kino kann

gestern mit freundin the astronaut angeschaut, im odeon, einem kino im fernen schöneberg, perfekt ausgestattet und nicht riesig, mit wunderbaren liegesitzen, flaschenhaltern und sehr gutem sound. wir haben uns echt was gegönnt, mit popcorn, getränken und gemüsechips. und dann dieser film, von dem ich nichts wusste vorher, die freundin hat ihn wegen sandra hüller vorgeschlagen, die ich auch sehr mag. der film war bewegend, spannend, lustig*, der plot blieb überraschend. ryan gosling trägt die hauptfigur, „verkörpert“ erscheint zu einseitig, weil er in seiner darstellung den rest der person mit ins bild bringt, die vorgeschichte, die selbstwahrnehmung als loser mit all dem vorsichtigen spott, der noch auf mildernde umstände hofft. ich bin kein astronaut, sagt er ein paarmal, und stolpert dann durch sein raumschiff. dabei habe ich ihm gern einfach zugesehen, ein schöner mann, der als unfreiwilliger held in eine ausweglose situation gebracht wird, aber dann … geschieht so einiges, unter anderem gibt es einen sehr charmanten außerirdischen, der aussieht wie eine kombi aus einer riesenspinne und einem felsblock. schöner abend, und endlich mal wieder ein packender blockbuster ohne gewalt. die magie auch daher, dass die rollen von hüller und gosling nicht in bekannten mustern verlaufen, sondern sich frei und eher verspielt im spektrum der erwarteten figurenentwicklung bewegen, dadurch/dabei vielseitiger und brüchiger wirken, viel mehr persönlichkeit zeigen dürfen, und zwar nicht jeweils mit 2 seiten dialog, sondern in regieeinfällen, der kameraführung, im bild. großes kino, empfehlung.

(lest lieber nicht die ganzen kritiken (incl. der ai-sachen beim googeln), die den kompletten handlungsverlauf schildern, ich verstehe sowas nicht, das ist unehrenhaft. ich hab meinen erwartungshorizont gern leer und weit, wenn ich ins kino gehe.)

ein ähnliches gefühl hatte ich zuletzt bei arrival, da ging es ja auch um weltall, extraterrestrisches leben etc, um kommunikation. bei the astronaut kann die filmerzählung auf das ganze (in film und wirklichkeit) übliche arsenal der menschlichen reaktion auf neues (erst mal bedrohung, angst, militär etc) verzichten, weil es wirklich nicht darum geht, weil es genug anderes zu erzählen gibt.

sonst telefoniert, geputzt, davidzwilling war hier wegen einer party, gregorzwillings uni hat angefangen, er ist wieder nur zu 8 oder so in seinem studiengang, selbst an der tu in berlin. mit beiden schön gefrühstückt, david ist dann zurück nach halle, gregor war unterwegs, ich hab die gesellschaft der söhne genossen.

*bei nachlesen an barthes gedacht, bei dem das adjektiv die ärmste linguistischste kategorie ist, mich stört natürlich der aspekt der setzung statt herleitung beim schreiben, aber …

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spuren

mich beschäftigt der beleg für die mitgliedschaft meines großvaters schon. 1939 wird er mitbekommen haben, was war, er wollte als junger, frisch promovierter mensch vielleicht alles tun, um seine karriere zu erleichtern, aber das ist kein guter grund, hätte die promotion nicht genügt? es ist 1939 unwahrscheinlich, dass er gar nichts gewusst hat, es gab antisemitismus und unterdrückung, nur noch eine einzige partei, deutschland war ein totalitäres und gewalttätiges regime in einer zeit, in der es überall, zuhause und in schulen, viel gewalt gab. er konnte trotzdem nicht wissen, was alles noch kommt, wie schlimm es werden würde. muss mal nachlesen, ab wann man als intelligenter, gebildeter mensch bescheid wissen musste, was alles bekannt war. der eintritt einen tag nach dem überfall auf polen ist ebenfalls interessant. 

es ist wie es ist.

die vielen familiengeschichten in den kommentaren sind auch sehr lesenswert, immer mit dem gedanken an die geschichten der ermordeten und vertriebenen, die nicht mehr erzählt werden können, weil niemand übrig geblieben ist. 

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kw 14, 2026

mit gregor losgezogen, um jahreskarten zu besorgen, 2 für den preis von einer, wegen schwerbehinderung und student, sehr nice. leider einen umweg gemacht, weil ich bei brancusi eine schlange vermutet hatte und für die tickets lieber in den hamburger bahnhof bin, wo man ja bequem mit der tram hinkommt, tja, wenn sie denn fahren würde, stattdessen umsteigen, ersatzverkehr, laufen, wie immer. mit den karten dann rüber in die nationalgalerie, dort gar keine schlange, gregor hatte dann leider nicht mehr soviel zeit, weil er zum zug musste. die skulpturen sehen großartig aus im weiten, offenen raum des museums, das publikum wird in kreisen um und durch die arbeiten hindurchgeführt, es wirkt organisch und elegant.

Skulptur von Brancusi, eine kleiner Torso mit rundem Kopf und verschränkten Armen, aus Bronze vor einer Marmorwand

gregor erzählt von einer mathematischen richtung, der topologie, in der haupsächlich zwei formen beschrieben werden, die kugel und der torus, eine art donut, in die alles sich zurück- oder weiterführen lassen kann. der mensch wird als kugel, eine tasse als torus beschrieben. wir überlegen, in welche der beiden formen die figuren passen. es sind mehr kugeln.

auf insta eine menge gesehen, die einen song weitersingt, als der sänger nicht mehr kann, und zwar in glastonbury, eine große menge also. capaldi selber spricht über das konzert als „worst day of my life“, das finde ich interessant, er bleibt in der selbstwahrnehmung, auch wenn alle begeistert sind. das lied ist 7 jahre alt, und unfassbare 1,2 milliarden menschen haben es auf yt gesehen. ich hatte noch nie was davon gehört, dabei ist es gar kein k-pop, von dem ich ja ebenfalls keine ahnung habe, sondern singer/songwriter-zeug, eigentlich meine wellenlänge. kommt auf jeden fall auf die playlist für meinen nächsten liebeskummer.

versucht, die großartigerweise von der zeit aufbereiteten nazi-listen nach meiner familie zu durchsuchen, bei der väterlichen seite fündig geworden, bei der mütterlichen nicht. er hat sich am am 2. september 39 angemeldet, einen tag nach kriegsausbruch. kein austritt vermerkt.

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fahren, finden, falzen

tatsächlich einen parkplatz am strassenrand in sichtweite des ber gefunden, über google. davidzwilling heil angekommen, muss erst noch aus dem flieger gehen. als sein okay kam, ging losfahren schon nicht mehr, keine reaktion, elektrik tot, riesenschreck. adac angerufen, eine viertelstunde einer frau erklärt, wo die strasse nu ist, dann meinte sie: 1 stunde. ich rufe beide jungs an, einen vor dem flughafen, den anderen auf seinen kisten in halle, um verspätung anzukündigen, mit einigen flüchen. der adac kam dann 5 minuten später, checkte die batterie, „tiefenentladen“, weil ich den motor aus- und die ankerbox über zigarettenanzünder angestellt hatte, vielleicht 15 minuten lang, die warnung in der anzeige war: airbag defekt, ich schon gegoogelt, irgendwelche schalter unter dem sitz seien zu säubern, aber der adac hat das problem in 2 minuten gelöst. habe umarmung angeboten, mich aber zurückgehalten. altes auto, alte batterie, „lassen sie es erstmal laufen“, jungs wieder angerufen und beruhigt, david eingesammelt, der mit rucksack über das strassenchaos rund um den flughafen einfach so rüberspaziert ist. entspannt über volle autobahn nach halle, mit beiden gefrühstückt, dann auto voll geladen und mit gregor entspannt zurück nach berlin. ich fahre gerne auto eigentlich, wenn es keine raser und staus gibt. leider ohne frisches audio, die bt-box ist wohl eher keine solide idee, vielleicht erstmal einfach nur den bluetooth-stecker suchen, den hatt ich schon mal hinten am radio montiert, er funktioniert halt nicht mehr.

heute noch den satz „mütter finden alles“ erneut bewiesen, als ich ein in einem bettlaken verstecktes portemonnaie ausfindig gemacht habe, und die karten waren schon gesperrt, ausrufezeichen. erleichterung. zum nahen geburtstag dem gregorzwilling so eine tracker-karte bestellt.

am urlaubstag 3 kann ich langsam wieder geradeaus gucken, gemerkt, dass die wohnung einen klassischen osterputz gut vertragen könnte, damit angefangen. außerdem bewegung, allgemein leben geniessen, das fällt mir leichter, seit die zeiten so bedrohlich geworden sind, im hier und jetzt sein, alles wahrnehmen. mache trotzdem noch zuwenig sport. die kids sind über ostern alle woanders, ich bin eingeladen bei freunden. wie gesagt natale con i tuoi, pasqua con chi vuoi, trotzdem vermisse ich die anderen beiden liebsten etwas, in den letzten jahren waren sie alle kurz hier über ostern.

endlich mit dem buch angefangen, dass ich probe lesen darf, freue mich sehr über das angebot.

bei der suche nach dem motel-bild neulich ein filmchen wiedergefunden, dass ich mal in einer begeisterung für ein pop-up-buch gemacht habe, ich wollte das glaube ich auf youtube posten, in einem channel, der sich popup-büchern widmet, aber dann hab ich das buch schlecht gehalten und war zu langsam, hätte es neu machen müssen und kam mir dann albern vor. die tollste seite hab ich schlecht inszeniert, hier noch ein foto, leider bisken unscharf:

foto von einer seite mit einem popup von häusern in hongkong, von kit laut

das buch mag ich immer noch sehr und schaue es gelegentlich an, wenn auch fast mehr wegen dem knarzen, wenn sich das papier entfaltet und entblättert. kit lau, ein papier-ingenieur, hat da den lebensraum hongkong vorgestellt, mit aufwändigen und hochkomplexen gebäuden voller leben und details.

frisch ins haus gekommen ist ein mini-popup zum selberfalten, mal sehen, ob ich mir das in den ferien zutraue, ich suche ja nach anregungen für die ag, die ich anbieten will, in stark vereinfachter form natürlich. es ist vor allem winzig klein, es gibt zum beispiel schräge treppen zu falten, mit 2mm breiten stüfchen, da ist die kante von meinem falzbein breiter.

jedenfalls wünsche ich euch erholsame ostertage!

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kw 13 2026

ko nach anstrengender woche. kann mich nicht entscheiden, ob ich morgen oder übermorgen den g.-zwilling holen fahre, am sonntag könnte ich auf dem hinweg noch den davidzwilling abholen und mitnehmen, der kommt da aus spanien zurück, wenn g und ich am samstag schon wieder in berlin sind, kann david noch kurz nach hause und wir haben zeit zusammen – überfordert mich komplett, die entscheidung in ihrer banalität. erstmal schlafen.

es gibt wieder einen square print sale auf magnum, zum schönen thema odissey. sie sind 20€ teurer geworden seit früher, das nimmt so ein bisschen den charme und das gefühl, beim preis auf jeden fall im grünen bereich zu bleiben. ich neige meist dazu, die fotos von alec soth zu kaufen, den ich immer noch sehr mag, und gelegentlich mal eines, in das ich mich vergucke, vor ein paar jahren dieses von jacob aue sobol, oder das dunkle meer von finisterre von mark powers, wie ein schlafender körper in der nacht, nicht gefunden online, das wollte ich dem großen schenken, aber der konnte nix damit anfangen, jetzt hängt es bei mir, bis sich das ändert. die bisherigen stehen auf ebay so beim 3-5-fachen des magnum-preises, aber es fühlt sich nach geschäftemacherei an, also nach leuten, die 10 drucke kaufen und alle wieder verkaufen, wie dieser heinz hier, während meinereiner die fotos rahmt und an die wand hängt und sich darüber freut. naja, vielleicht nutzen ja auch die fotograf*innen selber die möglichkeit, das wäre okay. das diesjährige stammt aus soths buch niagara von 2006, und ich musste nachsehen, habe aber das buch und das davor, sleeping by the mississippi, beide signiert in einer plastiktüte im regal stehen, sieh mal einer an, gleich wieder festgeschaut, es sind sehr tolle bücher, und niagara wird auch wiederaufgelegt, sagte goncourt neulich auf mastodon. das diesjährige, auto vor motel, erinnert an die mionen von anderen „auto vor motel„-bilder, in einer schönen variante mit oldtimer.

Romney Motel, Seligman in Arizona an der Route 66

jeder hat sie im kopf, aus filmen oder selbst erlebt, ich habe 2012 vor motels damals selbst so bilder gemacht, als echo auf die vertraute szenerie, ein sich selbst reproduzierendes system. sie zeigen ein gutes, funktonierendes, vor allem sehr vertrautes amerika. ein symbolbild, ich würde es aber eher wegen dem namen des fotografen kaufen, oder? und weil es mich freut, wenn er etwas verdient, ist er doch einer von den guten. bin noch nicht sicher, ob ich eins haben will, bis morgen habe ich zeit. bestellen werde ich aber green stripes von lorenzo vitturi, als 6×6 zoll-print, und werde es natürlich in die küche hängen, weil es kritik und konsum, wunsch und wirklichkeit so schön ineinander bringt.

ich fahre morgen, auf whatsup kann man abstimmen, sehr praktisch. heute ausatmen, gut essen, markt, bisschen sport, ich genieße das gefühl, wenn die muskeln ein bisschen ziehen, wenn ich den körper spüre, in dem ich zuhause bin.

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kw 13, 2026

voller tag vorgestern. an der schule habe ich ein theaterprojekt mit einer bühnenbild-ag begleitet, also mit den kindern riesige pappen mit hintergründen bemalt, 2 throne gebastelt, das war lustig, weil ich einen tick origami dazu anwenden konnte, auch wenn es dann auf der bühne nicht so gut wie geplant gehalten hat und alles mit gaffa ausgebessert werden musste. die kids waren mit feuereifer, elan und riesiger spielfreude dabei. die regisseurin hat sie großartig abgeholt, ihnen sicherheit gegeben und spieltechnik beigebracht.

als ich dann ziemlich kaputt nach hause kam, lag endlich der brief vom lageso im kasten, und hurra, ich muss keinen widerspruch oder ähnliches einreichen, mir werden 50% schwerbehinderung anerkannt, sogar rückwirkend für die letzten jahre. heute gleich foto für den ausweis hochgeladen. riesenerleichterung. ich habe das erst jetzt gemacht, weil ich mich nie als behindert wahrgenommen habe, auch wenn das normale leben nur mit einigem aufwand möglich ist, der unplanbar bleibt, egal wie eng und genau die kontrolle und die planung sind. 24/7. seitdem ich im öffentlichen dienst, oder überhaupt als angestellte tätig bin, sind die vorteile einer anerkennung entscheidend: ich habe 5 tage mehr bezahlten urlaub p/a, bekomme einen steuerlichen freibetrag und kann meine wochenstunden schneller ändern.

wollte in den osterferien endlich mein autoradio updaten lassen, damit ich für den sommer ausgestattet bin, aber es ist irre teuer. das gerät würde um die 400 kosten, da wäre ich noch dabei, der einbau dann aber nochmal 400, bei zwei professionellen anbietern erfragt, weil kabel, adapter, etc. früher™ habe ich selbst mal kabel eingesteckt am autoradio, man stemmt einen (nur geklemmten, nicht verklebten) plastikrahmen ab, löst 4 schrauben, dann zieht man es raus. keine ahnung, was da so teuer sein soll. statt dessen kleinen dab+-adapter von albrecht bestellt, mal sehen, den kann ich dann auch in die küche mitnehmen. wenn der nix taugt, wird youtube mir beim update helfen.

die zahllosen grausamkeiten der epstein-files sind noch lange nicht juristisch aufgearbeitet, sie haben mich zutiefst erschreckt, besonders in der an den tag gelegten selbstverständlichkeit der übergriffe und gewaltakte. es passt, dass mit collien fernandes schon wieder ein fall bekannt geworden ist, frau kaltmamsell hat dazu ein paar reaktionen recherchiert, es sind klar nicht alle männer, aber es sind halt fast nur männer.

bei mir ist das männerbild ja seit jahren inzwischen so, dass ich bei neuen bekanntschaften immer erstmal die sensoren auf diese feinen gewalt-signale ausgerichtet habe, ich kann sie gar nicht benennen, aber dieses gefühl dafür, ob der mann schlecht reguliert ist, übergriffig werden kann oder nicht, das ist erfahrungsgemäß mein wichtigster siebter sinn, wobei natürlich: you never know until you know. bei männern ist das notwendig, noch vor intelligenz, humor, empathie. (klar, ich bin aus dem alter raus, aber ich war ja vorgestern noch drin 🙂

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licht und ton

planung des osterurlaubs, es gibt in der volksbühne ein stück von christian filips, proprietà privata, karten sind noch zu haben. die kritik klingt nach überwältigung, zuviel von allem auf der bühne, sofort keine lust mehr. entweder soloabende oder massenspektakel zur zeit, bin für empfehlungen offen! die philarmonie ist auf tournee, der boulezsaal hat zu modernes. werde mit freundin brancusi ansehen.

oh, gerade bei frau kaltmamsell eine nachtischlampe gesehen, die meiner alten ähnelt, ich suche seit längerem eine zweite für die andere bettseite, habe im internet eine gekauft, die dann aber nur halb so groß wie erwartet war. solche wie meine gibt es noch, sie kostet aber erheblich mehr, als mir der nutzen wert wäre, ist doch die betthälfte leer und mir die optik alleine nicht so viel wert.

Nachtischlampe auf Nachtisch

will mein altes autoradio updaten, dabei gemerkt, dass es dinge wie dab+ schon seit über 20 jahren gibt, also länger als mein auto. beim durchfahren der schweiz ist mir aufgefallen, dass über ukw nicht mehr soviel hereinkommt, in deutschland und italien ist das (gefühlt) noch anders, und ein bisschen ist der wechsel der sender beim südwärts fahren auch ein schönes zeichen fürs unterwegs sein, immer das glücksgefühl, wenn nach dem bernardino endlich die italienischen sender zu hören sind.

beim fahren laufen über mein handy immer gleichzeitig die diabetes-app und der navi, um die richtungen innen wie außen im blick zu haben, android kann 2 fenster gleichzeitig mit programmen offen lassen. ein heutiges autogerät kann das vielleicht auch. ich hätte auch gern handyempfang übers radio, statt immer eine kleine anker-bluetooth-box in der konsole stehen zu haben. andrerseits läuft das alte gerät mit cd-player seit +2 jahrzehnten völlig problemlos, bei den neueren halten dann bestimmt wieder die touch-bildschirme nur 3 jahre oder so. obszoleszenz allerorten.

auf die nächste fahrt freue ich mich, hole ich doch den gregor-zwilling nach berlin, der hier seinen master machen will. er sucht ein zimmer, falls jemand irgendwas weiß, bitte gerne bescheid sagen!

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strich für strich

merke: es gibt nicht den geringsten grund, mehrere druckbleistifte zu kaufen, nur weil sie eine neuartige japanische mechanik haben, die ihre mine bei jedem anheben um ein paar grad dreht, so dass sie nicht unrund werden beim schreiben (mit anderen worten „a problem you didn’t know you had“), die linien damit von konstanter strickstärke bleiben. ich habe eine gewisse reserve an ungenutzten stiften, darunter auch druckbleistifte, auf meinem schreibtisch, in meiner zuhause-federtasche, in leder, und ich könnte sie einfach in die arbeitsfedertasche transferieren. es ist mir ein rätsel, wie im job immer meine stifte verschwinden. vabbeh, ich werde berichten, ob ich einen unterschied merke. tröstlicherweise gibt es jede menge auswahl an overengineered pencils.

heute in der taz noch ein text zu pflegekosten, die bei mir ja so ein im hintergrund laufendes thema sind. mich erinnert es an die krankenversicherung in den usa, ich dachte, hier wären wir weiter. ich finde es schwierig, das als armutsthema laufen zu lassen, weil 1500€ extra pro monat auch nicht-arme haushalte in die armut bringen können.

stellt euch vor, ihr erbt einen kleinen picasso, einen druck mit signatur, hängt ihn irgendwo hin und freut euch darüber, jahrzehntelang. dann werdet ihr alt und wollt ihn mal verkaufen, vielleicht für eine reise, oder ein geschenk, oder wegen der pflegekosten. ihr erinnert euch wie der onkel, von dem ihr das habt, vom preis des drucks erzählt hat, eher stolz, weil er diesen seltenen glücksfund gemacht hat, ein fünfstelliger betrag mit einer 10 am anfang. die zeiten haben sich inzwischen geändert, es gibt den klassischen kunstmarkt vermutlich noch, hoffentlich, zumindest eine weile. aber wenn ihr diesen kleinen schlichten picasso jemandem verkaufen wollt, müsst ihr erst um chatgpt herumkommen, wo er mit einem mittelhohen, aber nur dreistelligen betrag verortet wird. es kann aber auch sein, dass der onkel hereingelegt wurde, weil der kunstmarkt so umgeht mit menschen, die nur aus liebhaberei kaufen. wir werden es hoffentlich nie herausfinden, sondern das bild einfach immer weiter vererben.

spontanen besuch von altem freund bekommen, tee getrunken, das leben erzählt, es geschafft, meine themen unterzubringen im fluss der gedanken. jetzt ist es zu spät meine haare noch nachzufärben, das wollte ich vor morgigem ausflug in clärchens ballhaus mit frau w. noch erledigen, mist. farbspray nachkaufen, dann geht das auch so. niemand wird es merken.

dem freund ist am küchentisch noch benn eingefallen, gleich mal wieder reingelesen, „Ordnung“ heißt das gedicht unten, und ja. ich sollte dringend mal wieder in irgendein abenteuer.

Es steht ein Mond in der Weite
Du möchtest in Saus und Braus
Durch die Nacht die fiebernde schreiten
Und gehst schnell nach Haus –

Es sind die Züge der Stille
Der hintergründigen Welt
Das Ordnung Last und Wille
In eins zusammenfällt

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kw 11, 2026

letzte folge starfleet academy war merkwürdig unbefriedigend. viel zuviel gewalt und gebrüll, rache, bösewichter ohne charme (großartig allerdings paul giamatti) als wäre das übel der welt in der fiktion angekommen, mit allen abgründen. ich schaue keine filme, in denen gewalt vorkommt, schon gar nicht, wenn sie als faszinierend und geheimnisvoll dargestellt wird. ein element der macht, das ich verabscheue und fürchte. habe viel vorgespult und keine lust, die folge ganz zu sehen. das ist bedauerlich, ist doch der aspekt eskapismus ein wesentlicher teil meiner vorliebe fürs franchise.

doch langsam das gefühl, wieder ans licht zu kommen, es es wird zumindest heller. heute große freude über das foto, wie der gregorzwilling seine abschlussarbeit in den uni-briefkasten wirft, hurra! bin so beeindruckt darüber, was die kids leisten.

letzte woche zwei studientage am arbeitsplatz gehabt, intensiv nachgedacht zu themen des schulalltags, begeistert, wie intensiv da weiter an allem gearbeitet wird, trotzdem total kaputt am ende, während die kolleg*innen noch auf diverse teamevents gehen danach. gleich selbstzweifel, weil die anderen mehr energie haben, mehr beitragen, besser durchhalten, aber das ist halt einfach mein persönlicher song, der ohrwurm meines lebens. zum glück am freitag noch auf feine aperitive mit freund*innen eingeladen worden, das war bisschen wie früher, als die tage noch nicht soviel gewicht hatten.

samstags geputzt und geräumt, wie immer befriedigend, und nach 20+ 25+ jahren am selben ort gibt es ja einfach viel kram, der eigentlich auf den weg gebracht gehört, zu anderen, zu ebay, wo ja die armen söhne schon immer kein geschirr, keine spiele oder bücher mitnehmen wollen und sehr höflich ablehnen. ich werde mit meinen angeboten warten müssen, bis sie ihre ersten jobs und feste wohnungen haben, andrerseits wird da ein ginori-blümchenservice vielleicht auch kein renner.

das eigenleben der dinge. in einem regal einen satz pokerchips gefunden, in schwerem kleinen alukoffer, keine ahnung, welches kind das mal angeschleppt oder geschenkt bekommen hat, oder war ich das? wozu? gab es mal eine pokerphase im zuge des erwachsen werdens? die karten fehlen leider.

und wie ich ja im frühling immer wieder auf die lyrik schaue, habe ich einen kleinen vierzeiler in einem sehr liebevoll gestalteten büchlein von 1904 gefunden, „Genesung“ heißt es, von einer marie böhler, von der ich sonst im netz keine spur gefunden habe. es ist ja nicht das schlechteste, wenn ein gedichtband übrigbleibt von einem leben. das papier ist noch fest und glatt, jugenstil-druck im einband, und ja, schon, noch immer:

foto von einem vierzeiler in altdeutscher druckschrift, aus einem alten buch. text: 
Ich suche.//
Ich suche Einsamkeit und Meeresrauschen .../ Da möchte ich meiner Seele lauschen,/ Da möcht ich lauschen meinem Ich:  –/ Ich suche mich!
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safe

liebe leser und leserinnen, ihr werdet es gemerkt haben, das blog ist nicht mehr gefährlich, sondern liegt ab jetzt als ssl-gesicherte insel im weitweiten netz. mek hat das freundlicherweise erledigt und das kleine s eingebaut, außerdem hat er das hotel zu einem neuen hoster umgezogen, die ganzen 22 jahre.

die schrift und paar details änder ich noch, wenn ich zeit habe.

heut mittag meldet sich der david-zwilling, er wäre heut abend da, er will nämlich nach spanien, wo seine freundin grad ihr semester verbringt, er hat sich ein paar schöne bibliotheken in madrid ausgesucht und wird eine weile dort arbeiten. ich freu mich, dass er das macht, dafür ist das studium da. sehr erfreut ein paar stunden geplaudert, morgen wird er lange vor mir aufstehen. so nett, wenn die liebsten kurz reinschneien.

ich sollte auch wieder mehr reisen, oder überhaupt reisen. wir haben auch die länger geplante gemeinsame reise mit den brüdern angesprochen, die gar nicht unbedingt in die ganz weite ferne gehen muss, wie er meinte, europa sei spannend genug. mir ist eigentlich nur das meer wichtig, welches, nicht so sehr.

ein sehr angenehmer mittwoch war das.

wo ich jetzt heute nicht war, aber das nächste mal hinmöchte, eine empfehlung: ein blind date mit einem buch im italienischen kulturinstitut. wieder am 25. märz.

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selbst und apps

geniesse ein wochenende mit leerer wohnung, ein sohn wollte kommen, aber nichts genaues weiß man nicht. der frühling ist dieses jahr schneller als sonst, das ist leicht befremdlich.

meine mutter mit den drei jungs zusammen zum tanzen gebracht, in dieser art (insta), mit einer ki-app. sehr lustig und sehr beunruhigend, was da alles möglich ist. 

netflix habe ich nach der kündigung im januar nur anfangs vermisst. beim letzten streamer, den ich erst ab nächster woche ca kündigen darf, weil bis dahin star trek, da gibt es andauernd minutenlange werbung. ich bin mit werbung im fernsehen großgeworden, in italien gab es das carosello nach den nachrichten, bis ende der siebziger. wir haben natürlich nur gelegentlich fernsehen geschaut, mal eine serie wie unsere kleine farm oder sowas, happy dayssandokanwaren hot damals, da hab ich noch die musik im kopf. ich kann mit werbung nicht umgehen, es bringt mich total raus, ich verliere die konzentration und wechsle das fenster, oder stehe auf und erledige irgendwas, wie früher, als die werbeblöcke im deutschen tv noch lange dauerten, da könnte man wäsche aufhängen oder die küche putzen. beim streaming sind es teilweise alle paar minuten je ein oder 2 minuten, mit runterzählenden sekunden, und nein, ich zahle keine 10euro extra für jeden dieser zusatzkanäle, ein geschäftsmodell wie ein mückenschwarm, wo man x-mal gebissen wird und immer nur eine nach der anderen totschlagen kann. 

ich hatte die jahre des unbekümmerten streamings immer das gefühl, dass es bald aufhört, teuer wird, genauso wie bei den freien artikeln im netz, erinnert ihr euch? das ist ja auch schon lange her inzwischen. bei den artikeln gibts ja auch immer noch keine leser*freundliche lösung, also kleine centbeträge sammeln, oder 1 abo für mehrere zeitungen, 1 streamingdienst für alle anbieter (es gibt nachwievor den bibliotheksausweis, der in berlin über den verbund der öffentlichen bibliotheken berlins (voebb) zugriff auf einen haufen medien ermöglicht). das abo als fetisch.

hocherfreut darüber, dass mir ausgerechnet die werbung den absprung leichtmacht und mir endlich meine zeit zurückgibt.

menschen als an visuellen eindrücken orientiert, anders als hunde mit ihrer olfaktorisch dominierten wahrnehmung (so wie wir an einer großen monochromen wand den kleinen andersfarbigem klecks sofort erkennen können, so nehmen hunde den einen geruch in einem meer von gerüchen war, sie unterscheiden und lokalisieren ihn), beim lesen sind die reize indirekt, über das vorstellungsvermögen. die gesellschaftliche wertskala bei kulturgütern als an der abstraktion orientiert, ganz oben heidegger, ganz unten telenovelas oder sowas. die bilder verschwinden nach dem sehen, die emotionen bleiben etwas, die geschichten, aber nach dem lesen ist die ganze durchs lesen erfahrene welt noch im kopf, vielleicht weil der prozess der wahrnnehmung viel komplexer ist? beseelter, nannte es ein freund. die musik natürlich ist die königin, direkter zugang zu allen ebenen. 

habt ihr literatur dazu? würde mich interessieren.

es ist mir ein bisschen unangenehm, dass mir der abschied vom filme gucken so schwer fällt, ich versuche mich an die zu erinnern, die ich früher war, was habe ich gemacht? viel gelesen, viel musik gehört, einfach nur zugehört, mich gelangweilt. ich erinnere hingebungsvolles hören von bach, völlig ohne publikum, auf dem boden liegend vor dem regal mit dem plattenspieler. bwv 1079, wie ein geheimer garten, in den ich jederzeit hinein konnte. ohne die möglichkeit von publikum, oder das irgendjemand etwas mitbekommt von meinem zeitvertreib. die zeiten vor sozialen medien sind unvorstellbar lange her, ich vermisse die person, die ich damals war. jetzt zurück zum fleckentferner mit drei integrierten waschzusätzen im anderen fenster.

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halle hin und zurück

so froh, dass die zwillis so gerade noch in der nähe leben, dass ich mit regionalbahnen hin- und zurückkomme an einem tag, auch wenn es eigentlich blödsinn ist, wegen einem bisschen ersparnis 7h stattt 2 stunden im zug zu sitzen. so arm bin ich nu auch nicht. aber es war so ein sportlicher ehrgeiz, das deutschlandticket bis zuletzt auszunutzen.

die fahrt erinnerte ein bisschen an die zeiten des 9-euro-tickets, sehr volle züge. bin wg streik insgesamt 10mal umgestiegen an dem tag, mit je 5-7 minuten spielraum, bis auf einmal ohne genau zu wissen, an welches gleis ich muss, weil das noch offen war bei ausstieg. wer keine treppen mehr sprinten kann, für den ist das nix, fahrstühle waren alle „baustelle“. einmal 40min wartezeit auf zugigem gleis wegen verspätung. ich sag mal so, es war kein vergnügen. immerhin sitzplatz gehabt.

die jungs haben mir einen tag geschenkt, obwohl sie beide im vollstress sind, wir sind durch die schöne altstadt gelaufen, haben einen matcha latte (meinen ersten) direkt an der saale auf liegestühlen genossen, herrliches frühlingswetter. die moritzburg war leider wg sanierung geschlossen, davidzwilling hat mir den botanischen garten von aussen gezeigt, er ist die ganze zeit im labor in einem neubau daneben, erste blüten waren sichtbar, „frühblüher“ sagt der sohn. er zeigt mir handybilder von mikroskop-aufnahmen einer pilzkultur, die er grade pflegt, sie sind irgendwie hybrid mit anderen pflanzen und haben ganz feine wurzeln, sehr faszinierend, der andere schreibt über gezeitenkraftwerke. schon eher cool alles. sie zeigen mir die bibs, wo sie grade arbeiten, wir essen zusammen. sie haben viel geduld mit mir und meiner vergesslichkeit, die mir schon sorgen macht, aber auch stückweit am anstrengenden job liegen kann, habe andauernd zu viel im kopf. schöne gespräche mit den beiden, sie sind so jung, lustig und klug. vermisse sie. am rande und so im hintergrund über die handies der kriegsausbruch im iran, rückt die dinge in die perspektive. zum zug gebracht worden vom davidzwilling, abgeholt hatte mich der gregorzwilling, feine arbeitsteilung. abends um halb zehn wieder zuhause.

sonntags gechillt, wie man sagt, ausgeruht nach dem vollen tag gestern und überhaupt nix gemacht.

will übrigens auch von google und chrome weg, nutze auf dem rechner einen anderen browser, auf dem android-handy firefox und startpage, aber das ist suboptimal, was geschwindigkeit und suchmaschine angeht. ich hoffe, dass es in zukunft auch iphones mit looping-apps geben wird, vielleicht mit der nächsten pumpe, so langsam etabliert sich das system im markt.

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waiting, winter

die bvg streikt schon wieder, die letzten streiks haben wohl nicht zu ergebnissen geführt, mich ärgert es, weil ich am streiktag mein deutschlandticket nutzen will, das nur noch im februar gilt, um die zwillis zu besuchen, und jetzt umständlich mit s-bahnen zum hauptbahnhof muss. bei uns hat der letzte streik ein mageres plus von 60€ netto gebracht, die bei all den preiserhöhungen keinen unterschied machen. weniger arbeiten bei vollem lohnausgleich würde ich auch sehr gerne, verspüre aber doch eine gewisse genervtheit, wenn ich mein bezahltes ticket nicht nutzen kann.

die letzten tage zieht eine neuigkeit durch instagram, offenbar benötigt mehr als ein*e typ-1-diabetiker*in nach einem transplantat von inselzellen kein insulin von außen mehr. das ist nicht neu, das wird schon seit den 80ern gemacht, aber bisher erforderten solche versuche immer die lebenslange gabe von immunsuppressiva mit starken nebenwirkungen, und das soll jetzt anders sein, ein mittel der firma eledon verhindert die immunantwort auf das transplantat, ohne darüber hinaus massiv in die immunabwehr einzugreifen. natürlich muss das auch lebenslang genommen werden, wie ich es verstanden habe, bis jetzt alle 3 wochen per infusion, aber wenn der körper wieder insulin herstellt, soll es mir recht sein … well, das ist bis jetzt wieder so ein in-5-jahren-dingens, das die community gut kennt, aber es hat neue aspekte. die eledon-aktie ist bei 1,99, gestern war sie bei 2,40€. paar gekauft, auch weil der name nach einem elfen aus lothlorien klingt. aber erst einmal gilt weiterhin #wearenotwaiting.

die nächste gute nachricht ist natürlich, dass der februar morgen den letzten tag hat, damit ist die bodenlose endlose finsternis am ende, sind die 4 längsten und ewigen wintermonate durch, das licht wird bald länger dauern als der arbeitstag, aber noch ist es nicht so weit, noch kann es um 20 uhr ebensogut mitten in der nacht sein.

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