weg und ziel

ich hab ja angesichts der zeiten immer einen gepackten koffer mit notfallsachen herumstehen, im geiste. hauptsächlich diabeteskram, ohne den es ja gar nicht geht, aber auch unterlagen, die lieblingsdinge zumindest auf einer liste. festplatten mit fotos und so kram, die ich im herbst immer mal wieder gern ansehe. jetzt über mastodon ein spannendes projekt gefunden, da hat sich jemand hingesetzt und eine offline-version des internets zusammengestellt, auf einen server ladbar, den man dann mitnehmen und zuhause betreiben kann. also sozusagen fixiert wie ausgedruckt, aber noch digital. für umsonst, und es läuft notfalls auch auf einem ausgemusterten alten rechner, der muss nur linux-tauglich sein, mac geht nicht. enthält das komplette wikipedia, das sind nur 115gb oder so, landkarten*, bildungs- und medizinisches wissen und alles, was man sonst noch so dabei haben möchte. dann kann man das zuhause oder in einer comunity für freunde und familie einsetzen. bisschen paranoia für nerds.

haha, wordpress fragt mich, ob ich mit der ki meinen schreibstil verbessern will.

*ich habe ja bei aller freude über den navi auch eine gewisse nostalgie ggü den auf dem nebensitz liegenden stadtplänen und landkarten, oder dem beifahrer mit karte vorm gesicht, „die nächste ausfahrt, nein, die übernächste, oh, wir sind zu weit …“. ich werde meinen stapel an karten wohl nicht mehr brauchen, habe sie früher gelegentlich ausgebreitet und wege erinnert oder geträumt, jetzt brauche ich praktisch einen navi, um zu meiner mutter zu finden. da ist das mangelnde training auf mangelnde begabung gestossen.

gestern freitag einer vier-tage-woche, arbeitstage waren gut gefüllt und produktiv, trotzdem k.o., weder denken noch planen möglich, bringe dinge durcheinander, funktionieren geht noch einigermassen. sollte einen weg finden, wie ich abends und weekends und im restleben mehr kraft oder einfach mehr von meiner person übrig habe. wie machen das alle anderen? die frage ist ernstgemeint.

falls sich irgendeiner fragt, wann diese zeit im jahr ist, wo alles leuchtet: jetzt, und das grün kippt schon wieder ins gedecktere. an den abenden zum aperitiv ins cafè, irgendwer wird schon dazu kommen, fast wie in italien, ründchen plaudern, leute gucken, zurück nach hause.

mein leatherman ist gekommen, und es ist ein ziemlich überflüssiger gegenstand. das hätte ich vorher wissen können. aber hübsch. ich habe einen hang zu designten messern, habe vor jahrzehnten schon eins von einem lieblingsschauspieler gekauft, als taschenmesser habe ich es bei ausflügen dabei, inzwischen verkauft er schmuck auf etsy.

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spirits

Hausbar mit vielen Flaschen
hausbar hotelmama

über die weihnachtsfeiertage hat jemand gesagt, meine wohnung hätte so einen vibe: bücher und alkohol. das war ein bisschen finster, so als kommentar, aber es hat mich gefreut, dass es gesagt wurde (nicht mir), da macht sich jemand auf den weg in eigene kriterien fürs leben. den ganzen alkohol im wohnzimmer nehme ich gar nicht mehr wahr, aber er gehört natürlich zur einrichtung irgendwie. eine hausbar oben auf einem buchregal, ein haufen flaschen, aber ich mag alkohol einfach nicht mehr so. was tun damit? aussortierte bücher kann ich auf die strasse stellen, aber diese ganzen flaschen werde ich anders entsorgen müssen. ritualisiertes wegkippen oder verschenken. vielleicht 5 flaschen stehen lassen wg der kultur? erinnerung? einen lagavulin sollte man eigentlich immer im haus haben, das glaube ich nach wie vor. einen chartreuse auch, den ingwerlikör, den geschenkten ostfriesenbitter, sowas. den schein sein lassen. erinnere mich noch an die whisky-phase, als ich 200€-flaschen gekauft habe, ich erinnere mich gar nicht daran, was mich damals geritten hat, aber es war schön. an kaminen sitzen, sich auskennen, genug stil (raumzeit, geld, bewusstsein) haben, um sich mit souveräner ernsthaftigkeit in dieser nische bewegen zu können. dann noch ein paar flaschen besseren gin gekauft, der steht da aber auch noch rum. ich habe die feinen unterschiede damals auch geschmeckt, das tue ich bei gelegentlichen whiskys kaum noch, beim runterschlucken ist es eher ein „naja, genau“. bisschen sorge, dass beim älterwerden auch die feinheit der wahrnehmung verschwindet, abstirbt, nicht mehr neu zellgeteilt wird. oder ist es nur nicht mehr wichtig? werde das heut abend mal probieren. drei leere flaschen waren unter den vollen und halbvollen versteckt, da ist wohl mal jemand drangewesen, das freut mich, wäre ja schade drum.

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sommer hier und da

seeblick nach abfahrt, lungolago in porto valtravaglia

wollte ja wieder mehr bloggen, aber das bedürfnis ist grad gar nicht da, anders als immer, weiß auch nicht, woran das liegt. in den ferien war ich sehr angenehm im privatmodus, eigentlich zum ersten mal mit dem gefühl, dass mein innenleben eigentlich keine öffentlichkeit braucht bzw. umgekehrt, und es fehlt mir nichts. hatte jedenfalls sehr schöne ferien, hab viele leute gesehen, einen ausflug ans meer und einen in die berge gemacht, gut gegessen, gut geschwommen, die 3 wochen waren eigentlich zu kurz, brauche eine, um überhaupt aus der erschöpfung rauszukommen, eine, um in den genussmodus zu kommen, und kann dann in der letzten woche die sorglosigkeit freier tage auskosten bis zum letzten tropfen, und am freitag fahre ich dann ja immer schon. mein job ist definitiv zu anstrengend.

sehr schön war, dass meine neue untermieterin, die ich noch gar nicht kannte, mich mit einem leckeren curry empfangen hat, weil man das in ihrer heimat so macht. nach hause kommen.

es ist mir zu kalt hier mit dem ewigen aprilwetter. das sichere helle und luftige plateau verlässlicher hochsommertage, vielleicht gehört das auch zur vergangenheit.

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per aspera

zeitweise komplett genervt von meiner finanzlage. so wenig war es noch nie, und um jeden quark muss man kämpfen, kindergeld, versicherungen, steuern. beantragen, x unterlagen besorgen, hinschicken, alle paar monate. es ist bestimmt nur dewegen anstrengend, weil ich darauf angewiesen bin, die fortwährende aufwand dafür kostet zeit und macht mich nebenbei zur bittstellerin (beweisen sie ihren anspruch so oft, wie wir es für nötig erachten), obwohl es mein recht ist.

die versteigerung von ein paar erstausgaben hat wenig gebracht, das wertvollste ist liegengeblieben, ein paar jünger-bände sind im paket vermutlich an einen händler weitergegangen, eher enttäuschend. es sind vielleicht auch einfach schlechte zeiten für alte bücher, sollte kaufen statt verkaufen, aber mir fehlt grad der übermut des habenwollens. oder übersprung?

letztes gekauftes buch war eine studie über die psychoanalytische geldtheorie, weil ich zu verstehen suche, warum mir das geldverdienen so schwer fällt. liegt bisher auf dem stapel, kommt aber mit nach italien. anscheinend geht es darin hauptsächlich um frühkindliches, so richtig hilft mir das auch nicht auf die sprünge, aber interessant ist es allemal.

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Unbenannt

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morgens lege ich die zarte halskette um, die mir die liebe freundin zum geburtstag geschenkt hat und nehme mir vor, sie bald mal wieder anzurufen. ein paar stunden später ruft sie an und fragt nach der neuen telefonnummer von astrid, die vor jahren nach hamburg gezogen ist. ich schicke den beiden astrids, die mein mailprogramm kennt, eine nachricht. eine ist die schwester eines anderen guten freundes, stellt sich raus, die andere antwortet auch sofort und erzählt, sie sei heute auf mein blog geraten (ein freundlicher mensch hatte mich bei twitter verlinkt), habe mich im impressum erkannt und wollte sich eh wieder melden. zufall und absicht fein verwoben, sehr elegante verknüpfungen, fein wie das halskettchen. nach dem sport dann noch einen rotwein angeboten bekommen von meinen nachbarn, während unsere hunde miteinander spielen, und eine zigarette drehen können, beim reden darüber, was die welt zusammenhält.

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