pfingstsonntag 2026

good omens hat die serie zu ende geführt mit einer letzten folge, mochte sie, wenn auch ein paar linien ein bisschen ins leeren liefen, aber das passt zur rahmenhandlung, dem ganz großen ganzen. meine abscheu vorm autor gaiman wurde vollkommen überdeckt von den beiden großartigen herren, die aziraphale (martin sheen) und crowley (david tennant) spielen, das paar hat eine wirklich göttliche chemie.

die zahllosen letzten folgen von colberts show gesehen, inzwischen hat ihn jeder prominente gewürdigt der nicht bei drei auf dem baum war, inclusive paul mccartney und robert de niro, tig notaro und ryan gosling im publikum, ich kam dann doch ins fremdeln, andere leute werden ohne das ganze federlesen gefeuert, er wird es überstehen – dann hab ich nachgedacht und gemerkt, dass es natürlich um viel mehr geht, es war ja auch eine politische show, die vom herrscher nicht geduldet wurde, es ist damit ein weiterer verlust der meinungsfreiheit verbunden, mit der die usa sich immer gebrüstet haben, zumindest seit mccarthy. und colbert tut was er kann, er geht nicht gentle in that good night, es ist ein akt des widerstands, wenn da soviele promis wie möglich präsenz zeigen, jeder nur ein paar minuten. in ihrem beruf, sozusagen, die show ist ja meistens teil der pr für die filme, bücher und musik der künstler. sie geben etwas zurück. und die band hat als abschluss ein mit striktem copyright belegtes stück musik gespielt, das thema von den peanuts, und sie laden zur klage ein. well played.

edit: colbert zeigt eine „worst of“- sammlung mit zb reaktionen zur wahl von 2016, die ziemlich lustig sind.

wollte gestern mit gregors hilfe endlich die taubenpaletten vom hinteren balkon entsorgen und da einen ernsthaften balkonstuhl hinstellen, wie aus einem vorstadthaus, den meine mutter nicht mehr nutzen mag, aber es fand sich ein kleines nest mit drei hellgelb beflaumten zarten küken unter der palette. mist. sie brauchen wohl noch so 3-4 wochen, aber dann.

paar mal gesehene sommermode von jungen frauen: weite stoffhosen, oben kurzes tank top, gleich mal im schrank suchen gegangen.

heute endlich mal einen leatherman bestellt. ich mag diesen kram und benutze gern diese mehrfachdinge, hält die hände frei und genügt für die normalen ansprüche, hatte ein sehr schniekes und oft benutztes multitool fürs rad, das irgendwie verschwunden ist. den jungs habe ich vor jahren auch je einen geschenkt, mitte der pubertät, meine ich zu erinnern, oder nur dem großen? mal nachfragen. man kann sie personalisieren lassen, das finde ich so albern wie großartig, dieser wird hoffentlich schwerer verschwinden, wenn „hotelmama“ draufsteht.

gestern war der erste sommertag, in der wohnung bleibt es angenehm kühl, war beim rausgehen ernsthaft erschrocken, hatte es komplett vergessen, was warm bedeutet.

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kw 11, 2026

letzte folge starfleet academy war merkwürdig unbefriedigend. viel zuviel gewalt und gebrüll, rache, bösewichter ohne charme (großartig allerdings paul giamatti) als wäre das übel der welt in der fiktion angekommen, mit allen abgründen. ich schaue keine filme, in denen gewalt vorkommt, schon gar nicht, wenn sie als faszinierend und geheimnisvoll dargestellt wird. ein element der macht, das ich verabscheue und fürchte. habe viel vorgespult und keine lust, die folge ganz zu sehen. das ist bedauerlich, ist doch der aspekt eskapismus ein wesentlicher teil meiner vorliebe fürs franchise.

doch langsam das gefühl, wieder ans licht zu kommen, es es wird zumindest heller. heute große freude über das foto, wie der gregorzwilling seine abschlussarbeit in den uni-briefkasten wirft, hurra! bin so beeindruckt darüber, was die kids leisten.

letzte woche zwei studientage am arbeitsplatz gehabt, intensiv nachgedacht zu themen des schulalltags, begeistert, wie intensiv da weiter an allem gearbeitet wird, trotzdem total kaputt am ende, während die kolleg*innen noch auf diverse teamevents gehen danach. gleich selbstzweifel, weil die anderen mehr energie haben, mehr beitragen, besser durchhalten, aber das ist halt einfach mein persönlicher song, der ohrwurm meines lebens. zum glück am freitag noch auf feine aperitive mit freund*innen eingeladen worden, das war bisschen wie früher, als die tage noch nicht soviel gewicht hatten.

samstags geputzt und geräumt, wie immer befriedigend, und nach 20+ 25+ jahren am selben ort gibt es ja einfach viel kram, der eigentlich auf den weg gebracht gehört, zu anderen, zu ebay, wo ja die armen söhne schon immer kein geschirr, keine spiele oder bücher mitnehmen wollen und sehr höflich ablehnen. ich werde mit meinen angeboten warten müssen, bis sie ihre ersten jobs und feste wohnungen haben, andrerseits wird da ein ginori-blümchenservice vielleicht auch kein renner.

das eigenleben der dinge. in einem regal einen satz pokerchips gefunden, in schwerem kleinen alukoffer, keine ahnung, welches kind das mal angeschleppt oder geschenkt bekommen hat, oder war ich das? wozu? gab es mal eine pokerphase im zuge des erwachsen werdens? die karten fehlen leider.

und wie ich ja im frühling immer wieder auf die lyrik schaue, habe ich einen kleinen vierzeiler in einem sehr liebevoll gestalteten büchlein von 1904 gefunden, „Genesung“ heißt es, von einer marie böhler, von der ich sonst im netz keine spur gefunden habe. es ist ja nicht das schlechteste, wenn ein gedichtband übrigbleibt von einem leben. das papier ist noch fest und glatt, jugenstil-druck im einband, und ja, schon, noch immer:

foto von einem vierzeiler in altdeutscher druckschrift, aus einem alten buch. text: 
Ich suche.//
Ich suche Einsamkeit und Meeresrauschen .../ Da möchte ich meiner Seele lauschen,/ Da möcht ich lauschen meinem Ich:  –/ Ich suche mich!
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halle hin und zurück

so froh, dass die zwillis so gerade noch in der nähe leben, dass ich mit regionalbahnen hin- und zurückkomme an einem tag, auch wenn es eigentlich blödsinn ist, wegen einem bisschen ersparnis 7h stattt 2 stunden im zug zu sitzen. so arm bin ich nu auch nicht. aber es war so ein sportlicher ehrgeiz, das deutschlandticket bis zuletzt auszunutzen.

die fahrt erinnerte ein bisschen an die zeiten des 9-euro-tickets, sehr volle züge. bin wg streik insgesamt 10mal umgestiegen an dem tag, mit je 5-7 minuten spielraum, bis auf einmal ohne genau zu wissen, an welches gleis ich muss, weil das noch offen war bei ausstieg. wer keine treppen mehr sprinten kann, für den ist das nix, fahrstühle waren alle „baustelle“. einmal 40min wartezeit auf zugigem gleis wegen verspätung. ich sag mal so, es war kein vergnügen. immerhin sitzplatz gehabt.

die jungs haben mir einen tag geschenkt, obwohl sie beide im vollstress sind, wir sind durch die schöne altstadt gelaufen, haben einen matcha latte (meinen ersten) direkt an der saale auf liegestühlen genossen, herrliches frühlingswetter. die moritzburg war leider wg sanierung geschlossen, davidzwilling hat mir den botanischen garten von aussen gezeigt, er ist die ganze zeit im labor in einem neubau daneben, erste blüten waren sichtbar, „frühblüher“ sagt der sohn. er zeigt mir handybilder von mikroskop-aufnahmen einer pilzkultur, die er grade pflegt, sie sind irgendwie hybrid mit anderen pflanzen und haben ganz feine wurzeln, sehr faszinierend, der andere schreibt über gezeitenkraftwerke. schon eher cool alles. sie zeigen mir die bibs, wo sie grade arbeiten, wir essen zusammen. sie haben viel geduld mit mir und meiner vergesslichkeit, die mir schon sorgen macht, aber auch stückweit am anstrengenden job liegen kann, habe andauernd zu viel im kopf. schöne gespräche mit den beiden, sie sind so jung, lustig und klug. vermisse sie. am rande und so im hintergrund über die handies der kriegsausbruch im iran, rückt die dinge in die perspektive. zum zug gebracht worden vom davidzwilling, abgeholt hatte mich der gregorzwilling, feine arbeitsteilung. abends um halb zehn wieder zuhause.

sonntags gechillt, wie man sagt, ausgeruht nach dem vollen tag gestern und überhaupt nix gemacht.

will übrigens auch von google und chrome weg, nutze auf dem rechner einen anderen browser, auf dem android-handy firefox und startpage, aber das ist suboptimal, was geschwindigkeit und suchmaschine angeht. ich hoffe, dass es in zukunft auch iphones mit looping-apps geben wird, vielleicht mit der nächsten pumpe, so langsam etabliert sich das system im markt.

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sport und weg

blick auf die ostsee, man sieht den langen schatten eines menschen am wasser

gestern abend in langem telefonat mit dem großen sohn ist mir das versprechen entfleucht, sport zu machen, nach jahren endlich wieder. es muss muss muss sein, ich hab im sohn mich selber erkannt, die ihrer mutter oder freundinnen dieselben dinge sagt, tu was, beweg dich, und habs dann halt einfach versprochen. gleich einen online-kurs gebucht, den mir die krankenkasse erstatten wird, wenn ich ihn absolviere, damit ich das versprechen schneller einlöse, und weil ich mir nicht so ganz traue. jetzt versuche ich mich an meine jugend (neunziger) zu erinern, wo ich dreimal die woche zum sport bin und richtig gut durchtrainiert war, joggen war ich damals auch. das war ein superes gefühl, wenn auch völlig normal, ich wusste ja nicht, wie weit ich mich einmal davon entfernen werde.

heute vorgestern mit einer freundin noch einen letzten berlinale-film gesehen, sehr besonders: dao, im berlinale palast diesmal, mit numerierten plätzen in der allerletzten reihe, sicht und klang hervorragend. den anfang habe ich schon wieder vergessen, aber der film hatte so einen lauf, hat uns mitgenommen in eine familie, als publikum waren wir bei einer hochzeit dabei und bei einer gedenkfeier, bei der die gesamte familie, mit jeder menge onkeln, tanten, nichten und neffen, kindern und enkeln sich vom großvater in einem dreitägigen fest verabschiedet, ein leben verabschiedet. in der rahmenhandlung werden die schauspieler für das spektakel (den film) ausgewählt, wir sind dabei und erfahren so etwas über die geschichte der figuren. die feier findet in guinea-bissau statt, wie begleiten die mutter mit ihrer erwachsenen tochter ein stückweit auf der weiten reise, als sie in dem kleinen dorf ankommen, ist die freude und aufregung über das wiedersehen bzw. kennenlernen groß. das fest wird vorbereitet, das ganze dorf ist beteiligt, es gibt einen ablauf, der allen bekannt ist, dem sich alle fügen. die feier ist in animistischen ritualen strukturiert, im filmverlauf werden hochzeit der tochter und abschied vom großvater ineinander verschränkt, bei beiden sind die menschen gleichzeitig ganz bei sich und mit allen zusammen, im tanz zbsp, es wird dauernd getanzt, mal eher als kommentar mit leicht wiegenden hüften, mal ausgelassen und wild zu trommeln und gesang. ich hätte fast mitgetanzt, so nah war die kamera an den gästen, so wie man auf parties mal zum nachbarn schaut, mal selbst versinkt in körper und musik. einmal haben wir beide die augen geschlossen, als eine ziege und eine kuh geschlachtet wurden, aber es war nur kurz. der film hat drei stunden gedauert, ich hätte auch noch länger zusehen können, vielleicht nach einer pause. sehr nahe und intensive und nur mal so momente lang zu lange erfahrung, einen tick reitz-artig in der selbstverständlichkeit im umgang mit den personen und deren leben, mehr dokumentarisch als dramatisch. der film wär im kino an mir vorbeigegangen, daher ein hoch auf die publikumsnahe berlinale.

nach nettem hinweis aus dem letzten kommentar habe ich noch einmal ein paar versicherungen versucht, mal schaun, mal sehn, ob das was wird. sie wären in ihren online-voranschlägen deutlich teurer und würden viel weniger zahlen als die andere, die abgesagt hat. man darf die logarithmen niemals gegen sich haben, sonst hat man verloren, zumindest und mit sicherheit geld.

am letzten tag meines deutschlandtickets streikt die doofe bvg, dabei will ich die zwillis besuchen und muss irgendwie zum bahnhof kommen. sehr genervt, jetzt muss ich entweder das rad mitnehmen oder mit ewigen umwegen mit der s-bahn fahren. oder ich nehme endlich mein erstes uber.

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sex sells

die kinder wünschen sich haushaltswaren und küchengeräte dieses jahr, nur praktisches, das rührt mich irgendwie. wie immer ist der geburtstag des großen eine woche nach weihnachten eine herausforderung, dieses jahr feiert er in trier, da kann ich ihm dinge hinschicken. sie kommen immer mit extra gepäck, weil sie mich kennen, aber dieses jahr habe ich wirklich nur kleinkram für sie. die bücher fehlen noch, hatte schon sonia and sunny auf englisch gekauft, es klang ganz gut, beziehung, venedig und so, aber es ist ein 650-seiten-ziegelstein hier angekommen, da kann das buch noch so gut sein, das schafft keiner, das gebe ich wieder ab. mich nervt es sehr, dass niemand mehr kürzen kann, verstehe das nicht. was ist damit bewiesen, was ist an dieser textfülle unverzichtbar, welchen literarischen wert hat all das gelaber? nun gut, mit etwas glück sind es landschaftsbeschreibungen, das würde ich dann lesen können, aber halt über 600 seiten auch nicht wollen.

im theater gewesen, constanza macras‘ abschiedsvorstellung gesehen. hab sonst von ihr wenig mitbekommen, war gespannt. saal ausverkauft, saß hinten im parkett, mitten in der reihe. und dann kam eine große truppe von tänzerInnen in sehr spärlichen fetisch- und lederkostümen oder ganz nackt, und machte eine stunde lang poledancing oder eben diese direkte erotische anmache, die man manchmal in amerikanischen filmen sieht, wenn die leute dort in einen nachtclub gehen. es wird viel mit den pobacken gewackelt, in stringtangas, das haben sie eine stunde lang durchgezogen. wers mag – ich habe meine sexuellen bedürfnisse grad tief verstaut wegen kein bedarf und wollte eigentlich nach 20 minuten schon wieder gehen, fand es übergriffig und doof, weil es außer der erotik wenig gab, was ich darin sehen konnte. einer der tänzer ist am anfang eine große treppe runtergestürzt, weil die stufen in der sekunde eingeklappt wurden, als er grade auf die oberste getreten ist, es sah nicht gewollt aus (warum auch, ein sturz wäre zu real in der getanzten welt), kam aber wieder auf die füße unten. das war bestimmt schmerzhaft. die tänzer*innen sind alle sehr gut, sehen sich ähnlich, leicht androgyner typ mensch.

die choreografie war bisschen wie diese zu dicken bücher: es wird nix mehr interpretiert oder gestaltet oder künstlerisch transfiguriert, es wird keine auswahl getroffen, man erzählt oder zeigt einfach alles, stun-den-lang, um seiten und minuten zu füllen. sehr öde. ich vermute, constanza macras findet das alles sehr aufregend mit dem berliner sex-nigthlife, vielleicht wurde sie nicht ins kitkat gelassen und bringt das jetzt eben auf die bühne? schön waren die zwischengestreuten passagen aus isherwoods berlin-roman, den ich jetzt nocheinmal lesen möchte, aber auch da fehlte mir die dramaturgische einbindung in die choreografie, die tänzerInnen machen halt ihrs. zweite stunde ging es um gewalt, wieder choreographisch dargestellt, mit aufgemalten skeletten wurden schlacht und tod getanzt, da habe ich in den einzelnen tänzerischen ideen das wiedergesehen, was mich hieran so fasziniert, der schnelle wechsel zwischen ganzem körper und einzelnem körperteil im bewegungsablauf, generell zwischen stillstand und raserei, das ist hohe kunst. aber es war bei macras eben nur eine art refrain, keine wechsel, keine spannung, keine dramaturgie innerhalb der szene, alle tanzen dasselbe.

gewalt ist halt auch eher ein angstthema bei mir, es dauerte wieder ewig, und das, nachdem ich schon eine stunde sex aushalten musste, hier konnte ich schlecht weg, weil mitten in der reihe sitzend. als dann in der letzten von zweieinhalb stunden in einer passage wieder die lautstärke sehr weit hochging, habe ich es endlich innerhalb von sekunden in den selbstschutz geschafft und bin raus. merken: in der volksbühne statt hörgerät immer hörstöpsel tragen, nur noch in stücke mit pausen gehen. es ist holzhammertheater, fand den abend belästigend und nervig. fühlte mich alt. es ist nur noch ein weiterer gast vor ende gegangen, vielleicht ist mein geschmack, sind meine ansprüche wirklich altmodisch. publikum zu ca 70% jünger als ich.

dritter advent heute, das ist jetzt schnell gegangen. noch eine woche arbeiten, dann endlich 2 wochen dringend benötigter pause. heut geh ich vielleicht mit einem besuch noch in die neue nationalgalerie, wollte eigentlich vor neuen kulturellen unternehmungen die lang erwartete ankunft meines schwerbehindertenausweises abwarten (diabetes und ohren), aber das dauert noch, und kunst mit freunden macht mehr spass als alleine. gemerkt, dass ich beim antragstellen meinen tinnitus vergessen habe.

gerstern bei aufpumpen des fahrrads im hausflur sagte ein vorbeigehener mann: „großartig, selbst ist die frau, weiter so!“ hätte ihm gerne ein bein gestellt, aber er war schon durch. was ist mit den leuten? außerdem ist der reifen platt und ich muss heut noch flicken. der hinterreifen, natürlich.

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g.-zwilling auf reisen

vor 9 tagen hat israel den iran angegriffen, um ihn von der herstellung von atomwaffen abzuhalten. der iran greift daraufhin israel an.

der gregorzwilling sieht in amman die raketen über die stadt fliegen, richtung israel, und wie sie abgeschossen werden. in den ersten tagen waren familie und freunde besorgt, er hat mich und die anderen beruhigt, nur die trümmer der abgeschossenen raketen könnten eventuell gefährlich werden, und das sei unwahrscheinlich, davon getroffen zu werden. war ich unbegeistert, von der lage. dann hat ryanair den rückflug gecancelt, geplant für irgendwann ende juli, gestern hat auch der DAAD dazu geraten, das praktikum (an der uni in amman, er studiert umwelt- und verfahrenstechnik) abzubrechen und das land zu verlassen. das auswärtige amt, bei dem er sich vor der reise gemeldet hatte, sagt, er soll sich ein kommerzielles ticket kaufen, wenn das noch geht. hat er gemacht und wird morgen zurück kommen. heute läuft er noch in amman herum, schaut sich die stadt an, geht gut essen, verarbeitet die situation.

heute nacht sind dann auch noch die usa in den krieg mit eingestiegen und haben ebenfalls den iran angegriffen.

gregor bekommt die allgemeine volatilität der weltlage persönlich zu spüren, das ist ihm schon einmal passiert, er wollte im märz 2020 buchstäblich am vorabend der reiseblockaden wegen corona nach südafrika fliegen, um eine freundin zu besuchen, dann ist der flug schon ab berlin ausgefallen und er sass zum glück nicht ewig in kairo fest, sondern ist dann eben ein paar jahre später woanders hin gereist.

(ich bin durch mein leben dermassen gut im compartmentalizen, dass ich meine sorge nur anhand einer eher kurzen zündschnur und gedanklichen unbeweglichkeit wahrnehmen kann. der herzensfokus liegt auf dem g.-zwilling, bis er heil wieder hier ist.)

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jugend reist

der gregor-zwilling fliegt morgen nach amman, für ein praktikum. bin aufgeregt und habe stellvertretendes reisefieber, mein mutterherz flimmert etwas. was ist denn bitte falsch an so einem klassischen praktikum irgendwo im schwäbischen? als angehender ingenieur müsste da doch was zu finden sein! im sächsischen hat er nix gefunden, trotz langer suche, das tiefere westdeutschland ist ihm schlicht nicht eingefallen. wenn ich mich dann kurz konzentriere und die frau casino von früher erinnere, kann ich meine neugierde auf den rest der welt ein bisschen reaktivieren, die vorfreude auf andere kulturen, sprachen, regionen, bevor alles verdeckt wurde durch die mediale flut an informationen, bildern, vorurteilen. die eigene person mit haut und haaren ins andere, fremde, unbekannte bringen und schauen, was passiert. der spass an entdeckungen. drücken sie dem g.-zwilling die daumen auf seinem weg zum weltbürger.

ich war nie im arabischen raum, ich möchte da eigentlich wirklich gerne mal hin, bin träge geworden, fahre immer nur an den see im sommer, dabei geht ja reisen auch ohne viel geld oder zeit, dann ist der impakt viel intensiver, diese klimatisierten großen hotels sind ja auch entfremdung pur von der umgebung. habe frau ziebarth immer dafür bewundert, dass sie überall mal war, „jedes land nur einmal„, mit ihrem kleinen köfferchen, sie hat auch die buddha-statuen in afghanistan sehen können, bevor die taliban sie gesprengt haben. der kleine gregorzwilling macht das nu einfach, bewundere ihn sehr. frage an die kundige leserschaft: soll er seinem kurzzeitchef irgendwas kleines mitbringen, ich dachte an italienische kekse oder taralli oder sowas?

ansonsten habe ich diese maikälte langsam satt, es wird und wird nicht wärmer, besonders, da sie auf die aprilkälte folgt, die ja direkt auf die märzkälte gefolgt ist. ich denke dann an rahmstorfs these, dass es in mitteleuropa ebensogut richtig kalt wie viel zu heiß werden kann, und befürchte schlimmes, bin als absolutes sommerkind einstweilen aber einfach traurig darüber. die klematis verblüht auf dem balkon, ohne dass ich mich abends raussetzen wollte, zu ungemütlich. immer noch wollpullis, mir ist aufgefallen, dass ich sowieso kaum halbwegs elegante tragbare leichte alltagskleidung mehr habe, weil ich über alles einen pullover ziehen muss. meine garderobe ist leider anders als geplant noch nicht ganz geupdated, immerhin nehme ich langsam aber irgendwie unaufhaltsam etwas zu und kann dann zu engen kram einfach direkt entsorgen.

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dingliches

wie viele berliner*innen stecke ich grade in der anfallsweisen entsorgungs- und aufräumaktion zum start der neuen saison. kleider, die ich nicht verkaufen werde, sondern einfach in die kleidertonne werfe, weil das mit dem verkaufen ja doch nix wird, und es ist ja berlin, da gibt es überall klamotten umsonst. nagut, bis auf die joop- oder burberry-blusen, die verschenke ich lieber direkt. eigentlich hat von allen alten dingen nur der kasten mit der coboro- murmelbahn, den ich auch ganz hinten in der kammer wiedergefunden habe, seinen den wert erhalten oder sogar steigern können, die murmelbahn wird aber auch noch genau so verkauft. merke den generationenwechsel am sinkenden wert all der dinge, die vor nicht einmal 20 jahren noch wertvoll oder sogar kostbar waren, wie diese sasha-puppen aus meiner kindheit, oder wie die eine leica-kompakt kamera, die ich auch gefunden habe, es ist alles nur für knapp übern hunni irgendwo im netz zu verscheuern. nicht geschafft, die puppen zu entsorgen, weil ich ja vielleicht doch einmal großmutter, usw. usw., no pressure, sagt gregorzwillling, und die kamera will der davidzwilling, also filme ge- statt kamera verkauft, denn der markt kennt eh keine gnade und nein, auch für biedermeier-möbel ist es vorbei, das wird sich nicht mehr zurückdrehen lassen, seien wir ehrlich. der zirkus ist weiter gezogen. dann in der langen schlange vor der einfahrt der entsorgungstelle gestanden, die besteht allerdings unabhängig von jahreszeiten. (nein, ich habe keine biedermeiermöbel weggeschmissen, natürlich nicht.)

neben der murmelbahn und den puppen auch eine weinkiste mit schleichtieren und matchbox-autos behalten, jahrelang besuchspielzeug für freundinnen mit kleineren kindern, aber all diese kinder sind inzwischen ebenfalls lange aus dem haus. eine schwere kiste mit holzbausteinen steht auch noch herum, fällt mir ein. es ist verrückt, wie schnell die zeit vergeht.

ich bin müde dieses jahr, nur ganz langsam macht der frühling den alltag wieder etwas leichter. zu wenig sport gemacht vielleicht, ich bin aus dem training. letzte tage im alten job, den ich nicht vermissen werde, mit den netten kolleginnen bleibe ich ja in kontakt, dann etwas urlaub in der stadt, die auch überall wieder lebendig wird, schön gekleidete menschen, klackerschuhe! statt winterstiefel, hurra. mehr schlendern als eilen, flanieren mit schönem mantel und geraden schritten, wie gestern frau wortlaute, mit der ich spazierengegangen bin. viel mehr fahrräder leider, da genieße ich die leere im winter, jetzt wird wieder gedrängelt, zu eng überholt, mit lastenrädern der radweg blockiert, und so weiter.

sehr schön: zur zeit mal wieder einen gasthund im haus, ein scheues und zurückhaltendes exemplar. inzwischen kommt sie hallo sagen und lässt sich den hals kraulen, das ist sehr nett. ich hatte ja immer den plan, spätestens in ein paar jahren wieder einen hund ins haus zu holen, aber einer der söhne hat eine allergie entwickelt, da werde ich mir was einfallen lassen müssen, die jungs sollen ja immer und ohne eine minute planung nach hause kommen können. vielleicht kann ich die hundeliebe generalisieren, also auf die persönliche beziehung verzichten und hunde von anderen ausführen? da würde wenig übrig bleiben, fürchte ich, ich möchte einen hund ja auch gegen das alleinsein, als familienmitglied. naja, es wird sich was ergeben. der sohn ist da zum glück auch tiefenentspannt, ein wochenende hat er mit dem gasthund schon ohne niesen überstanden.

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20 jahre hotelmama

worte, worte, worte. unfassbar viel text, mein blog wird am 1. april 20. als frisch alleinerziehende habe ich damals irgendeinen ort für mein glück gebraucht, und es war wahnsinig aufregend, einfach texte ins netz stellen zu können, ohne schwellen, ohne schwierigkeiten, in einem rutsch in die welt, press pubblish and go, das funktioniert für mich 2025 immer noch. inzwischen sind die kinder schon ein paar jahre ausgezogen und in ihren eigenen leben, aber die bloggerei ist für leute wie mich immer noch der schönste weg, text zu veröffentlichen. es gab ja damals eine richtige bloggerszene in berlin, mit treffen und parties, ich hab freunde und liebhaber gefunden, die liebsten davon sehe ich immer noch regelmässig. ihr leser und leserinnen seid meine bezugsgruppe, on- und offline. danke.

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die jungs im bilde

ich bin ja die elterngeneration, die keine bilder ihrer kinder ins netz stellt, wir haben das so gelernt. falls ihr doch eventuell ein bisschen neugierig sein solltet, wie die jungs aussehen, dann zeige ich euch jetzt ein foto von allen zusammen, sozusagen. ich jedenfalls erkenne jeden von ihnen darin wieder. gemacht, oder sagt man bestellt? geprompted? hat es david-zwilling.

die jungs von hotelmama, vereint in einem ki-foto.
hotel mama-hybrid

(april 25: es gibt oder gab offensichtlich viele leute, die ihre kinder und ihr familienleben ohne jede scheu ins netz gestellt haben, die nyt schreibt über vlogger, die mit ihren kindern teils große summen verdienen und sie dabei in real life komplett und bis zum hunger vernachlässigen, hoffentlich eine extreme und kriminelle ausnahme. gern gelesen habe ich zb das damalige blog von ree drummond, the pioneer woman, damals aber ohne pics von ihren kindern, meine ich zu erinnern. die sind wohl freiwillig mit an bord, ich habs nicht mehr gelesen, weil irgendwann nur noch rezepte kamen. sie hat aus ihrem erfolgreichen blog inzwischen ein ganzes unternehmen gebaut.)

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kw 52, mitten im kalten winter

wir hatten ein sehr schönes weihnachten, das volle haus ändert das lebensgefühl sehr, überall sitzt jemand und tut etwas, liest oder spielt. wir gucken filme zusammen, auf empfehlung vom david-zwilling den animationsfilm red, der es schafft, eine hundertfach erzählte geschichte vollkommen neu zu erfinden, sehr vergnüglich. erfreue mich jedes mal am frühstück oder abendessen mit den jungs, ihr fröhliches herumkaspern, erzählen, essen, ihr schnelles herumhopsen in allen möglichen themen, sie sind schlagfertig, lustig und klug. es tut gut.

das jahr war beruflich doof, und wie frau fragmente neulich sagte: absteigen, wenn das pferd tot ist – immerhin habe ich schon angebote, bin aber noch nicht entschieden. ich zahle natürlich weiterhin dafür, nicht den richtigen job gelernt zu haben, und es kostet mich weiterhin, meine kinder allein erzogen zu haben. als frau mit kinderwunsch lohnt es sich bis zum letzten lebenstag, den richtigen mann zu heiraten, oder den falschen dann nicht zu verlassen, darum: choose wisely.

ich erkenne diese altbekannten krisenmomente zb am umgang mit den neuen airpods. wenn ich sie sofort zurückgeben möchte, weil sie dauernd rausfallen, ist die laune eher pragmatisch mies, wenn ich denke, die vorteile überwiegen, und ich brauche sie eh nur an tischen (mit freunden, in kneipen, bei sitzungen), dann ist es eher pragmatischer optimismus. den wechsel zwischen beiden kann ich körperlich nachvollziehen, ähnlich wie einen schluck wasser, der im körper runterläuft, am herzen vorbei.

Thermobecher mit Star-Trek Aufkleber, auf einem Tisch vor einem Bücherschrank
im thermobecher hält der kaffee unendliche weiten

ansonsten alles wie erwartet, die ersehnte zeit mit den jungs bekommt durch eine kaputte gastherme etwas abenteuerliches, immerhin ist der altbau seit vorgestern erst auf 16° abgekühlt, das ist doch was, und kalt duschen härtet ab. bin bisschen beleidigt, dass nach etlichen wochen mit temperaturen um und über 10° ausgerechnet jetzt dauerfrost herrscht, denn ein paar tage müssen wir noch durchhalten. trage meinen norwegerpullover über 2 schichten wolle (kennt ihr die pullis von dilling? leicht und warm), wolle rules, ich friere kaum, die jungs gar nicht, es stellt sich aber ein gewisser mangel an gemütlichkeit ein, deswegen eine parmigiana gemacht, das heizt auch die küche. mir fehlt der sauerstoff etwas, lüften ist nicht ohne heizung.

der vollständigkeit halber: dieses posting war zu beginn deutlich mehr rant als bericht, aber ich bin ja erwachsen.

einen extra bonus bekommt allerdings meine mutter, die am 1. feiertag zur gans vorbeigekommen ist, gestylt wie eine diva der siebziger, mit knallroten hosen und einer knallroten lederjacke, über schwarzem rolli mit hermès-tuch. gregorzwilling fühlte sich ans outfit von michael jackson in thriller erinnert, ich sage ihr das, sie: „also entschuldige mal“.

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pränoël präsenil

nicht begeistert vom dauerregen, dicke, schwere tropfen, die meine pläne für spaziergänge durcheinanderbringen. bin etwas angenagt von allem, bin aber foh, dass dieses jahr jetzt auch bald rum ist. es ist unterschiedlich schnell vergangen, die letzten wochen waren halbwegs angemessen, momentan könnte es gern wieder langsamer gehen. vorgenommen, in dieser woche die jungs mehr einzubinden, sie sind auch alle erledigt vom jahr, sehen freunde, spielen, lesen, essen, füllen den raum. es ist sehr zuhause alles.

mit dem großen den schönsten weihnachtsbaum ever gekauft, bei einem anderen stand als sonst, von einem mann, der aussah wie der weihnachtsmann. die große verkaufsfläche an der danziger str. ist schon leer, 3000 bäume hat er verkauft, sagt er, in dänemark gewachsen, wir zahlen 42€ für eine fast 1,80m große tanne mit dichten, saftigen ästen. armer baum, okay okay, nur diesmal noch, nächstes jahr vielleicht mal ohne, in der familie sind wir 2 zu 2 stimmen beim thema.

habe mein eigenes weihnachtsgeschenk schon ausprobiert, hatte etwas angst davor, dass es eh nicht passt, meine ohren sind eigentlich nicht für stöpsel geeignet. den auf bluesky gelesenen hinweis, man könne airpods als hörgeräte verwenden, fand ich aber viel zu verlockend, der d-zwilling hat sein ipad dabei, damit habe ich die dinger eingerichtet. in der wohnung bemerke ich ja, wenn sie rausfallen, für unterwegs werde ich mir wohl richtige geräte besorgen müssen, jedenfalls: das gefühl ist wirklich überwältigend. stand in der küche, hörte ein regelmässiges geräusch, so ein klack-klack-klack, bin ihm gefolgt, habe erst kurz vor der wand die uhr bemerkt, deren ticken ich plötzlich hören konnte. der boden ist irre laut, das holz knarzt überall, ich höre das auch ohne airpods, aber der klang ist irgendwie dreidimensionaler mit, das holz hat obertöne bekommen und wirkt plötzlich lebendig. ich höre, wie meine kleidung beim bewegen aneineinander reibt (richtige hörgeräte kann man bestimmt auch leiser stellen), es ist etwas beunruhigendes dabei. mein tinnitus ist plötzlich wieder nervig, den habe ich ewigkeiten kaum noch wahrgenommen. der hörtest auf davids ipad hat links 25 db, rechts 35 db ergeben, damit habe ich laut apple links noch keinen, rechts einen mittleren hörschaden, weiß aber nicht, ob das viel oder wenig ist. leider fallen die dinger erwartungsgemäß dauernd raus, und vermutlich brauche ich zum anschalten schon das gerät, mit dem sie eingerichtet wurden, und das ipad ist ja bald wieder in halle. oder geht das anders?

sollte mir jetzt doch vielleicht ein kassen-hörgerät anpassen lassen, laut einer tante sollte man damit nicht zu lange warten, weil das gehirn sonst das genaue hören verlernt.

solche ausgaben (knapp über 200€) erinnern mich daran, dass ich wenig verdiene, sonst habe ich mich eigentlich ganz gut in meinem finanziellen spielraum eingerichtet, wobei ich an der kasse von zeit für brot doch kurz dachte, es müsse eigentlich geld für brot heissen, fast 8€ pro kilo bauernbrot, den bauern will ich sehen, der das zahlen kann, und ich habe einen ganzen 4kg-laib gekauft, der von den jungs hoffentlich sehr schnell verstoffwechselt werden wird. das brot ist wirklich sehr gut, ich muss aufpassen, dass meine ansprüche nicht steigen.

zum jahresabschluss tatsächlich auf okc nochmal einen angeschrieben, er hat mich sofort blockiert. die paar atemzüge von der verletzung über die empörung in die geichgültigkeit, es lohnt einfach alles nicht. wie gehabt: freundschaften besser pflegen ist die devise, und liebe gibt es in der familie. das große erkennen, dass es in der kindheit schon nicht gegeben hat, das ist eh verloren, nicht rettbar, nie und nimmermehr. vielleicht irgendwann mal wieder einen hund.

ich wünsche euch schöne weihnachten, und hoffe, ihr erlebt (und hört) mehrheitlich schöne dinge.

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d-zwilling

der david-zwilling hatte ja das pech, im coronajahr mit dem studium zu beginnen, in einer anderen stadt, im einem fach, das nicht so seins war, wie er bald merken musste, viel zu viel mathe. er hat gewechselt, sobald es ging, auf biologie, und da hat er dann nix mehr erzählt, nur noch „ist in ordnung“, und „macht spass“. ich hab dann erst nach 2 oder 3 semestern vom gregor-zwilling gehört, dass er zu den besten des semesters gehört, sich einsetzt, viel lernt, sehr engagiert dabei ist. die jungs bekommen alle bafög und jobben außerdem noch, an den unis oder sonstwo, der d.-zwilling hat sich außerdem noch woanders beworben und hat dann letzte woche tatsächlich gewonnen, und gehört jetzt zu den 1% aller studierenden, die ein deutschlandstipendium erhalten. ist das nicht wunderbar? er freut sich über monatlich 300€ mehr für ein jahr, und die sind sowas von wohlverdient! feiere das hart, wie die jugend sagt.

(aber er wird im nächsten semester kaum studieren können, weil die uni die plätze in den wichtigen projekten/seminaren verlost, und wer nirgendwo reinkommt, muss eben warten. es ist alles ein trauerspiel.)

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meine söhne nicht.

die nachricht, dass wieder musterungen stattfinden sollen, hat mich kalt erwischt, anne roth hat dazu reinhard mey & friends verlinkt, und meine haltung zu dem thema ist mit dem song voll umschrieben, besonders mit den lauten stellen.

ich hab neulich erst gelesen, dass die wehrhaftpflicht tatsächlich erst 2011 abgeschafft wurde, nein, „ausgesetzt“ heißt es. ich erinnere meine freunde mit ihren aufwändigen bemühungen, in den ersatzdienst zu kommen, also jahrelang in krankenhäusern, altersheimen, in sozialen jobs für einen hungerlohn zu arbeiten, weil sie keine soldaten werden wollten, und damit ihre studien- oder lebenspläne für ein paar jahre auf off stellen mussten. das war normal. die wehrdienstverweigerung war damals kompliziert durchzusetzen, musste sehr gut begründet werden, es gab interviews mit fangfragen (was tun sie, wenn jemand ihre familie bedroht, würden sie dann zur waffe greifen, auch wenn sie eigentlich tiefgläubig und pazifist sind), die freunde mussten sich gut vorbereiten. es hat nicht immer geklappt, aber es ist ein grundrecht, den wehrdienst zu verweigern, laut wikipedia allerdings nur solang, wie es noch genug soldat*innen gibt, die kämpfen wollen. wenn es da mal hapert, ist das grundrecht im nu wieder weg. und die musterung ist pflicht, die männer müssen sich sogar selber melden dafür, das hat der staat gut hinbekommen, er nimmt seinen männern jede wahlfreiheit und verpflichtet sie dazu, ihre daten zur verfügung zu stellen. kein entkommen im ernstfall.

es gibt ca 249.000 soldat*innen in d, davon sind ca 10.000 freiwillig wehrdienstleistende, (so sagt die bundeswehr) das sollte doch genügen, aber nein, sie wittern ihre chance, die ganzen alten weißen männer mit aktien von rheinmetall, die kriege müssen doch zu etwas gut sein, und die ganzen ollen kasernen können auch mal renoviert werden mit frischen steuergeldern.

selbstverständlich kann jeder und jede soldat*in werden, wenn sie sich dazu berufen fühlen und das töten für hinnehmbar halten, es gibt bestimmt auch leute, die deswegen extra mitmachen, wegen waffen, disziplin, dem blutrausch, der grenzüberschreitung im schützenden korsett der militärischen disziplin, der gewalt, wobei nein, die bundeswehr ist doch ein zivilisierter haufen, da kann man karriere machen, bleargs, und so weiter, wir brauchen doch ein bedrohungspotential in der welt, die russen, der klimawandel, die weltlage, nur zur verteidigung, einer muss es doch machen, und so weiter. well, politiker*innen, geht da doch gefälligst selber hin, zum kämpfen, macht das alleine, ich will so jemanden nicht einmal an meinem tisch haben. den gedanken, dass jemand meine kinder zu mördern machen will, zum gehorsam verpflichteten sklaven, die das schlimmstmögliche tun sollen, töten, leben beenden, naja, den finde ich nicht prickelnd. darauf läuft die bundeswehr hinaus, das lässt sich nicht beschönigen, nur verdrängen. falls es soweit kommt, und das wird es anscheinend: es gibt andere schöne länder auf der welt, also im ernst. (sry for pathos, musste raus. ist mir jetzt schon peinlich.)

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