6. februar 2026

frau herzbruchs 12. op erfüllt mich mit so einer mischung aus sorge und dringlichkeit, als könnte, sollte ich irgendwas tun, sitze also mit geballten fäusten und füssen herum. möge das chirurgenteam mit scharfem blick und feiner hand alles richten, ich wünsche es ihr so sehr.

heute arbeit von 10 bis 16 uhr, da winterferien in berlin, den tag spontan freinehmen hat nicht geklappt leider, hätte den tag zur mentalen nachbereitung gebraucht. muss aber in den ferien eine stunde weniger vor ort sein, da dann die mpa, mittelbare pädagogische arbeit, auch von zu hause erledigt werden kann, das ist so etwas wie die vorbereitungzeit. gestern früh vor der arbeit (hatte spädienst) noch ein tunnelbuch gebaut, als angebot für die kids, das hat eigentlich sogar spass gemacht, foto liefer ich nach. unlust vor allem auf den weg durch die kälte und das berliner eis, es ist alles extrem unangenehm draussen, mir tut die rippe auch noch weh nach dem sturz neulich, ich will aber keine schmerzmittel nehmen und atme nur gelegenlich ganz bewusst tief ein. fahre jedenfalls kein rad zur zeit, habe deutschlandticket gekauft, besser ist das.

es ist, im tiefen winter, alles auf krafterhalt ausgerichtet, die zeit vergeht langsamer, jeder dreht sich im eigenen kreis. sollte theaterkarten kaufen, es gibt eine holzinger-produktion an der volksbühne, aber es ist alles immer sofort ausverkauft, der online -verkauf hat deutlich mehr nach- als vorteile. hinrichs im märz wär noch zu haben.

noch ein nebenprojekt begonnen: den rubik-würfel schaffen. eine kollegin gibt mir tips, als erste übung mache ich das weiße kreuz, mit 5 weißen würfeln, so schnell wie möglich und mehrfach hintereinander. bisher habe ich immer nur eine seite komplett geschafft, also 9 würfel in der richtigen ordnung. bin gespannt und habe merkwürdigerweise keine ahnung, ob ich es hinbekommen werde.

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boldly go

gestern gebannt vor einem video gesessen, in dem jemand eindringliche ratschläge für 60jährige gibt. die hälfte der zeit war ich mir nicht sicher, ob es ai ist oder nicht, ihre sprache zu kohärent, der textfluss ohne fehler, wiederholungen, unterbrechungen, ich bin mir immer noch nicht sicher, aber ich konnte auch nicht weggucken, anders als bei allen anderen menschen, die ihr gesicht für vorträge in die kamera und damit auch direkt in mein gesicht halten, da gehe ich immer unwillkürlich einen schritt zurück und clicke weiter.

edit: die dame im video ist ai, der wortlaut zusammengestellt aus aussagen alter menschen: „the advice presented is compiled from real-life experiences and wisdom shared by real people“, allerdings steht direkt unterm video „a submission by lorraine“, erst unten gibt es einen disclaimer mit dem hinweis auf ai – meine unsicherheit verunsichert mich, seitdem sehe ich auf youtube überall „nur“ noch ai, was die kriterien bei der wahrnehmung von authentizität verändert, nicht mehr das gesehene ist wahr, sondern ev die gute oder böse absicht des prompters, die zitate, aus denen der text zusammengesetzt wird, die absicht also wird relevant. alles ist immer schon meinung, manipulation oder im ernstfall propaganda, es wird uns vermittelt als doku, es ist fiktion. die fähigkeit, das alles zu unterscheiden wird super wichtig, wobei das bestimmt bald auch eine ai erledigen wird, ein ai-filter oder so.

erinnert ein bisschen an die interpretation von literatur, wo stilistische, textinhärente elemente genauso analysiert werden wie zeitgeschichtliche aspekte oder die biografie der/des autor*in. komplexe zeiten, in denen wir leben. edit ende.

eine weile lang war ich gleich alt wie star trek, dessen erste folge „the cage“ im februar 1965 zum ersten mal gesendet wurde, also vor genau 61 jahren. in dieser woche geht es bei starfleet academy um sisko, den chef der raumstation ds9, die serie ist eine meiner liebsten aus dem franchise, und es wurde ein theremin gespielt, ausrufezeichen, so ganz nebenbei und selbstverständlich – bin wieder an bord als trekkie, auch wenn ich mir bei der grundaussage der serie, die ich wunderbar finde, vorkomme wie rita, als sie sich in groundhog day den weltfrieden wünscht. finde es schon einfach generell tröstlich, dass etwas gutes weitergeht, und hier machen sie es mit neuen gesichtern und neuen geschichten, das ist nicht unmutig, die eltern einer respektsperson (lura thok/ gespielt von gina yashere) sind ein jem’hadar und eine klingonin, das ist wirklich eher unerwartet.

heute einen aufregenden termin gehabt, über den ich irgendwann mal ausführlicher reden werde. jetzt so ein gefühl, als ob die magnetspäne meiner vielen beruflichen wege und privaten interessen sich neu orientieren, erleichterung, aufatmen, neugierde. mal sehen, was da noch kommt. durch eine tür gegangen jedenfalls.

ich war wg misstrauen in die öffentlichen viel zu früh und bin vor dem termin in einem park in lichterfelde herumgelaufen, im neuschnee, feiner knirschender eisschnee, dabei in einen baum verguckt, der zwei sehr lange schwere äste im freien raum hält, sie sehen aus wie arme, mit ellbogen.

baum mit weit ausragenden dicken ästen, sieht aus wie ein ent.

von einem wachsen zweige, die aussieht wie minibäume, mit zweigen, nach oben, bestimmt ist das so mit bäumen, ich bin ja stadtkind. war fasziniert von der rinde, beschneit, und den formen und farben darauf.

baum mit weit ausragenden dicken ästen, sieht aus wie ein ent.

von den bäumen auf ein großes hellgelbes haus aus dem ca vorletzten jahrhundert zugelaufen, gedacht, mal schauen, was das ist – das guthaus lichterfelde. ein familienzentrum mit kindergarten und anderen angeboten, es gibt ein sehr schönes geräumiges denkmalgeschützes cafe darin, mit großem runden kachelofen (leider außer betrieb), bestimmt im alten salon des hauses, mit einem kronleuchter und einer großen terasse davor, geöffnet di, mi und do von 10 bis 16 uhr, montags nur für familien. hatte den raum heute für mich, habe eine wunderbare kürbissuppe und einen pott kaffee bekommen, für 5 euro nochwas zusammen und durch die fenster auf die verschneiten park geschaut. im sommer bestimmt ein paradies, jetzt eine aus der zeit gefallene oase der ruhe.

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oh gräuliches grau

wie ich mich einmummeln möchte, verpuppen, in wärme und dunkelheit, bis die frostklammer nachlässt, haut und körper wieder sicher sind ist.

heute nacht geträumt, wie eins meiner kinder das andere mit einem schimpfwort beleidigt hat, dabei sollte das beleidigte kind gerade eine prüfung abhalten, es sass an einem kleinen altmodischen schulpult mit integriertem sitz in einem großen leeren raum in der mitte, in einer ecke darunter sassen an einem tisch die drei prüfer, die habe ich aber nicht erkennen können. ich rede mit dem kind, erkläre, wie beleidigungen verletzen können, mache mir sorgen, dass das prüflingskind jetzt abgelenkt wird. dann sagt auch die lehrerin dem kind, warum das nicht geht, und schlägt vor, dass er im nebenraum spielen geht. wir gehen zum raum, am boden sitzt ein kleines mädchen mit sehr dickem grauen haar, sie hält den kopf gesenkt, ihr gesicht kann ich nicht sehen. mit dem soll sich mein kind unterhalten, sagt die lehrerin.

ich erinnere träume selten, diesen habe ich mir gleich notiert, auch das gefühl, dass ich das mädchen mit den grauen haaren bin. gedacht, so könnte ich mal meine biografie nennen, das mädchen mit den grauen haaren.

heute in der nyt den sehr tollen text über d.i.d. gelesen, dissoziative persönlichkeitsstörung, ein mädchen wird in der kindheit vernachlässigt und misshandelt und erschafft aus schutz mehrere personen in sich, um so der vernichtungsgefahr von außen entkommen zu können, fühlte mich etwas (!) an meine, unsere traumpersonen erinnert, die ja wahr sind, in der traumgegenwart und in der erinnerung. gedacht, wir können nur im traum jemand anders sein, haben dabei aber diesen faden, der uns mit den traumfiguren in irgendeiner verbindung hält, einer kausalen, assoziativen, whatever. ein nervenfaden, eine zelllinie durch die bewusstseinsschichten, … (ich hör schon auf).

bei uns leben diese personen nur noch in den träumen, werden gelegentlich ins bewusstsein gelassen und sollen dann in wenigen sekunden mit starken bildern einen weg in die erinnerung finden. fascinating, wie spock sagen würde.

die vierte folge starfleet academy beim gucken vergessen, abgelenkt gewesen, anderes getan, zu wenig scifi für meine bedürfnisse. hoffe, der weltraum kommt wieder mehr vor. den schnipsel tagesalltag eines star-trek-schauspielers interessant gefunden, bis zu 19-stunden tage, omg.

irgendwo hier gelesen, dass früher™️ ein 30h-job schon als vollzeit galt (finde ich nicht mehr, text studie über kinderbetreuung und berufstätigkeit von frauen), sehr geärgert über das unerträgliche gerede dieser politiker, die von arbeit keine ahnung haben. weltfremd und verachtend ist das, disrespectful. ich bin mit meinen 35h relativ erledigt, mit 30 wäre ich besser beieinander, kann aber nicht davon leben, es ist ja so schon knapp. da liegen die vielen welten nebeneinander, und was sie vereinen könnte wären toleranz und interesse, vielleicht, der auf politische absichten hin verkürzte blick will ja nicht verstehen, sondern manipulieren.

ich trage seit jahren im berliner winter, also eigentlich fast immer mit ausnahme einiger wochen im fernen hochsommer, die wunderbaren schlichten wollshirts und -pullis der dänischen firma dilling. sie kosten relativ nicht viel und halten bei mir immer solange, bis ich sie versehentlich mit den restklamotten in der waschmaschine wasche, mit 40°, das mögen sie nicht. tip: bis 2.02. haben die 25% auf alles, die webseite ist leider überfordert, aber ich darf heut später zur arbeit und habe jetzt mal wieder eine weile ruhe.

berlin ist weiter unerträglich rutschig. ich gehe nur mit spikes unter den füssen herum, es bleibt grau und kalt, nur die bürgersteige glänzen und glitzern mit ihren eispanzern. heizkosten werden auch dieses jahr wieder astronomisch sein.

jetzt ruft mich der automensch an, bei dem mein auto letzten samstag trotz absprache nicht fertig war, wo ich denn bliebe. was für sitten.

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♾️ januar 2026

Der hohe Straßenrand, auf dem wir lagen,
War weiß von Staub. Wir sahen in der Enge
Unzählig: Menschenströme und Gedränge,
Und sahn die Weltstadt fern im Abend ragen.

(heym, berlin 1)

der ewige januar, ein monat mit 14 wochen, wie neulich jemand schrieb, in dem mir jede bewegung unangenehm ist, wo der alltag viel mehr kraft kostet, ein kurzer, kalter, dunkler tag nach dem anderen, die energiereserven nicht mehr auffindbar, jeder kilometer auf dem fahrrad wie eine weltreise, und kaum habe ich mich dann über die ersten paar stunden ins wachsein gekämpft, da wird es schon wieder dunkel. im januar läuft sogar die sehnsucht unter ferner liefen, der hunger reicht nicht für den hohen energieaufwand, und nur kakao bringt zuwenig proteine. ich bin pro winterschlaf.

auto abholen, das der übergenaue tüv-mann hat durchfallen lassen, zum ersten mal in meinem leben und in des autos existenz, wegen pipifax wie einem fehlenden stück plastik in der stoßstange und anderen kleinigkeiten, die bei keinem tüv davor irgendwen gestört haben. ein planungsfehler, ich sollte im januar absolut nichts zu erledigen haben, durchkommen ist schon genug aufwand, und 200 euro für die katz. ärgerlich. es mit fahrrad im kofferraum hingebracht, wie so eine studentin. ich hoffe, es hält noch eine weile, will es volltanken und reisefertig halten wg weltlage.

komme also da an, sagt der mitarbeiter, das auto sei gar nicht fertig, der chef habe für einen notfall wegfliegen müssen und vergessen, ihm den auftrag zu geben – und das falsche material sei geliefert worden, „wir sind ja alle nur menschen“. ich also den prenzlauer berg wieder raufgeradelt und an einer der zahllosen ewigen baustellen berlins durch den ultradoofen winkel des radweges von strasse auf bürgersteig mich noch mal hingelegt (5cm rand und kopfsteinpflaster). jetzt wieder bremse verbogen, knie und rippe und knöchel tun weh. sofort waren nette menschen zur stelle, haben mich wieder hingestellt und nach mir gesehen, das tat gut. ich bin nach ein paar vorsichtigen schritten dann weiter heimgeradelt, weil was sonst, aber meine laune ist jetzt eher unterirdisch, wir sind ja alle nur menschen. lektion erweitern: im januar einfach generell freistellen lassen und drinbleiben.

dann weiter grummelig, weil die zur ablenkung gesuchten katastrophenfilme jetzt alle extra kosten, statt wie früher inclusive zu sein, oder dauernd von werbung unterbrochen werden. (ich bin ja nur noch aus mir selber unangenehmer bequemlichkeit bei amazon, mir ist schon aufgefallen, dass dinge dort oft genau den postgebühr-betrag mehr kosten als anderswo, aber das streaming fand ich nett. jetzt wird alles aktuelle in kostenpflichtige zusatzkanäle ausgelagert, die klassiker kosten auch extra – die brauchen mich nicht mehr als kundin.) alles kündigen, ibus, nur noch lesen, zwar aus geiz und nicht aus guten absichten, aber es ist ja egal, warum, hauptsache, dass. argumente sind im rückblick nicht wichtig, nur fakten zählen, bleiben, schreiben geschichte, das ist ja leider überall so zur zeit. später klingelt spontan ein alter freund, aber ich mache nicht auf wg alter schule, die in schwachen momenten zwar alles dem internet anvertrauen kann, sich helfen lassen aber nicht vorsieht, ich dumme nuss. und montag kann ich bestimmt wieder laufen und zur arbeit.

aufgefallen, wie ultradreckig die bürgersteige im wedding sind, überall liegt etwas herum, ab mitte oder prenzlauer berg ist es wieder sauber, bestimmt touriprogramm.

meh-wochenende bis jetzt.

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star trek und „sabotage“

am donnerstag liefen die ersten beiden folgen der neuen star-trek reihe, sehr gefreut über holly hunter in der hauptrolle als captain ake und paul giamatti als bösewicht, damit kommen meine beiden liebsten kinovorlieben zusammen, hunter hat für die coen-brüder gespielt, sie hat die emmy-awards tatsächlich gewonnen, statt immer nur dafür kandidiert, genauso wie paul giamatti, eine meiner liebsten figuren in allen möglichen filmen. die ausstattung des raumschiffs, in dem die erste folge begann, hat für meinen geschmack ein bisschen zuviele lichter, die szenen sehen aus wie diese indischen lkws, die neulich durch meinen newsfeed schwappten, aber hunter hat eine souveräne so-what-coolness, die bisher kein captain sich getraut hat, sie spielt dabei mit dem garantierten erfolg der star-trek-serien (millionen trekkies werden auf jeden fall mal reinschauen) und hat eine wunderbare art, das alles zu zeigen:

holly hunter als captain ake in  "starfleet academy", s 1 ep 1

wortwörtlich eine neue besetzung des kapitänin-stuhls.

meine befürchtung, es würde auf so eine dieser college-serien hinauslaufen, wurde gleichzeitig unterlaufen und bestätigt, das drehbuch ist spannend und gut geschrieben, die besetzung selbstverständlich divers, es gibt zwar liebesabenteuer, den outsider, der sich behaupten muss, aber die figuren sind interessant – der junge mann, der als kind von seiner mutter getrennt wurde, bekommt jetzt die chance, sich zu behaupten, yadda yadda, die trennung von der mutter wurde von der käptn-figur in einer früheren funktion verursacht, hmm. mal sehen. leider werden die folgen einzeln jede woche veröffentlicht, so muss ich den blöden sender noch monate lang buchen.

gestern abend war ich mal wieder am kudamm, ich bin von einer lieben freundin ins theater eingeladen worden, „sabotage“ an der schaubühne. auf dem weg dahin wollte ich die alte armbanduhr meiner mutter zur reparatur bringen, sie ist ihr vom rollator gefallen, ein uhrmacher in ihrer nähe verlangte einen astronomischen betrag dafür, ich wolllte sie also zum hersteller bringen, cartier. ich kam um 18:33 vor der tür an, hinter der ein großgewachsener mann im dunklen anzug an einer schließanlage herum werkelte, zu spät, sie schließen sehr früh. der mann war security, einer von mehreren, das ganze geschäft hat nicht mehr das lauschige überschaubare der alten filiale, es ist jetzt alles sehr trump-mässig, gold, samt, großer leerer raum mit der runden glasvitrine als altar in der mitte. fühle mich sofort klein und arm, was ich beides nicht bin, zumindest im geiste, sehr unangenehmes gefühl. wartete noch eine weile vorm laden, weil mein theaterstück erst später anfing, die security-leute haben nach mir geschaut und mich beobachtet, bis ich dann in mein altes schmutziges auto gestiegen und weggefahren bin. parallelwelten.

das stück war atemberaubend, sehr schnell, sehr lustig, sehr finster, großes theater, geht hin, wenn ihr tickets bekommt. die vielen angelpunkte einer beziehung (karriere/kinder, erfolg/misserfolg), die vielen möglichen politischen positionen eines jüdischen filmemachers in deutschland, alles mühelos ineinander verschränkt und dargestellt vom sehr tollen dimitrij schaad, der im stück als jona lubnik einen dokumentarfilm über den philosophen jeschajahu leibowitz drehen möchte und angst vor den gesellschaftlichen folgen eines solchen films hat. im repertoire der schaubühne sind von yael ronen wohl noch bucket list und replay, ohne genaue daten, bisher hat sie im maxim gorki inszeniert. die freundin war auch in den anderen stücken der autorin, die sind ähnlich gut. es war ein für mich wirklich neues theater, echtes sprech- und sprachtheater, es ist gleichzeitig tief und leicht, die fragen darin begleiten mich weiterhin, das ende ist abgründig und wahr.

jetzt habe ich gleich lust auf noch mehr kultur, muss aber noch einkaufen und putzen. die wochenenden sind einfach zu kurz.

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steinchen

life is merely

to ovum and sperm

and where those two meet

and how often and how well

and what dies there.

(Renee Nicole Good, aus: „On Learning to Dissect Fetal Pigs„)

was für eine zeit. der erwartete schneesturm ist vollkommen ausgeblieben, es gab nur ein bisschen wind, aber gut, dass wir drüber gesprochen haben.

in den usa ist in meiner wahrnehmung mit der ermordung von renee good (video: nyt) der nächste schritt passiert, der mord wurde mit offensichtlichen lügen gerechtfertigt, die täter haben immunität bekommen. es gibt immerhin demos und mutige politikerinnen und politiker, die dagegen öffentlich vorgehen, in minnesota haben demonstranten mit lärm den schlaf der ice-agenten gestört, die polizei ist dazu gekommen, hat aber dabei die sirenen angelassen (insta, hoffentlich echt). diese art protest hat eine gewisse eleganz, ist kleinteilig und vielseitig, ich hoffe so sehr, dass es nicht zu spät dafür ist. das sind kleine geschichten gegen das doomscrolling, in dem es ja immer mehr um das große ganze geht, sie halten es auf, trotzdem erhebliche fassungslosigkeit, auch, weil so wenig darüber gesprochen/geschrieben wird. andrerseits gibt es wenig, was wir tun können, und ich bin mir nicht mehr sicher, dass es hier nicht genauso möglich wäre. im fall der fälle ein steinchen im getriebe sein, mehr geht wohl nicht.

die sammlung für goods ehefrau und kinder ist hier zu finden. sie ist erfolgreich.

netflix gekündigt. noch ein paar tage ist es verfügbar, gegen fomo nochmal reingeschaut, platz eins in d hat eine mir unbekannte neue serie, „his & hers“, reingeschaut, beginnt mit langsamer kamerafahrt auf etwas, nach paar sekunden kann ich eine auf dem rücken liegende, verletzte, blutende frau erkennen. ausgestellt. es dauert minuten, das bild wieder zu verdrängen, dann erleichterung: mir entgeht absolut nichts ohne diesen gewaltverherrlichenden mistikack. als trekkie hab ich die dvds, falls mal wieder bedarf bestehen sollte, da bin ich alte schule.

sogar die selbst erlebte gewalt wird relativiert durch die kilotonnen brutaler szenen, die das streaming mir ins haus oder sogar ins bett bringt, die normalisierung von waffen, drohungen, angst, ohne warnung, ab 16 jahren. das kann nicht gesund sein. so froh, dass meine kinder außer den 30min kika vorm abendessen nichts gesehen haben, anders als die kids jetzt, die dauernd irgendwas spielen oder gucken.

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mitten im kalten winter

„Because there’s cold like a crisp apple, invigorating, makes you feel alive; and then there’s cold like the dark side of the moon, the kind that makes you question your life choices.“ (KBHR 57am, NE)

es sind ja nur 0 grad, so kalt ist es eigentlich gar nicht, aber in berlin reicht das, weil niemand streut (es wäre die pflicht der anlieger, die dann 1, 2 handvoll sand vor der haustür verteilen, oder auch nicht, es kümmert keinen), nicht einmal die bürgersteige der danziger str. (große 6 spurige hauptstrasse mit strassenbahn in der mitte) sind problemlos begehbar, es ist inzwischen festes graues eis, spiegelglatt. früher hat mich das irgendwie nicht gestört, vielleicht entwickele ich angesichts meiner zerbrechlichen mutter da jetzt auch unsicherheiten, muss aufpassen, oder nee, morgen spikes unter die schuhe, dann läuft das. leute auf fahrrädern verstehe ich nicht, wünsche aber viel glück und glatte brüche, wobei einen tag später immerhin die strassen relativ uneisig aussehen, aber versuchen will ich es nicht, im totalen unterschied zu letztem jahr, wo ich dann eher so spielerisch aus der hüfte heraus trotzdem gefahren bin, da war halt mehr schnee auf dem eis. sehr genervt, weil ich soviele wege nur zu fuss oder mit den überfüllten und dauernd verspäteteten öffentlichen verkehrsmitteln machen kann. berlin ist so durch.

das „stromnetz berlin“ zeigt auf instagram, was sie grade tun, das ist hilfreich. heute wollen sie irgendwie ein ölkabel mit einem kunststoffkabel verbinden, das klingt schon etwas nach o’brien.

den idioten von der truppe, die den stromausfall durch einen anschlag verursacht haben, wünsche ich schnellstes geschnapptwerden, mögen sie danach vergessen werden, ich nenne nicht einmal ihren namen.

lange tage diese woche. ich mag keinen winter. versuche mich daran zu erinnern, wie lustig sich das knirschen anfühlt, wenn der schnee frisch gefallen ist, wieviel spass die kinder mit ihren schlitten auf jedem kleinen hügel haben, während wir beim spaziergang vorsichtig über die glatten wege des parks stapfen, aber nee, nix für mich.

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samstag, 3. januar 2026

die bilder von einem venezolaner vom himmel über caracas voller hubschrauber und bomben sind wirklich beunruhigend. so ein vollkommen unprovozierter überfall auf ein anderes land ist nicht zu rechtfertigen, weil dann nichts unmöglich bleibt. gedacht: soll er doch weiter sein eigenes land ruinieren, die haben ihn gewählt, aber nein, natürlich will der auch unser problem werden, die logik der macht und der gewalt. sehr finster alles. ein bisschen zu spannend grade.

heute extra gemütlich zu hause, ich sitze mit yogitee auf einem kuscheligen schaffell und mache ein holzpuzzle, morgen schneespaziergang mit freundinnen, also wenn noch schnee liegt. einkaufen gewesen über die rutschigen ungestreuten berliner bürgersteige, viele haben anscheindend genau wie ich ein paar sorel-stiefel im schrank für solche tage, man läuft wie leicht trunken, breitbeinig und im wiegeschritt, ich mag das eigentlich, aber ich fahre ja auch fahrrad bei schnee. im süden der stadt ein größerer stromausfall, sie brauchen wohl bis donnerstag, um das wieder hinzukriegen, das passt zum thema der allgemeinen verunsicherung, meine mutter lebt eher im süden der stadt, aber bei ihr geht nur das fernsehen nicht. habe meine powerbank geladen und weiß, wo die taschenlampe liegt, falls hier auch jemand ein kabel abfackelt. echt, was ist mit den leuten?

jedenfalls angesichts der weltlage ein gefühl der unwirklichkeit.

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auf ein neues!

den 31. sehr schön bei freunden in südberlin verbracht, mit fondue und gesprächen, es war lustig und warm und es gab großartiges fleisch, ich hatte einen echten jieper darauf. zum ersten mal solche wunderkerzen-zahlen gemacht, es gibt auch jetzt immer noch neues im leben. ich bin das herz.

den ersten mit putzen und chillen verbracht, immer abwechselnd. nur bettwäsche muss ich noch wechseln. gefreut, dass es ein feiertag ist, war erst nach 2 im bett, mit den jungs telefoniert, der große hat ja geburtstag am 1. januar, nachts war keiner zu erreichen, nur meine mutter habe ich gesprochen. das neue jahr privat mit gelassenheit („wird schon werden“), gesamtgesellschaftlich mit bangen erwarten. im letzten jahr nie allein gefühlt, der gedanke an partnerschaft rutscht ins unvorstellbare, mir ist im ganzen jahr kein single auf freier wildbahn begegnet, mir fehlt manchmal das interesse, das nachfragen, die unterstützung, jemand der den einkauf hochträgt, die lampe anbringt oder den abfluss repariert, dauernd unterhalten möchte ich mich gar nicht, das kann ich nicht mehr, für den gelegentlichen mitteilungsdrang nutze ich das internet, danke dafür, liebe leser*innen. finanziell wäre ein besserverdienender hausgenosse schon praktisch, urlaub oder essen gehen wären nice-to-have, aber es geht auch so, irgendwie, ich brauch ja nix, ich hab ja alles.

empfehlung für die berliner*innen: schaut euch diane arbus im martin gropius-bau an, eine riesige menge an bildern, alle außergewöhnlich, schön mittig im raum auf metallstreben gehängt, hier eins meiner liebsten, passend zum jahreswechsel:

"Movie theater lobby, N.Y.C. 1958
Kinofoyer, New York City 1958" foto von diane arbus, ausstellung im gropius-bau, berlin

ich war mit einer freundin gleich am montag früh dort, es war ein geschenk. es war noch wenig los, wir sind herumgelaufen, bis wir satt waren an bildern, dann kaffee und kuchen im cafe und ein paar postkarten im shop. es gibt keinen katalog, aber viele sammelbände mit ihren bildern sind zu haben, ein glück, ich habe WIRKLICH genug kataloge, die ich alle nie ansehe.

die freundin und ich mochten auch das mit den badehauben sehr, mit lächelnden gesichtern, die menschen auf ihren bildern sind sonst eher ganz bei sich, ernst, abwesend.

foto von diane arbus, von der ausstellung im gropius-bau berlin, es zeigt eine gruppe von lachenden menschen in badehauben

(die ausstellung heisst constellations, ähnlich wie die bar in crans-montana („le constellation“), in der gestern nacht ein katastrophaler brand über 40 meist junge menschen getötet hat. gleich den jungs warnungen vor wunderkerzen in geschlossenenen vollen räumen geschickt, so sind mamas halt. ich hoffe, dass viele der schwerverletzen überleben, dass die eltern bald erfahren, was mit ihren liebsten ist. nie zur silvesterparty in einen unterirdischen club mit dämmschutz gehen.)

es schneit schon wieder ein bisschen, wie schön, ich hoffe, es bleibt etwas liegen.

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alt und neu

heut ist der letzte sohn auch gen freunde und party abgereist, jetzt bin ich noch ein paar tage ganz für mich, also mit morgen anreisendem neuen hausgast, darum heut sehr viel gewaschen. es sind noch mehr bettdecken als vorher da, verstehe das gar nicht. vielleicht vermehren die sich von alleine, so geballt im schrank.

das letzte jahr war ein gutes, der neue job hat viel mehr als erwartet verändert, ich bin wieder mehr die alte, da ist noch feintuning mit der arbeitszeit nötig, aber ich hoffe, es bleibt so spannend und positiv. viel mehr energie für kultur, ausgehen, freundinnen gehabt, wieder viel spontaner gewesen, alles fühlt sich leichter an, wieder auf dem weg, beim ausgehen und dinge unternehmen ist immernoch viel luft nach oben. vielleicht hatte mich der letzte job auf die dauer doch in eine form von depression getrieben? es ist erstaunlich, was für einen riesigen einfluss aufs befinden die arbeit hat.

60 geworden, das spielt auch eine rolle, weil die kraft ja weiter abnehmen wird, anspruch und erfahrung aber nicht. ich weiß um die endlichkeit und kostbarkeit von allem.

in den freien tagen gleich den vorsatz umgesetzt, mal wieder mehr auf mein äußeres zu achten, wie früher, als mir das inhärent wichtig war. hemden blusen anprobiert, ein paar sind über der brust oder am arm zu eng geworden, aussortiert. ich nehme bis jetzt tatsächlich nur an oberweite zu, das ist ganz okay eigentlich. ich möchte ja meinen kleiderschrank tendenziell reduzieren, es fällt mir schwer, die dinge in die (altkleider-) tonne zu werfen, besonders die schönen stücke, aber tatsächlich geht mein interesse an den schönen teilen anderer leute auch eher gegen null. ich kaufe nix mehr dazu, außer wenn das alte verbraucht oder abgetragen oder sonstwie ruiniert ist, oder wenn ich mich mal verknalle in irgendwass, zuletzt ein dunkelblaues samtjackett, beim begleiten einer freundin beim shopping, das trage ich auch viel zu selten. das kann ich heut zur silvesterparty bei freunden anziehen.

es hilft ja schon, sich beim einsatz von haarspangen und ähnlichem vor den spiegel zu stellen, statt es ohne hinzusehen im gehen zu erledigen. ich habe schon so ein bisschen die unsichtbarkeit der letzten jahre absolut gesetzt, mir scheint, als sollte ich mir wieder einen stil aussuchen, statt ihn geschehen zu lassen. nicht bei minusgraden allerdings, grade geht nur der dicke wintermantel.

wünsche euch allen einen wunderbaren neustart ins neue jahr, gehabt euch wohl! lasst weiterhin träume wahrwerden, behaltet träume, lebt sie aus. das leben ist wunderbar.

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natale 2025

beim weihnachtsfrühstück gemerkt, dass ich mir langsam ein besseres tischdesign wünsche, wechsele ein paar mal den tischläufer, bis ich zufrieden bin. den söhnen fällt es nicht auf, ich glaube, das besondere, geplante, durchdachte ist das wichtige, das gute service, nicht die details, und merke deutlich, wie ich dieses jahr bereitwillig die grenze ins alberne überschreite, souverän überschreite, but still. nach dem frühstück muss davidzwilling nochmal los, ich schaffe es endlich, den rechner an die anlage zu koppeln, adeste fideles erschallt, doch, meine boxen sind gute alte handwerksarbeit, das macht schon einen unterschied. entspannung, alles verpackt, der große besetzt dieses jahr die küche, er hat das morgige weihnachtsessen dieses jahr geplant und beginnt heut zu kochen, er pfeift die lieder dabei mit. ich hab mir immer noch nicht die fingernägel lackiert.

der 24. ist der geburtstag meines vaters, wir werden auf ihn anstossen heut abend, kaum zu glauben, dass er seit 22 jahren nicht mehr da ist. hätte gern herausgefunden, ob sich unsere beziehung noch einmal intensiviert hätte (wahrscheinlich nicht), finde es schade, dass er seine enkel und enkelinnen nicht richtig kennenlernen konnte, und sie ihn auch nicht.

schöner abend, entspannt, kein strikter rahmen, er entwickelt sich einfach, weil die abläufe klar sind. keine kerzen, elektrische beleuchtung am baum, bisschen schade, aber es ist soviel einfacher, morgens einfach das licht anzuknipsen, statt jedesmal die kerzen einzeln anzuzünden und dann drauf aufzupassen. einen feinen cremant trinken wir, und wasser. keine kirche, im letzten jahr war die gethsemanekirche so unfassbar voll, es war der familiengottesdienst am nachmittag mit schlange vor der kirche, dieses jahr wollten wir eigentlich zum abendgottesdienst gehen, waren dann aber so in unserem familienrhythmus, dass niemand da rauswollte, ich hätte die regie übernehmen können, mir fehlte dafür dann aber der nötige drive. bisschen schlechtes gewissen. mir hat vor allem das singen gefehlt, auch die predigten sind an weihnachten ja meistens sehr gut. nächstes jahr den tag besser planen, mir hat andrerseits das planlose dieses jahr sehr gut getan. hü und hott.

der gregorzwilling sitzt noch am rechner, er hat einen abgabetermin, kommt aber gut klar, sagt er. seine freundin wird uns am wochenende besuchen, das erste mal, dass jemand mitkommt über die feiertage, freue mich drauf. beim adventskaffee mit den freundinnen reden wir kurz darüber, dass die kinder noch kommen, wir wissen, sobald eventuelle enkel da sind, reisen wir und sind gast bei den kindern. es wird allgemein viel gereist, zu eltern und geschwistern, ich bewundere die energie, ich könnte das nicht, komme dieses jahr aus dem letzten loch pfeifend in den weihnachtsferien an.

am ersten tag hat der große das kochen übernommen, der davidzwilling hat ihn dabei unterstützt, es war ein fest, ein vegetarisches, weil es dieses jahr mal keine gans geben sollte. aufwändig die sosse, über 2 stunden aus gemüse, wein, orangen zusammengezaubert, dazu selbstgemachtes rotkraut und klösse, mit blumenkohlsteaks, die vorher über nacht eingelegt waren. extrem lecker. das essen macht nicht schwer, sondern satt und zufrieden, im unterschied zur gans, wo alle erstmal ein paar stunden platt waren. dazu eine mousse ou chocolat der götter, mit salz und olivenöl, sahne, im wasserbad geschmolzener schokolade, kalorien bis ostern mindestens. hatte den wein zum essen im haus, die flaschen liegen seit ein paar jahren in der küche, und dann waren sie beide gekippt. haben wir wasser getrunken. habe dann später den rest kochwein getrunken, weil wein dazu gehört, den aber auch stehen gelassen. scheint, als ob das mit dem alkohol vorbei ist, beim bier bin ich bei etwa einem kleinen glas pro woche, so als gönnung. oder ich wechsele auf nur noch cremant, den habe ich genossen, vielleicht gibt es den in 0,2 flaschen.

meine mutter kommt diesmal nicht mehr, die treppe, wir besuchen sie am ersten feiertag, spontan, weil es nur so geht. sie schenkt mir eine fake-hermes-tasche mit großem „h“ vorne drauf, eine evelyne, wenn ich sie nicht will, schenkt sie sie jemand anderem, sagt sie, dann nehme ich sie, freu mich aber nur so halb. ich lebe in keinem hermes-umfeld, egal ob fake oder nicht. zur berlinale kommt eine nichte, der werde ich sie anbieten. freue mich aber über einen schal aus ihrem großen bestand, auch die söhne bekommen je einen, viel gelächter beim anprobieren, viel genaue blicke der jungs auf ihre brüder, wer jetzt den schönsten erwischt hat, ein klassischer familienmoment.

unfassbar, dass es bereits freitag ist, die erste ferienwoche fast rum. habt es noch schön heute und die nächsten tage!

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wintersonnenwende

ruhiger sonntag, fast alles erledigt, nur der weihnachtsbaum fehlt noch. freue mich über die sonnenwende, mag weder die ewige dunkelheit noch die ewig ultratiefstehende blendende sonne. vielleicht ein kapitel aus the dark is rising, ein spaziergang, heut nachmittag adventskaffee bei freunden. es gibt von der bbc ein hörspiel (thx aesche auf mastodon), da ist leider am anfang als hintergrundmusik ein sehr hoher ton für „spannung“ oder so eingesetzt, der nervt mich wg tinnitus kolossal, aber ansonsten eine perfekte begleitung für winterspaziergänge oder -fahrten.

die allgemeine zukunftsunruhe macht die schönen dinge wertvoller, ich genieße intensiv meinen wohlverdienten urlaub, freue mich auf die kinder.

zum jahresende weitere vorsorgethemen bearbeitet, so bin ich am streiktag letzte woche noch schnell zum versicherungsvertreter gegangen, die haftpflicht endlich auf berufshaftpflicht aufgestockt, für die zwillis eine bu mit guten konditionen aufsetzen lassen, die sie nur unterschreiben müssen, wenn sie es denn wollen. hab ich für den großen vor jahren auch gemacht, inzwischen zahlt er sie auch selber, bei den zwillis übernehme ich das, bis sie im beruf stehen. inzwischen gelesen, dass man eine bu für mindestens 2000€ im monat abschliessen soll, weil der betrag mit der staatlichen unterstützung verrechnet wird und sonst kaum was davon übrig bleibt. das werde ich den jungs weitergeben, aber es ist dann ihre verantwortung, das zu ändern.

noch keine pläne für die rauhnächte, ich fürchte, ich muss mich kümmern.

(vergessen, das posting online zu stellen, sry)

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sex sells

die kinder wünschen sich haushaltswaren und küchengeräte dieses jahr, nur praktisches, das rührt mich irgendwie. wie immer ist der geburtstag des großen eine woche nach weihnachten eine herausforderung, dieses jahr feiert er in trier, da kann ich ihm dinge hinschicken. sie kommen immer mit extra gepäck, weil sie mich kennen, aber dieses jahr habe ich wirklich nur kleinkram für sie. die bücher fehlen noch, hatte schon sonia and sunny auf englisch gekauft, es klang ganz gut, beziehung, venedig und so, aber es ist ein 650-seiten-ziegelstein hier angekommen, da kann das buch noch so gut sein, das schafft keiner, das gebe ich wieder ab. mich nervt es sehr, dass niemand mehr kürzen kann, verstehe das nicht. was ist damit bewiesen, was ist an dieser textfülle unverzichtbar, welchen literarischen wert hat all das gelaber? nun gut, mit etwas glück sind es landschaftsbeschreibungen, das würde ich dann lesen können, aber halt über 600 seiten auch nicht wollen.

im theater gewesen, constanza macras‘ abschiedsvorstellung gesehen. hab sonst von ihr wenig mitbekommen, war gespannt. saal ausverkauft, saß hinten im parkett, mitten in der reihe. und dann kam eine große truppe von tänzerInnen in sehr spärlichen fetisch- und lederkostümen oder ganz nackt, und machte eine stunde lang poledancing oder eben diese direkte erotische anmache, die man manchmal in amerikanischen filmen sieht, wenn die leute dort in einen nachtclub gehen. es wird viel mit den pobacken gewackelt, in stringtangas, das haben sie eine stunde lang durchgezogen. wers mag – ich habe meine sexuellen bedürfnisse grad tief verstaut wegen kein bedarf und wollte eigentlich nach 20 minuten schon wieder gehen, fand es übergriffig und doof, weil es außer der erotik wenig gab, was ich darin sehen konnte. einer der tänzer ist am anfang eine große treppe runtergestürzt, weil die stufen in der sekunde eingeklappt wurden, als er grade auf die oberste getreten ist, es sah nicht gewollt aus (warum auch, ein sturz wäre zu real in der getanzten welt), kam aber wieder auf die füße unten. das war bestimmt schmerzhaft. die tänzer*innen sind alle sehr gut, sehen sich ähnlich, leicht androgyner typ mensch.

die choreografie war bisschen wie diese zu dicken bücher: es wird nix mehr interpretiert oder gestaltet oder künstlerisch transfiguriert, es wird keine auswahl getroffen, man erzählt oder zeigt einfach alles, stun-den-lang, um seiten und minuten zu füllen. sehr öde. ich vermute, constanza macras findet das alles sehr aufregend mit dem berliner sex-nigthlife, vielleicht wurde sie nicht ins kitkat gelassen und bringt das jetzt eben auf die bühne? schön waren die zwischengestreuten passagen aus isherwoods berlin-roman, den ich jetzt nocheinmal lesen möchte, aber auch da fehlte mir die dramaturgische einbindung in die choreografie, die tänzerInnen machen halt ihrs. zweite stunde ging es um gewalt, wieder choreographisch dargestellt, mit aufgemalten skeletten wurden schlacht und tod getanzt, da habe ich in den einzelnen tänzerischen ideen das wiedergesehen, was mich hieran so fasziniert, der schnelle wechsel zwischen ganzem körper und einzelnem körperteil im bewegungsablauf, generell zwischen stillstand und raserei, das ist hohe kunst. aber es war bei macras eben nur eine art refrain, keine wechsel, keine spannung, keine dramaturgie innerhalb der szene, alle tanzen dasselbe.

gewalt ist halt auch eher ein angstthema bei mir, es dauerte wieder ewig, und das, nachdem ich schon eine stunde sex aushalten musste, hier konnte ich schlecht weg, weil mitten in der reihe sitzend. als dann in der letzten von zweieinhalb stunden in einer passage wieder die lautstärke sehr weit hochging, habe ich es endlich innerhalb von sekunden in den selbstschutz geschafft und bin raus. merken: in der volksbühne statt hörgerät immer hörstöpsel tragen, nur noch in stücke mit pausen gehen. es ist holzhammertheater, fand den abend belästigend und nervig. fühlte mich alt. es ist nur noch ein weiterer gast vor ende gegangen, vielleicht ist mein geschmack, sind meine ansprüche wirklich altmodisch. publikum zu ca 70% jünger als ich.

dritter advent heute, das ist jetzt schnell gegangen. noch eine woche arbeiten, dann endlich 2 wochen dringend benötigter pause. heut geh ich vielleicht mit einem besuch noch in die neue nationalgalerie, wollte eigentlich vor neuen kulturellen unternehmungen die lang erwartete ankunft meines schwerbehindertenausweises abwarten (diabetes und ohren), aber das dauert noch, und kunst mit freunden macht mehr spass als alleine. gemerkt, dass ich beim antragstellen meinen tinnitus vergessen habe.

gerstern bei aufpumpen des fahrrads im hausflur sagte ein vorbeigehener mann: „großartig, selbst ist die frau, weiter so!“ hätte ihm gerne ein bein gestellt, aber er war schon durch. was ist mit den leuten? außerdem ist der reifen platt und ich muss heut noch flicken. der hinterreifen, natürlich.

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präfeiertage

sehr volle tage, es häuft sich aus allen ecken, gestern kam ein brief von der polizei, ob ich mein am 3. juli umgeparktes auto selber da hin gestellt hätte, ich hatte sogar die umsetzung vergessen, weiß aber immerhin, wo mein auto jetzt steht.

beim radeln in letzter zeit das gefühl, dass ich dauernd bergauf fahre, luftdruck war vorne 2,5. aufgepumpt, hoffe auf besseres gefühl morgen.

weniger du musst, mehr ich kann, das ist mit das sinnvollste, was ich aus dem neuen job mit nach hause nehme, wo auf ideen mit einem „mach doch!“ reagiert wird.

freue mich auf ein planloses wochenende, ruhe tanken, nagellack machen, vielleicht friseur, weil jetzt ist auch egal. werde wohl nicht auf das adventsgrillen gehen, am wochenende danach kommt wieder besuch, und dann ist schon weihnachten, zähle die tage bis zum urlaub, stunde um stunde.

die am frühesten gekauften weihnachtsgeschenke, im juni, ein netter kram auf kickstarter, sind gestern abend tatsächlich angekommen, es sind angenehm alberne gadgets. hier waren wohl die macher vom erfolg überrascht und sind mit allem nicht mehr hinterhergekommen, ich hoffe, sie sind all der aufregung wert und gehen nicht sofort kaputt.

heute in der nyt mit einiger begeisterung die geschichte vom herrn lundy gelesen, der als sehr erwachsener mensch noch mal ein völlig anderes leben angefangen hat und jetzt schreibmaschinen repariert. sehr schön aufgemachter text, mit vielen bildern, es lohnt.

werden überhaupt noch welche hergestellt? wenn man auf so etwas schreibt, ist es nicht denken beim schreiben, sondern erst denken, dann schreiben, und um einen absatz zu verschieben, musst du die ganze seite neu eintippen, die langen wege der finger, bis die taste unten und der buchstabe auf dem papier ist, ich habe nach 30 jahren computer den prozess des schreibens mit schreibmaschine gründlich vergessen. alles private schreiben war bei mir handschriftlich, offizielles hab ich oft mit der hand entworfen oder vorformuliert, mit notfalls folgender holpernder reinschrift auf der maschine, tippex galore. schreibmaschine ist andauernde reinschrift. mein vater hat auch seine privaten briefe mit der schreibmaschine geschrieben, er hatte aber auch noch freunde und brieffreunde, die er nicht geduzt hat.

ich habe ja ein herz für alte mechanik, nutze meine alte valentine aber nie, wofür auch, ich könnte meine weihnachtskarten damit schreiben! das wäre ein liebesakt, den niemand bemerken würde.

foto von einer roten mechanischen schreibmschine auf einem holztisch

jedenfalls haben mich diese maschinen und das nachdenken darüber auf einen sehr erholsamen kurztrip gebracht, ich habe nicht bemerkt, wie die zeit vergeht, und so vergeht sie ja am besten. jetzt ist es plötzlich kurz vor elf, und ich wünsche ihnen eine angenehme nachtruhe.

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