die meisten von euch arbeiten vollzeit, aber nur knapp die meisten: auf 56% kommt meine unrepräsentative umfrage mit 190 stimmen. wenn man, wie anna caixa anmerkt, wie die ig metall die 35 std auch als vollzeit anrechnet, sind es über 70%, damit kann sich der emphatie- und ahnungslose bundeskanzler gerne mal neu sortieren gehen. sowieso geht es doch um unser leben, lifestyle als lebensart, wie wollen wir unsere zeit verbringen? selbst- oder fremdbestimmt, abhängig oder frei, nur in unsere eigenen entscheidungsprozesse eingebettet? es ist eine private entscheidung, wieviel man arbeitet, oder sollte es sein, wenn die löhne es erlauben. der letzte nebensatz ist der dreh- und angelpunkt natürlich.
die struktur durch arbeit ist viel wert, ich bin an den wochenenden nicht so produktiv wie erhofft, natürlich, weil ich mich einfach erholen muss, mit mehr sport und ein paar anderen sachen bleibt vielleicht mehr energie. den selbstwert hätte ich genauso gern vom arbeiten losgekoppelt wie die kondition, das ist mein ziel für die nächsten berufsjahre, wobei da so gesamtbiographisch auch eine hilfreiche transposition oder projektion passiert ist.
zuhause war ich nie gut genug, nie gehorsam genug, es konnte jederzeit ein donnerwetter geben, die antennen waren immer auf die launen des vaters gerichtet, die mutter nicht unterstützend – im privatleben habe ich mich davon befreit, mich freigeschwommen, im arbeitsleben nicht, da bin ich oft unsicher, still, in angstszenarien gefangen, die eigentlich keine reelle grundlage haben. vielleicht ist mir die trennung zwischen arbeits- und privatleben auch deswegen so wichtig? ich halte ein trauma fern, dass immer noch eingeschrieben ist, diese verunsicherung, alles richtig zu machen, richtig zu sein, es gab immer eine distanz zwischen mir und dem, was ich sein sollte für die eltern. grade sitzen, ellenbogen an den oberkörper, nicht unterbrechen. bin ich noch nicht ganz losgeworden. leben ist wip.

erinnerung an den flow bei manchen tätigkeiten, beim schreiben am häufigsten, manchmal auch bei anderen dingen, ich fühle noch heute diese kleine tonfigur, aus den 80ern („neulich“), das haben meine hände alleine gemacht, jede stunde ein geschenk.
beim schreiben manchmal das loskommen von der aufgabe (tagebuch, verarbeitung, schilderung) und ins freie kommen, wenn die worte sich finden, etwas eigenes werden, bestand haben. dabei diszipliniert die selbstironie wegdenken. vom schreiben über ins schreiben, kunst machen, musik, whatever.
selbstvergessenheit.






