nach diesem januar komplett auf null gestellt. jetzt plane ich wieder körperpflege zb, ein bad nehmen, pediküre?, kleidung auswählen und nicht überstreifen, dem spiegelblick mit etwas anderem als blinder akzeptanz begegenen. warten, bis alles sich legt und ich/nichtich etwas beschreibbares tut, über das ich entscheiden darf, vorher, das ich auch nicht hätte tun können, etwas nicht automatisches. mal wieder eine überflüssige haltung haben, also außerdem noch eine haltung, als hätte man die innere ruhe für diese dicht strukturierten pflegerituale, makeup, akzente, ein aufgeräumter kleiderschrank, abendliches bügeln, ein kaschmir und die schmalen hermès-twillys, die sich meine schwester immer ums handgelenk knotet, einfach irgendeine form finden, die auch im berliner winterdämmer noch sichtbar ist. ganz knapp nicht gekauft.
(hier hatte ich glaube ich überhaupt niemals 1000 hits an einem tag – twoday fühlt sich jetzt ganz kuschlig an, man kennt praktisch jeden, der ins haus kommt, und kann einfach weiterplaudern, während diese rbb-geschichte ein bisschen mehr welt hereinlässt. das internet urbar machen, in dem man es vermenschlicht, ihm gegenden, nähe oder ferne zuschreibt, wohl in der hoffnug, es gäbe außer den mechanismen des bekanntwerdens auch noch die alte magie des kennenlernens)
während ich am schreibtisch sitze und auf einen die ordnung verdeckenden haufen von firewirekabeln, netzteilen und adaptern schaue, dabei den kabeln zu folgen versuche, also nicht mit dem blick, eher mit dem herzen, weil alles grade überall hin kann, das ganze zubehör wie beim aufräumen beseite gelegt und nicht ineinander verstaubt, weil ich sie erst gestern beim suchen dahin gepackt habe, aber es ist ein dünner und durchschaubarer haufen unordnung, gerade genug, um eine minute hineinzustarren, und dabei läuft nebenher auf dem rechner ein insektenhorrorfilm, ich stelle mir vor, wie die schauspieler während der drehpausen kein einziges mal über den film geredet haben, ich wollte wenigstens ein bisschen dekadenz, und sonst gibt es nur diese wochenshow, deren sketchwesen mich zwar angenehm, aber nicht genügend adrenolytisch befremdet, noch ein wesen mit beinen und ektoskelett. vielleicht würde es ja schon helfen, den schreibtisch umzudrehen, sodass ich die bücher sehen kann beim beschäftigt sein, jaja, der heimweg ist lang.
fahren auf schneebedeckter strasse, das autotermometer zeigt -4° grad c, der bauch schleudert schon ein bisschen. in mir ruht ein kleiner rennfahrer, der sich bei schnee und glätte vollkommen zuhause fühlt, das lenkrad liegt ganz locker in der hand, wenn mein gentrimobil beim bremsen und anfahren ins schlingern kommt. (winterreifen? muss ich das wissen?)
im lieblingscafe fragt der sohn die kellnerin: haben sie brötchen? sie sagt: „nein.“ [pause] „wir haben paninis.“ dreht sich um und ist weg.
mädchen, denkt man, ich werde hier noch sitzen, kuchen, panini, kakao und thailatte mit meinen söhnen konsumieren, wenn du schon lange irgendwo praktikantin bist.
(Dale wieder. Ich mag die Klarheit, die einfachen Sätze, die Furchtlosigkeit, die schmerzlose Abwesenheit von Coolness, ich bin ganz erleichert, wenn ich sowas lesen darf)
morgends früher aufstehen muss ich. der gewohnte ablauf ist verklumpt, wir haben als familie den kleinen hunde-organismus noch nicht richtig adaptiert. ich muss ihm ein paar minuten vor dem hausverlassen zu fressen geben, wenn ich ihm zu früh was gebe, bleibt er nicht dicht, bis die jungs fertig angezogen sind, dann bleiben die kinder am herumlaufenden hund hängen wie am fliegenpapier, sie fallen aus dem morgendlichen rhythmus auf ihren hintern und spielen, im flur sitzend, mit jack, während die uhr tickt und tickt und tickt, und dann fehlen die handschuhe und schals an den kindern, und der frieden ist in gefahr.
auch das ich alles alleine machen muss, fühlt sich manchmal wieder blöd an, dann fühle ich mich blöd, weil ich mit längst okayem hadere, dann läuft der hund mir überall hin nach und hört auf mich, und es lohnt sich wieder alles.
(das antiziperte neue wird vom tatsächlichen neuen vollständig ersetzt, also nichts ist wie erwartet, auch was ich mir vorgestellt hatte, erkenn ich nicht wieder.)