weg und ziel

ich hab ja angesichts der zeiten immer einen gepackten koffer mit notfallsachen herumstehen, im geiste. hauptsächlich diabeteskram, ohne den es ja gar nicht geht, aber auch unterlagen, die lieblingsdinge zumindest auf einer liste. festplatten mit fotos und so kram, die ich im herbst immer mal wieder gern ansehe. jetzt über mastodon ein spannendes projekt gefunden, da hat sich jemand hingesetzt und eine offline-version des internets zusammengestellt, auf einen server ladbar, den man dann mitnehmen und zuhause betreiben kann. also sozusagen fixiert wie ausgedruckt, aber noch digital. für umsonst, und es läuft notfalls auch auf einem ausgemusterten alten rechner, der muss nur linux-tauglich sein, mac geht nicht. enthält das komplette wikipedia, das sind nur 115gb oder so, landkarten*, bildungs- und medizinisches wissen und alles, was man sonst noch so dabei haben möchte. dann kann man das zuhause oder in einer comunity für freunde und familie einsetzen. bisschen paranoia für nerds.

haha, wordpress fragt mich, ob ich mit der ki meinen schreibstil verbessern will.

*ich habe ja bei aller freude über den navi auch eine gewisse nostalgie ggü den auf dem nebensitz liegenden stadtplänen und landkarten, oder dem beifahrer mit karte vorm gesicht, „die nächste ausfahrt, nein, die übernächste, oh, wir sind zu weit …“. ich werde meinen stapel an karten wohl nicht mehr brauchen, habe sie früher gelegentlich ausgebreitet und wege erinnert oder geträumt, jetzt brauche ich praktisch einen navi, um zu meiner mutter zu finden. da ist das mangelnde training auf mangelnde begabung gestossen.

gestern freitag einer vier-tage-woche, arbeitstage waren gut gefüllt und produktiv, trotzdem k.o., weder denken noch planen möglich, bringe dinge durcheinander, funktionieren geht noch einigermassen. sollte einen weg finden, wie ich abends und weekends und im restleben mehr kraft oder einfach mehr von meiner person übrig habe. wie machen das alle anderen? die frage ist ernstgemeint.

falls sich irgendeiner fragt, wann diese zeit im jahr ist, wo alles leuchtet: jetzt, und das grün kippt schon wieder ins gedecktere. an den abenden zum aperitiv ins cafè, irgendwer wird schon dazu kommen, fast wie in italien, ründchen plaudern, leute gucken, zurück nach hause.

mein leatherman ist gekommen, und es ist ein ziemlich überflüssiger gegenstand. das hätte ich vorher wissen können. aber hübsch. ich habe einen hang zu designten messern, habe vor jahrzehnten schon eins von einem lieblingsschauspieler gekauft, als taschenmesser habe ich es bei ausflügen dabei, inzwischen verkauft er schmuck auf etsy.

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brückentag

haha, duolingo nennt mich „champion der verpassten chancen“ und ja, da ist was dran. erstaunlich, dass ich spass an einer app habe, die permanent beleidigend ist.

gregor sucht ja weiter eine feste bleibe in berlin, jetzt kam etwas nettes in netter gegend für 2600€ hereingeflattert, „heroin-“ hat grad die rechtschreibung ersetzt, und ja, als drogendealer*in wären solche preise eher bezahlbar, bleiben aber trotzdem illegal. irgendwer wird es bezahlen*. gegen die gentrifizierung mal wieder im bademantel zum bäcker gehen, aber ich wäre natürlich nur noch merkwürdige alte und nicht mehr szene.

*edit: die meta-ai hat als durchschnittsmiete für so eine wohnung 2.114€ vorgeschlagen, mit dem hinweis, dass lage und ausstattung da auch noch eine rolle spielen. anscheinend sind solche phantasiepreise inzwischen normal.

isis und moses heißen die online-lernsysteme der tu berlin, ein schelm, wer dabei weiter denkt. das hauptgebäude wurde von der feuerwehr nach begehung „bis auf weiteres“ geschlossen, besser so, als dass der sohn da in eine gefahr gerät, aber es ist doch schon ein bisschen peinlich für berlin, oder nicht? wobei natürlich bei der allgemeinen baustellendichte in der stadt eine weitere gar nicht weiter auffällt.

baustelle auf dem u-bhf rosa-luxemburg-platz

rant: bsp alexanderplatz, ich kann mich nicht daran erinnern, in 30 jahren (ads, es sind fast vierzig, nicht dreissig. musste nachrechnen, ich war tatsächlich erst 22, als ich zurückkam. die unfassbare länge der jungen jahre.) berlin und 36 jahren ostberlin den platz jemals ohne baustelle gesehen zu haben. bauarbeiter sehe ich auf dem alex nie, aber ich fahre ja auch nur gelegentlich mit dem auto durch. der fernsehtum wurde allerdings nach 4 jahren bauzeit eröffnet, zu ddr-zeiten in den 60ern des letzten jahrhunderts, die ddr, liebe junge leser*innen, war eine diktatur, die nach dem 2. weltkrieg (lest selber nach) für 41 jahre den ostteil des landes beherrscht hat.

ich habe ja auch den kompletten potsdamer platz von der jahrzehntelangen flohmarkt-brache über das ausheben der baugrube bis fertigstellung mit besten galerieplätzen von der stabi aus beobachten können, es hat nur ein paar jahre gedauert, das hat ja auch nicht die stadt organisiert oder bezahlt. da war es noch spannend, zuzusehen, es passierte wenigstens was, diese irre tiefen baugruben! die baumafiapolitik in berlin wäre eine reportage wert, bestimmt alles verwachsen und vernetzt wie davids riesige unterirdische pilzstrukturen, mit lauter wuchernden raumforderungen wie eine schlimme erkrankung, ein system unter dem system, auf selbsterhalt und nicht auf ergebnisse ausgerichtet. /rant.

tag heut sehr genossen, hell und kalt war er, warm angezogen, tee getrunken, gelesen und durchgeatmet. einen weiteren schritt duch die tür vom februar gegangen, mal sehen, ob es weiterhilft, ich bin da noch etwas zwiespältig. mir hat die sache, wie ich es erstmal nennen will, auch beruflich probleme bereitet, ich hab wirklich dumme fehler gemacht, wird zeit, dass das alles besser wird.

davidzwilling begrüßt, er trifft sich mit freunden, wir können zusammen frühstücken, eine freude.

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last night in late night

verfolge gerade die letzten shows von stephen colbert auf youtube, er wird verabschiedet, als sei er die letzte freie und laute stimme der usa, und auch wenn ich zur zeit vom herrn t. absolut überhaupt nichts mehr hören will, es ist zu deprimierend alles, von colbert habe ich es mir sehr gern erzählen lassen. ich werde die sendung vermissen. (gestern war sein 62. geburtstag, herzlichen glückwunsch! wie immer bin ich etwas belated bei allem und den glückwünschen). die größen der us-unterhaltung sind alle zum verabschieden vorbeigekommen, hier eine show mit den herren des late night in den usa, hier eine mit tom hanks, mit obama, mit julia louis-dreyfus (es wird geknutscht), ja, es gab einen gewissen männerüberschuss in den zeremonien, aber heute ist ja herrentag, da lass ich das durchgehen. in der nyt ein interview, bei dem ich laut lachen musste, was ich beim lesen fast nie mache.

finstere zeiten, ein kleiner teil von mir fürchtet sich, den moment zu verpassen, in dem man noch weg kann vor der ganz großen eskalation, so ein knoten der anspannung im brustkorb, natürlich immer darauf hoffend, dass ich dann das benzin noch bezahlen kann. lieber im jetzt bleiben, die balkone mal wieder herrichten, paar pflanzen erneuern, schlafzimmerbalkon frisch möblieren, da wäre der ausblick grad sehr schön, nur grün, die azalee blüht grade, die nächste hauswand ist dicht bewachsen, man hört bienen und vögel, also wenn ich die hörgeräte drin habe, sonst pfeift immerhin der tinnitus leise. leider sind draussen 7° c und regen, der typische berliner frühsommer also, da lockt irgendwie grade gar nix.

heut früh sturzregen, da bin ich erst mal nicht laufen gegangen, kurz überlegt, ob es fürs erste mal nicht reicht, die sportklamotten einmal angehabt zu haben, und ob ich die preisschilder an den schuhen nicht lieber dranlassen soll. dann hat der regen wieder aufgehört und es gab ein beträchtliches sonnenloch, bin also losgetrabt, vorbei an vollen cafés, und siehe da, es geht noch, ich spüre eher die waden als den kreislauf. angenehmerweise geht der schuh vorne bergab, ich kippe also immer in den nächsten schritt, das fühlt sich lustig an. von der anderen seite wieder zur haustür gekommen, weil ich mich zu privat für café-gucker fühlte, nicht dass es irgendwen interessieren würde, seufz. zuhause dann erstmal tiefroter kopf, wegen der hochtourigkeit des körpers, das erinnere ich auch von früher. energetisiert unter die dusche, fühle mich wach und erholt. 2,33km, 25min, vabbeh. aber früher waren es auch immer nur 6km, mehr war nicht drin.

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gallery weekend mai 26

perfekter tag, um in feiner gesellschaft einen spaziergang durch charlottenburg zu machen, durch lauter mir unbekannte galerien, ich komm halt selten weg von dem angebot in mitte. war das erste mal im kleid mit sandalen, ein echter frühsommertag. bin bis ernst-reuter-platz gefahren, dann mit der freundin nach ein paar metern in der hardenbergstrasse mit markus lüpertz in der galerie michael werner angefangen. viel krieg, totenköpfe, fische, sehr viel aussage in den bildern, ich konnte ihn mir in einer ecke sitzend vorstellen, wie er unablässig vom krieg spricht, dem ewigen. hatte seine bilder tatsächlich noch nie gesehen, das wurde also zeit, sie haben mich angemessen beunruhigt, wir sind dann aber lieber weiter zu max hetzler, da stellt vivien zhang aus, die wir nicht kannten. sehr farbenfrohe, technisch aufwändige und ein bisschen plastische bilder von zb schmetterlingen, eins davon hat mich besonders fasziniert, aber es sollte 4000£ kosten, das geht leider nicht.

vivien zhang, zu sehen bei hetzler in der goethestr. bis ende juni

die galeristin hat mir kenntnisreich das motiv erklärt, aber ich zitiere lieber mal von der webseite:

„In zwei Gemälden mit dem Titel to slip between (Ithomia), 2026, verweist sie auf den Glasflügelfalter (Ithomiini), dessen transparente Flügel auf Tarnung und Mimikry ausgelegt sind. In eine geometrische Struktur eingebettet, verweisen die Schmetterlingssilhouetten auf die ‚Butterfly‘-Weltkartenprojektion. Im Gegensatz zur traditionelleren – und umstrittenen – Mercator-Projektion ist diese Darstellungsform dafür bekannt, Größenverhältnisse und Landmassen weniger verzerrt wiederzugeben. Indem sie bestehende Informationssysteme und soziale Interaktionen reflektiert, spiegeln die Werke auch die eigenen Erfahrungen der Künstlerin mit Migration und Assimilation wider.“

– die info ist bereichernd, aber das bild funktioniert auch ohne. so einen changierenden, multidimensionalen schmetterling hätt ich mitgenommen, es ist auch eine schön kleine arbeit, die passt immer noch irgendwohin, aber nicht zu dem preis. weiter zur galerie friese, die arbeiten von slawomir elsner zeigt, der eine faszinierende technik mit buntstiften einsetzt, feinste schraffuren.

die arbeiten haben einen meditativen aspekt, es gibt auch noch eine reihe kleiner, din-a-4- großer blätter, sehr farbintensiv, auf denen er aquarelle mit buntstift kombiniert, die figuren (pferde oder andere tiere) darauf habe ich erst beim zweiten mal dran vorbeilaufen entdeckt. bei ihm hatten wir auch ein paarmal einen kaufimpuls, auch hier sehr viel schon weg, aber muss ja nicht, ich weiß nicht, ob die faszination an der technik die wahrnehmung des bildes auf lange zeit trägt, die figuren darauf bleiben ja im ungefähren. also wenn es hier hängen würde.

rudolf belling, 23, skulptur im kunsthandel wolfgang werner

ein showstopper war die skulptur 23 von rudolf belling im kunsthandel wolfgang werner, so ein gefühl, die schon mal gesehen zu haben, sehr sehenswert, und nein, es ist keine espressomaschine, sondern ein kopf, habe schlechte perspektive gewählt.

blick vom hauptraum der galerie kornfeld auf de hinterhof hinter glastüren

in der galerie kornfeld stand ich zunächst sehr gerne vor den glastüren zum hinterhof, dahinter ein paradiesgarten mit kunst, blumen, bäumen, echter konkurrenz zu den ausgestellten bildern, aber sebastian maas war auch eindrucksvoll, kunst zum gucken, mochte die große geste daran.

foto von einem bild von sebastian maas, in der ausstellung "seduce me", galerie kornfeld berlin

es ist auch ein großes bild.

danach sind wir zum ubahnhof spichernstr., von da bin ich dann nach hause gefahren. viel gesehen, einiges hängengeblieben, sehr schön. hab zu wenig bilder gemacht, eine dame in rot fehlt mir noch, leider vergessen, wer, was und wo ich das bild gesehen habe.

abends chillen mit star trek IV, zur feier des befreiten wales.

(die bildverarbeitung ist wirklich unangenehm, jedes einzeln per mail, dann lädt es mehrfach nicht hoch, irgendwann dann doch, dann runterskalieren, ein aufwand, es dauert stunden. bin froh, so selten fotos zu verwenden.)

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der mai, der mai

nächste woche ist julian lage im huxleys zu sehen, ich war ja nach dem letzten konzert nicht mehr so unbedingt an bord, die neugier und faszination bleiben aber, und ich werde diesmal in gesellschaft hingehen, sehr schön. bin gespannt, wie er sich entwickelt hat, das ist mir beim nachlesen der letzten konzerte aufgefallen, er bleibt in bewegung, formal und inhaltlich. er tritt immer mit außergewöhnlichen musikern auf, diesmal wieder mit jorge roeder am bass, außerdem john medeski am piano und kenny wollesen am schlagzeug, die letzten beiden kenne ich noch nicht.

hab mir überlegt, ein paar etfs aus den emerging markets zu kaufen, mit china und indien an bord, und hab chatgepetto (© adragonfly irgendwo) gefragt, ob er mir was empfehlen kann. es kamen ein paar total echt klingende namen, die alle nicht existierten.

heute ein in einer zeitung beschriebenes produkt sofort bestellt, ein teures shampoo, weil mich die autorin so an die zeit erinnert, als mir meine haare noch so existentiell wichtig waren. wie ernst ich das genommen habe, bier, eier, essig, mit nassem haar im handtuch schlafen gehen, sprays, spülungen, morgens vor der schule der bange und hoffnungsvolle schritt vor den spiegel, ist was anders, ist es endlich gut? es war so wichtig, wie wir aussehen. das fehlt mir ein bisschen, dieser imaginierte blick der anderen, die angenommene fremdwahrnehmung, obwohl so viel unsicherheit dabei war.

mit 60 habe ich die unsichtbarkeit vielleicht zu sehr verinnerlicht, mag aber die freiheit, in die mich das gefühl bringt, nicht mehr teil der menge (in meinem stadtviertel zb mehrheitlich junge leute) zu sein, es fühlt sich entspannt an, zuhause. jetzt bin ich froh, wenn ich morgens vom losgehen die bürste mal in der hand hatte, oft ohne in den spiegel zu gucken dabei, es kommt eh gleich der helm drauf. vermisse vor allem diese selbstverständliche gewissheit, ein schritt, der alles ändern wird, und dann ist es von außen höchstens eine nuance. diesen rezeptor für werbung und magazine. immerhin ist der neue haarschnitt allen aufgefallen. vielleicht mal blau färben.

Blick auf Balkon mit großem Kissen und kleineren Kissen auf einer Palette

die taube hat schon einen/eine neue partner*in gefunden, sie sind wieder zu zweit und rumoren herum. werde sobald wie möglich die ganze palette mitsamt kissen entsorgen und den balkon neu einrichten, mit einem gemütlichen klappsessel oder so etwas. in den heißeren sommern ist es nachmittags ein schöner schattenplatz. das foto als andenken, es war ein guter ort, habe ich bei auszug der kids so eingerichtet.

heute ist tag der offenen galerien in berlin, oder gallery-weekend. schaue mich diesmal mit einer freundin in charlottenburg um, da kenne ich kaum was, habe sehr angenehm keine ahnung, was mich erwartet. ergänze dann vielleicht, wenn mich was bindet irgendwie.

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tauben, balkon, katze

ich hab ja auf meinem hinteren balkon immer tauben, die bauen da manchmal ein nest, gurren frühmorgends, hinterlassen spuren jeder art und tun so, als wär das ihr balkon. wenn ich es mitbekomme klopfe ich ans fenster, dann flattern sie aufgeschreckt davon und sind ein paar minuten später wieder da, sobald ich weg bin. das nest und die küken lasse ich dann ungestört, vermisse aber den balkon in der zeit. heute hat mir jemand empfohlen, doch ein paar katzenhaare hinzulegen, sie können das wohl erkennen und sind dann weg – fand ich gut, die kollegin wollte morgen ein paar haarbüschel mitbringen. jetzt kam ich heut nachhause, und im hausflur liegt die katze, die gelegentlich hier in der nachbarschaft von eingang zu eingang tingelt, sie kommt näher und schmiegt sich an mein bein – und flutscht durch die tür, sobald sie offen ist, ich habe einmal den fehler gemacht, ihr zu fressen zu geben, das prägt sich wohl ein – aber ich habe allergiker in der familie und bin eher hundemensch, habe also nie näheren kontakt versucht, obwohl für katzen „füttern“ vermutlich nah genug ist. und jetzt kommt der stadtmensch, der in der natur wenig bewandert ist: ich kann ja die komplette katze kurz auf den balkon lassen, dachte ich, das merken die tauben bestimmt auch. balkon war leer, also hab ich die tür geöffnet, die katze ist sofort rausgeswitcht, verschwindet dann aber ebenso sofort unter der palette, die ich da liegen habe, mit großem kissen rauf, für sommerliche abende. etwa 1 sekunde später kommen dort zwei tauben hervor, in panik flatternd, eine schafft es glaube ich über die balkonmauer, die andere verheddert sich erst im rad, dass dort geparkt steht, kugelt dann ins zimmer und dort unters sofa, dann kurz vor der katze unters bett, ich schreiend daneben, die katze hinterher – dann ruhe, nichts mehr zu hören. ich gehe ums bett herum und schaue drunter – da liegt die taube, tot, sie hat es noch fast bis auf die andere bettseite geschafft. es gibt zwar blutflecken im zimmer, aber ich befürchte, die taube hatte einen herzstillstand vor schock, es hat alles nur unter 5 sekunden gedauert. die blutspur interessierte die katze dann schon nicht mehr, sie sauste wieder unter die palette, wo ich sie mit einigem theater hervorlocken konnte. nach vollbrachter tat liess sie sich zur haustür treiben und verschwand dann wieder im treppenhaus, während ich eine tote taube und etliche blutspuren beseitigen musste. sehr, sehr unangenehme erfahrung, für die taube wars natürlich definitiv noch schlimmer. gelesen, das tauben sich lebenslang verpaaren, jetzt bin ich noch deprimierter. unter der palette war alles voller flaum und federn, aber da habe ich noch nie drunter gesehen! die lebten da im geheimen bestimmt schon länger. fassungslos, dass das genau heute passiert. ich weiß, warum ich keine katzen mag.

heute früh war (vermutlich) die andere taube schon wieder auf dem balkon. habe gegen das fenster geklopft, sie ist weggeflogen.

heute dann erfahren, dass tauben sich tot stellen können – beim nachhausekommen extra noch in der mülltonne nachgesehen, aber sie war geleert worden heute. rundum ungute geschichte ist das. heut abend kam die andere taube nochmal auf den balkon, guckte sich um für paar minuten, flog wieder weg.

junge taube auf einer balkonbrüstung, durch ein fenster gesehen

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samstag, 25. april 26

endlich mal wieder friseurtermin, hatte so hippiehaare, lang und fransig, das haben irgendwie viele zur zeit. mochte es, aber die haare waren kaputt und haben sich immerzu verknotet. termin am abend vorher online ausgemacht, sehr bequem. die schneidende dame hatte tiefrotes haar, oben auf dem kopf als knoten, viele tattoos und ein baseballshirt, das studio im souterrain in der nähe, nicht zu teuer, plaudert, wenn ich plaudere, sonst nicht. jetzt habe ich einen bob und fühle mich etwas gesettelter, der schnitt ist perfekt geworden, „weil bob, das kann ich“. dann mit freundin und deren partner herumgestromert, durch ein sehr helles und sonniges mitte, meine 10k in guter gesellschaft gemacht.

in den heckmann-höfen in einen laden hinein und mit einem oberteil wieder rausgekommen, was überhaupt nicht in meiner absicht lag, muss am wetter liegen. für den passenden rock war ich dann nicht wahnsinnig genug.

bei all dem licht an eine äußerung vom gregorzwilling gedacht, der in einem gespräch über die energiewende abwinkte und sagte, das sei eh alles nicht mehr aufzuhalten, egal, was die politiker sagen und tun, weil sonne und wind und wasser nichts kosten und jeder sie nutzen wird, die wende findet bereits statt, sie ist unaufhaltbar.

bei der rückkehr lag mein behindertenausweis im briefkasten, er sieht lustigerweise aus wie selbstgemacht, grüne plastikarte mit namen, foto, einer nummer, dem gdb, sonst nix. es ging superschnell, sehr erfreulich.

gestern war in italien der jahrestag der befreiung von den nazis, der dort mit großen umzügen gefeiert wird, und es kam zu konflikten zwischen einem pro-pälästinensischem teil und den teilnehmer*innen der brigata ebraica, die daraufhin den zug verlassen haben. traurige zeiten.

heute ist wohl der jahrestag von tschernobyl, ich hätte den im mai verortet, weil ich diesen wunderbaren sonnigen mai erinnere, wo wir dauernd auf wiesen lagen, bis wir damit aufhörten wegen tschernobyl, und in supermärkten h-milch und nahrungsmittel suchten, die vorher hergestellt worden sind, und damit keiner radioaktiven strahlung ausgesetzt waren. wochenlang ging das so weiter, es war zutiefst beunruhigend alles. jetzt sind atomkraftwerke wieder im gespräch, weil es den politikern egal ist, den fehler ein zweites mal zu machen, mit den folgen werden sie nichts mehr zu tun haben.

gemerkt, dass ich einen schönen tag nur geniessen kann, wenn ich nicht ins netz gucke und all das finstere ein-mal ausblenden kann.

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brücken

gestern vollen tag gehabt, es war nämlich zwillingsgeburtstag, und ich hatte einen sogar im haus, mit freundin, sehr erfreulich. am freitag noch kuchen gebacken, dann klassischen geburtstagstisch, sehr früh am tag, weil die freundin eine fortbildung hatte. er wollte mit freunden brunchen und abends weiter in eine bar, also hausputz schon am vormittag, er hat alles alleine vorbereitet, salate und pasten gemacht, ich habe weiter herumgeräumt, einen karton voller dinge auf die strasse gestellt, nur 2 wieder mit reingenommen. dem davidzwilling in schönem langen videochat gratuliert.

einkäufe vorm zwillingsgeburtstag 2013

(das bild aus der cloud, datumssuche. für den zwillingsgeburtstag 2013 habe ich wohl noch bunten kram besorgt)

als die gäste dann kamen, durfte ich gehen und hab mich in ein sonniges café gesetzt, zum lesen, leider ging der kindle nicht wg akku, für die handyapp war es viel zu hell, also richtiges buch: februar 33 von uwe wittstock. das hab ich auch den zwillis geschenkt, weil es diesen einen monat nah an der chronologie der ereignisse nacherzählt, mit genau recherchierten details, sehr anschaulich. merke beim lesen, dass die zwillis all die autor*innen und künstler*innen vermutlich gar nicht kennen, mit denen wir als kultureller background großgeworden sind. gut, benn habe ich ihnen geschenkt, grosz kennen sie eventuell – aber die abfolge der ereignisse sind unabhängig von den personen, es geschieht ja gerade genauso wieder in den usa. bin gespannt, ob sie mit dem buch was anfangen können. abends wollte ich zu einer nachbarin, die ich auch viel zu selten sehe, wir laufen immer nur aneinander vorbei, dann kam eine freundin zufällig am café vorbei und lud mich für abends ein, sie sagte nicht warum, ich hab nicht gefragt, wir kennen uns sehr lange. ich könne gerne auch spät kommen. bin dann zur nachbarin, ein, zwei stunden am küchentisch alles neue erzählt, dann nach 22 uhr noch zur freundin, dort volle wohnung, ihr mann hatte einen animationfilm fertig und hat zur heimpremiere geladen, den film hab ich leider knapp verpasst. jemanden aus frühen bloggerzeiten wieder getroffen, er ist in einer band mit dem mann der freundin, sehr gefreut, leben geupdatet. ein paar runden getanzt zu guter musik, dabei leicht und gut gefühlt, mit diesen menschen, in dieser stadt etc. zu spät ins bett. bei der nachbarin und auf der party denselben filmtip bekommen, den berlinale-gewinner gelbe briefe, den wollte ich eh im sommer ansehen.

heute regen und kälte, neben aufräumen und lesen steht noch der umzug vom gregor in seine übergangsuntermietbehausung an, sobald er wach wird, jetzt ist es 13:30. mein auto ist lagerraum für seine kisten, seit ich ihn vor zwei wochen hergeholt habe, ich brauche es ja auch gelegentlich.

das posting von gestern fast wieder rausgenommen, zu privat und emotional, unverarbeitet, ich schrieb „nie“ und „jederzeit“, statt eine episode aus der kindheit zu erinnern, die das beschriebene zeigt, aber mein wiedererkennen einiger reaktionen im beruflichen kontext, über die ich oft nachdenke, war so ein aha-erlebnis, das lasse ich drin. das bloggen mal wieder als therapeuticum, auch wenn mir das pathos-element dadrin bissken peinlich ist. wie immer beruhigend ob der vollen welt: nobody cares.

beim tanzen gemerkt, dass mir die musik fehlt, mal wieder etwas laut hören wollen, nicht immer nur das radio im auto oder beim küche putzen. playlist angemacht, sie heißt „mai“ und ist nur 11 jahre alt, gleich ein netter start: das leben ist ein kopfschmerz, es wird zeit, dass du ihn spürst. danach 1h nach dem einen song gesucht, der mich mal richtig glücklich gemacht hat, irgendwann innerhalb der letzten 5 jahre, und von dem ich weder namen noch band erinnere, nur, dass es einen chorus gab und die leute eher jung waren, also unter 40 oder so. erfolglos.

noch eine nette sache, ihr kennt bestimmt alle die stilübungen von raimond queneau, wo eine kurze geschichte in vielen verschiedenen textarten erzählt wird, das gibt es jetzt auch in kurz, ein satz, 10 autoren werden imitiert, in den kommentaren geht es weiter.

es regnet immernoch.

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kw 14, 2026

mit gregor losgezogen, um jahreskarten zu besorgen, 2 für den preis von einer, wegen schwerbehinderung und student, sehr nice. leider einen umweg gemacht, weil ich bei brancusi eine schlange vermutet hatte und für die tickets lieber in den hamburger bahnhof bin, wo man ja bequem mit der tram hinkommt, tja, wenn sie denn fahren würde, stattdessen umsteigen, ersatzverkehr, laufen, wie immer. mit den karten dann rüber in die nationalgalerie, dort gar keine schlange, gregor hatte dann leider nicht mehr soviel zeit, weil er zum zug musste. die skulpturen sehen großartig aus im weiten, offenen raum des museums, das publikum wird in kreisen um und durch die arbeiten hindurchgeführt, es wirkt organisch und elegant.

Skulptur von Brancusi, eine kleiner Torso mit rundem Kopf und verschränkten Armen, aus Bronze vor einer Marmorwand

gregor erzählt von einer mathematischen richtung, der topologie, in der haupsächlich zwei formen beschrieben werden, die kugel und der torus, eine art donut, in die alles sich zurück- oder weiterführen lassen kann. der mensch wird als kugel, eine tasse als torus beschrieben. wir überlegen, in welche der beiden formen die figuren passen. es sind mehr kugeln.

auf insta eine menge gesehen, die einen song weitersingt, als der sänger nicht mehr kann, und zwar in glastonbury, eine große menge also. capaldi selber spricht über das konzert als „worst day of my life“, das finde ich interessant, er bleibt in der selbstwahrnehmung, auch wenn alle begeistert sind. das lied ist 7 jahre alt, und unfassbare 1,2 milliarden menschen haben es auf yt gesehen. ich hatte noch nie was davon gehört, dabei ist es gar kein k-pop, von dem ich ja ebenfalls keine ahnung habe, sondern singer/songwriter-zeug, eigentlich meine wellenlänge. kommt auf jeden fall auf die playlist für meinen nächsten liebeskummer.

versucht, die großartigerweise von der zeit aufbereiteten nazi-listen nach meiner familie zu durchsuchen, bei der väterlichen seite fündig geworden, bei der mütterlichen nicht. er hat sich am am 2. september 39 angemeldet, einen tag nach kriegsausbruch. kein austritt vermerkt.

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kw 13, 2026

voller tag vorgestern. an der schule habe ich ein theaterprojekt mit einer bühnenbild-ag begleitet, also mit den kindern riesige pappen mit hintergründen bemalt, 2 throne gebastelt, das war lustig, weil ich einen tick origami dazu anwenden konnte, auch wenn es dann auf der bühne nicht so gut wie geplant gehalten hat und alles mit gaffa ausgebessert werden musste. die kids waren mit feuereifer, elan und riesiger spielfreude dabei. die regisseurin hat sie großartig abgeholt, ihnen sicherheit gegeben und spieltechnik beigebracht.

als ich dann ziemlich kaputt nach hause kam, lag endlich der brief vom lageso im kasten, und hurra, ich muss keinen widerspruch oder ähnliches einreichen, mir werden 50% schwerbehinderung anerkannt, sogar rückwirkend für die letzten jahre. heute gleich foto für den ausweis hochgeladen. riesenerleichterung. ich habe das erst jetzt gemacht, weil ich mich nie als behindert wahrgenommen habe, auch wenn das normale leben nur mit einigem aufwand möglich ist, der unplanbar bleibt, egal wie eng und genau die kontrolle und die planung sind. 24/7. seitdem ich im öffentlichen dienst, oder überhaupt als angestellte tätig bin, sind die vorteile einer anerkennung entscheidend: ich habe 5 tage mehr bezahlten urlaub p/a, bekomme einen steuerlichen freibetrag und kann meine wochenstunden schneller ändern.

wollte in den osterferien endlich mein autoradio updaten lassen, damit ich für den sommer ausgestattet bin, aber es ist irre teuer. das gerät würde um die 400 kosten, da wäre ich noch dabei, der einbau dann aber nochmal 400, bei zwei professionellen anbietern erfragt, weil kabel, adapter, etc. früher™ habe ich selbst mal kabel eingesteckt am autoradio, man stemmt einen (nur geklemmten, nicht verklebten) plastikrahmen ab, löst 4 schrauben, dann zieht man es raus. keine ahnung, was da so teuer sein soll. statt dessen kleinen dab+-adapter von albrecht bestellt, mal sehen, den kann ich dann auch in die küche mitnehmen. wenn der nix taugt, wird youtube mir beim update helfen.

die zahllosen grausamkeiten der epstein-files sind noch lange nicht juristisch aufgearbeitet, sie haben mich zutiefst erschreckt, besonders in der an den tag gelegten selbstverständlichkeit der übergriffe und gewaltakte. es passt, dass mit collien fernandes schon wieder ein fall bekannt geworden ist, frau kaltmamsell hat dazu ein paar reaktionen recherchiert, es sind klar nicht alle männer, aber es sind halt fast nur männer.

bei mir ist das männerbild ja seit jahren inzwischen so, dass ich bei neuen bekanntschaften immer erstmal die sensoren auf diese feinen gewalt-signale ausgerichtet habe, ich kann sie gar nicht benennen, aber dieses gefühl dafür, ob der mann schlecht reguliert ist, übergriffig werden kann oder nicht, das ist erfahrungsgemäß mein wichtigster siebter sinn, wobei natürlich: you never know until you know. bei männern ist das notwendig, noch vor intelligenz, humor, empathie. (klar, ich bin aus dem alter raus, aber ich war ja vorgestern noch drin 🙂

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waiting, winter

die bvg streikt schon wieder, die letzten streiks haben wohl nicht zu ergebnissen geführt, mich ärgert es, weil ich am streiktag mein deutschlandticket nutzen will, das nur noch im februar gilt, um die zwillis zu besuchen, und jetzt umständlich mit s-bahnen zum hauptbahnhof muss. bei uns hat der letzte streik ein mageres plus von 60€ netto gebracht, die bei all den preiserhöhungen keinen unterschied machen. weniger arbeiten bei vollem lohnausgleich würde ich auch sehr gerne, verspüre aber doch eine gewisse genervtheit, wenn ich mein bezahltes ticket nicht nutzen kann.

die letzten tage zieht eine neuigkeit durch instagram, offenbar benötigt mehr als ein*e typ-1-diabetiker*in nach einem transplantat von inselzellen kein insulin von außen mehr. das ist nicht neu, das wird schon seit den 80ern gemacht, aber bisher erforderten solche versuche immer die lebenslange gabe von immunsuppressiva mit starken nebenwirkungen, und das soll jetzt anders sein, ein mittel der firma eledon verhindert die immunantwort auf das transplantat, ohne darüber hinaus massiv in die immunabwehr einzugreifen. natürlich muss das auch lebenslang genommen werden, wie ich es verstanden habe, bis jetzt alle 3 wochen per infusion, aber wenn der körper wieder insulin herstellt, soll es mir recht sein … well, das ist bis jetzt wieder so ein in-5-jahren-dingens, das die community gut kennt, aber es hat neue aspekte. die eledon-aktie ist bei 1,99, gestern war sie bei 2,40€. paar gekauft, auch weil der name nach einem elfen aus lothlorien klingt. aber erst einmal gilt weiterhin #wearenotwaiting.

die nächste gute nachricht ist natürlich, dass der februar morgen den letzten tag hat, damit ist die bodenlose endlose finsternis am ende, sind die 4 längsten und ewigen wintermonate durch, das licht wird bald länger dauern als der arbeitstag, aber noch ist es nicht so weit, noch kann es um 20 uhr ebensogut mitten in der nacht sein.

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sport und weg

blick auf die ostsee, man sieht den langen schatten eines menschen am wasser

gestern abend in langem telefonat mit dem großen sohn ist mir das versprechen entfleucht, sport zu machen, nach jahren endlich wieder. es muss muss muss sein, ich hab im sohn mich selber erkannt, die ihrer mutter oder freundinnen dieselben dinge sagt, tu was, beweg dich, und habs dann halt einfach versprochen. gleich einen online-kurs gebucht, den mir die krankenkasse erstatten wird, wenn ich ihn absolviere, damit ich das versprechen schneller einlöse, und weil ich mir nicht so ganz traue. jetzt versuche ich mich an meine jugend (neunziger) zu erinern, wo ich dreimal die woche zum sport bin und richtig gut durchtrainiert war, joggen war ich damals auch. das war ein superes gefühl, wenn auch völlig normal, ich wusste ja nicht, wie weit ich mich einmal davon entfernen werde.

heute vorgestern mit einer freundin noch einen letzten berlinale-film gesehen, sehr besonders: dao, im berlinale palast diesmal, mit numerierten plätzen in der allerletzten reihe, sicht und klang hervorragend. den anfang habe ich schon wieder vergessen, aber der film hatte so einen lauf, hat uns mitgenommen in eine familie, als publikum waren wir bei einer hochzeit dabei und bei einer gedenkfeier, bei der die gesamte familie, mit jeder menge onkeln, tanten, nichten und neffen, kindern und enkeln sich vom großvater in einem dreitägigen fest verabschiedet, ein leben verabschiedet. in der rahmenhandlung werden die schauspieler für das spektakel (den film) ausgewählt, wir sind dabei und erfahren so etwas über die geschichte der figuren. die feier findet in guinea-bissau statt, wie begleiten die mutter mit ihrer erwachsenen tochter ein stückweit auf der weiten reise, als sie in dem kleinen dorf ankommen, ist die freude und aufregung über das wiedersehen bzw. kennenlernen groß. das fest wird vorbereitet, das ganze dorf ist beteiligt, es gibt einen ablauf, der allen bekannt ist, dem sich alle fügen. die feier ist in animistischen ritualen strukturiert, im filmverlauf werden hochzeit der tochter und abschied vom großvater ineinander verschränkt, bei beiden sind die menschen gleichzeitig ganz bei sich und mit allen zusammen, im tanz zbsp, es wird dauernd getanzt, mal eher als kommentar mit leicht wiegenden hüften, mal ausgelassen und wild zu trommeln und gesang. ich hätte fast mitgetanzt, so nah war die kamera an den gästen, so wie man auf parties mal zum nachbarn schaut, mal selbst versinkt in körper und musik. einmal haben wir beide die augen geschlossen, als eine ziege und eine kuh geschlachtet wurden, aber es war nur kurz. der film hat drei stunden gedauert, ich hätte auch noch länger zusehen können, vielleicht nach einer pause. sehr nahe und intensive und nur mal so momente lang zu lange erfahrung, einen tick reitz-artig in der selbstverständlichkeit im umgang mit den personen und deren leben, mehr dokumentarisch als dramatisch. der film wär im kino an mir vorbeigegangen, daher ein hoch auf die publikumsnahe berlinale.

nach nettem hinweis aus dem letzten kommentar habe ich noch einmal ein paar versicherungen versucht, mal schaun, mal sehn, ob das was wird. sie wären in ihren online-voranschlägen deutlich teurer und würden viel weniger zahlen als die andere, die abgesagt hat. man darf die logarithmen niemals gegen sich haben, sonst hat man verloren, zumindest und mit sicherheit geld.

am letzten tag meines deutschlandtickets streikt die doofe bvg, dabei will ich die zwillis besuchen und muss irgendwie zum bahnhof kommen. sehr genervt, jetzt muss ich entweder das rad mitnehmen oder mit ewigen umwegen mit der s-bahn fahren. oder ich nehme endlich mein erstes uber.

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frost ende

heute 5°c plus, inzwischen unerwartet. schnee weg, ein schritt voran. hoffe, er ist auch vom auto geschmolzen, dann muss ich das nicht mehr abkratzen alles. nächste woche der alljährliche frühlingstag im februar, einmal 15°, damit wir nicht aufgeben auf halber strecke und berlin doch den rücken zuwenden, auswandern irgendwo ans mittelmeer, ins licht, zu längeren tagen. dann spüren wir uns wieder und halten eventuell durch, bis es dann im juni frühling wird.

berlinale war wenig dieses jahr, ich suche ja immer nach den italienischen beiträgen, vergeblich, 2026 gab es schlicht keine, das ist wirklich ungewöhnlich und kein gutes zeichen. heute der film mit turturro, buscemi, esposito in new york, beim anblick der gesichter wieder dieser moment des unglaubens, dass tatsächlich auch die stars altern, alt werden, wie ja überhaupt der komplette austausch des kulturpersonals meiner welt immer weiter voranschreitet und dabei eine gewisse normalität entwickelt. wie gut, dass die kunst unsterblich ist.

jedenfalls ein feiner film, schöne idee, toll erzählt, sehr liebevoll und sehr old school irgendwie: turturro ist harry, ein altgedienter taschendieb mit einem netzwerk aus kumpeln und familie, und eines tages klaut er das falsche, und muss es wiederbesorgen in seinem new york, dass irgendwie auch unser new york ist, aus filmen, geschichten, bildern, man erkennt es wieder, es ist auf leichtfüßige art archetypisch. schaut ihn euch an, große empfehlung. gesehen mit einer freundin im uber-dingens, der (das? die? das ding ist geschlechtslos) sich nur wegen der riesigen leinwand lohnt, die gala zum goldenen bär lief da wohl schon, einige im publikum gucken vorm film auf dem handy mit. den gewinnerfilm hat die freundin auf dem heimweg gegoogelt, gelbe briefe, koproduktion berlin-türkei-frankreich, heute gesehen, dass es um ein super wichtiges thema geht, der film zeigt, welche folgen das ende der demokratie in einem land auf den alltag, das gelebte leben, auf das soziale miteinander haben kann. den werden wir uns dann im sommer im freiluftkino ansehen.

ende november hatte ich online eine pflegezusatzversicherung abgeschlossen, weil ich eventuelle kosten für pflege oder ein pflegeheim nicht würde stemmen können, ohne alles daran zu verlieren. diese woche lag die absage der versicherung im briefkasten, „risiko zu hoch“, well, genau. es macht schon was mit mir, aber ich werde es nochmal bei einer anderen versicherung versuchen, nur so zur wissenschaftlichen überprüfung.

eine freundin meinte: so ist das halt, du kommst selber für dich auf, dafür ist der besitz da. sie hat recht irgendwie, vieleicht ist es falsch, das geld als „verloren“ zu begreifen, wenn ich damit mein alter finanziere, ich weiß nicht, wieviel prozent der bevölkerung durch renten oder vermögen beträge von ⌀ 3500€ monatlich finanzieren kann, bei den meisten wird bei den hohen kosten wohl der sozialstaat aufkommen müssen, ich denke ja, dafür sind versicherungen da, vielleicht unterschätze ich aber auch den wohlstand der anderen. die versicherung wies in ihrer ablehnung darauf hin, dass es ja keine krankenversicherung sei, sondern eben eine zusatzversicherung. gsd sind krankenversicherungen hier ein grundrecht. vom durch die absage gesparten geld kann ich einige urlaube finanzieren, leben im jetzt ist die devise. merke beim schreiben, wie ich mit dem thema abschliesse, du hast es versucht, tant pis, aber es wird schon gehen irgendwie. bleib ich halt gesund oder sterbe gleich.

(merke zur zeit eine erhöhte vergesslichkeit und hoffe, es sind die folgen meines jobs, nicht meiner nachlassenden kognitiven leistung, vielleicht zeigt sich darin die midlifekrise für aufgeklärte, selbstbewusste menschen: alles wird verfügbar, überall werden anfänge des endes sichtbar. entspannt und wach darin leben. ich bin ja erst 60.)

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sick days

krank und ko zu hause, nicht gefährlich krank, nur erkältung. brauche 1-2stunden, um aus dem schlechten gewissen herauszufinden, trotz verstand und lebenserfahrung ist der pflichtimpuls tief eingebaut und größer als der selbstschutz. nervend. niemand freut sich über virenschleudern am arbeitsplatz, ich muss mir das wie eine meditationsübung wiederholen. paar tage flach gelegen und nichts mitbekommen von allem, geschlafen, heute langsam wieder ich selber.

nachträglich erschrocken bis fassungslos darüber, wie ich im januar die chance verpasst habe, in berlin nordlichter zu sehen, bloss weil ich abends um 22 uhr zu kaputt war, um nochmal raus zu gehen, in den nahen park, wo ich sie eventuell hätte sehen können, es war mir egal, der preis schien zu hoch – und ich bin damals mit 8 monate altem sohn und mann mit einem ollen benz-kombi bis nach münchen gefahren, um eine sonnenfinsternis sehen zu können, vor 26 jahren.

tja. ich merke daran, wie anstrengend das lebensmodell „beruf“ tatsächlich ist, was es kostet, wie sehr ich mich darin füge, wenig energie für anderes zu haben, wobei es auch einfach am zustand „altern“ liegen kann, wie fast alles neuerdings. aber die nordlichter tun weh. das darf nicht so bleiben, vielleicht habe ich noch eine chance in diesem jahr, die sonne steht gut dafür.

gebannt beim vierfachen axel zusehen, danke nyt. diese leichtigkeit, die perfektion, die energie, überwältigend schön. bevor er loslegt, hören wir ein gedicht über die leere, sehr jugendlich intensiv, „The only true wisdom/ Is in knowing You know nothing/ The lost/ Is in the unknown“, dann folgt die musik.

berlinale geguckt, also beim roten teppich via stream, sehr nett. kenne fast niemanden, bis auf herrn eidinger, den man ja im zweifel auch durch den mangel an kleidung identifizieren kann. viele augenscheinlich erfolgreiche junge menschen in all den wunderbaren festgarderoben, für den anlass zu dünn, es kam auch immer sofort nach ausstieg aus dem auto ein mensch und hat die mäntel an sich genommen, dabei hatte frau yeoh einen riesigen plüschigen kurzen pelz über ihrem schulterfreien kleid, sehr elegant, sie sah dann ohne eher beraved aus, ganz zart und schmal. herr wenders in klassisch schöner männerkleidung, stilsicher und attraktiv auf eine klassisch zuverlässige weise.

habe karten für zwei filme, nach termin ausgesucht, nicht nach inhalt oder künstler*in. vielleicht ergibt sich spontan noch was, die karten werden ja nach und nach freigegeben, das ist recht entspannend. die blutgräfin hätte ich wg vorliebe für vampirfilme gern gesehen, ist aber zeitlich schwierig, herrn buscemi mag ich auch, die idee des films klingt nach sentimentalem ausflug ins new york des letzten jahrhunderts. so, jetzt ab ins wochenende!

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