen baum verguckt, der zwei sehr lange schwere äste im freien raum hält, sie sehen aus wie arme, mit ellbogen.

baum mit weit ausragenden dicken ästen, sieht aus wie ein ent.

von einem wachsen zweige, die aussieht wie minibäume, mit zweigen, nach oben, bestimmt ist das so mit bäumen, ich bin ja stadtkind. war fasziniert von der rinde, beschneit, und den formen und farben darauf.

baum mit weit ausragenden dicken ästen, sieht aus wie ein ent.

von den bäumen auf ein großes hellgelbes haus aus dem ca vorletzten jahrhundert zugelaufen, gedacht, mal schauen, was das ist – das guthaus lichterfelde. ein familienzentrum mit kindergarten und anderen angeboten, es gibt ein sehr schönes geräumiges denkmalgeschützes cafe darin, mit großem runden kachelofen (leider außer betrieb), bestimmt im alten salon des hauses, mit einem kronleuchter und einer großen terasse davor, geöffnet di, mi und do von 10 bis 16 uhr, montags nur für familien. hatte den raum heute für mich, habe eine wunderbare kürbissuppe und einen pott kaffee bekommen, für 5 euro nochwas zusammen und durch die fenster auf die verschneiten park geschaut. im sommer bestimmt ein paradies, jetzt eine aus der zeit gefallene oase der ruhe.

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star trek und „sabotage“

am donnerstag liefen die ersten beiden folgen der neuen star-trek reihe, sehr gefreut über holly hunter in der hauptrolle als captain ake und paul giamatti als bösewicht, damit kommen meine beiden liebsten kinovorlieben zusammen, hunter hat für die coen-brüder gespielt, sie hat die emmy-awards tatsächlich gewonnen, statt immer nur dafür kandidiert, genauso wie paul giamatti, eine meiner liebsten figuren in allen möglichen filmen. die ausstattung des raumschiffs, in dem die erste folge begann, hat für meinen geschmack ein bisschen zuviele lichter, die szenen sehen aus wie diese indischen lkws, die neulich durch meinen newsfeed schwappten, aber hunter hat eine souveräne so-what-coolness, die bisher kein captain sich getraut hat, sie spielt dabei mit dem garantierten erfolg der star-trek-serien (millionen trekkies werden auf jeden fall mal reinschauen) und hat eine wunderbare art, das alles zu zeigen:

holly hunter als captain ake in  "starfleet academy", s 1 ep 1

wortwörtlich eine neue besetzung des kapitänin-stuhls.

meine befürchtung, es würde auf so eine dieser college-serien hinauslaufen, wurde gleichzeitig unterlaufen und bestätigt, das drehbuch ist spannend und gut geschrieben, die besetzung selbstverständlich divers, es gibt zwar liebesabenteuer, den outsider, der sich behaupten muss, aber die figuren sind interessant – der junge mann, der als kind von seiner mutter getrennt wurde, bekommt jetzt die chance, sich zu behaupten, yadda yadda, die trennung von der mutter wurde von der käptn-figur in einer früheren funktion verursacht, hmm. mal sehen. leider werden die folgen einzeln jede woche veröffentlicht, so muss ich den blöden sender noch monate lang buchen.

gestern abend war ich mal wieder am kudamm, ich bin von einer lieben freundin ins theater eingeladen worden, „sabotage“ an der schaubühne. auf dem weg dahin wollte ich die alte armbanduhr meiner mutter zur reparatur bringen, sie ist ihr vom rollator gefallen, ein uhrmacher in ihrer nähe verlangte einen astronomischen betrag dafür, ich wolllte sie also zum hersteller bringen, cartier. ich kam um 18:33 vor der tür an, hinter der ein großgewachsener mann im dunklen anzug an einer schließanlage herum werkelte, zu spät, sie schließen sehr früh. der mann war security, einer von mehreren, das ganze geschäft hat nicht mehr das lauschige überschaubare der alten filiale, es ist jetzt alles sehr trump-mässig, gold, samt, großer leerer raum mit der runden glasvitrine als altar in der mitte. fühle mich sofort klein und arm, was ich beides nicht bin, zumindest im geiste, sehr unangenehmes gefühl. wartete noch eine weile vorm laden, weil mein theaterstück erst später anfing, die security-leute haben nach mir geschaut und mich beobachtet, bis ich dann in mein altes schmutziges auto gestiegen und weggefahren bin. parallelwelten.

das stück war atemberaubend, sehr schnell, sehr lustig, sehr finster, großes theater, geht hin, wenn ihr tickets bekommt. die vielen angelpunkte einer beziehung (karriere/kinder, erfolg/misserfolg), die vielen möglichen politischen positionen eines jüdischen filmemachers in deutschland, alles mühelos ineinander verschränkt und dargestellt vom sehr tollen dimitrij schaad, der im stück als jona lubnik einen dokumentarfilm über den philosophen jeschajahu leibowitz drehen möchte und angst vor den gesellschaftlichen folgen eines solchen films hat. im repertoire der schaubühne sind von yael ronen wohl noch bucket list und replay, ohne genaue daten, bisher hat sie im maxim gorki inszeniert. die freundin war auch in den anderen stücken der autorin, die sind ähnlich gut. es war ein für mich wirklich neues theater, echtes sprech- und sprachtheater, es ist gleichzeitig tief und leicht, die fragen darin begleiten mich weiterhin, das ende ist abgründig und wahr.

jetzt habe ich gleich lust auf noch mehr kultur, muss aber noch einkaufen und putzen. die wochenenden sind einfach zu kurz.

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mitten im kalten winter

„Because there’s cold like a crisp apple, invigorating, makes you feel alive; and then there’s cold like the dark side of the moon, the kind that makes you question your life choices.“ (KBHR 57am, NE)

es sind ja nur 0 grad, so kalt ist es eigentlich gar nicht, aber in berlin reicht das, weil niemand streut (es wäre die pflicht der anlieger, die dann 1, 2 handvoll sand vor der haustür verteilen, oder auch nicht, es kümmert keinen), nicht einmal die bürgersteige der danziger str. (große 6 spurige hauptstrasse mit strassenbahn in der mitte) sind problemlos begehbar, es ist inzwischen festes graues eis, spiegelglatt. früher hat mich das irgendwie nicht gestört, vielleicht entwickele ich angesichts meiner zerbrechlichen mutter da jetzt auch unsicherheiten, muss aufpassen, oder nee, morgen spikes unter die schuhe, dann läuft das. leute auf fahrrädern verstehe ich nicht, wünsche aber viel glück und glatte brüche, wobei einen tag später immerhin die strassen relativ uneisig aussehen, aber versuchen will ich es nicht, im totalen unterschied zu letztem jahr, wo ich dann eher so spielerisch aus der hüfte heraus trotzdem gefahren bin, da war halt mehr schnee auf dem eis. sehr genervt, weil ich soviele wege nur zu fuss oder mit den überfüllten und dauernd verspäteteten öffentlichen verkehrsmitteln machen kann. berlin ist so durch.

das „stromnetz berlin“ zeigt auf instagram, was sie grade tun, das ist hilfreich. heute wollen sie irgendwie ein ölkabel mit einem kunststoffkabel verbinden, das klingt schon etwas nach o’brien.

den idioten von der truppe, die den stromausfall durch einen anschlag verursacht haben, wünsche ich schnellstes geschnapptwerden, mögen sie danach vergessen werden, ich nenne nicht einmal ihren namen.

lange tage diese woche. ich mag keinen winter. versuche mich daran zu erinnern, wie lustig sich das knirschen anfühlt, wenn der schnee frisch gefallen ist, wieviel spass die kinder mit ihren schlitten auf jedem kleinen hügel haben, während wir beim spaziergang vorsichtig über die glatten wege des parks stapfen, aber nee, nix für mich.

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samstag, 3. januar 2026

die bilder von einem venezolaner vom himmel über caracas voller hubschrauber und bomben sind wirklich beunruhigend. so ein vollkommen unprovozierter überfall auf ein anderes land ist nicht zu rechtfertigen, weil dann nichts unmöglich bleibt. gedacht: soll er doch weiter sein eigenes land ruinieren, die haben ihn gewählt, aber nein, natürlich will der auch unser problem werden, die logik der macht und der gewalt. sehr finster alles. ein bisschen zu spannend grade.

heute extra gemütlich zu hause, ich sitze mit yogitee auf einem kuscheligen schaffell und mache ein holzpuzzle, morgen schneespaziergang mit freundinnen, also wenn noch schnee liegt. einkaufen gewesen über die rutschigen ungestreuten berliner bürgersteige, viele haben anscheindend genau wie ich ein paar sorel-stiefel im schrank für solche tage, man läuft wie leicht trunken, breitbeinig und im wiegeschritt, ich mag das eigentlich, aber ich fahre ja auch fahrrad bei schnee. im süden der stadt ein größerer stromausfall, sie brauchen wohl bis donnerstag, um das wieder hinzukriegen, das passt zum thema der allgemeinen verunsicherung, meine mutter lebt eher im süden der stadt, aber bei ihr geht nur das fernsehen nicht. habe meine powerbank geladen und weiß, wo die taschenlampe liegt, falls hier auch jemand ein kabel abfackelt. echt, was ist mit den leuten?

jedenfalls angesichts der weltlage ein gefühl der unwirklichkeit.

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auf ein neues!

den 31. sehr schön bei freunden in südberlin verbracht, mit fondue und gesprächen, es war lustig und warm und es gab großartiges fleisch, ich hatte einen echten jieper darauf. zum ersten mal solche wunderkerzen-zahlen gemacht, es gibt auch jetzt immer noch neues im leben. ich bin das herz.

den ersten mit putzen und chillen verbracht, immer abwechselnd. nur bettwäsche muss ich noch wechseln. gefreut, dass es ein feiertag ist, war erst nach 2 im bett, mit den jungs telefoniert, der große hat ja geburtstag am 1. januar, nachts war keiner zu erreichen, nur meine mutter habe ich gesprochen. das neue jahr privat mit gelassenheit („wird schon werden“), gesamtgesellschaftlich mit bangen erwarten. im letzten jahr nie allein gefühlt, der gedanke an partnerschaft rutscht ins unvorstellbare, mir ist im ganzen jahr kein single auf freier wildbahn begegnet, mir fehlt manchmal das interesse, das nachfragen, die unterstützung, jemand der den einkauf hochträgt, die lampe anbringt oder den abfluss repariert, dauernd unterhalten möchte ich mich gar nicht, das kann ich nicht mehr, für den gelegentlichen mitteilungsdrang nutze ich das internet, danke dafür, liebe leser*innen. finanziell wäre ein besserverdienender hausgenosse schon praktisch, urlaub oder essen gehen wären nice-to-have, aber es geht auch so, irgendwie, ich brauch ja nix, ich hab ja alles.

empfehlung für die berliner*innen: schaut euch diane arbus im martin gropius-bau an, eine riesige menge an bildern, alle außergewöhnlich, schön mittig im raum auf metallstreben gehängt, hier eins meiner liebsten, passend zum jahreswechsel:

"Movie theater lobby, N.Y.C. 1958
Kinofoyer, New York City 1958" foto von diane arbus, ausstellung im gropius-bau, berlin

ich war mit einer freundin gleich am montag früh dort, es war ein geschenk. es war noch wenig los, wir sind herumgelaufen, bis wir satt waren an bildern, dann kaffee und kuchen im cafe und ein paar postkarten im shop. es gibt keinen katalog, aber viele sammelbände mit ihren bildern sind zu haben, ein glück, ich habe WIRKLICH genug kataloge, die ich alle nie ansehe.

die freundin und ich mochten auch das mit den badehauben sehr, mit lächelnden gesichtern, die menschen auf ihren bildern sind sonst eher ganz bei sich, ernst, abwesend.

foto von diane arbus, von der ausstellung im gropius-bau berlin, es zeigt eine gruppe von lachenden menschen in badehauben

(die ausstellung heisst constellations, ähnlich wie die bar in crans-montana („le constellation“), in der gestern nacht ein katastrophaler brand über 40 meist junge menschen getötet hat. gleich den jungs warnungen vor wunderkerzen in geschlossenenen vollen räumen geschickt, so sind mamas halt. ich hoffe, dass viele der schwerverletzen überleben, dass die eltern bald erfahren, was mit ihren liebsten ist. nie zur silvesterparty in einen unterirdischen club mit dämmschutz gehen.)

es schneit schon wieder ein bisschen, wie schön, ich hoffe, es bleibt etwas liegen.

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alt und neu

heut ist der letzte sohn auch gen freunde und party abgereist, jetzt bin ich noch ein paar tage ganz für mich, also mit morgen anreisendem neuen hausgast, darum heut sehr viel gewaschen. es sind noch mehr bettdecken als vorher da, verstehe das gar nicht. vielleicht vermehren die sich von alleine, so geballt im schrank.

das letzte jahr war ein gutes, der neue job hat viel mehr als erwartet verändert, ich bin wieder mehr die alte, da ist noch feintuning mit der arbeitszeit nötig, aber ich hoffe, es bleibt so spannend und positiv. viel mehr energie für kultur, ausgehen, freundinnen gehabt, wieder viel spontaner gewesen, alles fühlt sich leichter an, wieder auf dem weg, beim ausgehen und dinge unternehmen ist immernoch viel luft nach oben. vielleicht hatte mich der letzte job auf die dauer doch in eine form von depression getrieben? es ist erstaunlich, was für einen riesigen einfluss aufs befinden die arbeit hat.

60 geworden, das spielt auch eine rolle, weil die kraft ja weiter abnehmen wird, anspruch und erfahrung aber nicht. ich weiß um die endlichkeit und kostbarkeit von allem.

in den freien tagen gleich den vorsatz umgesetzt, mal wieder mehr auf mein äußeres zu achten, wie früher, als mir das inhärent wichtig war. hemden blusen anprobiert, ein paar sind über der brust oder am arm zu eng geworden, aussortiert. ich nehme bis jetzt tatsächlich nur an oberweite zu, das ist ganz okay eigentlich. ich möchte ja meinen kleiderschrank tendenziell reduzieren, es fällt mir schwer, die dinge in die (altkleider-) tonne zu werfen, besonders die schönen stücke, aber tatsächlich geht mein interesse an den schönen teilen anderer leute auch eher gegen null. ich kaufe nix mehr dazu, außer wenn das alte verbraucht oder abgetragen oder sonstwie ruiniert ist, oder wenn ich mich mal verknalle in irgendwass, zuletzt ein dunkelblaues samtjackett, beim begleiten einer freundin beim shopping, das trage ich auch viel zu selten. das kann ich heut zur silvesterparty bei freunden anziehen.

es hilft ja schon, sich beim einsatz von haarspangen und ähnlichem vor den spiegel zu stellen, statt es ohne hinzusehen im gehen zu erledigen. ich habe schon so ein bisschen die unsichtbarkeit der letzten jahre absolut gesetzt, mir scheint, als sollte ich mir wieder einen stil aussuchen, statt ihn geschehen zu lassen. nicht bei minusgraden allerdings, grade geht nur der dicke wintermantel.

wünsche euch allen einen wunderbaren neustart ins neue jahr, gehabt euch wohl! lasst weiterhin träume wahrwerden, behaltet träume, lebt sie aus. das leben ist wunderbar.

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präfeiertage

sehr volle tage, es häuft sich aus allen ecken, gestern kam ein brief von der polizei, ob ich mein am 3. juli umgeparktes auto selber da hin gestellt hätte, ich hatte sogar die umsetzung vergessen, weiß aber immerhin, wo mein auto jetzt steht.

beim radeln in letzter zeit das gefühl, dass ich dauernd bergauf fahre, luftdruck war vorne 2,5. aufgepumpt, hoffe auf besseres gefühl morgen.

weniger du musst, mehr ich kann, das ist mit das sinnvollste, was ich aus dem neuen job mit nach hause nehme, wo auf ideen mit einem „mach doch!“ reagiert wird.

freue mich auf ein planloses wochenende, ruhe tanken, nagellack machen, vielleicht friseur, weil jetzt ist auch egal. werde wohl nicht auf das adventsgrillen gehen, am wochenende danach kommt wieder besuch, und dann ist schon weihnachten, zähle die tage bis zum urlaub, stunde um stunde.

die am frühesten gekauften weihnachtsgeschenke, im juni, ein netter kram auf kickstarter, sind gestern abend tatsächlich angekommen, es sind angenehm alberne gadgets. hier waren wohl die macher vom erfolg überrascht und sind mit allem nicht mehr hinterhergekommen, ich hoffe, sie sind all der aufregung wert und gehen nicht sofort kaputt.

heute in der nyt mit einiger begeisterung die geschichte vom herrn lundy gelesen, der als sehr erwachsener mensch noch mal ein völlig anderes leben angefangen hat und jetzt schreibmaschinen repariert. sehr schön aufgemachter text, mit vielen bildern, es lohnt.

werden überhaupt noch welche hergestellt? wenn man auf so etwas schreibt, ist es nicht denken beim schreiben, sondern erst denken, dann schreiben, und um einen absatz zu verschieben, musst du die ganze seite neu eintippen, die langen wege der finger, bis die taste unten und der buchstabe auf dem papier ist, ich habe nach 30 jahren computer den prozess des schreibens mit schreibmaschine gründlich vergessen. alles private schreiben war bei mir handschriftlich, offizielles hab ich oft mit der hand entworfen oder vorformuliert, mit notfalls folgender holpernder reinschrift auf der maschine, tippex galore. schreibmaschine ist andauernde reinschrift. mein vater hat auch seine privaten briefe mit der schreibmaschine geschrieben, er hatte aber auch noch freunde und brieffreunde, die er nicht geduzt hat.

ich habe ja ein herz für alte mechanik, nutze meine alte valentine aber nie, wofür auch, ich könnte meine weihnachtskarten damit schreiben! das wäre ein liebesakt, den niemand bemerken würde.

foto von einer roten mechanischen schreibmschine auf einem holztisch

jedenfalls haben mich diese maschinen und das nachdenken darüber auf einen sehr erholsamen kurztrip gebracht, ich habe nicht bemerkt, wie die zeit vergeht, und so vergeht sie ja am besten. jetzt ist es plötzlich kurz vor elf, und ich wünsche ihnen eine angenehme nachtruhe.

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rauf und runter

kurze zwischenempfehlung für den winteranfang: während ich unter einer wärmflasche entspanne, gerate ich auf youtube in die dokumentation einer abfahrt, auf skiern, vom everest, ohne sauerstoff.

die bilder sind unfassbar toll, man fällt hinein und kann es nicht fassen, der riesige berg mit makellosen schneeflächen, gefilmt mit einer drone und einer helmkamera, die bruchkanten ins nichts, die versteckten gletscherspalten des khumbus icefall, blick mal von ganz hoch oben auf den mann als winzigen punkt in all der weite, mal direkt auf die skier. kommentarlos, man hört nix außer dem keuchen und husten des athleten, der den job für red bull übernommen hat, andrzej bargiel. und eher doofe athmo-musik. bin gebannt und sehe es grad zum zweiten mal, um die bilder der ersten minuten noch einmal sehen zu können. nein, ich möchte trotzdem auf keinen berg.

es gab in den letzten jahren einige solcher filme und dokus, ich mochte besonders die geschichte des franzosen aus der vorstadt von paris, der den aufstieg aus gründen der liebe und ohne viel vorbereitung einfach so gemacht hat, und finde den intensiven tourismus im himalaya befremdlich. youtube ist voll mit bildern und filmen von den massen in langen schlangen auf dem berg, und von den zurückgelassenen toten.

nach diesem red-bull-film konnte ich zum ersten mal nachvollziehen, warum jemand auf diesen berg will. solang es noch geht, es fällt zunehmend weniger schnee durch den klimawandel, danach ist das abenteuer noch schwieriger und steiniger.

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mi corazón

es ist alles unverändert. eine nachmittagsmilonga, richtig volle tanzfläche, fast alles gute tänzer*innen, die paare aufeinander eingestellt, sehr entspannte und freundliche athmo. das nou gab es damals noch nicht, es ist perfekt für mich, nicht so weit weg, groß genug, um wie heute einfach mal eine zeitlang auf einem sessel zu sitzen, ein sektchen zu trinken, wieder reinzukommen. geguckt, aber ich kannte niemanden, natürlich. hatte leider nicht genug traute impuls, um einfach jemanden aufzufordern, obwohl es einige einzelne männer gab, wenn auch wenige, die meisten kamen als paar. die strümpfe sind jedenfalls nicht mehr schwarz, sondern transparent, die kleider sommerlich, es ist immer sommer beim tango. bei minusgraden für die fahrt hose drüber ziehen, wie früher, als ich mit dem moped zum tango bin, und die lederhose immer erst ausziehen musste auf dem sofa im roten salon, und ich übertreibe nur unwesentlich, weil ich meistens mit dem rad gekommen bin. die herren im hemd und passenden hosen. zuhause gefühlt, sofort wieder in der blase, wo es die paar stunden nichts gibt außer tango, niemand schaut auf sein handy, das ist mir auch aufgefallen. werde mal in einen kurs gehen, mal schauen, ob ichs verlernt habe oder nicht, sie bieten dort auch etwas für wiedereinsteiger*innen an. publikum schön divers, alle altersgruppen. wirklich toll finde ich die angebote für inklusiven und therapeutischen tango, auch für trauernde gibt es etwas. optimales programm für die finsteren wintersonntagsnachmittage in berlin. gefreut, dass ich mit dem rad den prenzlauer berg wieder raufkomme, ohne auch nur außer atem zu kommen.

(bei meinem verd … itunes soll ich mich für jeden einzelnen tango aus den playlists neu anmelden, ich hab die seit den neunzigern über diverse macs mitgenommen. apple hat da wirklich komplett den anschluss verloren inzwischen.)

gemerkt, dass ich mich mit männergrössen nicht auskenne. mit den kids wie jedes jahr besprochen, dass es keine geschenke gibt, höchstens was kleines, aber halt nichts zu kleines – die größen 56 und 58 könnten für die zwillis passen, schlanke 185iger, der große mit seinen 195cm raumhöhe braucht wahrscheinlich was anderes. ist 56 einfach die fortsetzung der weiblichen 40iger – größen, könnte eine große frau auch eine 56 tragen? oder gibt es da eine lücke dazwischen, damit die männer sich größer fühlen können?

schöne neue cafés im kiez entdeckt. in der rykestrasse ist eins voller bücher, mit ganz hellen durchlässigen regalen, wollte gleich dableiben und was lesen, vielleicht kann ich da mein pensum wieder erhöhen, einmal pro woche ein paar stunden dort lesen, ich denke, man kann sich das buch von zuhause mitbringen wie sonst auch. und in der immanuelkirchstr. ein café wie früher, mit zusammengesammelten tischen und stühlen, aber mit mehrheitlich erwachsenen/älteren menschen, das finde ich angenehm, nicht nur das partyvolk wie sonst. es heisst „kaffee“, glaube ich. es war alles sehr sehr voll, samstag, sonne, viele touris. muss meine sonnenbrille mitnehmen, wenn das wetter so bleibt, die berliner sonne steht im winter immer und andauernd sehr tief und blendet.

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