gestern schönen tag gehabt, perfekte sommertemperaturen, alle zellen freuen sich. beim einkaufen und pakete abholen zufällig freunde und alte bekannte getroffen, die berliner dorfsamstage. ein ständchen von den lieblingsnachbarn bekommen, nachmittags mit einer freundin und ihrem partner in einem kleinen cafe an der gethsemanekirche gesessen und geplaudert, abends mit den beiden und noch anderen freunden im prater, wo ich ewig nicht war. die anderen hatten noch einen gast dabei, einen lustigen sehr wachen pariser, der in gemeindezentren oder sowas theaterunterricht gibt, über theater und unterricht und das leben geredet, in zwei sprachen durcheinander, viel gelacht. die männer haben so riesige maßkrüge mit bier bestellt, und sie ausgetrunken über den abend, sehr beeindruckende blasen haben die. im prater gibts kein kristallweizen mehr, das ist bedauerlich, habe dieses jahr immer noch keins getrunken, dafür sind die preise gestiegen, schon ein sehr selbstsicheres konzept, aber der prater wird auch das überstehen. habe eine graphic novel bekommen, in ein blatt einer römischen zeitung eingewickelt, weil der freund seine bücher grad in rom auf einem anarchistischen comic-festival gezeigt hatte, in forte prenestino. der theatermensch hat bisschen von paris erzählt, wir waren da alle zuletzt im letzten jahrhundert*. er war schwimmen in der seine, das hatte ich auch im netz gesehen, am canal saint-martin gibt es eine badestelle für ein paar stunden am tag, sonst fahren da die schiffe.
*in den achtzigern, ums abi rum, per autostop. bruchstückige erinnerungen, wie ich durch paris gestolpert bin, um insulin zu besorgen, meins war verloren gegangen oder nicht mehr wirksam oder irgendwas, wir waren auf einem zeltplatz im bois du boulogne. es war kein problem, das insulin zu bekommen, das weiß ich noch, und wie wir dann nachts auf dem weg nach südfrankreich durch eine allee gebrettert sind, während der fahrer laut wagner hörte, extra für uns. sonst erinnere ich von der reise noch die dünen am meer, wo dann andere mit surfbrettern auf einer ente dazukamen, oder war das eine andere reise?
heute total zerstochene beine, dabei hatte ich antibrumm dabei!
schon wieder ein buch bestellt, bei gaga schönes darüber gelesen, ich werds nie lernen. gemerkt, dass ich die gruppe 47 imer als irgendwie zeitgenössisch wahrgenomen habe, gleichzeitig fällt mir niemand ein, der heute eine gruppe 26 oder so gründen würde, weil ich die autor*innen als eher einzelne stimmen wahrnehme.
dem großen am telefon über die rückwärtsgewandte klimapolitik in berlin vorgerantet, er hat mich an die vielen bäume erinnert, die hier noch stehen, viel mehr als in paris, immerhin, immerhin.
die tauben auf dem balkon haben ihre küken großgezogen, habe mal unter die paletten geguckt und brauche wohl einen schutzanzug und zwei masken übereinander, um all den mist zu entsorgen. das wird unangenehm.
wieder neue papierkunst entdeckt, polly verity faltet blätter aus papier zu beweglichen strukturen, mit sich wiederholenden mustern, es sieht aus wie ai, weil es so perfekt und genau skulpturiert ist alles, auch hier beginnt der schaffensprozess wieder beim ergebnis, sie formt zuerst, breitet das blatt dann wieder aus, scannt die linien ein und baut daraus die vorlage für den nächsten schritt.
61 bis jetzt okay.