locarno mit hai

nach dem strand hole ich a. und m. ab, wir fahren am see entlang richtung norden, die strasse eng und voll bis zur schweizer grenze, ab dann ist mehr platz und weniger verkehr, es ist fast 8 und der feierabendverkehr ist durch. diesmal finde ich sofort einen parkplatz am seeufer, wir laufen nur 10 minuten bis zum eingang des festivals, aber der platz ist noch nicht geöffnet, also erstmal nach merchandise-kram gucken, leider gibt es dieses jahr gar keine stoffbeutel wg nachhaltigkeit, sondern so merkwürdige taschen aus pappe, die nicht einen berliner regen durchhalten würden. ich kaufe einen nebenfächer mit leopardenmuster.

auf der piazza grande finden wir gute plätze in der mitte, halbe stunde vor beginn des films um 21:15 ist fast alles voll, 8000 menschen sind zuammengekommen, bei freiem eintritt. wir werden begrüßt vom festivaldirektor giona nazzaro mit kleiner jaws-plakette am revers, der ein paar schmontjes über die schwierigkeiten beim dreh erzählt, mit bildern, und wie zuerst niemand an den film glauben wollte, auch spielberg sollte direkt danach gefeuert werden, und dann wurde es der erste blockbuster überhaupt, alle wollten ihn sehen, und der film hat den haien noch jahrelang das leben schwer gemacht. das festival möchte genau solchen filmen und regisseur*innen mut machen, den „kreativen, anarchischen, einzigartigen funken“ feiern, er sagt es natürlich schöner.

wir sehen in den ersten minuten die hippieske gruppe junger leute ums lagerfeuer am strand, das erste opfer, der mann dazu betrunken im tiefschlaf, der beginn der jagd nach dem 2. opfer, die nachtszenen auf dem boot, wie die männer alle rauchen und angeben, wie sich spielberg darüber lustig macht und ihnen gleichzeitig respekt erweist (robert shaw erzählt als haifischer quint die geschichte der uss indianapolis), wir folgen alle gebannt, bild und ton sind richtig gut. und wie bei der ersten schreckszene (leiche im boot unter wasser) der ganz riesige platz kreischt, quiekt und schreit, wir auch, dann beifall und lachen, weil der film nach 50 jahren noch wie am ersten tag funktioniert. zweieinhalb schnelle stunden, mit applaus, als der hai in die luft fliegt und dann nochmal nach dem ende des films, es ist ja immerhin ein festival. es war glaube ich eine uncut-version, es gab die bekannten ausführlichen gewaltszenen (quint wird gefressen, einmal ein appes bein unter wasser), die ich problemlos ansehen konnte, weil so gut vorbereitet. schöner abend. wir laufen dann zurück zum auto, die rückfahrt übernimmt a., um eins im bett, nicht von haien geträumt.

teilen

august 2026

neulich zu einer reihe von kurzfilmen in ein kleines open-air kino mitgenommen worden, ein stück den berg rauf, im garten einer villa aus dem 18. jh., neben der leinwand blitzen die lichter der anderen seeseite. 8 filme, einige sehr weird, alle wunderbar unterschiedlich.


einen tag später gefiel mir feridun besser als direkt beim anschauen, da nahm die idee mit der waschmaschine zuviel raum ein. I walked through the wall war schön und genau und auf den punkt, da stimmte alles. mochte auch deep in my heart is a song von pickett, trotz dem pathos, mit dem gesicht und der stimme dazu, er spielt auf einer gitarre mit sagenhaften 18 saiten, verbreitet so eine stoische art von sentimentalität, die ich aushalten kann. hat mich erinnert an den einen country-musiker, auch mit hut und weste, dem ich mal vor einem laden in arizona seine cd abgekauft habe, damals auf der fahrt gehört, seitdem nicht mehr.


bei dem kino steht ein großer alter glaspavillon, typ gewächshaus, beleuchtet, darin die äußerst personenreiche unterseekrippe der stadt, sie wird zu weihnachten im see versenkt, außer im letzten jahr, wo das wasser den figuren nur bis zur brust reichte.

beleuchtetes gewächshaus, gewfüllt mit vielen weißen statuen

am glas entdeckt m. eine große gottesanbeterin, das richtige tier am richtigen ort.

teilen

kw 30, 2026

nochmal in der nationalgalerie gewesen, mit einer freundin, wir beide zum zweiten mal bei brancusi. mich fasziniert, wie einzigartig seine arbeiten sind, erlebe sie als wirklich eigenen zugang zur welt. die ausstellung zeigt seinen weg dahin, den kontakt mit rodin, seine wurzeln in rumänien mit den holzarbeiten, es gibt briefe, notizbücher etc. wir beide mögen die reduzierten und kraftvollen vogel-skulpturen am liebsten, und natürlich das neugeborene. es war sehr voll, sonntag halt, ich wäre ein drittes mal reingegangen, leider schließt die ausstellung am 8. august. außerdem diesmal die nebelskulpturen gesehen, fujiko nakaya („Tochter des Physikers Ukichiro Nakaya, der für seine bahnbrechende Forschung zu Schneekristallen bekannt wurde“) hat im garten zwischen den herumstehenden kunstwerken nebelwerfer installiert, die dann eine viertelstunde oder so laufen und alles in einen feinen, dichten nebel hüllen, durch den man nicht mehr hindurch sehen kann, wie auf einer autobahn in norditalien im november. am sonntag war es leider windig, der nebel verflog sehr schnell, aber dieser effekt war spürbar, wie die raumtiefe verschwindet und alles im nichts hängt, für sich steht, aus dem kontext geholt wird. mochte ich sehr, und der nebel roch sauber.


danach noch essen im viet bowl am potsdamer platz, am wasser, sehr nett, bloss dass es nach einer viertelstunde wieder geschüttet hat wie aus eimern.


letzte arbeitswoche vor den sommerferien, wobei es ja nur ein urlaub ist, 3 wochen, sommerferien sind zwei- bis dreimal so lang. einigermassen erledigt, letzter urlaub ist dreieinhalb monate her. bisschen sorge vor der langen autofahrt quer durch deutschland, die ist in den letzten jahren immer nur anstrengender geworden, entweder baustellen oder raser oder staus, diese fahrten sind seit vor dem mauerfall doof, damals mit dem geholper über die transitstrecke (padam padam padam, stundenlang) und den wartezeiten am pass-fließband. immerhin geht die klimaanlage. leider braucht es ein auto am see, sonst würde ich fliegen.


bin jedenfalls im sommer angekommen, auch wenn der in berlin wie alles sowas prekäres hat, heute sommer, morgen kalt. meine schwester berichtet grad aus italien, wie sie beim fahren eine hand aus dem auto hält und der fahrtwind ein föhn ist, keine erfrischung möglich, nur heiß. das will ich nu auch nicht. es ist nicht einfach.

teilen

11. juli 2026

gestern schönen tag gehabt, perfekte sommertemperaturen, alle zellen freuen sich. beim einkaufen und pakete abholen zufällig freunde und alte bekannte getroffen, die berliner dorfsamstage. ein ständchen von den lieblingsnachbarn bekommen, nachmittags mit einer freundin und ihrem partner in einem kleinen cafe an der gethsemanekirche gesessen und geplaudert, abends mit den beiden und noch anderen freunden im prater, wo ich ewig nicht war. die anderen hatten noch einen gast dabei, einen lustigen sehr wachen pariser, der in gemeindezentren oder sowas theaterunterricht gibt, über theater und unterricht und das leben geredet, in zwei sprachen durcheinander, viel gelacht. die männer haben so riesige maßkrüge mit bier bestellt, und sie ausgetrunken über den abend, sehr beeindruckende blasen haben die. im prater gibts kein kristallweizen mehr, das ist bedauerlich, habe dieses jahr immer noch keins getrunken, dafür sind die preise gestiegen, schon ein sehr selbstsicheres konzept, aber der prater wird auch das überstehen. habe eine graphic novel bekommen, in ein blatt einer römischen zeitung eingewickelt, weil der freund seine bücher grad in rom auf einem anarchistischen comic-festival gezeigt hatte, in forte prenestino. der theatermensch hat bisschen von paris erzählt, wir waren da alle zuletzt im letzten jahrhundert*. er war schwimmen in der seine, das hatte ich auch im netz gesehen, am canal saint-martin gibt es eine badestelle für ein paar stunden am tag, sonst fahren da die schiffe. 

*in den achtzigern, ums abi rum, per autostop. bruchstückige erinnerungen, wie ich durch paris gestolpert bin, um insulin zu besorgen, meins war verloren gegangen oder nicht mehr wirksam oder irgendwas, wir waren auf einem zeltplatz im bois du boulogne. es war kein problem, das insulin zu bekommen, das weiß ich noch, und wie wir dann nachts auf dem weg nach südfrankreich durch eine allee gebrettert sind, während der fahrer laut wagner hörte, extra für uns. sonst erinnere ich von der reise noch die dünen am meer, wo dann andere mit surfbrettern auf einer ente dazukamen, oder war das eine andere reise?

heute total zerstochene beine, dabei hatte ich antibrumm dabei!

schon wieder ein buch bestellt, bei gaga schönes darüber gelesen, ich werds nie lernen. gemerkt, dass ich die gruppe 47 imer als irgendwie zeitgenössisch wahrgenommen habe, gleichzeitig fällt mir niemand ein, der heute eine gruppe 26 oder so gründen würde, weil ich die autor*innen als eher einzelne stimmen wahrnehme.

dem großen am telefon über die rückwärtsgewandte klimapolitik in berlin vorgerantet, er hat mich an die vielen bäume erinnert, die hier noch stehen, viel mehr als in paris, immerhin, immerhin.

die tauben auf dem balkon haben ihre küken großgezogen, habe mal unter die paletten geguckt und brauche wohl einen schutzanzug und zwei masken übereinander, um all den mist zu entsorgen. das wird unangenehm.

wieder neue papierkunst entdeckt, polly verity faltet blätter aus papier zu beweglichen strukturen, mit sich wiederholenden mustern, es sieht aus wie ai, weil es so perfekt und genau skulpturiert ist alles, auch hier beginnt der schaffensprozess wieder beim ergebnis, sie formt zuerst, breitet das blatt dann wieder aus, scannt die linien ein und baut daraus die vorlage für den nächsten schritt.

61 bis jetzt okay.

teilen

kw 27 ’26

ein antiquar erzählt über seine neuen aquisen, er zeigt eine arbeit von diane de bournazel, die aus sehr dicht mit figuren, mustern, ethnomotiven gefüllten seiten feine netzwerke baut. der händlcer verkauft die arbeiten für um die 13k, das ist gleichermassen bewundernswert und albern. es ist eine handarbeit, anders als zb das schöne buch von rebecca dautremer mit der reise des hasen, das als laserschnitt komplett aus einer chinesischen druckerei stammt, dafür aber auch nur 50€ kostet. komplett neue verdienstmöglichkeit gesehen, so über ein jahr nebenbei blätter mit papierschnitten zusammenstellen, noch das ein oder andere popup mit rein, dann als kunstwerk verkaufen. scheint deutlich realisierbarer als der alte traum, ein buch zu veröffentlichen, es braucht dann ja auch nur ein paar käuferInnen, keine tausende.

der große hat letzte woche seinen master gemacht, über
umwelttoxikologische messmethoden in der schule, freue mich sehr sehr über ihn, grad eben hat er noch abi gemacht, unfassbar, wie die zeit vergeht.

letzte woche ist er aus trier angereist, hing erst in köln fest, nix fuhr, keine infos, aber es waren dann doch nur anderthalb stunden verspätung, um halb eins nachts war er zuhause. interessant, wie der masstab sich den gegebenheiten anpasst. eine freundin wies darauf hin, wie ganze lebensformen unmöglich werden, wenn zuverlässiges pendeln nicht mehr möglich ist, so viele akademische jobs bestehen ja aus einem lehrauftrag mit 3 wochenstunden in der einen uni, einem in einer anderen stadt mit 2 stunden, usw. das ist mit der bahn kaum noch realisierbar.

gestern war ich mit 2 jungs im grips theater, der große macht noch ein zertifikat in theaterpädagogik, weil er das auch anbieten will später, und hat von seiner dozentin steuerkarten bekommen. hab die chance genutzt und bin mitgekommen, dafür auf den teamevent vom job verzichtet, schaffe keine zwei hochzeiten mehr am tag. linie 1 war wirklich lustig und kam so frisch und gutgelaunt rüber wie am ersten tag, dabei lief es zum 2343. mal oder so. theater voll bis auf den letzten platz, publikum singt mit. 5 vorhänge. bin aber mit dem auto hingefahren.

nach den letzten vollen wochen gibt es hier einen gewissen bedarf, erstmal ein paar tage aufzuräumen, ich komme auch langsam in das alter, in dem ich einfach weniger kram in der wohnung haben möchte. mal wieder einen kleinanzeigen-sonntag planen.

gregor-zwilling hat bisher in berlin nur eine weitere übergangs-bleibe gefunden, also wenn jemand ein wg-zimmer oder eine billige kleinwohnung weiß, immer her damit.

teilen

linienführung

wie es dann plötzlich keine grenze zwischen warm und kalt, innen und aussen mehr gibt, das minifrösteln, mit dem ausatmen die wärme bis ganz nah an die haut lassen. überlegen, ob ich den ventilator aufbauen soll, nur zur sicherheit.

im alltag bleiben die grenzen, gehen nicht weg, in guten momenten werden sie durchlässig und ich vergesse sie einfach, auch mit freunden bleibt alles ein spiel, gespräche, ideen, frei improvisierte tanzschritte, in anderen umfeldern bin ich immer ganz im spiel, immer ganz in frage gestellt. geht das jedem so? wüsste ich gerne.

bei den schönen temperaturen mal wieder ans thema dating gedacht, gemerkt, wieviele selbstverständliche singlefrauen in meinem umfeld und bekanntenkreis unterwegs sind, männer muss es dann ja logischerweise auch geben. gehe mit freundinnen aus, im freundesumfeld habe ich alleinstehende männer, bei denen ich mich nie melde, was ich ändern könnte, es dann aber selten mache. sind die beziehungen auch unterschiedlich? bei freundinnen gibt es mehr flow, es ist mehr wie tanzen gehen, es gibt was gemeinsames in der mitte, oder kommt es mir nur so vor? männer stellen weniger fragen und reden mehr selber, wollen gehört werden, und die kommunikation mit frauen ist mehr gespräch und weniger vortrag. kann aber auch sein, dass das quatsch ist.

ach, daten ist arbeit mit einem hohen einsatz, ich bin jetzt eh im unsichtbaren alter, andrerseits sind die ersten dates immer nett, neugier, fragen, lebensgeschichten, wenn es gut geht – das mag ich. mehr erwarte ich ja nicht. vielleicht lieber eine wg gründen mit gleichaltrigen und gleichnetten menschen, da habe ich all das positive einer partnerschaft und erspare mir all die gefühle, die ich mir eh gar nicht mehr vorstellen kann.

ich sollte endlich mal terry pratchett lesen, bin da nie über ein paar seiten gekommen, mich hat zb setting und stil von „the long earth“ von 2012 so sehr an den anfang von tad williams‘ „otherland“ von 1996 erinnert, als hätte ich es schon mal gelesen. also aufgestanden, otherland aus dem regal geholt, das gelesen. trotzdem nach dem artikel im atlantic mal wieder nach meinem eigentlich schon toten steckenpferd gesucht, und ja, es gibt signierte erstausgaben des buches, für um die 90€ aus england, aber ich traue dem spass nicht mehr. die buchhandlung ist spezialisiert auf signierte bücher, und nein, statt mich in misstrauen zu vertiefen glaube ich lieber an neugierde, sammelleidenschaft, optimale netzwerke der buchhändler, aber der markt ist größer als das angebot, wobei ich immer noch das bild von karl ove knausgård vor augen habe, der in der freien volksbühne nach der lesung stundenlang am fliessband bücher signiert hat.

Erste Seite im Roman "Träumen" von Knåusgard, der Autor hat eine unleserliche Signatur hineingeschrieben und und oben rechts noch ein Datum, "Berlin 2/10-18"

ich habe vor 2 jahren zuletzt so einem kaufimpuls nachgegeben, bei cixin liu, aus england, und bin mir da bis heut nicht sicher, ob es echt oder nicht echt ist. mit diesem zweifel lässt sich der lustgewinn nicht halten, er löst sich auf und wird zur rein ökonomischen entscheidung, lohnt es sich, werde ich es im notfall/bei rente dem markt zurückgeben können? das gegnügt nicht mehr für den netzkauf, nur wenn ich bei der lesung und beim signieren dabei bin, dann gerne, aber das sind natürlich alles bücher, die ich dann viel lieber behalten möchte. weiß noch, bei einer signaturrunde mit alec soth, da wollte ich aus diesen doofen wirtschaftsgründen nicht, dass er eine widmung reinschreibt, und er so: „ah, those germans“ (o.ä.)

zum thema mit einigem vergnügen diesem herrn zugesehen, der bücher zeigt, die der autor 10 jahre nach seinem tod hätte signieren müssen, weil es den verlag vorher noch gar nicht gab. das wär auch ein job, der mir spass machen würde.

teilen

pfingstsonntag 2026

good omens hat die serie zu ende geführt mit einer letzten folge, mochte sie, wenn auch ein paar linien ein bisschen ins leeren liefen, aber das passt zur rahmenhandlung, dem ganz großen ganzen. meine abscheu vorm autor gaiman wurde vollkommen überdeckt von den beiden großartigen herren, die aziraphale (martin sheen) und crowley (david tennant) spielen, das paar hat eine wirklich göttliche chemie.

die zahllosen letzten folgen von colberts show gesehen, inzwischen hat ihn jeder prominente gewürdigt der nicht bei drei auf dem baum war, inclusive paul mccartney und robert de niro, tig notaro und ryan gosling im publikum, ich kam dann doch ins fremdeln, andere leute werden ohne das ganze federlesen gefeuert, er wird es überstehen – dann hab ich nachgedacht und gemerkt, dass es natürlich um viel mehr geht, es war ja auch eine politische show, die vom herrscher nicht geduldet wurde, es ist damit ein weiterer verlust der meinungsfreiheit verbunden, mit der die usa sich immer gebrüstet haben, zumindest seit mccarthy. und colbert tut was er kann, er geht nicht gentle in that good night, es ist ein akt des widerstands, wenn da soviele promis wie möglich präsenz zeigen, jeder nur ein paar minuten. in ihrem beruf, sozusagen, die show ist ja meistens teil der pr für die filme, bücher und musik der künstler. sie geben etwas zurück. und die band hat als abschluss ein mit striktem copyright belegtes stück musik gespielt, das thema von den peanuts, und sie laden zur klage ein. well played.

edit: colbert zeigt eine „worst of“- sammlung mit zb reaktionen zur wahl von 2016, die ziemlich lustig sind.

wollte gestern mit gregors hilfe endlich die taubenpaletten vom hinteren balkon entsorgen und da einen ernsthaften balkonstuhl hinstellen, wie aus einem vorstadthaus, den meine mutter nicht mehr nutzen mag, aber es fand sich ein kleines nest mit drei hellgelb beflaumten zarten küken unter der palette. mist. sie brauchen wohl noch so 3-4 wochen, aber dann.

paar mal gesehene sommermode von jungen frauen: weite stoffhosen, oben kurzes tank top, gleich mal im schrank suchen gegangen.

heute endlich mal einen leatherman bestellt. ich mag diesen kram und benutze gern diese mehrfachdinge, hält die hände frei und genügt für die normalen ansprüche, hatte ein sehr schniekes und oft benutztes multitool fürs rad, das irgendwie verschwunden ist. den jungs habe ich vor jahren auch je einen geschenkt, mitte der pubertät, meine ich zu erinnern, oder nur dem großen? mal nachfragen. man kann sie personalisieren lassen, das finde ich so albern wie großartig, dieser wird hoffentlich schwerer verschwinden, wenn „hotelmama“ draufsteht.

gestern war der erste sommertag, in der wohnung bleibt es angenehm kühl, war beim rausgehen ernsthaft erschrocken, hatte es komplett vergessen, was warm bedeutet.

teilen

brückentag

haha, duolingo nennt mich „champion der verpassten chancen“ und ja, da ist was dran. erstaunlich, dass ich spass an einer app habe, die permanent beleidigend ist.

gregor sucht ja weiter eine feste bleibe in berlin, jetzt kam etwas nettes in netter gegend für 2600€ hereingeflattert, „heroin-“ hat grad die rechtschreibung ersetzt, und ja, als drogendealer*in wären solche preise eher bezahlbar, bleiben aber trotzdem illegal. irgendwer wird es bezahlen*. gegen die gentrifizierung mal wieder im bademantel zum bäcker gehen, aber ich wäre natürlich nur noch merkwürdige alte und nicht mehr szene.

*edit: die meta-ai hat als durchschnittsmiete für so eine wohnung 2.114€ vorgeschlagen, mit dem hinweis, dass lage und ausstattung da auch noch eine rolle spielen. anscheinend sind solche phantasiepreise inzwischen normal.

isis und moses heißen die online-lernsysteme der tu berlin, ein schelm, wer dabei weiter denkt. das hauptgebäude wurde von der feuerwehr nach begehung „bis auf weiteres“ geschlossen, besser so, als dass der sohn da in eine gefahr gerät, aber es ist doch schon ein bisschen peinlich für berlin, oder nicht? wobei natürlich bei der allgemeinen baustellendichte in der stadt eine weitere gar nicht weiter auffällt.

baustelle auf dem u-bhf rosa-luxemburg-platz

rant: bsp alexanderplatz, ich kann mich nicht daran erinnern, in 30 jahren (ads, es sind fast vierzig, nicht dreissig. musste nachrechnen, ich war tatsächlich erst 22, als ich zurückkam. die unfassbare länge der jungen jahre.) berlin und 36 jahren ostberlin den platz jemals ohne baustelle gesehen zu haben. bauarbeiter sehe ich auf dem alex nie, aber ich fahre ja auch nur gelegentlich mit dem auto durch. der fernsehtum wurde allerdings nach 4 jahren bauzeit eröffnet, zu ddr-zeiten in den 60ern des letzten jahrhunderts, die ddr, liebe junge leser*innen, war eine diktatur, die nach dem 2. weltkrieg (lest selber nach) für 41 jahre den ostteil des landes beherrscht hat.

ich habe ja auch den kompletten potsdamer platz von der jahrzehntelangen flohmarkt-brache über das ausheben der baugrube bis fertigstellung mit besten galerieplätzen von der stabi aus beobachten können, es hat nur ein paar jahre gedauert, das hat ja auch nicht die stadt organisiert oder bezahlt. da war es noch spannend, zuzusehen, es passierte wenigstens was, diese irre tiefen baugruben! die baumafiapolitik in berlin wäre eine reportage wert, bestimmt alles verwachsen und vernetzt wie davids riesige unterirdische pilzstrukturen, mit lauter wuchernden raumforderungen wie eine schlimme erkrankung, ein system unter dem system, auf selbsterhalt und nicht auf ergebnisse ausgerichtet. /rant.

tag heut sehr genossen, hell und kalt war er, warm angezogen, tee getrunken, gelesen und durchgeatmet. einen weiteren schritt duch die tür vom februar gegangen, mal sehen, ob es weiterhilft, ich bin da noch etwas zwiespältig. mir hat die sache, wie ich es erstmal nennen will, auch beruflich probleme bereitet, ich hab wirklich dumme fehler gemacht, wird zeit, dass das alles besser wird.

davidzwilling begrüßt, er trifft sich mit freunden, wir können zusammen frühstücken, eine freude.

teilen

gallery weekend mai 26

perfekter tag, um in feiner gesellschaft einen spaziergang durch charlottenburg zu machen, durch lauter mir unbekannte galerien, ich komm halt selten weg von dem angebot in mitte. war das erste mal im kleid mit sandalen, ein echter frühsommertag. bin bis ernst-reuter-platz gefahren, dann mit der freundin nach ein paar metern in der hardenbergstrasse mit markus lüpertz in der galerie michael werner angefangen. viel krieg, totenköpfe, fische, sehr viel aussage in den bildern, ich konnte ihn mir in einer ecke sitzend vorstellen, wie er unablässig vom krieg spricht, dem ewigen. hatte seine bilder tatsächlich noch nie gesehen, das wurde also zeit, sie haben mich angemessen beunruhigt, wir sind dann aber lieber weiter zu max hetzler, da stellt vivien zhang aus, die wir nicht kannten. sehr farbenfrohe, technisch aufwändige und ein bisschen plastische bilder von zb schmetterlingen, eins davon hat mich besonders fasziniert, aber es sollte 4000£ kosten, das geht leider nicht.

vivien zhang, zu sehen bei hetzler in der goethestr. bis ende juni

die galeristin hat mir kenntnisreich das motiv erklärt, aber ich zitiere lieber mal von der webseite:

„In zwei Gemälden mit dem Titel to slip between (Ithomia), 2026, verweist sie auf den Glasflügelfalter (Ithomiini), dessen transparente Flügel auf Tarnung und Mimikry ausgelegt sind. In eine geometrische Struktur eingebettet, verweisen die Schmetterlingssilhouetten auf die ‚Butterfly‘-Weltkartenprojektion. Im Gegensatz zur traditionelleren – und umstrittenen – Mercator-Projektion ist diese Darstellungsform dafür bekannt, Größenverhältnisse und Landmassen weniger verzerrt wiederzugeben. Indem sie bestehende Informationssysteme und soziale Interaktionen reflektiert, spiegeln die Werke auch die eigenen Erfahrungen der Künstlerin mit Migration und Assimilation wider.“

– die info ist bereichernd, aber das bild funktioniert auch ohne. so einen changierenden, multidimensionalen schmetterling hätt ich mitgenommen, es ist auch eine schön kleine arbeit, die passt immer noch irgendwohin, aber nicht zu dem preis. weiter zur galerie friese, die arbeiten von slawomir elsner zeigt, der eine faszinierende technik mit buntstiften einsetzt, feinste schraffuren.

die arbeiten haben einen meditativen aspekt, es gibt auch noch eine reihe kleiner, din-a-4- großer blätter, sehr farbintensiv, auf denen er aquarelle mit buntstift kombiniert, die figuren (pferde oder andere tiere) darauf habe ich erst beim zweiten mal dran vorbeilaufen entdeckt. bei ihm hatten wir auch ein paarmal einen kaufimpuls, auch hier sehr viel schon weg, aber muss ja nicht, ich weiß nicht, ob die faszination an der technik die wahrnehmung des bildes auf lange zeit trägt, die figuren darauf bleiben ja im ungefähren. also wenn es hier hängen würde.

rudolf belling, 23, skulptur im kunsthandel wolfgang werner

ein showstopper war die skulptur 23 von rudolf belling im kunsthandel wolfgang werner, so ein gefühl, die schon mal gesehen zu haben, sehr sehenswert, und nein, es ist keine espressomaschine, sondern ein kopf, habe schlechte perspektive gewählt.

blick vom hauptraum der galerie kornfeld auf de hinterhof hinter glastüren

in der galerie kornfeld stand ich zunächst sehr gerne vor den glastüren zum hinterhof, dahinter ein paradiesgarten mit kunst, blumen, bäumen, echter konkurrenz zu den ausgestellten bildern, aber sebastian maas war auch eindrucksvoll, kunst zum gucken, mochte die große geste daran.

foto von einem bild von sebastian maas, in der ausstellung "seduce me", galerie kornfeld berlin

es ist auch ein großes bild.

danach sind wir zum ubahnhof spichernstr., von da bin ich dann nach hause gefahren. viel gesehen, einiges hängengeblieben, sehr schön. hab zu wenig bilder gemacht, eine dame in rot fehlt mir noch, leider vergessen, wer, was und wo ich das bild gesehen habe.

abends chillen mit star trek IV, zur feier des befreiten wales.

(die bildverarbeitung ist wirklich unangenehm, jedes einzeln per mail, dann lädt es mehrfach nicht hoch, irgendwann dann doch, dann runterskalieren, ein aufwand, es dauert stunden. bin froh, so selten fotos zu verwenden.)

teilen

der mai, der mai

nächste woche ist julian lage im huxleys zu sehen, ich war ja nach dem letzten konzert nicht mehr so unbedingt an bord, die neugier und faszination bleiben aber, und ich werde diesmal in gesellschaft hingehen, sehr schön. bin gespannt, wie er sich entwickelt hat, das ist mir beim nachlesen der letzten konzerte aufgefallen, er bleibt in bewegung, formal und inhaltlich. er tritt immer mit außergewöhnlichen musikern auf, diesmal wieder mit jorge roeder am bass, außerdem john medeski am piano und kenny wollesen am schlagzeug, die letzten beiden kenne ich noch nicht.

hab mir überlegt, ein paar etfs aus den emerging markets zu kaufen, mit china und indien an bord, und hab chatgepetto (© adragonfly irgendwo) gefragt, ob er mir was empfehlen kann. es kamen ein paar total echt klingende namen, die alle nicht existierten.

heute ein in einer zeitung beschriebenes produkt sofort bestellt, ein teures shampoo, weil mich die autorin so an die zeit erinnert, als mir meine haare noch so existentiell wichtig waren. wie ernst ich das genommen habe, bier, eier, essig, mit nassem haar im handtuch schlafen gehen, sprays, spülungen, morgens vor der schule der bange und hoffnungsvolle schritt vor den spiegel, ist was anders, ist es endlich gut? es war so wichtig, wie wir aussehen. das fehlt mir ein bisschen, dieser imaginierte blick der anderen, die angenommene fremdwahrnehmung, obwohl so viel unsicherheit dabei war.

mit 60 habe ich die unsichtbarkeit vielleicht zu sehr verinnerlicht, mag aber die freiheit, in die mich das gefühl bringt, nicht mehr teil der menge (in meinem stadtviertel zb mehrheitlich junge leute) zu sein, es fühlt sich entspannt an, zuhause. jetzt bin ich froh, wenn ich morgens vom losgehen die bürste mal in der hand hatte, oft ohne in den spiegel zu gucken dabei, es kommt eh gleich der helm drauf. vermisse vor allem diese selbstverständliche gewissheit, ein schritt, der alles ändern wird, und dann ist es von außen höchstens eine nuance. diesen rezeptor für werbung und magazine. immerhin ist der neue haarschnitt allen aufgefallen. vielleicht mal blau färben.

Blick auf Balkon mit großem Kissen und kleineren Kissen auf einer Palette

die taube hat schon einen/eine neue partner*in gefunden, sie sind wieder zu zweit und rumoren herum. werde sobald wie möglich die ganze palette mitsamt kissen entsorgen und den balkon neu einrichten, mit einem gemütlichen klappsessel oder so etwas. in den heißeren sommern ist es nachmittags ein schöner schattenplatz. das foto als andenken, es war ein guter ort, habe ich bei auszug der kids so eingerichtet.

heute ist tag der offenen galerien in berlin, oder gallery-weekend. schaue mich diesmal mit einer freundin in charlottenburg um, da kenne ich kaum was, habe sehr angenehm keine ahnung, was mich erwartet. ergänze dann vielleicht, wenn mich was bindet irgendwie.

teilen

all die stunden des tages

die meisten von euch arbeiten vollzeit, aber nur knapp die meisten: auf 56% kommt meine unrepräsentative umfrage mit 190 stimmen. wenn man, wie anna caixa anmerkt, wie die ig metall die 35 std auch als vollzeit anrechnet, sind es über 70%, damit kann sich der emphatie- und ahnungslose bundeskanzler gerne mal neu sortieren gehen. sowieso geht es doch um unser leben, lifestyle als lebensart, wie wollen wir unsere zeit verbringen? selbst- oder fremdbestimmt, abhängig oder frei, nur in unsere eigenen entscheidungsprozesse eingebettet? es ist eine private entscheidung, wieviel man arbeitet, oder sollte es sein, wenn die löhne es erlauben. der letzte nebensatz ist der dreh- und angelpunkt natürlich.

die struktur durch arbeit ist viel wert, ich bin an den wochenenden nicht so produktiv wie erhofft, natürlich, weil ich mich einfach erholen muss, mit mehr sport und ein paar anderen sachen bleibt vielleicht mehr energie. den selbstwert hätte ich genauso gern vom arbeiten losgekoppelt wie die kondition, das ist mein ziel für die nächsten berufsjahre, wobei da so gesamtbiographisch auch eine hilfreiche transposition oder projektion passiert ist.

zuhause war ich nie gut genug, nie gehorsam genug, es konnte jederzeit ein donnerwetter geben, die antennen waren immer auf die launen des vaters gerichtet, die mutter nicht unterstützend – im privatleben habe ich mich davon befreit, mich freigeschwommen, im arbeitsleben nicht, da bin ich oft unsicher, still, in angstszenarien gefangen, die eigentlich keine reelle grundlage haben. vielleicht ist mir die trennung zwischen arbeits- und privatleben auch deswegen so wichtig? ich halte ein trauma fern, dass immer noch eingeschrieben ist, diese verunsicherung, alles richtig zu machen, richtig zu sein, es gab immer eine distanz zwischen mir und dem, was ich sein sollte für die eltern. grade sitzen, ellenbogen an den oberkörper, nicht unterbrechen. bin ich noch nicht ganz losgeworden. leben ist wip.

vielleicht 12cm lange figur einer knieenden frau, aus weißem ungebranntem ton, haltung in etwa balasana beim yoga

erinnerung an den flow bei manchen tätigkeiten, beim schreiben am häufigsten, manchmal auch bei anderen dingen, ich fühle noch heute diese kleine tonfigur, aus den 80ern („neulich“), das haben meine hände alleine gemacht, jede stunde ein geschenk.

beim schreiben manchmal das loskommen von der aufgabe (tagebuch, verarbeitung, schilderung) und ins freie kommen, wenn die worte sich finden, etwas eigenes werden, bestand haben. dabei diszipliniert die selbstironie wegdenken. vom schreiben über ins schreiben, kunst machen, musik, whatever.

selbstvergessenheit.

teilen

kino kann

gestern mit freundin the astronaut angeschaut, im odeon, einem kino im fernen schöneberg, perfekt ausgestattet und nicht riesig, mit wunderbaren liegesitzen, flaschenhaltern und sehr gutem sound. wir haben uns echt was gegönnt, mit popcorn, getränken und gemüsechips. und dann dieser film, von dem ich nichts wusste vorher, die freundin hat ihn wegen sandra hüller vorgeschlagen, die ich auch sehr mag. der film war bewegend, spannend, lustig*, der plot blieb überraschend. ryan gosling trägt die hauptfigur, „verkörpert“ erscheint zu einseitig, weil er in seiner darstellung den rest der person mit ins bild bringt, die vorgeschichte, die selbstwahrnehmung als loser mit all dem vorsichtigen spott, der noch auf mildernde umstände hofft. ich bin kein astronaut, sagt er ein paarmal, und stolpert dann durch sein raumschiff. dabei habe ich ihm gern einfach zugesehen, ein schöner mann, der als unfreiwilliger held in eine ausweglose situation gebracht wird, aber dann … geschieht so einiges, unter anderem gibt es einen sehr charmanten außerirdischen, der aussieht wie eine kombi aus einer riesenspinne und einem felsblock. schöner abend, und endlich mal wieder ein packender blockbuster ohne gewalt. die magie auch daher, dass die rollen von hüller und gosling nicht in bekannten mustern verlaufen, sondern sich frei und eher verspielt im spektrum der erwarteten figurenentwicklung bewegen, dadurch/dabei vielseitiger und brüchiger wirken, viel mehr persönlichkeit zeigen dürfen, und zwar nicht jeweils mit 2 seiten dialog, sondern in regieeinfällen, der kameraführung, im bild. großes kino, empfehlung.

(lest lieber nicht die ganzen kritiken (incl. der ai-sachen beim googeln), die den kompletten handlungsverlauf schildern, ich verstehe sowas nicht, das ist unehrenhaft. ich hab meinen erwartungshorizont gern leer und weit, wenn ich ins kino gehe.)

ein ähnliches gefühl hatte ich zuletzt bei arrival, da ging es ja auch um weltall, extraterrestrisches leben etc, um kommunikation. bei the astronaut kann die filmerzählung auf das ganze (in film und wirklichkeit) übliche arsenal der menschlichen reaktion auf neues (erst mal bedrohung, angst, militär etc) verzichten, weil es wirklich nicht darum geht, weil es genug anderes zu erzählen gibt.

sonst telefoniert, geputzt, davidzwilling war hier wegen einer party, gregorzwillings uni hat angefangen, er ist wieder nur zu 8 oder so in seinem studiengang, selbst an der tu in berlin. mit beiden schön gefrühstückt, david ist dann zurück nach halle, gregor war unterwegs, ich hab die gesellschaft der söhne genossen.

*bei nachlesen an barthes gedacht, bei dem das adjektiv die ärmste linguistischste kategorie ist, mich stört natürlich der aspekt der setzung statt herleitung beim schreiben, aber …

teilen

fahren, finden, falzen

tatsächlich einen parkplatz am strassenrand in sichtweite des ber gefunden, über google. davidzwilling heil angekommen, muss erst noch aus dem flieger gehen. als sein okay kam, ging losfahren schon nicht mehr, keine reaktion, elektrik tot, riesenschreck. adac angerufen, eine viertelstunde einer frau erklärt, wo die strasse nu ist, dann meinte sie: 1 stunde. ich rufe beide jungs an, einen vor dem flughafen, den anderen auf seinen kisten in halle, um verspätung anzukündigen, mit einigen flüchen. der adac kam dann 5 minuten später, checkte die batterie, „tiefenentladen“, weil ich den motor aus- und die ankerbox über zigarettenanzünder angestellt hatte, vielleicht 15 minuten lang, die warnung in der anzeige war: airbag defekt, ich schon gegoogelt, irgendwelche schalter unter dem sitz seien zu säubern, aber der adac hat das problem in 2 minuten gelöst. habe umarmung angeboten, mich aber zurückgehalten. altes auto, alte batterie, „lassen sie es erstmal laufen“, jungs wieder angerufen und beruhigt, david eingesammelt, der mit rucksack über das strassenchaos rund um den flughafen einfach so rüberspaziert ist. entspannt über volle autobahn nach halle, mit beiden gefrühstückt, dann auto voll geladen und mit gregor entspannt zurück nach berlin. ich fahre gerne auto eigentlich, wenn es keine raser und staus gibt. leider ohne frisches audio, die bt-box ist wohl eher keine solide idee, vielleicht erstmal einfach nur den bluetooth-stecker suchen, den hatt ich schon mal hinten am radio montiert, er funktioniert halt nicht mehr.

heute noch den satz „mütter finden alles“ erneut bewiesen, als ich ein in einem bettlaken verstecktes portemonnaie ausfindig gemacht habe, und die karten waren schon gesperrt, ausrufezeichen. erleichterung. zum nahen geburtstag dem gregorzwilling so eine tracker-karte bestellt.

am urlaubstag 3 kann ich langsam wieder geradeaus gucken, gemerkt, dass die wohnung einen klassischen osterputz gut vertragen könnte, damit angefangen. außerdem bewegung, allgemein leben geniessen, das fällt mir leichter, seit die zeiten so bedrohlich geworden sind, im hier und jetzt sein, alles wahrnehmen. mache trotzdem noch zuwenig sport. die kids sind über ostern alle woanders, ich bin eingeladen bei freunden. wie gesagt natale con i tuoi, pasqua con chi vuoi, trotzdem vermisse ich die anderen beiden liebsten etwas, in den letzten jahren waren sie alle kurz hier über ostern.

endlich mit dem buch angefangen, dass ich probe lesen darf, freue mich sehr über das angebot.

bei der suche nach dem motel-bild neulich ein filmchen wiedergefunden, dass ich mal in einer begeisterung für ein pop-up-buch gemacht habe, ich wollte das glaube ich auf youtube posten, in einem channel, der sich popup-büchern widmet, aber dann hab ich das buch schlecht gehalten und war zu langsam, hätte es neu machen müssen und kam mir dann albern vor. die tollste seite hab ich schlecht inszeniert, hier noch ein foto, leider bisken unscharf:

foto von einer seite mit einem popup von häusern in hongkong, von kit laut

das buch mag ich immer noch sehr und schaue es gelegentlich an, wenn auch fast mehr wegen dem knarzen, wenn sich das papier entfaltet und entblättert. kit lau, ein papier-ingenieur, hat da den lebensraum hongkong vorgestellt, mit aufwändigen und hochkomplexen gebäuden voller leben und details.

frisch ins haus gekommen ist ein mini-popup zum selberfalten, mal sehen, ob ich mir das in den ferien zutraue, ich suche ja nach anregungen für die ag, die ich anbieten will, in stark vereinfachter form natürlich. es ist vor allem winzig klein, es gibt zum beispiel schräge treppen zu falten, mit 2mm breiten stüfchen, da ist die kante von meinem falzbein breiter.

jedenfalls wünsche ich euch erholsame ostertage!

teilen

kw 11, 2026

letzte folge starfleet academy war merkwürdig unbefriedigend. viel zuviel gewalt und gebrüll, rache, bösewichter ohne charme (großartig allerdings paul giamatti) als wäre das übel der welt in der fiktion angekommen, mit allen abgründen. ich schaue keine filme, in denen gewalt vorkommt, schon gar nicht, wenn sie als faszinierend und geheimnisvoll dargestellt wird. ein element der macht, das ich verabscheue und fürchte. habe viel vorgespult und keine lust, die folge ganz zu sehen. das ist bedauerlich, ist doch der aspekt eskapismus ein wesentlicher teil meiner vorliebe fürs franchise.

doch langsam das gefühl, wieder ans licht zu kommen, es es wird zumindest heller. heute große freude über das foto, wie der gregorzwilling seine abschlussarbeit in den uni-briefkasten wirft, hurra! bin so beeindruckt darüber, was die kids leisten.

letzte woche zwei studientage am arbeitsplatz gehabt, intensiv nachgedacht zu themen des schulalltags, begeistert, wie intensiv da weiter an allem gearbeitet wird, trotzdem total kaputt am ende, während die kolleg*innen noch auf diverse teamevents gehen danach. gleich selbstzweifel, weil die anderen mehr energie haben, mehr beitragen, besser durchhalten, aber das ist halt einfach mein persönlicher song, der ohrwurm meines lebens. zum glück am freitag noch auf feine aperitive mit freund*innen eingeladen worden, das war bisschen wie früher, als die tage noch nicht soviel gewicht hatten.

samstags geputzt und geräumt, wie immer befriedigend, und nach 20+ 25+ jahren am selben ort gibt es ja einfach viel kram, der eigentlich auf den weg gebracht gehört, zu anderen, zu ebay, wo ja die armen söhne schon immer kein geschirr, keine spiele oder bücher mitnehmen wollen und sehr höflich ablehnen. ich werde mit meinen angeboten warten müssen, bis sie ihre ersten jobs und feste wohnungen haben, andrerseits wird da ein ginori-blümchenservice vielleicht auch kein renner.

das eigenleben der dinge. in einem regal einen satz pokerchips gefunden, in schwerem kleinen alukoffer, keine ahnung, welches kind das mal angeschleppt oder geschenkt bekommen hat, oder war ich das? wozu? gab es mal eine pokerphase im zuge des erwachsen werdens? die karten fehlen leider.

und wie ich ja im frühling immer wieder auf die lyrik schaue, habe ich einen kleinen vierzeiler in einem sehr liebevoll gestalteten büchlein von 1904 gefunden, „Genesung“ heißt es, von einer marie böhler, von der ich sonst im netz keine spur gefunden habe. es ist ja nicht das schlechteste, wenn ein gedichtband übrigbleibt von einem leben. das papier ist noch fest und glatt, jugenstil-druck im einband, und ja, schon, noch immer:

foto von einem vierzeiler in altdeutscher druckschrift, aus einem alten buch. text: 
Ich suche.//
Ich suche Einsamkeit und Meeresrauschen .../ Da möchte ich meiner Seele lauschen,/ Da möcht ich lauschen meinem Ich:  –/ Ich suche mich!
teilen