spuren

mich beschäftigt der beleg für die mitgliedschaft meines großvaters schon. 1939 wird er mitbekommen haben, was war, er wollte als junger, frisch promovierter mensch vielleicht alles tun, um seine karriere zu erleichtern, aber das ist kein guter grund, hätte die promotion nicht genügt? es ist 1939 unwahrscheinlich, dass er gar nichts gewusst hat, es gab antisemitismus und unterdrückung, nur noch eine einzige partei, deutschland war ein totalitäres und gewalttätiges regime in einer zeit, in der es überall, zuhause und in schulen, viel gewalt gab. er konnte trotzdem nicht wissen, was alles noch kommt, wie schlimm es werden würde. muss mal nachlesen, ab wann man als intelligenter, gebildeter mensch bescheid wissen musste, was alles bekannt war. der eintritt einen tag nach dem überfall auf polen ist ebenfalls interessant. 

es ist wie es ist.

die vielen familiengeschichten in den kommentaren sind auch sehr lesenswert, immer mit dem gedanken an die geschichten der ermordeten und vertriebenen, die nicht mehr erzählt werden können, weil niemand übrig geblieben ist. 

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kw fast rum

ich kann gar nicht entscheiden, ob ich dieses jahr zu weihnachten stress haben werde oder nicht, aber sagen wir mal, es würde mich überraschen, ich mach das ja nun schon eine weile alleine. zuviele geschenke, immerhin diesmal auch eine kleinigkeit für mich, mit einer grandezza gekauft, die ich schauspielern musste, sehr stranges und gutes gefühl, dabei immer die hausfrauenstimme, die bist du irre? du bist irre sagte. das war sehr lustig. noch kein baum im haus, heut keine zeit, da mit freundin nachmittags in die philarmonie. ganz gut gefüllt, es gab chormusik, am schönsten das letzte, ein federleichtes, fein und einen tick zu glatt durchharmoniertes te deum von charpentier, es hat uns mit einem alles-wird-gut-gefühl in den frühen abend entlassen. am liebsten mochten wir die paukistin, sie wirkte sehr gut gelaunt. dies jahr kein wo gehört, dafür die matthäuspassion, immerhin, immerhin. mir vorgenommen, endlich mit brahms anzufangen, weil ihn jemand auf bluesky jeden morgen spielt. herreweghe ist eine gute brücke, da ist der weg nicht allzu weit.

kann mich nicht erinnern, jemals nach einem besuch in der philarmonie nicht viel mehr klassik hören gewollt zu haben, genau, die gute absicht verläuft sich schon im satzbau.

neulich auf einem 60. gewesen, mehr frauen als männer zu gast, zwei in der runde hatten in der letzten woche jemanden beerdigt, und ich bin nur nicht hingegangen, auf die beerdigung, sonst wären wir zu dritt gewesen. wir reden über erd-vs feuerbestattungen, was uns lieber wäre, und wie man ev eine urne entführen kann, wenn man sie lieber im eigenen garten hätte. wir reden über unsere großen kinder, die jobs, unser alter, wir sehen alle jünger aus, noch ein weile, noch dieses jahr, vielleicht das nächste.

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