frost ende

heute 5°c plus, inzwischen unerwartet. schnee weg, ein schritt voran. hoffe, er ist auch vom auto geschmolzen, dann muss ich das nicht mehr abkratzen alles. nächste woche der alljährliche frühlingstag im februar, einmal 15°, damit wir nicht aufgeben auf halber strecke und berlin doch den rücken zuwenden, auswandern irgendwo ans mittelmeer, ins licht, zu längeren tagen. dann spüren wir uns wieder und halten eventuell durch, bis es dann im juni frühling wird.

berlinale war wenig dieses jahr, ich suche ja immer nach den italienischen beiträgen, vergeblich, 2026 gab es schlicht keine, das ist wirklich ungewöhnlich und kein gutes zeichen. heute der film mit turturro, buscemi, esposito in new york, beim anblick der gesichter wieder dieser moment des unglaubens, dass tatsächlich auch die stars altern, alt werden, wie ja überhaupt der komplette austausch des kulturpersonals meiner welt immer weiter voranschreitet und dabei eine gewisse normalität entwickelt. wie gut, dass die kunst unsterblich ist.

jedenfalls ein feiner film, schöne idee, toll erzählt, sehr liebevoll und sehr old school irgendwie: turturro ist harry, ein altgedienter taschendieb mit einem netzwerk aus kumpeln und familie, und eines tages klaut er das falsche, und muss es wiederbesorgen in seinem new york, dass irgendwie auch unser new york ist, aus filmen, geschichten, bildern, man erkennt es wieder, es ist auf leichtfüßige art archetypisch. schaut ihn euch an, große empfehlung. gesehen mit einer freundin im uber-dingens, der (das? die? das ding ist geschlechtslos) sich nur wegen der riesigen leinwand lohnt, die gala zum goldenen bär lief da wohl schon, einige im publikum gucken vorm film auf dem handy mit. den gewinnerfilm hat die freundin auf dem heimweg gegoogelt, gelbe briefe, koproduktion berlin-türkei-frankreich, heute gesehen, dass es um ein super wichtiges thema geht, der film zeigt, welche folgen das ende der demokratie in einem land auf den alltag, das gelebte leben, auf das soziale miteinander haben kann. den werden wir uns dann im sommer im freiluftkino ansehen.

ende november hatte ich online eine pflegezusatzversicherung abgeschlossen, weil ich eventuelle kosten für pflege oder ein pflegeheim nicht würde stemmen können, ohne alles daran zu verlieren. diese woche lag die absage der versicherung im briefkasten, „risiko zu hoch“, well, genau. es macht schon was mit mir, aber ich werde es nochmal bei einer anderen versicherung versuchen, nur so zur wissenschaftlichen überprüfung.

eine freundin meinte: so ist das halt, du kommst selber für dich auf, dafür ist der besitz da. sie hat recht irgendwie, vieleicht ist es falsch, das geld als „verloren“ zu begreifen, wenn ich damit mein alter finanziere, ich weiß nicht, wieviel prozent der bevölkerung durch renten oder vermögen beträge von ⌀ 3500€ monatlich finanzieren kann, bei den meisten wird bei den hohen kosten wohl der sozialstaat aufkommen müssen, ich denke ja, dafür sind versicherungen da, vielleicht unterschätze ich aber auch den wohlstand der anderen. die versicherung wies in ihrer ablehnung darauf hin, dass es ja keine krankenversicherung sei, sondern eben eine zusatzversicherung. gsd sind krankenversicherungen hier ein grundrecht. vom durch die absage gesparten geld kann ich einige urlaube finanzieren, leben im jetzt ist die devise. merke beim schreiben, wie ich mit dem thema abschliesse, du hast es versucht, tant pis, aber es wird schon gehen irgendwie. bleib ich halt gesund oder sterbe gleich.

(merke zur zeit eine erhöhte vergesslichkeit und hoffe, es sind die folgen meines jobs, nicht meiner nachlassenden kognitiven leistung, vielleicht zeigt sich darin die midlifekrise für aufgeklärte, selbstbewusste menschen: alles wird verfügbar, überall werden anfänge des endes sichtbar. entspannt und wach darin leben. ich bin ja erst 60.)

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projekt bücher

alec soth hat zusammen mit brad zellar eine schöne fundraiser-aktion, der erlös geht komplett an die hilfe für migranten und menschen, die von den ice -übergriffen bedroht oder betroffen sind.

ich verkleide mich ungern, es ist zuviel aufmerksamkeit auf etwas, das ich dann ja eh nicht bin, weil verkleidet – andrerseits ist es im job ein spass, bei dem ich gern dabei bin. allerdings mit einem kostüm, dass in den drei jahren, in denen ich es nutze, nur einmal von einem vater erkannt worden ist, nie von den kids, aber hej, mehr schaffe ich nicht. gelegentlich spiele ich mit dem gedanken, mal auf eine dieser veranstaltungen zu fahren, wo fans und schauspieler und andere filmmenschen sich feiern, und nein, ich meine nicht die berlinale, aber dann sehen mich da andere, und der unterschied zur filmfigur ist bestimmt lächerlich groß – wobei, das geht den anderen gästen ja auch so. na, mal sehen. ich freue mich jedenfalls drauf, meine lustige uhr mal wieder tragen zu können. (die enterprise ist der sekundenzeiger)

zifferblatt einer timex-uhr mit star-trek-motiv

vielleicht finde ich jemanden, der mich knipst. ich erinnere faschingsfeste von erwachsenen meistens so, dass die damen möglichst generell wenig anhaben, die herren möglichst wenig verkleidet sind, es wirkte immer etwas unfair, nun ist berlin ja auch gar keine karnevalsgegend. aber bei halloween hatte ich mit klebetattoos ja auch meinen spass.

grauer februartag, ausklingende erkältung, aber ruhig und entspannt nach einem gefühlt langen wochenende, freundin und gregorzwilling als übernachtungsbesuche, plaudern und volles haus, sehr schön.

mal wieder bücher angesehen, also die im schrank, ein sehr schönes kleines herausgenommen und voller elan 20 seiten gelesen, dann eher erschöpft wieder weggestellt, da beschreibt ein mann in sehr klagendem tonfall den mühsamen alltag eines porzellanmalers, hier ein paar tassen, dort ein krug, satt wird er nur, wenn ein freund ihn abends mitnimmt, nie wird etwas gut, und dann übergibt sich noch die katze unterm bett! geschrieben hat es heinrich ernst kromer, veröffentlicht 1915 als fiktive autobiographie von gustav hänfling. ich sehe ihn vor mir in seiner dachkammer, um pfennige ringend, aber ich möchte dann doch nichts weiter wissen, ein beispielhaft trauriges künstlerleben, wie wir es alle hätten haben können, aber ein schönes kleines buch.

Altes Buch mit durchgehend bedrucktem EInband

als zweites einen band mit einem schönen foto vorne drin, es zeigt einen mann mit markanten gesichtszügen, gut sitzendem haar und tiefliegenden hellen augen, es ist ein schwarzweiß-foto, er wirkt asketisch, schmal, bestimmt. er lächelt freundlich und unaufdringlich schräg am fotografen vorbei, friedrich gundert, ein verlagsbuchhändler, er hat wohl jugend- und kinderbücher herausgegeben, das buch ist ein nachruf, seine lebensdaten stehen vorne auf der ersten seite, von 1897 bis 1946. es enthält briefe aus dem krankenhaus, berichte und gedichte von freunden, er ist jung gestorben, wohl an einem lungenleiden.

S/W- Foto von Friedrich Gundert, aus einem Buch zu seinem Andenken nach seinem Tod 1946

er hat in calw gelebt, hatte dort ein steinhaus, von dem es eine webseite gibt, weil die stadt mit all ihren holzhäusern wohl im 17. jh einmal durch einen brand zerstört wurde, und ein weitsichtiger mann namens schill sich dann ein haus aus stein hat bauen lassen, aus großen, massiven steinen und einem gewölbekeller, sicher vor feuer. friedrich hat die letzte enkelin des herrn schill geheiratet, emma, hat hat mir ihr dort gelebt, weiß nicht, ob er auch seine geschäfte von dort betrieben hat. er hatte viele geschwister, neffen und nichten, eine enkelin wird erwähnt, sie stirbt leider mit anfang zwanzig, in den 60ern, aber das hat er nicht mehr erlebt. mich beschäftigt dieses erfolgreiche, intensive leben, viele angehörige sind nach indien ausgewandert, als missionare, sind hin- und hergereist im 18. und bis ins 20. jh hinein, mit netzwerken, freundschaften, literatur, familie. was sie im 2. weltkrieg gemacht haben, steht nicht drin, er ist 1946 gestorben, online finde ich einiges zu seiner familie, aber keine historische einordnung, ich suche aber auch nicht richtig danach, genug kleine kommentare gegen die hj und die nazis finden sich zum glück, in den briefen, wo er über die schwierigkeiten schreibt, direkt nach dem krieg papier für den buchdruck zu bekommen. es gibt noch familienangehörige, auf der seite mit dem verzeichnis der angehörigen sind die anonymisiert, den verlag gibt es nicht mehr. er war der onkel von hermann hesse, er wird mir sympathisch nach lektüre des büchleins, muss ein besonders begabter und feinsinniger mensch gewesen sein, liebhaber von bach, damit kriegt man mich ja sofort, aber es bleibt unklar, wie er es im dritten reich gehalten hat, es wird beklagt, dass die gefangenen nach dem krieg keine bücher bekommen, weil so wenig gedruckt werden, es finden sich minimale andeutungen, dass es schwierige zeiten waren – eigentlich nicht genug, aber es ging ja auch nicht darum. das richtige leben im falschen.

in der tram gestern zum zweiten mal einen sitzplatz angeboten bekommen, obwohl der weiße haaransatz unter der mütze war – abgelehnt. es ist, wie es ist.

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sick days

krank und ko zu hause, nicht gefährlich krank, nur erkältung. brauche 1-2stunden, um aus dem schlechten gewissen herauszufinden, trotz verstand und lebenserfahrung ist der pflichtimpuls tief eingebaut und größer als der selbstschutz. nervend. niemand freut sich über virenschleudern am arbeitsplatz, ich muss mir das wie eine meditationsübung wiederholen. paar tage flach gelegen und nichts mitbekommen von allem, geschlafen, heute langsam wieder ich selber.

nachträglich erschrocken bis fassungslos darüber, wie ich im januar die chance verpasst habe, in berlin nordlichter zu sehen, bloss weil ich abends um 22 uhr zu kaputt war, um nochmal raus zu gehen, in den nahen park, wo ich sie eventuell hätte sehen können, es war mir egal, der preis schien zu hoch – und ich bin damals mit 8 monate altem sohn und mann mit einem ollen benz-kombi bis nach münchen gefahren, um eine sonnenfinsternis sehen zu können, vor 26 jahren.

tja. ich merke daran, wie anstrengend das lebensmodell „beruf“ tatsächlich ist, was es kostet, wie sehr ich mich darin füge, wenig energie für anderes zu haben, wobei es auch einfach am zustand „altern“ liegen kann, wie fast alles neuerdings. aber die nordlichter tun weh. das darf nicht so bleiben, vielleicht habe ich noch eine chance in diesem jahr, die sonne steht gut dafür.

gebannt beim vierfachen axel zusehen, danke nyt. diese leichtigkeit, die perfektion, die energie, überwältigend schön. bevor er loslegt, hören wir ein gedicht über die leere, sehr jugendlich intensiv, „The only true wisdom/ Is in knowing You know nothing/ The lost/ Is in the unknown“, dann folgt die musik.

berlinale geguckt, also beim roten teppich via stream, sehr nett. kenne fast niemanden, bis auf herrn eidinger, den man ja im zweifel auch durch den mangel an kleidung identifizieren kann. viele augenscheinlich erfolgreiche junge menschen in all den wunderbaren festgarderoben, für den anlass zu dünn, es kam auch immer sofort nach ausstieg aus dem auto ein mensch und hat die mäntel an sich genommen, dabei hatte frau yeoh einen riesigen plüschigen kurzen pelz über ihrem schulterfreien kleid, sehr elegant, sie sah dann ohne eher beraved aus, ganz zart und schmal. herr wenders in klassisch schöner männerkleidung, stilsicher und attraktiv auf eine klassisch zuverlässige weise.

habe karten für zwei filme, nach termin ausgesucht, nicht nach inhalt oder künstler*in. vielleicht ergibt sich spontan noch was, die karten werden ja nach und nach freigegeben, das ist recht entspannend. die blutgräfin hätte ich wg vorliebe für vampirfilme gern gesehen, ist aber zeitlich schwierig, herrn buscemi mag ich auch, die idee des films klingt nach sentimentalem ausflug ins new york des letzten jahrhunderts. so, jetzt ab ins wochenende!

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boldly go

gestern gebannt vor einem video gesessen, in dem jemand eindringliche ratschläge für 60jährige gibt. die hälfte der zeit war ich mir nicht sicher, ob es ai ist oder nicht, ihre sprache zu kohärent, der textfluss ohne fehler, wiederholungen, unterbrechungen, ich bin mir immer noch nicht sicher, aber ich konnte auch nicht weggucken, anders als bei allen anderen menschen, die ihr gesicht für vorträge in die kamera und damit auch direkt in mein gesicht halten, da gehe ich immer unwillkürlich einen schritt zurück und clicke weiter.

edit: die dame im video ist ai, der wortlaut zusammengestellt aus aussagen alter menschen: „the advice presented is compiled from real-life experiences and wisdom shared by real people“, allerdings steht direkt unterm video „a submission by lorraine“, erst unten gibt es einen disclaimer mit dem hinweis auf ai – meine unsicherheit verunsichert mich, seitdem sehe ich auf youtube überall „nur“ noch ai, was die kriterien bei der wahrnehmung von authentizität verändert, nicht mehr das gesehene ist wahr, sondern ev die gute oder böse absicht des prompters, die zitate, aus denen der text zusammengesetzt wird, die absicht also wird relevant. alles ist immer schon meinung, manipulation oder im ernstfall propaganda, es wird uns vermittelt als doku, es ist fiktion. die fähigkeit, das alles zu unterscheiden wird super wichtig, wobei das bestimmt bald auch eine ai erledigen wird, ein ai-filter oder so.

erinnert ein bisschen an die interpretation von literatur, wo stilistische, textinhärente elemente genauso analysiert werden wie zeitgeschichtliche aspekte oder die biografie der/des autor*in. komplexe zeiten, in denen wir leben. edit ende.

eine weile lang war ich gleich alt wie star trek, dessen erste folge „the cage“ im februar 1965 zum ersten mal gesendet wurde, also vor genau 61 jahren. in dieser woche geht es bei starfleet academy um sisko, den chef der raumstation ds9, die serie ist eine meiner liebsten aus dem franchise, und es wurde ein theremin gespielt, ausrufezeichen, so ganz nebenbei und selbstverständlich – bin wieder an bord als trekkie, auch wenn ich mir bei der grundaussage der serie, die ich wunderbar finde, vorkomme wie rita, als sie sich in groundhog day den weltfrieden wünscht. finde es schon einfach generell tröstlich, dass etwas gutes weitergeht, und hier machen sie es mit neuen gesichtern und neuen geschichten, das ist nicht unmutig, die eltern einer respektsperson (lura thok/ gespielt von gina yashere) sind ein jem’hadar und eine klingonin, das ist wirklich eher unerwartet.

heute einen aufregenden termin gehabt, über den ich irgendwann mal ausführlicher reden werde. jetzt so ein gefühl, als ob die magnetspäne meiner vielen beruflichen wege und privaten interessen sich neu orientieren, erleichterung, aufatmen, neugierde. mal sehen, was da noch kommt. durch eine tür gegangen jedenfalls.

ich war wg misstrauen in die öffentlichen viel zu früh und bin vor dem termin in einem park in lichterfelde herumgelaufen, im neuschnee, feiner knirschender eisschnee, dabei in einen baum verguckt, der zwei sehr lange schwere äste im freien raum hält, sie sehen aus wie arme, mit ellbogen.

baum mit weit ausragenden dicken ästen, sieht aus wie ein ent.

von einem wachsen zweige, die aussieht wie minibäume, mit zweigen, nach oben, bestimmt ist das so mit bäumen, ich bin ja stadtkind. war fasziniert von der rinde, beschneit, und den formen und farben darauf.

baum mit weit ausragenden dicken ästen, sieht aus wie ein ent.

von den bäumen auf ein großes hellgelbes haus aus dem ca vorletzten jahrhundert zugelaufen, gedacht, mal schauen, was das ist – das guthaus lichterfelde. ein familienzentrum mit kindergarten und anderen angeboten, es gibt ein sehr schönes geräumiges denkmalgeschützes cafe darin, mit großem runden kachelofen (leider außer betrieb), bestimmt im alten salon des hauses, mit einem kronleuchter und einer großen terasse davor, geöffnet di, mi und do von 10 bis 16 uhr, montags nur für familien. hatte den raum heute für mich, habe eine wunderbare kürbissuppe und einen pott kaffee bekommen, für 5 euro nochwas zusammen und durch die fenster auf die verschneiten park geschaut. im sommer bestimmt ein paradies, jetzt eine aus der zeit gefallene oase der ruhe.

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mitten im kalten winter

„Because there’s cold like a crisp apple, invigorating, makes you feel alive; and then there’s cold like the dark side of the moon, the kind that makes you question your life choices.“ (KBHR 57am, NE)

es sind ja nur 0 grad, so kalt ist es eigentlich gar nicht, aber in berlin reicht das, weil niemand streut (es wäre die pflicht der anlieger, die dann 1, 2 handvoll sand vor der haustür verteilen, oder auch nicht, es kümmert keinen), nicht einmal die bürgersteige der danziger str. (große 6 spurige hauptstrasse mit strassenbahn in der mitte) sind problemlos begehbar, es ist inzwischen festes graues eis, spiegelglatt. früher hat mich das irgendwie nicht gestört, vielleicht entwickele ich angesichts meiner zerbrechlichen mutter da jetzt auch unsicherheiten, muss aufpassen, oder nee, morgen spikes unter die schuhe, dann läuft das. leute auf fahrrädern verstehe ich nicht, wünsche aber viel glück und glatte brüche, wobei einen tag später immerhin die strassen relativ uneisig aussehen, aber versuchen will ich es nicht, im totalen unterschied zu letztem jahr, wo ich dann eher so spielerisch aus der hüfte heraus trotzdem gefahren bin, da war halt mehr schnee auf dem eis. sehr genervt, weil ich soviele wege nur zu fuss oder mit den überfüllten und dauernd verspäteteten öffentlichen verkehrsmitteln machen kann. berlin ist so durch.

das „stromnetz berlin“ zeigt auf instagram, was sie grade tun, das ist hilfreich. heute wollen sie irgendwie ein ölkabel mit einem kunststoffkabel verbinden, das klingt schon etwas nach o’brien.

den idioten von der truppe, die den stromausfall durch einen anschlag verursacht haben, wünsche ich schnellstes geschnapptwerden, mögen sie danach vergessen werden, ich nenne nicht einmal ihren namen.

lange tage diese woche. ich mag keinen winter. versuche mich daran zu erinnern, wie lustig sich das knirschen anfühlt, wenn der schnee frisch gefallen ist, wieviel spass die kinder mit ihren schlitten auf jedem kleinen hügel haben, während wir beim spaziergang vorsichtig über die glatten wege des parks stapfen, aber nee, nix für mich.

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alt und neu

heut ist der letzte sohn auch gen freunde und party abgereist, jetzt bin ich noch ein paar tage ganz für mich, also mit morgen anreisendem neuen hausgast, darum heut sehr viel gewaschen. es sind noch mehr bettdecken als vorher da, verstehe das gar nicht. vielleicht vermehren die sich von alleine, so geballt im schrank.

das letzte jahr war ein gutes, der neue job hat viel mehr als erwartet verändert, ich bin wieder mehr die alte, da ist noch feintuning mit der arbeitszeit nötig, aber ich hoffe, es bleibt so spannend und positiv. viel mehr energie für kultur, ausgehen, freundinnen gehabt, wieder viel spontaner gewesen, alles fühlt sich leichter an, wieder auf dem weg, beim ausgehen und dinge unternehmen ist immernoch viel luft nach oben. vielleicht hatte mich der letzte job auf die dauer doch in eine form von depression getrieben? es ist erstaunlich, was für einen riesigen einfluss aufs befinden die arbeit hat.

60 geworden, das spielt auch eine rolle, weil die kraft ja weiter abnehmen wird, anspruch und erfahrung aber nicht. ich weiß um die endlichkeit und kostbarkeit von allem.

in den freien tagen gleich den vorsatz umgesetzt, mal wieder mehr auf mein äußeres zu achten, wie früher, als mir das inhärent wichtig war. hemden blusen anprobiert, ein paar sind über der brust oder am arm zu eng geworden, aussortiert. ich nehme bis jetzt tatsächlich nur an oberweite zu, das ist ganz okay eigentlich. ich möchte ja meinen kleiderschrank tendenziell reduzieren, es fällt mir schwer, die dinge in die (altkleider-) tonne zu werfen, besonders die schönen stücke, aber tatsächlich geht mein interesse an den schönen teilen anderer leute auch eher gegen null. ich kaufe nix mehr dazu, außer wenn das alte verbraucht oder abgetragen oder sonstwie ruiniert ist, oder wenn ich mich mal verknalle in irgendwass, zuletzt ein dunkelblaues samtjackett, beim begleiten einer freundin beim shopping, das trage ich auch viel zu selten. das kann ich heut zur silvesterparty bei freunden anziehen.

es hilft ja schon, sich beim einsatz von haarspangen und ähnlichem vor den spiegel zu stellen, statt es ohne hinzusehen im gehen zu erledigen. ich habe schon so ein bisschen die unsichtbarkeit der letzten jahre absolut gesetzt, mir scheint, als sollte ich mir wieder einen stil aussuchen, statt ihn geschehen zu lassen. nicht bei minusgraden allerdings, grade geht nur der dicke wintermantel.

wünsche euch allen einen wunderbaren neustart ins neue jahr, gehabt euch wohl! lasst weiterhin träume wahrwerden, behaltet träume, lebt sie aus. das leben ist wunderbar.

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natale 2025

beim weihnachtsfrühstück gemerkt, dass ich mir langsam ein besseres tischdesign wünsche, wechsele ein paar mal den tischläufer, bis ich zufrieden bin. den söhnen fällt es nicht auf, ich glaube, das besondere, geplante, durchdachte ist das wichtige, das gute service, nicht die details, und merke deutlich, wie ich dieses jahr bereitwillig die grenze ins alberne überschreite, souverän überschreite, but still. nach dem frühstück muss davidzwilling nochmal los, ich schaffe es endlich, den rechner an die anlage zu koppeln, adeste fideles erschallt, doch, meine boxen sind gute alte handwerksarbeit, das macht schon einen unterschied. entspannung, alles verpackt, der große besetzt dieses jahr die küche, er hat das morgige weihnachtsessen dieses jahr geplant und beginnt heut zu kochen, er pfeift die lieder dabei mit. ich hab mir immer noch nicht die fingernägel lackiert.

der 24. ist der geburtstag meines vaters, wir werden auf ihn anstossen heut abend, kaum zu glauben, dass er seit 22 jahren nicht mehr da ist. hätte gern herausgefunden, ob sich unsere beziehung noch einmal intensiviert hätte (wahrscheinlich nicht), finde es schade, dass er seine enkel und enkelinnen nicht richtig kennenlernen konnte, und sie ihn auch nicht.

schöner abend, entspannt, kein strikter rahmen, er entwickelt sich einfach, weil die abläufe klar sind. keine kerzen, elektrische beleuchtung am baum, bisschen schade, aber es ist soviel einfacher, morgens einfach das licht anzuknipsen, statt jedesmal die kerzen einzeln anzuzünden und dann drauf aufzupassen. einen feinen cremant trinken wir, und wasser. keine kirche, im letzten jahr war die gethsemanekirche so unfassbar voll, es war der familiengottesdienst am nachmittag mit schlange vor der kirche, dieses jahr wollten wir eigentlich zum abendgottesdienst gehen, waren dann aber so in unserem familienrhythmus, dass niemand da rauswollte, ich hätte die regie übernehmen können, mir fehlte dafür dann aber der nötige drive. bisschen schlechtes gewissen. mir hat vor allem das singen gefehlt, auch die predigten sind an weihnachten ja meistens sehr gut. nächstes jahr den tag besser planen, mir hat andrerseits das planlose dieses jahr sehr gut getan. hü und hott.

der gregorzwilling sitzt noch am rechner, er hat einen abgabetermin, kommt aber gut klar, sagt er. seine freundin wird uns am wochenende besuchen, das erste mal, dass jemand mitkommt über die feiertage, freue mich drauf. beim adventskaffee mit den freundinnen reden wir kurz darüber, dass die kinder noch kommen, wir wissen, sobald eventuelle enkel da sind, reisen wir und sind gast bei den kindern. es wird allgemein viel gereist, zu eltern und geschwistern, ich bewundere die energie, ich könnte das nicht, komme dieses jahr aus dem letzten loch pfeifend in den weihnachtsferien an.

am ersten tag hat der große das kochen übernommen, der davidzwilling hat ihn dabei unterstützt, es war ein fest, ein vegetarisches, weil es dieses jahr mal keine gans geben sollte. aufwändig die sosse, über 2 stunden aus gemüse, wein, orangen zusammengezaubert, dazu selbstgemachtes rotkraut und klösse, mit blumenkohlsteaks, die vorher über nacht eingelegt waren. extrem lecker. das essen macht nicht schwer, sondern satt und zufrieden, im unterschied zur gans, wo alle erstmal ein paar stunden platt waren. dazu eine mousse ou chocolat der götter, mit salz und olivenöl, sahne, im wasserbad geschmolzener schokolade, kalorien bis ostern mindestens. hatte den wein zum essen im haus, die flaschen liegen seit ein paar jahren in der küche, und dann waren sie beide gekippt. haben wir wasser getrunken. habe dann später den rest kochwein getrunken, weil wein dazu gehört, den aber auch stehen gelassen. scheint, als ob das mit dem alkohol vorbei ist, beim bier bin ich bei etwa einem kleinen glas pro woche, so als gönnung. oder ich wechsele auf nur noch cremant, den habe ich genossen, vielleicht gibt es den in 0,2 flaschen.

meine mutter kommt diesmal nicht mehr, die treppe, wir besuchen sie am ersten feiertag, spontan, weil es nur so geht. sie schenkt mir eine fake-hermes-tasche mit großem „h“ vorne drauf, eine evelyne, wenn ich sie nicht will, schenkt sie sie jemand anderem, sagt sie, dann nehme ich sie, freu mich aber nur so halb. ich lebe in keinem hermes-umfeld, egal ob fake oder nicht. zur berlinale kommt eine nichte, der werde ich sie anbieten. freue mich aber über einen schal aus ihrem großen bestand, auch die söhne bekommen je einen, viel gelächter beim anprobieren, viel genaue blicke der jungs auf ihre brüder, wer jetzt den schönsten erwischt hat, ein klassischer familienmoment.

unfassbar, dass es bereits freitag ist, die erste ferienwoche fast rum. habt es noch schön heute und die nächsten tage!

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sex sells

die kinder wünschen sich haushaltswaren und küchengeräte dieses jahr, nur praktisches, das rührt mich irgendwie. wie immer ist der geburtstag des großen eine woche nach weihnachten eine herausforderung, dieses jahr feiert er in trier, da kann ich ihm dinge hinschicken. sie kommen immer mit extra gepäck, weil sie mich kennen, aber dieses jahr habe ich wirklich nur kleinkram für sie. die bücher fehlen noch, hatte schon sonia and sunny auf englisch gekauft, es klang ganz gut, beziehung, venedig und so, aber es ist ein 650-seiten-ziegelstein hier angekommen, da kann das buch noch so gut sein, das schafft keiner, das gebe ich wieder ab. mich nervt es sehr, dass niemand mehr kürzen kann, verstehe das nicht. was ist damit bewiesen, was ist an dieser textfülle unverzichtbar, welchen literarischen wert hat all das gelaber? nun gut, mit etwas glück sind es landschaftsbeschreibungen, das würde ich dann lesen können, aber halt über 600 seiten auch nicht wollen.

im theater gewesen, constanza macras‘ abschiedsvorstellung gesehen. hab sonst von ihr wenig mitbekommen, war gespannt. saal ausverkauft, saß hinten im parkett, mitten in der reihe. und dann kam eine große truppe von tänzerInnen in sehr spärlichen fetisch- und lederkostümen oder ganz nackt, und machte eine stunde lang poledancing oder eben diese direkte erotische anmache, die man manchmal in amerikanischen filmen sieht, wenn die leute dort in einen nachtclub gehen. es wird viel mit den pobacken gewackelt, in stringtangas, das haben sie eine stunde lang durchgezogen. wers mag – ich habe meine sexuellen bedürfnisse grad tief verstaut wegen kein bedarf und wollte eigentlich nach 20 minuten schon wieder gehen, fand es übergriffig und doof, weil es außer der erotik wenig gab, was ich darin sehen konnte. einer der tänzer ist am anfang eine große treppe runtergestürzt, weil die stufen in der sekunde eingeklappt wurden, als er grade auf die oberste getreten ist, es sah nicht gewollt aus (warum auch, ein sturz wäre zu real in der getanzten welt), kam aber wieder auf die füße unten. das war bestimmt schmerzhaft. die tänzer*innen sind alle sehr gut, sehen sich ähnlich, leicht androgyner typ mensch.

die choreografie war bisschen wie diese zu dicken bücher: es wird nix mehr interpretiert oder gestaltet oder künstlerisch transfiguriert, es wird keine auswahl getroffen, man erzählt oder zeigt einfach alles, stun-den-lang, um seiten und minuten zu füllen. sehr öde. ich vermute, constanza macras findet das alles sehr aufregend mit dem berliner sex-nigthlife, vielleicht wurde sie nicht ins kitkat gelassen und bringt das jetzt eben auf die bühne? schön waren die zwischengestreuten passagen aus isherwoods berlin-roman, den ich jetzt nocheinmal lesen möchte, aber auch da fehlte mir die dramaturgische einbindung in die choreografie, die tänzerInnen machen halt ihrs. zweite stunde ging es um gewalt, wieder choreographisch dargestellt, mit aufgemalten skeletten wurden schlacht und tod getanzt, da habe ich in den einzelnen tänzerischen ideen das wiedergesehen, was mich hieran so fasziniert, der schnelle wechsel zwischen ganzem körper und einzelnem körperteil im bewegungsablauf, generell zwischen stillstand und raserei, das ist hohe kunst. aber es war bei macras eben nur eine art refrain, keine wechsel, keine spannung, keine dramaturgie innerhalb der szene, alle tanzen dasselbe.

gewalt ist halt auch eher ein angstthema bei mir, es dauerte wieder ewig, und das, nachdem ich schon eine stunde sex aushalten musste, hier konnte ich schlecht weg, weil mitten in der reihe sitzend. als dann in der letzten von zweieinhalb stunden in einer passage wieder die lautstärke sehr weit hochging, habe ich es endlich innerhalb von sekunden in den selbstschutz geschafft und bin raus. merken: in der volksbühne statt hörgerät immer hörstöpsel tragen, nur noch in stücke mit pausen gehen. es ist holzhammertheater, fand den abend belästigend und nervig. fühlte mich alt. es ist nur noch ein weiterer gast vor ende gegangen, vielleicht ist mein geschmack, sind meine ansprüche wirklich altmodisch. publikum zu ca 70% jünger als ich.

dritter advent heute, das ist jetzt schnell gegangen. noch eine woche arbeiten, dann endlich 2 wochen dringend benötigter pause. heut geh ich vielleicht mit einem besuch noch in die neue nationalgalerie, wollte eigentlich vor neuen kulturellen unternehmungen die lang erwartete ankunft meines schwerbehindertenausweises abwarten (diabetes und ohren), aber das dauert noch, und kunst mit freunden macht mehr spass als alleine. gemerkt, dass ich beim antragstellen meinen tinnitus vergessen habe.

gerstern bei aufpumpen des fahrrads im hausflur sagte ein vorbeigehener mann: „großartig, selbst ist die frau, weiter so!“ hätte ihm gerne ein bein gestellt, aber er war schon durch. was ist mit den leuten? außerdem ist der reifen platt und ich muss heut noch flicken. der hinterreifen, natürlich.

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lichtlein

sehr volle tage, auf arbeit und not, dabei aber im grünen bereich, ich bin allerdings meistens bis 22 uhr im bett, wache nachts auf, erholung selten ganz optimal, aber es reicht. adventskranz gebunden, die sparsame wohnungsdeko erst ab 1. advent, weil mich diese regel an die anderen rituale erinnert, als die kinder noch hier wohnten, den selbst gefüllten adventskalender, das adventssonntagsfrühstück im wohnzimmer mit panettone und stollen. der gregor-zwilling ist dieses jahr überraschenderweise dabei, eine party, ein hoch auf die partys! – das gesetzte all dieser erinnerungen, sie funktionieren, nur weil ich irgendwann damit angefangen hab. tröstlich daran: wie wählbar und verfügbar das ist, es gibt einen gestaltbaren anteil der kindheitserinnerungen, wie wichtig es ist, das gut zu machen.

der david-zwilling war in giessen dabei, wo eine gegendemo versucht hat, die gründung einer rechtsaußenen jugendbewegung zu verhindern. er ist nachts um 4 mit dem bus dorthin gefahren, war dann den ganzen tag auf den beinen und ist erst heute nacht wieder zuhause gewesen, ein sehr löblicher einsatz. es wurde trotzdem gegründet natürlich. so sind die zeiten.

auf netflix die epstein-doku angefangen, riesiger ekel. nicht zuende geguckt. gemerkt, dass sich auch graydon carter, ex vanity fair, jetzt airmail, vor der verantwortung gedrückt hat und einen hinweis auf den missbrauch zweier mädchen nicht mit abgedruckt hat in einem portrait von epstein. damit ist airmail jetzt durch, gekündigt, aber das wird keinen kümmern natürlich, die bros kommen immer irgendwie durch mit ihrem scheiss.

pflegezusatzversicherung erledigt, das war mir ein anliegen. nicht weil ich damit rechne, mal im pflegeheim oder pflegebedürftig zu enden, sondern weil das eben passiert, bei uns mutter und tante, alle beide in den neunzigern. hatte den antrag vor paar jahren schon mal angefangen, dann war es mir als ewiger optimistin doch zu teuer, jetzt sind es schon 40€ mehr pro monat. ist viel geld, aber der eigenanteil wäre erheblich größer, und selbst nach schenkung des besitzes an die nachkommenschaft kann das sozialamt in den ersten 10 jahren anspruch drauf erheben – ich bin typ einserin und fahre rad in der stadt, das ist risiko genug 😉

können sie mir eventuell gute bücher für die söhne empfehlen? ich bin so draussen leider. sie sind erwachsen, noch unter dreissig mitte zwanzig.

die kauf-was-hysterie im internet nervt. ich brauche nichts, vielen dank, und komme mir damit schon sonderbar vor, als sei das kramkaufen teil meiner bürgerinnenpflicht. dann kaufe ich für einen sohn etwas im internet und bin 50/50 erfreut und gegruselt, als es einen tag später gebracht wird. weil ich das den anderen nicht kaufen kann, besorge ich ihnen ein äquivalent, und weil ich schon mal dabei bin, auch eins für mich. die vielen aspekte meiner person glitzern etwas bei richtiger beleuchtung, die scham ist einer dieser aspekte, kein großer, but still.

euch allen eine schöne adventszeit!

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mi corazón

es ist alles unverändert. eine nachmittagsmilonga, richtig volle tanzfläche, fast alles gute tänzer*innen, die paare aufeinander eingestellt, sehr entspannte und freundliche athmo. das nou gab es damals noch nicht, es ist perfekt für mich, nicht so weit weg, groß genug, um wie heute einfach mal eine zeitlang auf einem sessel zu sitzen, ein sektchen zu trinken, wieder reinzukommen. geguckt, aber ich kannte niemanden, natürlich. hatte leider nicht genug traute impuls, um einfach jemanden aufzufordern, obwohl es einige einzelne männer gab, wenn auch wenige, die meisten kamen als paar. die strümpfe sind jedenfalls nicht mehr schwarz, sondern transparent, die kleider sommerlich, es ist immer sommer beim tango. bei minusgraden für die fahrt hose drüber ziehen, wie früher, als ich mit dem moped zum tango bin, und die lederhose immer erst ausziehen musste auf dem sofa im roten salon, und ich übertreibe nur unwesentlich, weil ich meistens mit dem rad gekommen bin. die herren im hemd und passenden hosen. zuhause gefühlt, sofort wieder in der blase, wo es die paar stunden nichts gibt außer tango, niemand schaut auf sein handy, das ist mir auch aufgefallen. werde mal in einen kurs gehen, mal schauen, ob ichs verlernt habe oder nicht, sie bieten dort auch etwas für wiedereinsteiger*innen an. publikum schön divers, alle altersgruppen. wirklich toll finde ich die angebote für inklusiven und therapeutischen tango, auch für trauernde gibt es etwas. optimales programm für die finsteren wintersonntagsnachmittage in berlin. gefreut, dass ich mit dem rad den prenzlauer berg wieder raufkomme, ohne auch nur außer atem zu kommen.

(bei meinem verd … itunes soll ich mich für jeden einzelnen tango aus den playlists neu anmelden, ich hab die seit den neunzigern über diverse macs mitgenommen. apple hat da wirklich komplett den anschluss verloren inzwischen.)

gemerkt, dass ich mich mit männergrössen nicht auskenne. mit den kids wie jedes jahr besprochen, dass es keine geschenke gibt, höchstens was kleines, aber halt nichts zu kleines – die größen 56 und 58 könnten für die zwillis passen, schlanke 185iger, der große mit seinen 195cm raumhöhe braucht wahrscheinlich was anderes. ist 56 einfach die fortsetzung der weiblichen 40iger – größen, könnte eine große frau auch eine 56 tragen? oder gibt es da eine lücke dazwischen, damit die männer sich größer fühlen können?

schöne neue cafés im kiez entdeckt. in der rykestrasse ist eins voller bücher, mit ganz hellen durchlässigen regalen, wollte gleich dableiben und was lesen, vielleicht kann ich da mein pensum wieder erhöhen, einmal pro woche ein paar stunden dort lesen, ich denke, man kann sich das buch von zuhause mitbringen wie sonst auch. und in der immanuelkirchstr. ein café wie früher, mit zusammengesammelten tischen und stühlen, aber mit mehrheitlich erwachsenen/älteren menschen, das finde ich angenehm, nicht nur das partyvolk wie sonst. es heisst „kaffee“, glaube ich. es war alles sehr sehr voll, samstag, sonne, viele touris. muss meine sonnenbrille mitnehmen, wenn das wetter so bleibt, die berliner sonne steht im winter immer und andauernd sehr tief und blendet.

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vista mare

usseliges wetter. genieße die ruhe, leises tröpfeln auf der balkonbrüstung. kein licht. abendliche ausflüge in andere möglichkeiten, vielleicht ein nettes kleines häuschen überm meer? irgendwo nicht ganz in der nähe, und nach ein paar wochen erinnere ich mich gar nicht mehr so genau an berlin und seine vielen regeln und bedingtheiten, die riesige stadtfläche, schlecht beleuchtet, mit strassen voller nassem laub, weil nie einer aufräumt. nach ein paar weiteren wochen habe ich wieder muskeln vom treppenlaufen. leider hat es keine heizung.

foto einer aussicht aufs meer, von der immoseite idealista.

weihnachtsgeschenke, mal schaun, mal sehen. dachte an kunst, wollte den zeichnen-begabten davidzwilling in die farbenwelt locken, aber so etwas wie mein uralter lukas-aquarellkasten, metall, 24 farben, ist heute eher ein anlageobjekt. werde meine diversen kästen mal zusammensuchen und aufarbeiten oder neu füllen, das geht bestimmt auch. oder das fördern, was da ist, vielleicht einen kurs schenken?

andererseits ist die phase abgeschlossen, früher hab ich alles gefördert, was ans licht kam, hab sie aber nicht zur nötigen täglichen arbeit angehalten, die mir ja selber nicht entspricht. wenn sie malen wollten, würden sie es tun, die sehnsucht nach der zeit, als ich dran war an den kindern, mitgestalten konnte und musste, das selbstverständliche daran.

der partner meiner tante ist am wochenende immer losgezogen, in die fränkische schweiz, mit seinem kleinen kasten aquarellfarben, und hat die landschaft gemalt. es war so, dass ich ihn ganz selbstverständlich als künstler wahrgenommen habe, er hat es auch mit dem gebotenen ernst gemacht, den ich bei eigenen ausflügen ins zeichnen oder musizieren vermisse, beim schreiben eigentlich nicht. die eigenen begabungen respektieren. die ganze familie hat bilder von ihm an der wand.

julian lage is back in town, 7. mai im huxleys, aber ich werde schon bei der vorstellung müde, einen abend unter der woche 3 stunden stehen zu müssen. vielleicht, wenn jemand mitkommt.

nachricht von anita, freundin meiner mutter, die mit 90 noch mit ihrem porsche herumfährt. sie ist jetzt doch in ein altersheim umgezogen. die haben wir alle bewundert, erzählt sie, die schöne anita.

die trauer, dass ich nicht so bin wie sie, so gesund, schön und unkompliziert, und das gefühl, dass sie mir das auch immer noch vorwirft, ihre mit scheu durchsetzte ahnungslosigkeit, was mein leben angeht. hoffe sehr, dass ich bei meinen kids anders sein kann.

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going places

mir ist beim neuen job aufgefallen, dass ich die treppen langsamer als früher runter laufe, und es kippte grade in so eine vorsicht, die mich noch langsamer machen wollte, sofort damit angefangen, das schnellere gehen zu üben, musste am anfang mitdenken, inzwischen ist es wieder wie früher. socken im stehen anziehen, auf einem bein zähne putzen etc. eine lieblingstante hat mir einen tip gegen die arthrose gegeben: auf einen hohen stuhl oä setzen, die füße eine längere weile lang baumeln lassen, die bewegung ohne kraft und druck tut den kniegelenken gut, die knorpel können sich erholen. habe meinen klavierhocker ganz hoch gestellt und werde berichten. das alter schleicht über alle kanäle heran, und es ist nicht mehr „unmerklich“, wie früher.

diese woche bin im stehen mit dem rad umgefallen, das muss man auch erst mal schaffen, danach überall schmerzen. der davidzwílling hat mir erklärt, wieso: weil eine reaktion aus dem rückenmark, unter umgehung des gehirns, in sekundenbruchteilen alle muskeln hart anspannt, von null auf 100, damit knochen und organe geschützt werden, schneller als jede entscheidung. ich hab mich während des fallens gewundert, wie wenig, nämlich gar nichts, ich dagegen tun kann, auf dem beton zu landen, mit dem kopf, der als letztes aufgeschlagen ist, den helm hatte ich noch nicht auf. am nächsten morgen kam ich nicht aus dem bett, ein muskelkater aus der hölle, konnte den kopf nicht heben, den oberkörper nicht, gar nichts. krankgemeldet und aus dem bett gewälzt. alles sehr beeindruckend.

gestern abend rief mich eine schweizer nummer an, ein älterer herr lässt sich meinen namen bestätigen und fragt mich, ob ich im mai eine briefmarke gekauft hätte. ich erinnere mich dunkel daran, wie ich im internet einen hinweis auf eine abspielbare briefmarke aus bhutan gefunden hatte, als schallplatte abspielbar, und sehr fasziniert einem kauf via ebay nicht widerstehen konnte. die briefmarke kam nie an, ich habs dann wohl vergessen, bis gestern, da ist diese briefmarke nämlich wieder in der schweiz angekommen, von wo ich sie gekauft hatte. hab sie nicht abgeholt vom kiosk, vielleicht hatte ich auch keinen zettel im briefkasten, erinner ich nicht genau, sonst hätte ich da auch mal nachforschungen angestellt. dieser freundliche mensch hat dann meine telefonnummer ausfindig gemacht und mich tatsächlich angerufen, um mir das zu erzählen, in wunderbarem schweizer akzent, den ich gleich mit sommer und ferien verbinde. er schickt sie jetzt nochmal, in einem normalen brief, ohne einschreiben, freu mich drauf, sie wird einen ehrenplatz an der wand bekommen, als einziges und einzigartiges sammlerstück, also falls sie ankommt.

und, wisst ihr, wo thimphu liegt?

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innen/außen

what was it you wanted

tell me again so I know

interessante phase, sehr intensiv, gefühl, als ob die firniss sich aufgelöst hat, die farben wieder verschwimmen und sich verändern können. fühle den grund beim laufen, das ist der boden, du kannst springen, wenn du willst.

dadurch werden die tage irgendwie länger, es ist soviel zeit, soviel zu tun, alles und das echo von allem. und haushalt ist ja auch noch.

einen fragebogen ausgefüllt, es wurde zb gefragt, ob ich gewisse dinge alleine mache (geld, alltag, freunde, familie), aber machen das nicht alle? der andere stern, der stern der anderen.

das kaputte bianchi-rad auf den balkon ausgelagert, jetzt für das geerbte alte biedermeier-dingsi, (wo der mann der urgroß-patentante an den seiten jeweils eine strebe aus den armstützen rausgesägt hat, damit kopf und füsse auch noch draufpassen, aber die sind inzwischen wieder drin) noch ein tischchen und eine lampe dazu, dann habe ich eine weitere sitzgelegenheit, die ich mal nutzen könnte, statt immer nur nach der arbeit in die horizontale abzukippen.

meine tir ist 80%, das ist eigentlich in ordnung. hypos und hypers je 10%. besser geht immer.

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14. september 2025

kisten ausmisten, eine mit alten notizbüchern und tagebüchern, ich wünsche mir ja eine klarere linie in der einrichtung, und habe seit dem ukraine-krieg so eine kleine innere liste, was würdest du mitnehmen wollen, wenn du dich drastisch verkleinern müsstest? dann natürlich reingelesen.

foto von zeitungsausriss mit einem alten käfer, der durch eine pfütze fährt und dabei einen menschen nassspritzt, der mit einem sprung ausweichen will.

jetzt etwas fassungslos darüber, wieviel es in den tagebüchern um begegnungen, geschichten, männer geht. ich habe selten ein datum dazu geschrieben, es war vor den kindern, also wahrscheinlich 90er, die dichte an gefühlen, bildern, der hunger darin ist etwas bestürzend, weil ich merke, wieviel ich tatsächlich verloren habe, ohne es zu vermissen. wie ernst ich mich genommen habe. es war vor dem internet, liegt es daran, dass ich hinter den schritt aus der selbst- in die fremdwahrnehmung nicht mehr zurück kann? hinter die ironie, die analyse. manchmal ist der horizont zu weit. jetzt das gefühl, dass ich damals mit allen selbstzweifeln näher an mir war als heute, mich beim schritt aus der dusche mal im spiegel angesehen, statt wie sonst immer daneben zu gucken, es ist alles inzwischen mehr schraffur als kontur, aber ich bins schon noch.

der preis, den man zahlt.

wieviel beim erleben sofort in eine schublade rutscht und dort verschwindet, oder nee, es sind mehr kladden als schubladen, es ist alltagsverwaltung, weil alles immer weiter will, weiter im programm, es ist kein raum für erlebnistiefe. vorgenommen, momente zu sammeln, das vieldimensionale wiederfinden, die midlife-crisis geniessen, solang sie anhält, irgendwann bin ich durch damit, stehe am fluss und will nicht mehr reinspringen.

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