50-60kg

im letzten sommer unter den überwiegend schlanken bis mageren italienerinnen meines alters am strand zum ersten mal seit meinen frühen zwanzigern unpassend gefühlt, anders. habe so ein blaues langes leinenkleid für den strand, es fühlte sich nicht mehr elegant und luftig an, sondern raumgreifend bis enorm vor all den t-shirts und engen kleidchen um mich herum. es begann mit einem blick: als jemand einen witz über eine cicciotella machte, sah die freundin mich kurz entschuldigend an, an diesem blick hab ich mich zum ersten mal mit ihren augen gesehen, sie, die man mit drei händen umfassen kann, und war erschrocken. die wertenden kriterien in meiner körperwahrnehmung betrafen in den letzten 30 jahren nur änderbares, friseur ja/nein, nägel manikürt oder nicht, kleidung passend/unpassend oder schön/langweilig. die schönheit es körpers war gegessen sozusagen. mit diesem blick war sie wieder im raum, als dichotomie, ich wurde auffällig, die kategorie ‚gewicht‘ kam damit über mich wie eine mückenplage oder ein quallenkontakt. aus dem nichts. ich hab dann noch am meer drauf geachtet, wie bewußt das thema gehandhabt wird, wie öffentlich es ist (gar nicht), es läuft so mit, das wahren der jugendlichen fasson ist wie das atmen und schlafen, selbstverständlich und leise,  es bedarf keiner kommentare, ist längst verinnerlicht worden, bis der letzte rest appetit weg ist, niemand isst noch etwas, salat und dietcoke füllen die mahlzeiten. ob der körper dadurch dauernd anwesend wird? oder verschwindet er hinter seiner symbolhaftigkeit als erotisches objekt? vielleicht so, wie mein blutzuckerspiegel in meinem bewußtsein herumlungert, ein meßsystem, vor dem ich jede empfindung abgleiche, unterhalb des bewusstseins. der zu dünne körper ist in seinen bedürfnissen zum verstummen gebracht, als symbol spürbar wie eine art halo über dem körper aus fleisch und blut. wie ein geschmeide von bulgari. wie konnte mir das jahrelang nicht auffallen? freundin erzählte gestern davon, wie dünn die frauen überall sind, wie üppige büffets bei veranstaltungen unangetastet stehenbleiben, wie sie nur salate essen, nur noch trinken tun sie, aber weniger als die männer, die darin maßlos werden können. die statur vermittelt vielleicht so eine diffuse zugehörigeit zu denen, die dazu gehören, völlig unberührt von feministischen und historischen diskursen und realitäten. je wichtiger und größer diese frauen beruflich sind, desto kleiner und harmloser sollte ihr körper aussehen, wie eine entschuldigung (das ist ein gemeiner gedanke aus dem sommer, in dem der text entstand, weiß ich, und vermutlich nicht frei von neid). mir ist das in meiner auch beruflichen abgeschiedenheit gar nicht aufgefallen, auch weil mein körper fast immer das ganze ich ist, mit entspannten 70kg, und ich schon ewigkeiten an keinem rennen mehr teilnehme.

es ist anders, es gibt wirklich diese menge an dünnen frauen, erst meine eigene normalgewichtige körperlichkeit bringt mich zum lästern, oder? „bei datingbörsen heißt ’normal‘ immer ‚fett'“, sagte mir neulich jemand. dann lach ich drüber, elegant verschiebt sich mein innerer bewertungsapparat wieder weg vom kriterium wenig gewicht auf die art schönheit, die ich selber sein kann. mein diabetes läßt mich ja eh in einem zahlenkäfig leben, das sollte genügen. maybe baby!

(die frauen nehmen die männliche sehnsucht nach der schmalen maid auf sich, als wäre es nichts, jahrelang, und werden dann irgendwann alte mädchen in einem kosmos traurig trinkender alter männer.)

das urteil trägt man trotzdem herum, es ist ein binärer code, das |false| macht unsichtbar fürs gesellschaftliche begehren (den leise anerkennend nickenden neid), oder für die immaginäre nebenei-selbstbestätigung im schaufenster, das reicht ja schon als stein im schuh. vielleicht nicht fürs sexuelle, but who am I. dünnes eis. es ist müßig, diese kriterien zu kritisieren, sie unterliegen keiner bewußten entscheidung.

die ewige aufgabe der normalen frauen, nicht um schönheit zu trauern. schöner gesagt: Wo mehr ist, muss ich womöglich mehr lieben.

verrückt. (brauche mal wieder ein paar nächte, glaub ich)

edit: grad noch ein strandfoto vom letzten sommer gesucht. auf allen waren gleichviel runde wie eckige frauen zu sehen. wahrheit oder pflicht?

wer war ingeborg bachmann?

meine innere bachmann-alertness kann man daran bemessen, dass ich diese biographie nicht bemerkt hätte, wenn sie mir nicht geschenkt worden wäre. habe früher erst die gedichte, dann den rest gelesen. bei der fachliteratur danach ist mir die autorin sehr schnell und umfassend verlorengegangen, bis auf die lyrik in all ihrer unmittelbarkeit, die wird nicht so durchwuchert von der sekundärliteratur, der unterschied zwischen den textarten wirkt da desinfizierend. erinnerte nach 25 jahren alles außerhalb der gedichte als eher mühsam, oder zeitgebunden und biographisch, ins komplexe bewegt und da stehen gelassen, das lag aber an den texten über die werke, die der liebe zu einer autorin ja niemals guttun. aye, keine geborene wissenschaftlerin bin ich.

ina hartwig kümmert sich nicht um die forschungslandschaft, sie schreibt so, als gäbe es noch nix über die bachmann. beginnt bei ihrem tod, das liest sich spannend wie am ersten tag, es ist vielleicht einen tick zu  skandalistisch (ruhm, neid, egos und drogen) geraten, obwohl sie auch da eher beschreibt als urteilt, aber mir fällt der unterschied zum rest des buches auf. habs so überrascht wie gespannt gelesen, vielleicht ist das ja auch der zweck dieser passage, die den ganzen menschen aus dem literaturlexikon und dem wikipedia-pragmatismu herauslöst und dabei  gefühle weckt und neugierig macht. in den weiteren kapiteln erzählt ina hartwig von bachmanns reisen, ihren jobs, den liebesgeschichten und den männern, auf eine vorsichtige und respektvolle weise, als würde sie noch leben. das liebe ich sehr, es ist souverän und klug, frei von dem anstrengenden bedürfnis nach meinung oder auch nur zuordnung. die feine art.

im zweiten teil des buches beschreibt sie gespräche mit zeitzeugen, und diese passagen sind großartig. wegen der anekdoten, aber auch weil im (unterscheidbaren) nacheinander aus gesagtem und den beobachtungen und intuitionen der autorin etwas sehr lebendiges entsteht. die zeitzeugen werden dabei genauso präsent. das buch ist auf eine amerikanische weise sehr gut geschrieben, wie ein text im new yorker oder so. sehr tolles buch. ich habe sogar malina entstaubt und oben auf den stapel gelegt.

panikherz am berliner ensemble

sehr höflich bedankt worden dafür, das wir ohne vorherige kritik ins theater gekommen sind. och, dafür nicht gedacht, obwohl das BE deutlich teurer geworden ist mit dem neuen intendanten (reese), parkettplätze kosten jetzt 30 statt 20€, das fühlt sich schon eher nach luxus und nicht mehr nach grundnahrungsmittel an. es ist alles neu am BE, lauter schauspieler, die ich nicht kenne, handwerklich perfekt, textsicher auch bei 2 einhalb stunden-kloppern, aber das gute gedächnis ist ja grundvoraussetzung für die ausbildung wahrscheinlich. sie haben beeindruckende präsenz und energie und schöne singstimmen! hat nicht jeder.

der regisseur (reese) hat den text so wie er ist auf die bühne gebracht, wörtlich, in auszügen natürlich. vier schauspieler, jeder stellte ev. einen aspekt dar, eine haltung, eine stimmung, zwei waren der ich-erzähler, zwei übernahmen die textpassagen, in denen außer dem ich-erzähler im buch andere stimmen zu wort kamen, ärzte, freunde, eltern, gewissen, eine metaebene der selbstwahrnehmung, mehr kommentar als ich-erzählung. glaube ich. ich habs ja nicht gelesen.

ich weiß nicht genau, was mich gestört hat, es könnte eine regisseurentscheidung gewesen sein – aber es war mir alles zu deklamatorisch, zu gespielt, noch zu sehr vortrag durch leute, die das gelernt haben, das scheint mir ein mangel bei einem text, in dem sich jemand ausschließlich um den eigenen bauchnabel dreht. mit mehr method acting wäre mir der narzissmus der figur vielleicht nicht so auf den keks gegangen, ich wäre in die figur hineingerutscht. das ging gestern nicht. ich blieb zuhörerin bei einem text, in dem es nur um den autor geht, sollte nur publikum sein, beifall spenden, lachen, wenn die witze fallen. der text versucht keine eroberung, er tritt auf, reisst witze, du lachst oder gehst. es geht deswegen auch auf der bühne weder um empathie noch um poesie oder gar erleuchtung, jut, kann man machen, das fällt mir hier nur negativ auf, weil es ja um existentielle katastrophen geht. das passt nicht. ich will ja im theater eh lieber erleuchtet werden, hingerissen und verzaubert, es passiert etwas einmaliges, nur hier und jetzt, und ich darf dabei sein!

beste stelle: die drogenraserei als der moment, wo innen und außen nicht mehr aufeinander passen, wo die figur in panik und hektisches herumhopsen gerät auf der suche nach nasenspray. das war gut gespielt, wobei ich immer wieder rausgekippt bin und gedacht habe hihi, nasenspray! das lachen über einen, der am boden liegt, es wäre mir lieber gewesen, wenn sie uns da im entsetzen gelassen hätten. aber im text lacht der autor ja auch über alles, eine dauernde witzischkeit. vermute ich, ich hab ihn ja nicht gelesen.

bisschen wie die szenenteilung in the affair, wo die trunkenheit einer figur mal in der selbstwahrnehmung (coole braut), mal von außen (lallende frau) gezeigt wird. im theater geht das nicht, da ist alles linear (außer bei marthaler), hier ging es auch nicht um einen unterschied zwischen eigen- und fremdwahrnehmung, es war keine bloßstellung, eher sowas wie das eingeständnis bei diesen 10-schritte-programmen. gleichzeitig zu spät und self serving.

gelingt mir grad nicht gut, text und inszenierung auseinanderzuhalten beim schreiben. textkritik: als kind waren ja die eigenen witze einzigartig lustig, raffiniert und gekonnt aus der hüfte, dann kam natürlich das internet und hat uns die augen geöffnet, stuckrad barre war wohl während des internets durch seinen lebenswandel verhindert, der hat nix mitbekommen und war ganz bei sich in diesen jahren. hmm. das theater hat schon die bewegung vom herumkaspernden teenager über den von sich begeisterten musikkritiker zum haltlosen junkie gezeigt. es war sicher eine kongeniale darstellung dieses buches, aber warum um alles in der welt soll man so ein buch auf die bühne bringen wollen? als antidrogending? gelesen ist es lustiglustig, im theater fällt der mangel an tiefgang zu sehr auf, oder auch nur der mangel an welt.  das publikum soll nur über die gags im text lachen, obwohl man ja bei diesem ganzen narzissmus auch schnell mal unfreiwillig in den spott gerät und dringend selbstironie vermisst. es gab natürlich einige sehr tolle zeilen über sucht, drogen und musik und all das im text, aber sie haben das ganze nicht halten können. da kann das BE nix für. natürlich füllen sie mit einem gutgehenden titel das theater mit einem sehr jungen publikum, alle jünger als wir, das war früher sehr anders dort.

mir war das zuviel. ich war nicht drin, wurde nicht mitgenommen, selbst in der raserei nicht, dabei hätte ich gerne mal wieder ein bisschen raserei, also rasende gedanken, welt- und gesellschaftssprengenden rausch, der einen unbemerkt mitnimmt, bis man in voller fahrt auf die nase fällt. habe rainald goetz‘ räusche vermisst. goetz wird nächsten monat auch gezeigt im BE, da bin ich schon gespannt drauf.

zum ersten mal nicht in die kantine nach dem stück, frau ziebarth war  nicht da, die freundin hatte geburtstag und wollte woanders hin. in der bar unter den paaren zuviel getrunken und dabei langsam an höhe verlierende herzensballons beiseitegschoben, das war lustig.

(puh. versuch, mal wieder sowas zu schreiben, aber es stimmt alles noch nicht, ist hakelig, und die sätze bleiben klein. der fluß ist woanders.)

if this, then that


ich bin mitten im finetuning meines loop-versuches. heute eine nette sache entdeckt, die sich ifttt nennt. man muss sich auf der seite anmelden und kann dort eine art befehlskette einrichten, die über umwege zum minipankreas gelangt und dort unter bestimmten bedingungen (if this) eine aktion auslöst (then that). dazu drücke ich in einer app, die ich aufs handy lade, auf einen knopf. ein wenn-dann -knopf. großartig. im leben würde mir ein wenn schon, denn schon -knopf reichen.


I’m in the middle of finetuning my loop trial. discovered a nice thing today called ifttt . you have to register on the page and can set up a kind of command chain there, which reaches the minipankreas via detours, and under certain conditions (if this) triggers an action (then that). I press a button in an app that I load on the phone. an if-then button. Great. in my life a button with do it, if it’s worth doing would be enough.

kw 43

ein paar tage weggefahren, die jungs alleine gelassen. es war für keinen von uns der rede wert, das ist mir auch erst aufgefallen, als ich schon weg war. das schwierigste war die liste mit den hunde-pflichten, nach ein bisschen aber ich mach immer und stimmt gar nicht wurde das blatt akzeptiert und an den kühlschrank gehängt. wenn du immer so einen kram kaufst, müssen sie gar nicht kochen, sagt der große zum vorrat an maultaschen, tiefkühlpizzen und pestogläsern. er hat recht, und er hat nicht „wir“ gesagt. er sieht sich als auserzogen.

in italien erst einen anderen leihwagen als den gewünschten fiat 500 angeboten bekommen, einen schwarzen bmw 118 mit steptronic. begeistert eingestiegen, nach 30 minuten mit sehr angeschlagener ehre aufgegeben: ich verstehe ihn nicht. die automatik konnte ich nicht fahren (in den usa damals das automatikfahren auf der strecke vom parkplatz zum ausgang des parkhauses gelernt, problemlos), bin wie armin müller stahl seinerzeit durch nyc mit quietschenden irgendwassen (bremse? reifen? motor?) durchs parkhaus gehoppelt. ging nicht. drei sixtmitarbeiter davor im gespräch darüber, wie man ihn wohl ankriegt und die schaltung von p auf d umstellt. übel, übel. dann weiter mit dem kleinen 500er, ein vergnügen.*

von haustür zu haustür 6 einhalb stunden gebraucht, mit direktflug wärs in 4 stunden zu schaffen, ökologisch ein riesenschwachsinn, erholungstechnisch sehr effektiv. sinnvoll ab vielleicht 4 freien tagen, finanziell sinnvoll ab zwei wochen, wie gehabt.

der gefürchtete rückfall in die ansia der kindertage, weil ich alleine mit muttern dort war, ist fast ganz ausgeblieben, ich habe das haus inzwischen recht gut mit neuen erinnerungen überschrieben. flashback nur bei unterzuckerungen, da rutscht die decke vom gerippe. vatergrab besucht, friedhof war gut besucht, es war das wochenende vor allerheiligen, da schauen die überlebenden nach dem rechten.

rückflug am sturmtag mit verspätungen, in malpensa und frankfurt gewartet, das warten genossen. ich mag auch den gegensatz zwischen shoppingmall mit lauter kram, den unsereins höchstens mit ruhe und nach entscheidungen kaufen würde, und den rastlosen reisenden. in einem laden eine bestickte stola für 700€ bewundert, da hätte man ein haus drumrum bauen können, so schön war sie.

an halloween hat niemand geklingelt, aber die schale mit süßigkeiten war nach anderthalb tagen trotzdem leer. da sind sie zuverlässig.

*irgendwo gelesen, dass manche autos beim gas wegnehmen von alleine bremsen – so hat es sich angefühlt. ( ich hatte ein so außergewöhnliches gefühl von totaler machtlosigkeit in diesem cockpit)

die werte bin ich: diabetes, internet

es gibt gute und schlechte zahlen. ob mein diabetes gut oder schlecht läuft, sagen die zahlen, und wer sich etwas auskennt, kann leicht herauslesen, wie es mir insgesamt grade geht, ob er mir verantwortung für gute oder schlechte zahlen zuweist, hängt von seinem fachwissen und seiner persönlichkeit ab, die zahlen sind bei aller klarheit interpretierbar in ihrer gewichtung. wer sie kennt, kann urteile fällen, er kann sich an prognosen versuchen, wenn er einer versicherung angehört, mein arbeitgeber ist oder mein liebster. es sind also sehr private daten. will ich die teilen?

den sicherheitsaspekt vergesse ich gern bei den neuen, großartigen apps und geräten, die mein leben sehr erleichtern. das blutfreie meßsystem libre zum beispiel speichert alle meine unglaublich detaillierten daten (alle paar minuten ein meßwert) „auf sicheren servern im eu-raum„, wenn ich nicht sehr aufpasse und zb den rechner aus dem internet nehme, bevor ich das lesegerät auslese, um zugriff auf die schönen bunten pdfs zu haben, die meine daten präsentieren und mir beim auswerten helfen. außer dem mitgelieferten meßgerät der firma können die werte auch mit nfc-fähigen handys ausgelesen werden. dazu gibt es apps, eine vom hersteller, ein paar andere aus der comunity. ein paar leute haben mit einer sony smartwatch und einem androidhandy ein warnsystem gebaut, das mich oder meine lieben bei gefährlichen entgleisungen weckt oder anklingelt. ein beliebtes programm dafür ist der von eltern entwickelte nightscout, an den die lese-apps wie glimp, librelink oder libre alarm die meßwerte des blutzuckersensors schicken, sie werden dort gespeichert und es wird alarm geschlagen, oder ein anderes handy angerufen, das dann alarm schlägt. phantastisches system, aber, wie der hersteller selber sagt: die macher versuchen es nicht einmal, den amerikanischen hipaa compliance regeln (es geht da um die sicherheit medizinischer daten) gerecht zu werden.

das vom hersteller entwickelte librelink hat ein allerliebstes chaos als datensicherheit – sie geben an, die daten, also die meßergebnisse, würden von einer externen firma verarbeitet, von libreview, meine daten unterlägen dann anderen (other) privacy policies, die mir bei der registrierung vorgelegt würden. bei der anmeldung unterscheiden sich die agbs je nach land, deutschland kann man nicht auswählen, in den agb steht aber, bei nutzung in D würden meine daten nur entindividualisiert, anonymisiert und nochwas weitergegeben, aber ich kann mir das schlecht vorstellen. zumindest die zeitlinie muss ja gewahrt bleiben, um die daten nutzen zu können. und sind nicht die zahlen selber das individuellste an der sache?

vielleicht sollte man die daten lieber selber entindividualisiert und anonymisiert dort abliefern, aber es fühlt sich nach reiner ablenkung an, bin ich doch immer noch erkennbar in diesen daten, sie sind das wesentliche, egal wie namenlos sie daherkommen, mein organismus ist auch in den reinen zahlen wiedererkennbar, er ist einzigartig. oder ist das albern? es ist sicherlich nicht mehr zeitgemäß. mein unbehagen ist sehr deutlich, ich würde wirklich gern gefragt werden und mich entscheiden können. zumindest hätte ich gerne persönlichen trost oder gute tips nach schlechten tagen, denn die werte genügen, um einen tag als guten oder schlechten erkennen zu lassen, es geht kaum persönlicher. zumindest eine weniger selbstverständlche verwurstung in der statistik hätte ich gerne.

alternativen gibt es meines wissens keine, nur sehr aufwändige. wer macht sich schon die mühe und meldet sich dauernd neu über proxys an? binichzufaulzu. bei glimp (auch eine lese-app) stehen zum datenschutz nur generika, es wird mir auch nicht klar, ob es im text nur um die anmeldedaten oder die fortlaufend gelieferten medizinischen daten geht. aber es soll nix an dritte gehen und nix außer landes (italien), das genügt mir eigentlich auch, das ist mehr als beim rest.

am wochenende habe ich auf facebook gelesen, dass ein samsung gerät und so ein google-dingens unbemerkt alles aufzeichnen und an den werbemarkt weiterverscherbeln. das ist mit absicht böse und nicht aus versehen, aber wenn all diese höchst intimen (intim i.s. von auch aus der mit scham verbundenen privatsphäre stammend, streits, klos, sex, trashtv) daten schon käuflich sind, ohne das mir das klar und deutlich erklärt wird, auf was ich da verzichte, welches recht habe ich dann auf die privacy meiner entindividualisierten körperdaten? nochmal: das gibt es nicht. mein körper ist teil des unteilbaren individuums. der namen ist bei diesen werten nicht so relevant, kein hauptkriterium. und sollen die geklauten oder gesammelten einzeldaten dann nich wieder zu einer person zusammengesetzt werden, soll sie nicht erkennbar werden, zumindest im bereich konsum, dem einzig relevanten für den markt? ist der kenntliche bereich nicht bloss abhängig von den algorithmen und ebenfalls beliebig verschiebbar, wie ein suchscheinwerfer? der namen des individuums ist da bloss so ein altmodisches totem, der interessiert die sammler nicht. kann der ganze kram nicht einfach fachgerecht superverschlüsselt werden und feierabend? verstehe ich nicht.

es ist ja nicht einfach irgendein backend, es ist mein leben.

wie johnny neulich schrieb: ich zahle lieber mit geld als mit meinen daten, danke.

 

kw 41

großer sohn zurück, mit riesigem rucksack und voller geschichten. er ist mit bestem freund 6 wochen lang durchs land, wollte sich unistädte und studis ansehen, sie sind mit bus, bahn und per anhalter gereist. das trampen sei kein problem gewesen, sagt er, die beiden sahen mit ihren riesigen rucksäcken genauso aus, wir wir alle mal zwischen abi und ausbildung, sie wurden vielleicht einfach wiedererkannt. vollkommen zeitlos. er sagt, er habe lauter wunderbare menschen kennengelernt, erzählt viel und schnell und gut, sie haben viel erlebt. sie haben freunde und verwandschaft abgeklappert, und dazu gehören auch herzmenschen aus der bloggeria. es gibt ein selfie mit caro und den jungs! schön, das er wieder da ist, habe ihn vermisst. es gibt jedenfalls noch genug parties in den unistädten, und die mensas sind toll.

auf netflix neue serie gefunden, mindhunter, wirklich überraschend gut,  über serienmöder. sie kommt ohne visuelle gewalt aus, ohne die ganze elend billige todesangstspannung, die mir nur den blutzucker hochtreibt, ohne den ganzen anbiedernden gewaltpornokram, den ich sofort weiterspulen will. spielt in den sechzigern, hauptfiguren ein echter cop und ein klassischer fbi-typ, den man sofort wieder vergessen würde, der interessant wird, als er den mund aufmacht und eigene wege zu gehen beginnt. die serie begleitet auf eine nicht sensationsgeile weise die entwicklung des psychologischen profilings, glaube ich, gegen widerstände und zweifel, und beschreibt das als charmantes learning by doing, in einem fensterlosen kellerbüro in quantico. man spürt den ehrgeiz der beiden helden und bekommt die auseinandersetzung zwischen akademie und polizeiarbeit mit und versteht sie. mit vor- und rückschritten, unsicherheiten, fehlern und glücksfällen. gewalt ist natürlich dabei, aber sie bleibt das andere, das fremde, das es zu verhindern und auszuschalten gilt, man sieht sie in verwischten schwarzweißfotos und hört sie in den interviews mit den tätern, sie wird also erzählt und nicht gezeigt, weil die serie die visuelle gewalt nicht braucht, nur in halbsekundenlangen bildern im vorspann, wo wir auf den einen serienmörder hingewiesen werden, von dem die helden noch nix wissen, den es zu fangen gilt.

ein feiner triumph, oder nicht? es geht, es erfordert halt gute schauspieler, gute drehbücher, liebe und genauigkeit in schnitt und ausstattung. großartig. die sechziger sind in drehbuch und figurenzeichnung auch dabei, die hauptfigur eher spießig, ohne das zu wissen, seine partnerin fortschrittlich, an der uni, selbstbewusst und frei, die zeit eher eine diskrete präsenz, aber wiedererkennbar, wie ja auch die konflikte in der moderne mit den gegnern der moderne nicht immer im mittelpunkt stehen, sondern am rande des alltags oft sehr komisch vor sich hin holpern. großartige serie.

erinnert vom dramaturgischen her an diesen sehr guten film über die befreiung der botschaft in teheran, ohne einen schuß, wie hieß der noch? argo? gucke gleich weiter jedenfalls.

erste mammografie gemacht, zwei jahre nach dem termin. nach vier tagen die gute nachricht, alles okay, merke, dass ich mich in einer art tilt-shift-dingens erlebt habe in diesen tagen, genauer und gleichzeitig fiktiver. normalerweise bin ich dem tod gegenüber eher entspannt und fürchte ihn nicht sonderlich, aber in diesen tagen war er greifbarer, als möglichkeit, und da hätte ich doch gern noch 20 jahre oder so. eine verjüngende erfahrung.

 

star trek: discovery

mit spoilern

discovery war visuell kinoqualität, mit großen, detaillierten schlachtenbildern, so perfekt ausgearbeitet, dass die feuerwolken und der lärm im weltraum nicht mehr dazu passen (bei den alten serien immer als augenzwinkern, als hinweis auf die fiktionalität. es ist eine show). wie die schlachtenmalerei der vergangenheit die menschen zeigt, die schlacht im kino meistens die zerstörung von sachen, das spiegelt ja auch die heutige vorstellung vom krieg, mit dem ungleichgewicht zwischen mensch und maschine, opfer und täter, als täter maschine, nur als opfer noch mensch. die hochauflösende zerstörung hat was ästhetisch kathartisches, wirkt aber auch ein bisschen wie der abgesang der technik auf sich selber, als elegie in slowmotion, als bräuchte man da keinen menschlichen (jetzt mal stellvertretend für alle lebensformen) schmerz mehr, weil die technik noch ihren untergang alleine feiern kann. das zeigen von zahllosen details sofort als schwelgerei erlebt, als pathos, weil im rl nur das ergebnis der zerstörung sichtbar ist, die trümmer, nicht der weg dahin. hmm? egal.

die klingonen haben mich überrascht, sie sehen aus wie eine mischform zwischen jem’hadar und den alten ägyptern. krieg und prunk und starke, endividualisierende ideale. schade, ich mochte die in ds9 aufkeimende selbstironie der klingonischen persönlichkeiten, und den leisen spott in der beziehung zwischen dax und worf. in den ersten beiden folgen wird das alles auf tonnenweise gold und pathos reduziert, überhaupt finde ich die ganze kriegs- und gewaltgeilheit, in bild und story, nicht interessant genug für mein trekkie-universum. andrerseits wird die haupteigenschaften der klingonen, stolz und krieg, hier mit einer bisschen orgiastischen lust gezeigt. kamera nah auf augen, körper, tracht, das zeigt die unmittelbarkeit der gefahr, und behauptet sie nicht bloss. ist natürlich auch mode, der perspektivenwechsel zwischen nahaufnahme und totale, entweder das böse ego oder der totale krieg, dazwischen interessiert wenig. als hätte der regisseur die klingonen reduziert auf das selbstbild, das sie als figur haben, und die moderation durch den blick von außen darauf weggelassen, und damit auch den bezug auf reelle kriege und grausamkeit vom analytischen, einordnenden blick befreit. bin gespannt, ob sie noch ein bisschen lehre im neuen startrek unterbringen, einen pädagogischen aspekt. die letzte serie hatte das allerdings auch nicht so besonders.

in den alten serien gab es immer rassen, die einzelne menschliche eigenschaften verkörpert haben. der ferengi als grobkapitalist, die betazoiden, immer weiblich, als mütterliche versteher, die cardassianer als böse kolonisatoren, und ein teil der handlung spielte immer damit, die negativen züge im handlungsverlauf zu temperieren und zu hinterfragen, durch kompromisse, humor, liebe, zufall, dialog, was auch immer. das ist altmodisch, oder? ich fand das wirklich utopisch, und tröstlich.

das aussehen der klingonen ist ein lustiger running gag, in der ersten serie hatten sie nur gefährliche augenbrauen, in den späteren vor allem prachtvolles haar und das rückgrat im gesicht. die autoren hatten jeweils spass mit der erklärung der veränderungen, mal gucken, was ihnen jetzt einfällt.

krieg und dunkelheit gefallen mir nicht, als müssten lauter teenager breitgeschlagen werden, sehr viel spiele-teaser. bis jetzt ist vom utopischen und humanistischen ethos der serie nix zu sehen. ich bin halt auch nicht mehr teil der zielgruppe, das war deutlich. ich will nicht aufgeregt werden durch eine star-trek-episode, sondern verlasse mich auf das gute ende, brauche es auch. mag darum auch keine serienlangen handlungsbögen. aber hey, das waren erst zwei von 15 folgen.

(hach, ich war wirklich aufgeregt vorher)

es gibt, vollkommen angemessen, eine after trek-show, bei der im anschluss fans und zuschauer diskutieren, mit schauspielern und autoren. der gastgeber war unangenehm, lautes, schrilles lachen, blöde witze, unentschlossen zwischen ironie und albernheit kippelnd, frei von der zwar selbstironischen, aber immer respektvollen souveranität, die ich an sendungen mit trekkstars sehr mag.

dramaturgisch schön komplex, trotz dem ganzen kriegsgeschrei. es war ein prolog, in dem eine kapitänin starb, die andere hauptfigur lebenslang hinter gitter kommt. es interessiert mich, wie sie das auflösen, auch wenn mich der krieg leider null tangiert, krieg ist für mich nur niederlage, des plots, der figurenzeichnung, der lust auf gewaltfreie (doof, das man das überhaupt erwähnen muss) konflikte. null.

das gucken war mit hohem aufwand verbunden, netflix wollte nicht, hab ich die appletvs gewechselt, musste dauernd neue kennworte eingeben, habe die nettigkeit der kinder strapaziert, das mit zu gucken. ah, einmal hat jemand über den hohen energieaufwand beim beamen gesprochen, das fänd ich dem prequel-dingens angemessen, die mißgeschicke und probleme des technischen fortschritts unterzubringen.

also beeindruckt, aber nicht begeistert, bisschen das gefühl, als sei der fortschritt beim cgi ein auslöser für die neue serie gewesen, nicht das bedürfnis, die geschichte weiterzuerzählen.

rücken an rücken

neues altes fotobuch kaufen, obwohl es sich verlieren wird unter den anderen buchrücken im regal, hinter dem sessel, an der wand. sie auf dem sofatisch abwechseln, vielleicht einen tag lang auffächern wie ein kaleidoskop, damit sie licht und aufmerksameit bekommen, dazu lebensweise ändern und das sofa wieder nutzen, samt sofatisch. an alte gewohnheiten anknüpfen wie das abenschau oder tagesschau gucken, dafür früher kochen und die kinder von ihren geräten locken. konversation betreiben, über die neuen bücher. homöostase erreichen zwischen alltag und kultur.

kw 35

im sommer über mein singledasein befragt worden, erzählt, dass ein mann für mich hauptsächlich arbeit bedeuten würde, beim reden über mich selber gewundert. ich hatte gar keine position zu dem thema, mir fällt nichts mehr dazu ein, es ist wie das reden über inneneinrichtung oder die wahl des services. es ist erledigt.

„mon general“ wird der anderthalbjährige kleine franzose genannt, der unbekümmert und beständig vor sich hin lernt (viele bücher auf einmal tragen, oder viele autos auf einmal tragen oder dreirad schieben), sich gelegentlich auf den boden wirft, aber nur kurz, und ansonsten dinge, die er nicht tun darf, einfach nicht tut. werde ihn vermissen.

am ersten nichtarbeitstag ist der boiler wegen kalkfraß oder so etwas undicht geworden und musste entfernt werden. er liegt jetzt im treppenhaus, wir duschen kalt. wasser, ausgeräumte küche, kosten. party und lesung verpasst dadurch, dafür spätabends bei der emmarunde noch einen freund getroffen und mit aufs matthes&seitz-verlagsfest gegangen, auf ein warmes bier. die literaturszene andächtig angeguckt, paar erkannt, bisschen getrauert, nicht dabei zu sein.

es gab kleine eineiige zwillingsmädchen bei meinem letzten job, ich hatte ein paar sekundenbruchteile vor dem zweifel, welche von ihnen das jetzt sein könnte, immer einen namen auf der zunge liegen und habe ein paar wochen lang nicht begriffen, dass das jeweils der richtige name war. faszinierend. sich auf diesen teil der wahrnehmung zu verlassen, und bemerken, dass sie überhaupt stattfindet, war gleichermaßen schwierig.

lesung in einem großartigen ambiente, im ehemaligen frauengefängnis in lichterfelde, unter der schirmherrin gaga nielsen, die dort eine intensive und betörende fotoausstellung in die ehemaligen zellen eingepasst hat. alban nikolai herbst hat gelesen, ich habe davon heimweh, nein: sehnsucht nach italien bekommen. der eine beständige aspekt des landes, der auch in alltag und wirren und chaos erkennbar bleibt. in seinen texten bilder, humor, eine altmodische größe und schönheit. eine andere art literatur. habe ihn leider schlecht verstehen können, es hat gehallt, werde es nachlesen. dazu hat ein junger mann, sein sohn? bach auf dem cello gespielt, das instrument hat den raum gefüllt bis in den letzten cm², bis in die tiefe der geschichte. danach leider komplett unterzuckert.

ab heute das unangenehme gefühl, mein leben beruflich schon wieder neu erfinden zu müssen. herrgott, kann es denn nicht einfach mal einen job geben, bei dem ich bleiben kann? der kurze, steile pegelausschlag vor dem selbst-schuld-seufzer.

sommer 17

das erste mal seit jahren bezahlte ferien gehabt. toll gefühlt. am see wie immer, mit zwei von drei söhnen, beide freiwillig mitgekommen. der große ist unterwegs, will sich aber mein auto leihen, um an den see zu fahren, sobald er den führerschein gemacht hat.

alte freunde wiedergesehen, über das mühelose und leichte miteinander gefreut. gemerkt, dass wir schon im generationenwechsel sind, unsere eltern waren bekannt miteinander, dann wir, jetzt freunden sich unsere kinder an.

die schwester in der maremma besucht. ich immer so: toscana, alle anderen: nein, maremma! darum habe ich auch keinen fisch gegessen, aber zweimal großartiges wildschwein. einmal an einem sehr großen tisch mit freunden der schwester und deren freunden, darunter zwei diabetiker, nicht verwandt. erholsame blicke getauscht. noch ein paar menschen mit diabetes zufällig gesehen, in gleichzeitigen pen-momenten.

ein zwilling hat die hunderasse seines lebens gefunden und war nach der begegnung stundenlang hingerissen, es war ein junger, großer maremmano. gedacht, dass ich den zwilling gerne an einen maremmano übergeben würde später, es sind freundliche wächter.

ich habe nur drei zigaretten geschnorrt, zwei von prominenten, zuviel sonne abbekommen, für kultur war es mit dauernden um die 35° zu warm. wir sind nachts ein paar mal durch capalbio gestromert, ein sehr, sehr schöner kleiner alter ort, nur 5km vom meer entfernt. im meer geschwommen, wunderbar, dabei fast immer die ganze zeit geplaudert. das stehen im wasser mit schwester und freunden, man redet und guckt und blinzelt in die sonne. abends aperitiv, und die zwillis kriegen surfunterricht. an der feniglia mit dem wlan der strandhütte den star-trek-trailer geguckt, einen neuen corto maltese in der repubblica gelesen, füße am sand verbrannt. meine bikinis sind unmodern, man trägt knappste zugebundene dreieckchen und nicht was schniekes durchdachtes gestreiftes wie ich. der bikini muss nebenbei in orbetello gekauft worden sein, sonst ist man touristin! stand aber fast vollkommen drüber.

von drei wochen ferien 6 tage im auto verbracht, das war suboptimal.

der gedanke daran, den moment wahrzunehmen und zu genießen, weil er so flüchtig ist. nicht aus sentimentalität, aus einem matter-of-fact-pragmatismus heraus.

fahrten auf deutschen autobahnen

Die Leute haben alle drei Autos, ein kleines, ein großes und ein schickes. Sie fahren mit allen gleichzeitig, damit die Straßen voll sind, und weil die Straßen so voll sind, gehen sie kaputt und müssen repariert werden. Das wird auch alles gleichzeitig gemacht, so dass die Straßen eine durchgehende Baustelle sind. Vielleicht gibt es aber auch einfach zu viele Autobahnbaustellenbetriebe, und alle wollen ein Plätzchen, deswegen werden sie gerecht verteilt. Ich stelle mir eine sehr große Baustellenfamilie vor, Onkels und Tanten und Cousins, die alle auch einen Job brauchen. Ich wünsche mir, sie würden sich wie in Italien lieber mit Städtebau oder dem Müll oder ähnlichem beschäftigen, da sind die Autobahnen nämlich privatisiert, man braucht keine Baustellen, um mit ihnen Geld zu verdienen. Oder sind alle italienischen Baustellenbetriebe auch in Deutschland auf Arbeit? Ich habe in Italien keine einzige Baustelle gesehen, wobei der Aurelia ein bisschen Aufpolieren sehr gut täte, in der Schweiz auch nicht, aber die haben ja auch ein Tempolimit und brauchen keine.

tl;dr: Autobahnfahren in D ist eine Zumutung

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peter steudtner in untersuchungshaft

aus meinem freundes- und bekanntenkreis ist der seminarleiter und fotograf peter steudtner vor zwei wochen in istanbul festgehalten worden, zusammen mit einem kollegen und 8 weiteren, darunter die türkische direktorin von amnesty. heute wurde für ihn und die anderen untersuchungshaft angeordnet, die einige viel zu lange monate dauern kann. ich kenne peter und seine kinder aus kirchenkreisen, er ist ein zugewandter und freundlicher und hilfsbereiter tausendsassa. würde mich freuen, wenn ihr die beiden petitionen unten unterzeichnet, die pressemitteilung hänge ich untendran.

peter wird vermisst, von seinen kindern, seiner familie und allen, die ihn kennen.

https://www.amnesty.org/en/latest/campaigns/2017/07/free-rights-defenders-in-turkey/

https://www.frontlinedefenders.org/en/profile/eight-human-rights-defenders-detained-turkey

pressemitteilung pdf

edit 27.07.2017: seine lebensgefährtin spricht über die situation

4.08.2017: peter steudtner weiter in untersuchungshaft

7.08.2017: wenig hoffnung auf baldige freilassung